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Kolumne: Können, Sollen, Wollen, Dürfen

Ich sitze seit ungefähr drei Stunden vor meinem Bildschirm und denke, denke, denke. Zwischendurch überlege ich auch mal. Geschrieben habe ich nichts. Weil mein Gedankenapparat mich daran hindert, Platz zu schaffen für Sinnvolles. Für ein bisschen Gefühl und was es sonst noch braucht für eine Kolumne.

Das ist wie ein Schritt nach vorne und gefühlte zweihunderfünfundvierzig zurück. Das ist, wie wenn eine Katze im Kreis rennt und versucht ihren Schwanz zu erhaschen. Einfach sinnlos und eine nicht enden wollende Karussellfahrt ins Land der Denker (minus Dichter).

Ich möchte damit nicht sagen, dass Denken unsinnig sei, denn alleine für diesen Satz muss ich kurz nachdenken. Eine Sache abzuwägen und mal innehalten, um zu überlegen, ist etwas vollkommen anderes, als sich immer und immer wieder im Kreis zu drehen. Na, schon schwindelig?

Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin – und das versuche ich so oft es geht – dann gestehe ich mir ein, dass mein Kopf randvoll ist mit so unglaublich viel Müll. So viele paradoxe, blöde, kontraproduktive Gedanken fliegen dort oben herum, dass ich sie kaum fassen und in eine Form bringen kann, die ansatzweise verständlich ist. Macht das Sinn? Kennt das wer? Sich vollkommen ausgeliefert zu fühlen, was all die unnützen Gedanken betrifft? Wir sollten sie ganz schnell in den Griff bekommen, aber zackig und dalli dalli oder wie man sonst noch sagt, denn wenn sie erst mal Überhand genommen haben, dann rette sich wer kann. Und retten kann man sich dann meist nicht mehr.

Löcher in die Wand starren. Situationen, Begegnungen, Emotionen, Sätze, einfach alles tausendfach überdenken, um dann wieder von vorne anzufangen. Alleine der Gedanke daran (Achtung, Wortwitz) macht mich unglaublich müde.

Descartes hat gesagt: Ich denke, also bin ich.

Hm. Sobald ich anfange, nur noch zu denken, ist es mir nicht mehr möglich zu schreiben. Denken und Fühlen gehen bei mir meist nicht Hand in Hand, denn mein Herz weiß zwar über vieles Bescheid, aber meine Gedanken kommen mir dabei immer wieder in die Quere. Sie versuchen mir zu sagen, dass sie mich und meine Entscheidungen kontrollieren können, dass sie immer Recht haben und dass ich das mal akzeptieren solle.

Und mal ehrlich: Wann lassen wir uns nicht von unseren Gedanken leiten? Wie viele Bauchgefühlmenschen gibt es eigentlich noch da draußen? Warum vertrauen wir unserem Gedankenkarussell, wenn uns dabei schlecht wird? Die meisten von uns haben Angst, auf Urinstinkte wie Herz oder Bauch zu hören, denn wenn die Denkmaschinerie erst einmal angeschmissen wurde, dann gibt es kein Zurück mehr.

Ich verheddere mich wirklich sehr oft darin, etwas unzählige Male zu überdenken, anstatt es loszulassen und mal zu schauen was passiert. Das kann ich nur, wenn ich mich sicher fühle. Die Irrungen und Wirrungen unseres Gedankenkarussells haben uns noch nie wirklich weiter gebracht. Und ich rede hier nicht von einer intelligenten Pro- und Contraliste, die säuberlich ausgefüllt und gut überdacht ist. Nein, ich rede von den schlaflosen Nächten, den Horrorszenarien, den Was-wäre-wenn-Fragen, der Angst im Nacken, irgendetwas könnte anders laufen als geplant.

Die Gedanken sind frei. Der Gedanke an dieses hoffnungsgebende, alte Volkslied macht mich gerade ganz hibbelig. Denn wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es, dass meine Gefühle frei wären und meine Gedanken eingesperrt. Zumindest so lange, bis ich sie unter Kontrolle habe und endlich wieder denken kann, was ich wirklich will.

Foto: Anika Landsteiner

Kolumne: Ich glaub‘, mein Gulli pfeift…

Wenn ich an einer Baustelle vorbeilaufe, dann schaue ich meist schon von vorneherein sehr grimmig. Das ist ein automatisierter Abwehrmechanismus für alle Männer, die nur darauf warten, mit ihrer Arbeit innezuhalten und uns Frauen hinterher zu pfeifen. Einmal bin ich stehen geblieben und habe ein verzweifeltes „Warum“ gerufen. Wirklich weitergeholfen hat mir das aber ehrlich gesagt nicht.

Man braucht es nicht groß und ausschweifend zu erklären, dieses – nennen wir es mal, wie es in der Umgangssprache geschimpft wird –  „Bauarbeiterphänomen“. In 90 Prozent aller Fälle, in denen eine Frau an einer Baustelle vorbeiläuft, wird die Palette vom Glotzen, Zuzwinkern und Deuten bis hin zum Pfeifen und Hinterherrufen ausgepackt. An sich ist das nicht schlimm und bevor nun alle Männer anfangen mit „ach, das ist doch ein Kompliment, jetzt tu’ nicht so, als würde dich das nerven“, nehme ich das mal vorweg und sage: Ja, es ist ein Kompliment und nein, es ist nicht schlimm. Aber. Und auf dieses Aber kann ich nicht verzichten:

Ich mag es nicht, mitten auf der Straße in den Mittelpunkt gestellt zu werden. Ich mag es nicht, weil ich mich in dem Moment unwohl fühle und mich andere Passanten angrinsen oder gar argwöhnisch betrachten, weil mir und nicht ihnen hinterhergepfiffen wurde. Ach herrje, die Probleme der ersten Welt.

So oder so, es ist einfach eine sehr plakative Art und Weise, die nicht Jedermanns Sache ist. Ich bin Jedermann. Beziehungsweise Frau.

Das, was mich aber in dieser Angelegenheit am meisten beschäftigt ist, dass nie und absolut nichts dahintersteckt. Ist aus so einer Anmache jemals auch nur etwas entstanden, das über die einseitige Offensive hinausgeht? Ich denke nicht, aber belehrt mich gerne eines Besseren.

Es scheint fast so, als sei das Zurschaustellen der männlichen Fähigkeiten und die Flirtversuche gegenüber weiblichen Passanten ein eigener Absatz im Arbeitsvertrag eines jeden Bauarbeiters. Quasi eine Voraussetzung zur Qualifizierung für den Job. Und eben weil sich das in meinen Beobachtungen wieder extrem häuft und ich mittlerweile festgestellt habe, dass es überhaupt nicht um die Frau geht, sondern dass aus 10 Fällen neun Frauen Opfer der Anmache werden (unabhängig von Aussehen und Auftreten), bin ich neulich stehen geblieben und habe den vorlauten Herrn gefragt, warum er das denn machen würde. Dass er mein Vater sein könnte, habe ich mal für mich behalten. Er meinte dann, ich solle nicht so zickig sein. Da bin ich fast aus den Latschen gekippt. Anscheinend hat man nicht einmal das Recht darauf, denjenigen anzusprechen und für seine Flirtoffensive zur Rede zu stellen. Da wird der Mann zur Maus.

Und genau das ist die Sache: Je größer die Klappe, desto weniger nichts ist bei Männern dahinter. Die sind teilweise glücklich verheiratet mit zwei kleinen Kindern inklusive Hund, Katze und Doppelhaushälfte. Hinterherrufen tun sie dir trotzdem. Gehst du drauf ein, hört der Spaß allerdings auf.

Übrigens findet man im Tierreich ein interessantes Beispiel zu dem Dilemma:
Das Männchen einer Heuschreckenart sitzt unter einem Blatt, lockt das Weibchen mit seinen für das Tierreich angepassten Lockrufe an, schnappt es sich, sobald es in greifbarer Nähe ist, und geht zur Fortpflanzung über. Na da. Anscheinend wird dort gehalten, was man verspricht.

Nicht, dass jede Frau nach einem ordentlichen Pfiff den Ring an den Finger gesteckt bekommen und ins Bett gezerrt werden möchte. Aber wir möchten auch nicht als herumlaufendes Frischfleisch behandelt werden. Damit entpuppt sich der Pfiff aus dem Gulli als waschechter Griff ins Klo.

Ich kann nicht sagen, ob Frauen eher halten, was sie im Voraus ankündigen. Allerdings habe ich noch keine gesehen, die auf offener Straße einem Mann hinterhergepfiffen hat, um sich dann ganz schnell hinter der großen Geste klein zu machen.

Wer hätte gedacht, dass man von einer Heuschrecke noch was lernen kann.

Foto: Anika Landsteiner

Warming Pumpkin Soup: Rezept für Kürbissuppe

Es ist zwar nicht wirklich kalt draußen, aber eine warme Suppe kann auch bei frühlingshaften Plusgraden gut schmecken. Diese Suppe schmeckt nicht nur gut, sie ist zudem noch gesund und obendrein auch vegan. Denn die in Cremesuppen so gerne genutzte Sahne wird hier durch Kokosmilch ersetzt. Diese und ein ordentliches Stück Ingwer verleihen der Suppe einen fruchtigen nicht ganz alltäglichen Geschmack.

Kürbissuppe für vier Personen

Kürbissuppe Rezept

    800 g Hokaido Kürbis
    600 g Möhren
    Daumen großes Stück Ingwer
    1 Liter Gemüsebrühe
    500 ml ungesüßte Kokosmilch
    6 EL Sojasoße
    Saft einer halben Zitrone
    Salz, Pfeffer

Den Kürbis mit einer Gemüsebürste unter Wasser gut abschrubben, danach vierteln und das Kerngehäuse mit einem Löffel heraus lösen. Die Möhren schälen und die Enden abschneiden. Kürbis und Möhren in Stücke schneiden. Die Gemüsestücke in etwas Öl in einem großen Topf für einige Minuten anbraten.

Anschließend wird das Gemüse mit einem Liter kräftiger Gemüsebrühe aufgegossen. Den Ingwer schälen und in kleine Stücke oder dünne Scheiben schneiden und ebenfalls in den Topf geben. Die Suppe bei geschlossenem Deckel und mittlerer Hitze für eine halbe Stunde köcheln lassen.

Kürbissuppe

Nach einer halben Stunde kannst Du mit einer Gabel prüfen, ob dasGemüse schon weich ist. Falls es noch nicht gar ist, lässt Du es noch ein paar Minuten länger kochen. Sind Kürbis und Möhren weich, wird die Suppe mit einem Mixstab schön sämig püriert.

Falls Du keinen Mixstab hast, kannst Du die Suppe auch portionsweise in einen Standmixer geben. Aber sei vorsichtig, dass die heiße Suppe nicht heraus spritzt. Deshalb solltest Du den Mixer nicht zu voll füllen.

Nach dem pürieren gießt Du die Kokosmilch dazu und würzt die Suppe mit Zitronensaft, Sojasoße, etwas Salz und Pfeffer.

Mit ein paar Kürbiskernen garniert kannst Du mit dieser Kürbissuppe alle am Küchentisch begeistern.

Fotos: Heike Niemoeller

Exklusiv: Designerin Anja Gockel im Interview

Anja Gockel im Interview

Der Stress der Show lag noch in der Luft, aber Designerin Anja Gockel nahm sich trotzdem Zeit, um mit uns ein paar Worte zu wechseln. Anja Gockel zählt seit den 90ern zu Deutschlands erfolgreichsten Designerinnen und ist auch gern gesehener Gast auf internationalen Modetribünen. Wie sie die Fashion Week überstanden hat und was sie selbst zu ihrer Kollektion sagen kann.
 

Anja Gockel im Interview auf der Mercedes Benz Fashion Week 2014:


 

Modedesignerin Anja Gockel gibt im Interview mit AJOURE Germany nach ihrer Show auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin 2014 einige Details über ihre aktuelle S/S 2014 Kollektion preis.

 

Und hier gibt’s die Bilder zur Show

Entdecke mehr zu ihren Flagship Store in Köln, ihr Atelier in Mainz sowie ihre Eventlocation Paris 44 in Berlin.

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Foto: 6dots.tv

Kolumne: Webgevögelt.

Facebook, Whatsapp, Skype, Instagram, Twitter, Google+, Pinterest, Tumblr, Flickr. Einatmen. Ausatmen. Ungefähr tausend andere Plattformen und virtuelle Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren, habe ich vergessen. Was uns allen dabei immer öfter auffällt, ist: Je mehr Möglichkeiten es gibt, sich auszutauschen, desto mehr Missverständnisse und  unverbindliche Zusagen begleiten die Reise der Worte durch das World Wide Web.

Ich kenne es. Du kennst es. Man tippt schnell einen SMS-Quickie via Whatsapp, vergisst, ein nervendes Smiley dahinter zu setzen, welches die Macht hat, alles Geschriebene zu verharmlosen, und schon steht es schwarz auf weiß: Das Missverständnis. Besser bekannt als das notorische Aneinander-Vorbeireden (ich glaube, das ist eine Wortneuschöpfung). Auch ein Dauerbrenner ist das Absagen von Verabredungen in der letzten Sekunde. Die Klassiker unter den modernen Kommunikationsproblemen.

Warum ist es trotzdem so weit verbreitet, dass man viel öfter etwas tippt und absendet, anstatt zum Hörer zu greifen und anzurufen oder sich mit jemandem wirklich zu treffen? Die Schnelllebigkeit der Gesellschaft ist eine Sache, klar: Schnell mal ein Bild bei Instagram posten vom Abendessen, damit Mutti weiß, dass man nicht verhungert. Schnell mal ’nen Status bei Facebook verfassen, damit die virtuellen Bekanntschaften wissen, wo man sich gerade befindet und was man dort Glanzvolles tut. Oder: Schnell mal via Whatsapp eine Verabredung (einen echten Quickie?) absagen. Tja, all diese Mittel machen es möglich, das Gesicht unter der Bettdecke zu verstecken und trotzdem den Schwanz nicht komplett einziehen zu müssen. Denn: Man hat ja kommuniziert, in diesem Fall hat man abgesagt, selbst wenn es nur eine halbe Stunde vor dem Treffen ist, aber darauf muss man mittlerweile vorbereitet sein.

Wir sind alle ziemlich feige geworden. Und faul. Trifft man sich wirklich noch in Person, wird das meist vorher tausendmal verschoben, aufgeschoben, von Missverständnissen begleitet, bis am Ende der Standort geschickt wird, damit jeder grob Bescheid weiß.

Bin ich eigentlich die Einzige, die keinen Bock hat, am Tag ungefähr zwei Stunden zu opfern, um SMS und Nachrichten zu beantworten, deren Angelegenheiten via Telefon innerhalb von fünf Minuten abgewickelt sein könnten?

Aber auch ich tippe munter vor mich hin, versuche Streitereien durch ellenlange E-Mails zu schlichten und habe selbst schon ab und an mit dem Kopf unter der Bettdecke eine Verabredung abgesagt – warum?

Weil es so unglaublich einfach ist. Das Smartphone, my bff, mein treuer Begleiter, das selbst gerade, während ich diesen Artikel tippe, neben mir liegt, warum weiß ich nicht, schließlich haben alle für mich wichtigen Menschen meine Festnetznummer und sollte ich etwas im Internet suchen, habe ich den Laptop direkt vor mir. Es ist eine Sucht, und zwar die Sucht nach schneller Befriedigung, künstlicher Anerkennung und auf dem Silbertablett servierter Unverbindlichkeit. Klingt wie ein Porno? Ist es auch, irgendwie, denn wir haben aufgehört, miteinander zu reden, wir treten zwar gemeinsam in Aktion, aber solange das Internet angeschaltet ist, ist der Kopf aus und es wird webgevögelt, bis das letzte Quäntchen Anstand und freiwilliger Verbindlichkeit verpufft ist.

Alles hat seinen Höhepunkt. Das ist in der Karriere nicht anders wie im Urlaub oder beim Sex. Und vielleicht, ganz vielleicht, reden wir nach dem Höhepunkt der modernen Kommunikation auch wieder miteinander. Bis der Nächste kommt. Und greifen wenigstens öfter zu Facetime oder Skype, damit wir uns in die Augen schauen können während unserem virtuellen Tête-à-Tête. Und statt dem Fake-Smiley ein echtes Lächeln schicken.

Foto: „She is my drug“ von Bryan Brenneman via flickr.com, CC BY 2.0

„Hey, you wanna be friends with benefits?“

Friends with Benefits

Freunde, die miteinander Sex haben – ohne Gefühle versteht sich! Wie lange geht das gut?

…Solange, bis sich einer von beiden verliebt. Primitive Antwort und eine einfache Theorie („Bloß nicht verlieben!“), meist aber fatal in der Praxis umgesetzt. Aber rollen wir dieses Phänomen mal von vorne auf. Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die wollten nachts nicht alleine schlafen, den Tag aber nicht mit Beziehungsstress belasten, also schlossen sie einen Pakt: Sex ja, Gefühle no-go! Eine klassische Win-Win-Situation: Man genießt die Zärtlichkeiten, das Zusammensein und nicht zuletzt den Sex, spart sich dazu noch den belastenden Beziehungsalltag. Frau zickt nicht, Mann nervt nicht. Klingt alles wunderbar einfach, da fragt man sich doch glatt….“Wieso habe ich eigentlich nicht so einen Friend with Benefit?“

Singleleben, One-Night-Stands, Affären, Beziehungen – alles schon gehabt und erlebt; und so langsam wird’s halt einfach langweilig. Einen sogenannten „Fuckbuddy“ zu haben ist allerdings erst seit neustem Trend. Da es aber nicht ein Fremder sein soll (man weiß ja nie, wie strange manche Leute sein können…), schaut man sich einfachshalber mal im Freundeskreis um. Ein Kumpel, der nach Bedarf eben auch das Bett mit einem teilt. Solange, bis man keine Lust mehr hat oder der Traumpartner ums Eck kommt.

Warum der Masterplan oft nicht aufgeht

Meist aber passiert vorher das (fast) Unvermeidbare: Gefolge dem Motto „Alles verlief nach Plan, nur der Plan war scheiße“ entpuppt sich nicht selten der Bettgefährte als Prince bzw. Princess Charming. Was dann folgt ist in der Regel Theater ganz im Stil der besten Hollywood-Drehbuchautoren: Geweckte Hoffnungen, andere Erwartungen, unerwiderte Gefühle und eine tränenreiche Katastrophe.

Ja habt ihr denn nicht alle die Filme geguckt?! Mila Kunis und Justin Timberlake in „Freunde mit gewissen Vorzügen“ oder Natalie Portman und Ashton Kutcher in „Freundschaft Plus“ haben vorgemacht, was sich nicht selten auch im realen Leben ereignet: Einer tritt in die Liebesfalle, es folgen Missverständnisse und Eifersuchtsdramen. Es ist fast unvermeidbar, für eine Person, der man freundschaftlich nahe steht, mit der man dazu noch regelmäßig Intimitäten austauscht, keine romantischen Gefühle zu entwickeln – sei es wegen reiner Gewohnheit oder des menschlichen Bedürfnisses, sein Leben irgendwann einmal mit einem Partner zu teilen. Emotional gesehen wird das eine Achterbahnfahrt, ein wildes Auf und Ab der Gefühle und am Ende steht man dann vor den Scherben einer einst so tollen Freundschaft. Ungetreu dem klassischen Hollywood-Rezept gibt’s nämlich im wahren Leben nur selten ein Happy End.

Friends with Benefits – Wie es funktionieren kann

Dennoch…Ausnahmen bestätigen die Regel. Friends with Benefits kann ein Experiment sein ohne Tränenverguss. Hierfür Folgendes beachten…

…Kann ich Sex und Gefühle trennen?
Nur wer in der Lage ist, eine klare Grenze zu ziehen, sollte sich auf so etwas einlassen. Du verliebst dich schnell? Bist eine hoffnungslose Romantikerin oder hast in der Kindheit einfach nur zu viele Disney-Filme geguckt? Dann vergrab die Idee mal lieber ganz schnell im hintersten Eck deiner Gedankenwelt. Auch wer sonderlich emotional ist oder schnell zu Eifersucht neigt, sollte diesen Gedanken verwerfen. Besitzansprüche und Regeln gehören nicht zum No-Strings-Attached-System.

…ist der Partner der richtige dafür?
Auch bei der Auswahl des Gegenübers drauf achten: Finger weg von Romantik-Fanatikern und Dauerverliebten. Man will den anderen schließlich nicht an der Nase herumführen. Wichtig ist es auch, den Grad der Freundschaft zu bedenken. Mit dem besten Kumpel ins Bett? Dann doch lieber die Freundschaft wahren.

…Was genau will ich?
Sehne ich mich nach einer Beziehung? Bin ich das Single-Leben satt? Nur wer wirklich „just for fun“ eine solch ungebundene Beziehung eingeht, ist auf der sicheren Seite. Wer eigentlich nach etwas Festem sucht und sich aus Mangel an geeigneten Partnern mit einem Friend with Benefit zufrieden gibt, den erwartet meist ein böses Erwachen: Schnell interpretiert man zu viel in die Sexbeziehung hinein – Enttäuschung vorprogrammiert!

…Klare Ansagen machen
Damit auch ja keine Missverständnisse entstehen! Bloß kein „Mal schauen, wohin das führt“-Gedusel. Von Anfang an deutlich machen, worum es hier geht: Sex, aber bitte ohne Gefühle.

Foto: luckybusiness / stock.adobe.com

Kolumne: Ich will mehr.

Jede Frau weiß, dass nach einem gelungenen ersten Date und dem Satz „Ich ruf dich an“ das große Zittern bevorsteht. Denn man kann lediglich einschätzen, ob dem männlichen Gegenüber der Abend genauso gefallen hat und selbst ein Kuss hat manchmal nichts zu sagen. Am nächsten Morgen geht es los – mit dem Warten auf das Ende des Wartens. Aber das Telefon scheint beharrlich dazu zu schweigen.

Die „Drei-Tage-Regel“ ist ein Mythos, der so alt ist, dass man dabei das Gefühl hat, schon unsere Steinzeitvorfahren hätten sie umgesetzt und erst nach 72 Stunden Rauch aufsteigen lassen. Sie ist omni-präsent, jeder hat davon schon mal gehört und ich möchte behaupten, dass die meisten Frauen auch schon mindestens ein Mal in den Genuss überflüssiger Wartezeit gekommen sind. Ich frage mich, was eigentlich genau in unseren Köpfen stattfindet, wenn wir alle paar Minuten auf unser schweigendes Handy starren, uns jedoch selbst kategorisch verbieten, die Nummer des Auserwählten zu wählen?

Natürlich ist der Zauber des Anfangs der Allerschönste. Wenn jede SMS ein Freudenfeuer ist und beim Klang seiner Stimme sich der Himmel auftut und sich sämtliche Geigenspieler abseilen, um ihn musikalisch dabei zu unterstützen, ihr den Hof zu machen. Doch da kommen wir an den Knackpunkt:
Der Autor Hauke Brost schreibt in seinem Buch „Wie Männer und Frauen ticken“ darüber, dass die Frau niemals den Mann nach dem ersten Date anrufen darf. Denn der Mann möchte erobern und das schon seit über 3000 Jahren. Hätte sich diesbezüglich etwas geändert, hätte es sich geändert.
Ein bisschen hat er da schon Recht. Es gibt natürlich die Ausnahme des schüchternen Romantikers, der sich nicht traut, oder die des verpeilten Nerds, der die Nummer verlegt hat, aber wenn wir ehrlich sind, dann wollen Männer verdammt gerne erobern und wir Frauen finden den Moment, in dem endlich das Handy klingelt, absolut magisch. Wir tänzeln drum herum und nehmen erst ab, bevor wir checken, dass er gleich auflegen könnte.

Ich mag altmodischen Vorstellungen. Ich mag es, auf Händen getragen zu werden und ich mag es, wenn ein Mann zeigt, dass er von einer Frau nicht genug bekommen kann. Was ich aber nicht mag ist, wenn Datingrituale wie die beiderseitige Telefon-Regel durchgezogen werden ohne jeglichen Sinn dahinter. In diesen verlaufenden Tagen seilt sich bei Frau die Euphorie auf dem Emotionsbarometer hinab in den Keller. Sie schmeißt ihr Telefon in den Mülleimer und holt es dann kurze Zeit später wieder heraus, um ihre beste Freundin anzurufen. Während der Mann nicht zum Hörer greift, weil er wohl a) irgendwann mal gehört hat, nicht gleich am nächsten Tag anzurufen, b) nicht mit der Tür uns Haus fallen möchte oder c) gerade ein Kumpel vorbeigekommen ist und damit das Mädchen kurzfristig vergessen ist.
Oder ganz andere Gründe? Keine Ahnung, so weit bin ich in die männlichen Abgründe noch nicht eingetaucht.

Ich glaube nicht, dass wir alle generell Lust haben, Spielchen zu spielen. Das war mal interessant, als jeder noch Buffalos getragen hat und mit dem Handy sein Gegenüber hätte erschlagen können. Mittlerweile sind wir doch alle erwachsen (zumindest tun wir so) und sollten dem potenziellen Partner einfach sagen können, ob wir das Techtelmechtel eine Stufe empor heben möchten oder nicht.

Anscheinend stehen wir uns alle dabei ein bisschen selbst im Weg. Denn ich schätze, dass es die Unsicherheit ist, eventuell alleine mit dem Wunsch nach einer Partnerschaft dazustehen. Den Hörer in die Hand zu nehmen und „Ich will mehr“ zu sagen, ist eine grandiose Geste, allerdings nicht die Einfachste. Und vielleicht überlassen wir deswegen diesen einen, ersten Schritt dann doch lieber den Männern. Schließlich haben die uns eine Sache voraus: Die Sache mit dem überdimensional großen Selbstbewusstsein.

Foto: Anika Landsteiner

MBFW Berlin: Was sagen eigentlich unsere Promis dazu?

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Berlin begeisterte letzte Woche nicht nur mit zauberhaften Designs und pompösen Shows sondern präsentierte sich nebenbei auch noch als Ort mit der höchsten Promidichte der gesamten Bundesrepublik. Stars und Sternchen reihten sich im Mercedes-Benz-Fashionzelt nebeneinander und zeigten sich selbst von ihrer besten Fashionista-Seite. Ajouré war live vor Ort und konnte den prominenten Modefans einige Worte entlocken.
 


 

Der aktuelle AJOURE Promiflash auf der Mercedes-Benz Fashion Week 2014 in Berlin. Wir hatten un­ter an­de­rem Anastasia Zampounidis, Kerstin Linnartz, Cassandra Steen, Fernanda Brandao, Caroline Beil, Fiona Erdmann, Manuel Cortez, Ruth Moschner, Susan Sideropoulos und Roman Knižka auf der Berliner Fashion Week (Autumn + Winter 2014) im Interview.

 

Foto top: Tobias Bojko, Video by 6dots.tv

Nature Based Fashion! A/W 2014 Umasan

Pompös, extravagant und möglichst nicht zu wenig von Allem was zu einem perfekt gedresstem Styling dazu gehört. Das ist die Assoziation von vielen zu Fashion. Wer nach der Suche nach diesen Aspekten ist, wird bei Umasan keineswegs fündig werden.

Für die Gründerinnen der Marke Umasan, Sandra und Anja Umann, sind diese Argumente bei weitem nicht die Message, die sie in ihrer Show zeigen wollten, weil es schlicht und ergreifend in ihren Augen mehr zu dem Thema Mode zu präsentieren gibt. Mode ist für die Geschwister eine Form der Visualisierung unseres schönsten Models, namens Mutter Natur.

Jeder der in den Genuss kommen durfte, die heutige Show anzuschauen wurde aus der hektischen, sehr schnelllebigen Fashionwelt entführt. Die Zeit wurde innerhalb von wenigen Sekunden angehalten und die Zuschauer wurden  in eine fast schon surreale Welt eingesaugt.

Das Opening übertraf alle Vorstellungen, die man sich hätte erdenken können. Anstelle eines normalen Walks lief uns kein Model mit perfektem Mak-up und High Heels entgegen, sondern eine tanzende Schönheit, die keine Schuhe benötigte, um über den Runway schweben zu können. Gefolgt von einer weiteren Person, die diesen  Walk nicht sinnlicher hätte machen können. Im abwechselnder Form, ließen Umasan laufende und tanzende Models, teils alleine, teils als Tanzpaar, den Runway zu einer Bühne des klassischen Ballets umwandeln.

Umasan traute sich eine Sache zu, die von vielen Designern noch eher gemieden wird also gefördert. Die beiden Designerinnen haben erkannt, dass die Schönheit kein Alter hat. Es ist vergleichbar mit der Natur, denn ein alter Baum ist bei weitem kein hässlicher, das selbe gilt auch für Menschen, auch wenn das oft in Vergessenheit gerät. Ihrer diesjährigen Kollektion wurden all diese Emotionen angepasst, die diese Argumente in schwarze Stoffe verhüllten. Eine hervorragende Kollektion von absolutem Understatement.

Die aktuellen Bilder zur Umasan A/W 2014 Show:

A/W 2014 Umasan

A/W 2014 Umasan

A/W 2014 Umasan

A/W 2014 Umasan

A/W 2014 Umasan

 

Fotos: AJOURE´ Redaktion; Mercedes Benz Fashion Week Berlin

No Limit! A / W 2014 Miranda Konstantinidou

Color, color, color! Das war die Devise zu der heutigen Show, Queen of Elves, von Miranda Konstantinidou.

Auf einmal erbebte der Saal zum Opening ihrer Show. Feurige Beats schallten durch den Saal und in absoluter Eleganz und mit jeder Menge Schwung lief das Model über den Runway. Kein einziger Blick im Showsaal konnte sich von dieser farbenfrohen Kollektion weg reissen. Miranda Konstantinidou gab, durch die besonders ausgefallene Farbenauswahl und überaus exotischer  Zusammenstellung ihrer Outfits, dem Wort Runway eine neue Bedeutung.

Durch die Auswahl der Materialien und Accessoires führte sie uns einmal um die komplette Welt. Verschiedenste Einflüsse machten sich in ihrer Kollektion sichtbar. Die Stoffe, die sie benutze, waren größten Teils geflochten, wie man es von Teppichen des fernen Ostens kennt. Die Intensität der Farben und dessen Harmonie entführte das Publikum in die tiefen der Wüstenmärkte.

Ebenfalls arbeitete sie mit extragroßen Broschen, Haarsteckern und übergroßen Statementketten, für die so manche Dame eine Auseinandersetzung auf sich nehmen würde, um so ein einzigartiges Schmuckstück ergattern zu können. Das Highlight der Show waren die futuristischen Brillen, die passend zum Outfit farblich angepasst wurden.

Selbst die Stoffe, die Miranda Konstantinidou ausgewählt hatte waren aus edelsten Materialien, die Perlenartig schimmerten. Auch europäische Einflüsse, wie Hirschgeweih Prints oder Hirschgeweih Ohrringe optimierten den Look der Extravaganza, wie sie besser nicht hätte sein könnte.
 

Hier die Fotos zur Miranda Konstantinidou A / W 2014 Show:

Miranda Konstantinidou A / W 2014 Miranda Konstantinidou A / W 2014 Miranda Konstantinidou A / W 2014 Miranda Konstantinidou A / W 2014 Miranda Konstantinidou A / W 2014 Miranda Konstantinidou A / W 2014 Miranda Konstantinidou A / W 2014

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