Unter so mancher harten Schale verbirgt sich ein weicher Kern. Die Avocado macht hierbei keine Ausnahme. Das cremig-leichte Fruchtfleisch kann richtig lecker sein. Dabei ist das Superfood nicht nur Sattmacher, sondern auch Fatburner. Wir verraten dir mehr über die „Aligatorbirne“, deren Inhaltsstoffe, Wirkung und Verwendung.

Avocado – Frucht oder Gemüse?

Ursprünglich stammt die Avocado aus dem Süden Mexikos. Heute wird sie auch in vielen anderen Ländern mit tropischem Klima angebaut und weltweit exportiert. Die Azteken tauften Avocados vor Jahrhunderten „Butter des Waldes“ oder „ahucatl“, was für „Hoden“ steht. Dies lag wahrscheinlich nicht nur an der Form, sondern auch an der aphrodisierenden Wirkung, die der gesunden Pflanze nachgesagt wird.

Was für ein Lebensmittel ist die Avocado? Zählt die Pflanze nun zum Obst oder zum Gemüse? Im Supermarkt wirst du Avocados oft in der Gemüseabteilung finden. Doch zwischen Gurken und Tomaten ist die Steinfrucht nicht wirklich zu Hause. Überraschenderweise, und obwohl sie nicht nach Zucker schmeckt ist die Avocado eine Frucht mit einem großen Stein in der Mitte.

Die Avocado ist ein Lorbeergewächs und kann an riesigen Bäumen wachsen. Wir kennen nur einige wenige Sorten der Pflanze. Besonders häufig verirrt sich die aus Chile stammende Sorte „Hass“ im Supermarktregal.

Tatsächlich gibt es auf der Welt mehr als 400 verschiedene Sorten Avocados. Diese sind meist recht handlich und wiegen zwischen 200 und 400 Gramm. Einige Vertreter der Powerfrucht können aber auch bis zu zwei Kilogramm auf die Waage bringen.

Nährwerte und Inhaltsstoffe

Wenn du das Fruchtfleisch aus der Schale pulst und den Stein entfernst, erhältst du zwischen 150 und 350 Gramm Fruchtfleisch. Du musst nicht alles auf einmal essen, denn schon 100 Gramm von dem Superfood reichen zum Beispiel aus, um beinahe ein Viertel des täglichen Bedarfs an Ballaststoffen zu decken.

Welche Nährstoffe genau in 100 Gramm der Pflanze stecken, kannst du dir in folgender Übersicht näher ansehen.

Nährwert/Inhaltsstoff – Angabe pro 100 Gramm Avocado

Kalorien: 160 kcal

Protein: 13 g

davon ungesättigte Fettsäuren: 10 g

davon mehrfach gesättigte Fettsäuren: 1,8 g

Kohlenhydrate: 2 g

Ballaststoffe: 6,3 g

Vitamin E: 1,3 mg

Weiterhin enthalten Avocados Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin K und Kupfer. Wenn du 100 Gramm Avocados isst, hast du dich mit 30 Prozent des täglichen Bedarfs an Vitamin K eingedeckt. Außerdem erhalten sie Mineralstoffe wie Kalium.

Der Supferfood Status der Avocado wird ihr oft wegen ihres hohen Fettgehalts genommen. Eine halbe Avocado hat schließlich zwischen 200 und 250 Kalorien. Der Grund für die Kalorienbombe ist wie schon angedeutet, der hohe Anteil an Pflanzenfett. Mit bis zu 30 % ist der nämlich deutlich höher als bei allen anderen Früchten und Pflanzen. Das ist aber gar nicht schlimm, denn Avocados enthalten vor allem ungesättigte Fettsäuren, also die sogenannten „guten“ Fette. Ungesättigte Fettsäuren sind für die Herzgesundheit wichtig, da sie den Cholesterinspiegel nachweislich senken. Das verringert das Herzinfarktrisiko.

Avocado Superfrucht

Wie schmeckt Avocado?

Du hast die Powerfrucht noch nie probiert? Dann ist es an der Zeit für den großen Geschmackstest.

Avocados können unterschiedlich schmecken. Der Geschmack ist nicht zuletzt abhängig vom Reifezustand. Unreife Avocados besitzen ein festes Fruchtfleisch und einen leicht bitteren, aber nicht unangenehmen Geschmack.

Eine reife Avocado ist am leckersten. Passt du den richtigen Moment ab, wirst du mit einem cremigen und nussigen Geschmack belohnt. Am kräftigsten schmecken „Hass“-Avocados. Diese Früchte erkennst du an einer grünen Schale, die mit kleinen Noppen besetzt ist und mit zunehmender Reife eine schwarze Farbe annimmt.

Schmecken dir Avocados etwas milder besser, können wir dir die Sorte „Fuerte“ empfehlen. Diese Früchte sehen aus wie Birnen und besitzen eine glatte grüne Schale, die nicht dunkler wird.

Was macht die Avocado zu einem Gesundbrunnen?

Avocados sind gesund, daran besteht kein Zweifel. Dafür sprechen einige gute Gründe, die wir dir nun näher erläutern wollen:

Nährstoffbombe Avocado

Du hast bereits einen Blick auf die Nährstoffe von Avocados werfen können. Die Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen und ungesättigten Fettsäuren ist ein wahres Kraftpaket für unsere Gesundheit.

Avocado gegen Entzündungen

Avocado ist fettig? Stimmt. Pommes auch. Stimmt. Doch im Unterschied zu deinen Lieblings-Fast-Food-Gerichten enthalten Avocados gesunde Fett und viel Ölsäure. Damit kann der Verzehr von Avocados tatsächlich richtig gesund sein und sogar Entzündungen im Körper eindämmen.

Avocados liefern Kalium

Fehlt es unserem Körper an Kalium, können die Nerven- und Muskelreize nicht wie gewohnt weitergeleitet werden. Der hohe Anteil an Kalium in Avocados sorgt dafür, dass alles reibungslos läuft. Ebenso kann Kalium zu einer Senkung des Blutdrucks beitragen.

Avocados als Verdauungsspezialist

Unser Darm benötigt Ballaststoffe, um reibungslos zu funktionieren. Ohne reichliche Ballaststoffe wird dein Darm zum Bummelzug. Mindestens 30 Gramm Ballaststoffe sollte jeder Erwachsene täglich zu sich nehmen. Löffelst du gemütlich eine halbe Avocado, versorgst du dich ganz nebenbei mit beinah der Hälfte des täglichen Bedarfs an Ballaststoffen.

Übrigens schaffen es viele Deutsche nicht, die empfohlenen 30 Gramm Ballaststoffe täglich aufzunehmen. Der Durchschnittswert liegt bei gerade einmal 24. Reichlich Ballaststoffe helfen nicht nur, Durchfall und Verstopfung zu vermeiden. Die gesunden Bakterien in deinem Darm benötigen Ballaststoffe als Nahrung. Damit können Avocados die Darmgesundheit verbessern helfen.

Avocados sorgen für Durchblick

Deine Augen erledigen einen harten Job. Viele Stunden vorm Computer können die Augen überfordern. Lutein schützt die Augen vor schädlichen Umwelteinflüssen und bewahrt dich später vor altersbedingten Augenkrankheiten. Die Avocado kann dir diese wertvolle Antioxidans liefern.

Avocados fürs Baby?

Avocados lassen nicht nur das Herz von Veganern höher schlagen, sondern haben auch in der Kinderernährung ihren Platz gefunden. Was gut für dich ist, ist also auch gut für dein Kind.

Babys dürfen Avocados bekommen, sobald du Beikost fütterst. Es wird empfohlen, Babys die ersten sechs Monate voll zu stillen und nach einem halben Jahr mit Beikost zu starten. Es spricht nichts dagegen, deinem Baby regelmäßig Avocados zu füttern.

Eine Avocado-Allergie ist eigentlich so gut wie ausgeschlossen. Reagiert dein Kind allergisch auf Bananen, Kiwis oder Pollen, kann es vorkommen, dass die Avocado ein leichtes Brennen im Mund verursacht. Dass etwas Schlimmeres passiert, ist eigentlich ausgeschlossen.

Avocado als Fatburner – wie geht das?

Die Avocado trägt den Beinamen „Baumbutter“ nicht zu Unrecht. Ungelogen handelt es sich um ein fettreiches Nahrungsmittel. Möchtest du gerade abspecken, spricht dennoch nichts gegen Avocados auf dem Speiseplan.

Avocados enthalten zum größten Teil wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Diese können dafür sorgen, dass dein Sättigungsgefühl länger anhält und die Fettverbrennung angekurbelt wird. Ein Enzym namens Lipase unterstützt die Verdauung und unterbindet die Speicherung des Avocado-Fettes im Körper.

Du möchtest abnehmen? Dann greife ruhig öfter zu Avocados. Bereits eine halbe Frucht pro Tag genügt, um eine gesunde Ernährung zu unterstützen und den Abnehmerfolg schon bald im Spiegel betrachten zu können.

Die bereits erwähnten gesunden Fette überfordern deinen Körper nicht, sondern liefern gleichmäßig Energie. Der Gehalt an Ballaststoffen hilft dabei, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Damit bist du während einer Diät auf der sicheren Seite und musst keine Heißhungerattacken befürchten.

Avocados kaufen – das musst du beachten

Avocados findest du ganzjährlich im Supermarkt. Zwischen März und September überwiegen Früchte aus Kenia und Südafrika. Ab Mai haben Avocados aus Israel und Spanien Saison.

Du hast nur einen Versuch. Ist die Avocado angeschnitten, kannst du nicht mehr zurück. Eine aufgeschnittene Avocado wird nicht mehr nachreifen. Daher ist es wichtig, dass du bereits vorab checkst, ob die Frucht auch wirklich reif ist.

Dabei können dir folgende Tipps helfen:

Beachte die Farbe

Am einfachsten kannst du den Reifezustand von Hass-Avocados beurteilen. Erscheint die Farbe dunkelgrün bis beinahe schwarz, ist alles im grünen Bereich. Bei Fuerte-Avocados wird sich am Aussehen nicht viel ändern. Sie bleiben grün, ganz egal wie reif die Frucht eigentlich ist. Achte hier darauf, dass sich die Avocados nicht matschig anfühlen. Dunkle Flecken deuten auf eine überreife Frucht hin.

Behalte den Stielansatz im Auge

Bei einer reifen Avocado sollte der Stielansatz eine zartgrüne Farbe besitzen. Bemerkst du eine gelbe bis hellbraune Färbung, handelt es sich um unreife Früchte. Überreife Avocados sind am Stielansatz dunkelbraun gefärbt.

Der Druck-Test bringt Gewissheit

Willst du auf Nummer sicher gehen, schau dir die Avocado genauer an. Halte die Frucht in der ganzen Hand, damit du keine Dellen in die Schale drückst. Drücke leicht und gleichmäßig auf die Schale. Ist die Avocado reif, gibt die Schale leicht nach. Es entstehen aber keine Druckstellen. Bleibt die Schale eingedrückt und fühlt sich die Avocado allgemein matschig an, Hände weg, dann ist die Frucht bereits überreif und im Inneren braun.

Tipp: Kaufst du Avocados unreif, kannst du die Früchte gut lagern. Avocados sind sogenannte klimakterische Früchte, es ist also kein Problem sie zu kaufen, wenn sie noch hart sind. Klimakterische Früchte reifen nämlich auch noch nach der Ernte weiter. Soll es mit der Reifung schneller gehen, wickele die Avocado in Zeitungspapier. Im Obstkorb, zusammen mit Äpfeln, reifen Avocados schnell nach. Der Grund hierfür ist das von den Äpfeln ausgehende Reifegas Ethylen.

Avocado hält gesund und schlank

Wie lassen sich Avocados zubereiten?

Du möchtest Avocados auf deinen Speisezettel setzen, weißt aber nicht, was du mit den Früchten anstellen sollst?

So kommst du an das Avocadofleisch

Um an das Fruchtfleisch zu gelangen, schneidest du die Avocado in der Länge durch. Verwende dazu ein scharfes Messer, damit eine gerade Schnittkante entsteht. Da sich in der Mitte der Stein befindet, musst du auf beiden Seiten einen Längsschnitt machen, damit sich die Frucht halbieren lässt.

Den Kern sparst du beim Schnitt aus. Die von beiden Seiten angeschnittene Avocado lässt sich leicht halbieren, wenn die beiden Hälften in entgegengesetzte Richtungen gedreht werden. Den Stein selbst kannst du auch mit einer leichten Drehbewegung entfernen.

Du kannst eine reife Avocado einfach aus der Schale löffeln. Damit das Ganze besser schmeckt, gib etwas Öl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer darüber. Der Zitronensaft sorgt dafür, dass die grüne Farbe des Fruchtfleisches länger erhalten bleibt.

Zubereitungsmöglichkeiten der Avocado

Eine einfache Möglichkeit der Zubereitung besteht darin, die Avocado in Scheiben zu schneiden und aufs Brot zu legen. Auch hier würzt du mit Salz und Pfeffer. Chili und Limettensaft sorgen für Pepp und exotische Würze.

Besonders Sportler lieben die Avocado nach dem Training, wobei sie einfach in Scheiben geschnitten und mit Pfeffer, Zitrone, körnigem Frischkäse und ein paar reifen Tomaten gegessen werden kann.

Wichtig: Avocados sollten roh verwendet werden. Gekochtes Fruchtfleisch verliert sein Aroma und schmeckt bitterlich.

Du kannst das Fruchtfleisch auch pürieren und einen Brotaufstrich daraus herstellen. Dieser bekommt mit Knoblauch verfeinert den nötigen Pepp. Avocado passt hervorragend zu Salaten. Probiere Avocado mit grünem Salat und Garnelen.

Der Start in den Tag gelingt garantiert mit einem leckeren grünen Smoothie.

Für zwei Gläser brauchst du:

1 Avocado

2 Bananen

750 Milliliter Orangensaft

einen kleinen Becher Sahnejoghurt

Saft von einer halben Limette

1 Esslöffel Chiasamen

Gib alle Zutaten in den Mixer und genieße das wunderbare Aroma, wenn die cremige Avocado auf die Süße der Banane trifft.

Auch mit Fisch oder Pasta kann sich Avocado anfreunden. Gefüllte Avocados mit Tomaten, Mangos und Garnelen schmecken wunderbar exotisch und steht der nächste Mädels-Abend ins Haus, kannst du deine Gäste mit einer Avocado-Pizza überraschen.

Wir alle kennen das Problem: Wir essen nur die Hälfte der Avocado und wenn wir am nächsten Tag in den Kühlschrank schauen, ist die andere braun. Das passiert, weil die Avocado oxidiert. Beträufle die Avocadohälfte einfach mit ein bisschen Zitronensaft. Das verhindert nicht nur das Braunwerden, sondern schmeckt auch noch hervorragend.

Beauty-Tipp

Avocados sind nicht nur super lecker und gesund, sondern auch noch gut für die Haut. Eine Maske aus dem Fruchtfleisch der Avocado ist super feuchtigkeitsspendend und auch bei einem Sonnenbrand besonders wohltuend. Angeblich hilft sie auch gegen Falten. Wenn du noch eine Hälfte übrig hast, mixe sie einfach mit ein bisschen Honig und Joghurt und trage die Masse auf dein Gesicht auf. Wenn die Maske getrocknet ist, kannst du sie mit lauwarmem Wasser wieder abwaschen.

 

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