Kunstpelz

Kaum ein anderes Thema polarisiert die breite Masse so sehr wie der echter Pelz. In der Modeindustrie gilt er als das Non plus Ultra, während Tierfreunde mit Gewissen sich dafür einsetzen, dass nie wieder ein Tier für einen warmen Mantel oder eine Weste sterben muss. Die Weichheit und Exklusivität dieses Rohstoffes aus der Natur ist kaum zu überbieten, sodass eine Alternative gefunden werden muss. Der vom Menschen produzierte Kunstpelz vereint Fairness gegenüber den Tieren, sowie dieselbe Schönheit des Originals. Nur eben moralisch korrekt.

Das Material des Kunst- oder Webpelzes besteht aus synthetischen Fasern, welche frei von tierischem Fell sind. In der Fabrik lässt sich beliebig viel von dieser Alternative zu günstigen Preisen herstellen, sodass auch Frauen mit einem kleinen Geldbeutel durchaus zum Pelz greifen dürfen. Da die flauschige Ware jeden Winter ein regelmäßiges Comeback erlebt, lohnt es sich in gute Qualität zu investieren. Die Fasern sind oft so robust, dass man sie in der Maschine waschen kann. Mit einem echten Fell könnte man dies wohl nicht machen.

Durch die Forschung gleicht der künstliche Bruder dem echten Pendant immer mehr. Die einzelnen Fasern können beliebig modisch gefärbt und zugeschnitten werden, sodass an der Optik kaum etwas zu bemängeln bleibt. Für das ungeübte Auge erscheint ein Kunstpelz mit der richtigen Form und Farbe durchaus als echt. Um ein echtes Fell von einem Falschen zu unterscheiden, braucht es allerdings einen Kenner. Die einfachste Methode für Nichtkenner ist der Blick auf das Untermaterial. Ist hier Leder zu sehen, ist der Pelz meist echt. (Bei einer Stoffgrundlage ist nichts zu befürchten.) Sind zudem noch feinere Haare zu erkennen, die das Tier im Winter warm halten sollen, ist die Gewissheit der Echtheit noch größer. Dennoch: Pelzkauf bleibt Vertrauenssache. Ein schneller Kauf auf der Straße sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

Foto top: asos.com