Trennungsschmerzen überwinden: Die besten Tipps gegen Liebeskummer

Trennungsschmerzen gehören zum Leben dazu und bleiben niemanden erspart. Jeder Einzelne wird mindestens einmal im Leben mit den Konsequenzen einer Trennung konfrontiert. Stehst du vor dem Standesamt oder dem Altar, bist zu überzeugt davon, dass die Verbindung für immer anhalten wird. Zu diesem Zeitpunkt kannst du dir noch nicht vorstellen, dass Herausforderungen und Schwierigkeiten auf dich zurollen können, die deine gesamte Lebensplanung auf den Kopf stellen werden.

Die Entscheidung, sich zu trennen, macht sich kein Mensch leicht. Egal, ob du verlassen worden oder der Initiator bist – eine Trennung hinterlässt deutliche Spuren und benötigt Zeit. Welche Phasen der Trennungsschmerz beinhaltet und wie du diese Situation deutlich angenehmer gestalten kannst, erfährst du hier.

Warum tut eine Trennung so weh?

Die Trennung von einem geliebten Menschen gehört zu den schlimmsten Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen. Du wirst dich an deinen ersten Trennungsschmerz mit all den negativen Emotionen noch detailliert erinnern können. Auch wenn du jetzt gerade wieder vor dem gleichen Problem stehst, wirst du mit der geballten Kraft sämtlicher negativer Emotionen konfrontiert werden.

Warum leiden wir aber eigentlich, wenn wir urplötzlich mit einer Trennung konfrontiert werden? Eine Trennung wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus und bedeutet nicht nur den Verlust eines Menschen, der immer noch einen festen Platz in unserem Herzen hat. Je nachdem, wie weit die Beziehung schon fortgeschritten ist, wirst du dir deine Zukunft mit deinem Partner bereits ausgemalt haben. Vielleicht warst du bereits einige Jahre verheiratet und hast sogar Kinder von deinem Partner bekommen? Mit einem Mal stehst du dann vor den Trümmern deines Lebens.

Oftmals ist der Trennungsschmerz nicht nur eine emotionale, sondern auch eine materielle Angelegenheit. Mit einem Schlag weißt du nicht mehr, wie du deine Kinder ernähren oder deine Existenz sichern sollst. Von einem Moment auf den anderen kommen die unterschiedlichsten Emotionen auf dich zu, mit denen du erst einmal fertig werden musst.

Als Individuen streben wir nach Gewohnheiten und Routine. Bemerkbar macht sich dieser Wunsch in sämtlichen Bereichen des Alltags, also auch auf Beziehungsebene. Durch die Trennung wird diese Routine radikal unterbrochen und sämtliche normalen Abläufe folgen nicht mehr gewohnheitsmäßigen Prozessen. Du fühlst dich in der Folge unsicher und bist verzweifelt. Dieser sichere Hafen ist auch der Grund dafür, warum viele Partnerschaften bestehen bleiben, obwohl sie schon längst zu Ende sind. Die bevorstehende Veränderung macht den Betroffenen so viel Angst, dass viele es vorziehen zu bleiben, anstatt einen Neuanfang zu wagen.

Die Phasen der Trennung laufen in fünf verschiedenen Trauerphasen ab, die jede Partei durchleben muss.

Phase 1: Leugnen

In der ersten Phase des Trennungsschmerzes verleugnest du die Trennung radikal. Du findest Ausreden, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt hat bzw. handelt und dass dein Partner über kurz oder lang zu dir zurückkehren wird. Du blendest die Tatsache vollständig aus, dass sich dein Partner von dir für immer getrennt hat und es keine zweite Chance geben wird. Bei dieser Phase des Leugnens handelt es sich um einen Schutzmechanismus des Körpers. Deine Seele bzw. deine Psyche versucht auf die Art und Weise, den Schmerz, der unweigerlich damit verbunden wäre, zu umgehen und fernzuhalten.

Jetzt lesen:  "Die kleine Anika möchte bitte aus der Enttäuschung abgeholt werden"

Dabei reagieren die Menschen völlig unterschiedlich in dieser Phase. Die einen versuchen auf Biegen und Brechen den Partner mit Rückeroberungsversuchen zurückzugewinnen, während andere wiederum zum Ausdruck bringen, dass sie mit der Trennung überhaupt kein Problem hätten. Bei beiden Varianten kommt dieser Schutzmechanismus zum Ausdruck und die Trennung wird verleugnet.

Phase 2: Wut

Ist die Phase des Leugnens vorüber, wird diese durch die Phase der Wut abgelöst. Die Situation wird dir nun glasklar vor Augen geführt, was bei dir zu Wut führen wird. Vielleicht empfindest du unglaubliche Wut gegenüber dem Partner, den du verloren hast? Oder vielleicht konzentriert sich diese Wut auch auf dich selber und du gibst dir die Schuld an der gesamten Entwicklung? Die Wut kann sich schließlich auch auf das Umfeld richten, das mit gut gemeinten Ratschlägen die gesamte Situation noch verschlimmert.

In jedem Fall solltest du deinen Wutausbrüchen einen Raum bieten und diese herauslassen. Nur wenn du die Wut zulässt, hast du eine Chance auf ein glückliches Leben. Unterdrückst du diese Gefühle, werden diese dir langfristig Energie rauben und dich ausbremsen. Je nachdem wie deine Persönlichkeit ist, kannst du die Wut rausboxen, auf ein Kissen einschlagen oder du schreibst deine Gefühle einfach nieder.

Phase 3: Verhandeln

Die Verhandlungsphase äußert sich dadurch, dass du dir ausmalst, warum es zu dieser Trennung gekommen ist. Du versuchst akribisch die ganze Situation zu analysieren, suchst Antworten auf die ganzen Fragen, die in deinem Kopf herumschwirren und unterziehst dein eigenes Verhalten einer äußerst kritischen Würdigung. Vielleicht neigst du auch zu Selbstvorwürfen, weil du dir selber die Schuld am Lauf der Dinge gibst.

In dieser Phase haben viele Betroffene die Tendenz, sich Hals über Kopf in eine neue Beziehung zu stürzen. Allerdings hat diese Methode wenig Aussicht auf Erfolg, da der Trennungsschmerz so nur noch verstärkt wird. Bei jedem anderen wirst du Vergleiche mit deinem Partner ziehen und jeder wird dir schmerzlich vor Augen führen, was dir verloren gegangen ist und was anderen fehlt. Sofern du innerlich noch an deinem Partner hängst und noch nicht bereit für etwas Neues bist, hat diese Lösung keine Aussicht auf Erfolg.

Andere wiederum versuchen ihr Leben radikal zu ändern, indem der Job gewechselt wird, Freundschaften gekündigt und neu geflochten werden oder gar ein Umzug in Erwägung gezogen wird. Diese Maßnahmen werden dir dabei aber nicht helfen, den Trennungsschmerz zu überwinden.

Phase 4: Depression

Die Phase der Depression setzt ein, sofern du erkannt hast, dass alle vorherigen Maßnahmen zum Scheitern verurteilt waren. Du erkennst nun deutlich, dass deine Beziehung zu Ende ist und es kein Zurück mehr in den vorherigen Zustand gibt. Und diese Tatsache allein stürzt dich in ein tiefes Loch. Je nach deiner persönlichen Verfassung kann es sogar so weit führen, dass du alltägliche Dinge vernachlässigst und deiner Trauer nachhängst. Auch Zukunftsängste und eine große Unsicherheit spielen hierbei eine tragende Rolle.

So schwer diese Phase auch ist, du musst diese durchleben, damit du wieder nach vorne schauen kannst. Wehrst du diese Phase ab, besteht die Gefahr, dass du länger in ihr verharren wirst und das ist gleichbedeutend mit einer massiven depressiven Verstimmung.

Jetzt lesen:  Hochzeit Spezial: Alte Liebe rostet nicht

Phase 5: Akzeptanz

Bist du in dieser Phase, hast du die Tatsachen akzeptiert und kannst nach vorne blicken. Du beginnst deine Partnerschaft loszulassen, dich auf dich zu konzentrieren und die Chancen des Lebens wahrzunehmen.

Vielleicht erkennst du an dieser Stelle auch, welche positiven Konsequenzen diese Trennung für dich haben kann? Du bist nicht mehr von deinen Emotionen geblendet und beginnst vielleicht zu erkennen, dass dich die Partnerschaft gar nicht so richtig erfüllt hat und etwas in deinem Leben gefehlt hat? Das bietet dir die Chance, in Zukunft eine Partnerschaft einzugehen, die auf soliden Beinen steht, wo deine Bedürfnisse und Wünsche genauso erwidert werden wie die deines Partners.

Bist du hier angelangt, lässt du los und verschwendest keine wertvolle Kraft mehr, den Partner zurückzuerobern. Du konzentrierst dich auf wichtige Dinge des Lebens, die jetzt im Mittelpunkt stehen und von dir die volle Konzentration erfordern. Das können deine Kinder sein, dein Job oder die sozialen Kontakte. Vielleicht beginnst du auch dein Singledasein ein wenig zu genießen? Du merkst selber, zu welchem Zeitpunkt du wieder bereit für eine neue Partnerschaft bist.

Wie kannst du die Trennungsschmerzen überwinden?

Wie wir bereits oben ausgeführt haben, ist der Trennungsschmerz wichtig und jede Phase musst du durchleben, damit du wieder nach vorne schauen kannst. Allerdings gibt es bestimmte Techniken und Möglichkeiten, mit denen du diese Phasen etwas angenehmer machen kannst. Diese wollen wir dir vorstellen:

1. Ventil: Suche dir einen Ausgleich

Nach der Trennung wirst du mit den verschiedensten Emotionen konfrontiert. Wenn du diese Emotionen unterdrückst, gleichen sie einem Pulverfass, welches irgendwann explodiert. Das ist auch verständlich: Wenn Emotionen nicht verbalisiert oder ausgelebt werden können, verschwinden sie ja nicht einfach. Im Gegenteil, sie nehmen sehr viel Platz in unseren Köpfen und in den Herzen ein. Die Folge ist erstens, dass wir keinen Platz mehr für andere Dinge haben und das Gedankenkarussell sich beginnt unaufhörlich zu drehen, zum Zweiten kommen immer mehr Emotionen hinzu. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese irgendwann in einer unkontrollierten Reaktion münden, ist sehr hoch.

Ein bewährtes Mittel, um diesen Emotionen den Kampf anzusagen, ist das Niederschreiben von Gefühlen, das Verfassen von Kurzgeschichten oder das Schreiben eines Tagebuches. Sobald diese auf dem Papier sind, können sie sich aus deinem Kopf verabschieden und du bist freier als vorher. Eine gute Möglichkeit ist auch, einen symbolischen Brief an den Partner zu schreiben, diesen aber dann zu verbrennen.

Treibe Sport und plane regelmäßige Bewegung ein. Durch Sport wird Dopamin – das Glückshormon ausgeschüttet. Du fühlst dich vitaler und energiegeladener und sagst den negativen Gefühlen den Kampf an.

2. Wende dich an einen Freund/eine Freundin deines Vertrauens

Soziale Kontakte sind in jeder Situation wichtig. Durch sie lernen wir nicht nur unseren Horizont zu erweitern, sondern sie sind es, die unser Selbstwertgefühl steigern. Was liegt also näher, uns mit dem Trennungsschmerz an einen Vertrauten zu wenden? Wir fühlen uns sofort besser, wenn wir uns nicht mehr alleine mit den Sorgen herumschlagen müssen, sondern jemanden in der Nähe haben, der uns zuhört und vielleicht Ratschläge erteilt. Wende dich also an deine Freundin, deinen besten Freund oder an deine Eltern. Sie werden dir in dieser schwierigen Phase helfen.

Jetzt lesen:  Doc-Fleck-Methode: So funktioniert Abnehmen mit gesunder Darmflora

3. Verbanne sämtliche Erinnerungen

Die gemeinsame Zeit mit deinem Ex-Partner ist an bestimmte Gegenstände und Orte gekoppelt. Du hast Geschenke erhalten, du bist bestimmt im Besitz einiger Fotos und ihr habt gemeinsam bestimmte Orte besucht. Wenn du diese Fotos und Geschenke immer im Blickfeld hast bzw. immer darauf stößt, reißen diese Erinnerungen immer wieder die Wunden neu auf. Alle Emotionen brechen wieder mit voller Wucht auf dich ein.

Am besten packst du alle Gegenstände und verstaust sie an einen sicheren Ort. Du musst diese Gegenstände nicht komplett vernichten. Irgendwann wird die Zeit kommen, in der es nicht mehr wehtun wird, dir diese Bilder anzusehen oder die Geschenke in den Händen zu halten. Aber im Moment sind die Wunden einfach noch zu frisch.

Dasselbe gilt für die Orte, die du gemeinsam mit deinem Ex-Partner besucht hast. Knallhart wirst du jedes Mal mit den ganzen Erinnerungen konfrontiert werden, wenn du diese Orte alleine besuchst. Vermeide diese Konfrontation und gehe diesen Örtlichkeiten vorerst aus dem Weg.

4. Konzentriere dich auf dich selbst

Trennungen sind oft mit Selbstzweifel verbunden. Du wirst deinen Selbstwert infrage stellen, dir überlegen, ob du etwas getan hast bzw. dich falsch verhalten hast, wodurch die Trennung ausgelöst worden ist. Vielleicht denkst du auch, dass du durch ein anderes Verhaltensmuster die Trennung hättest vermeiden können? Nimm Abstand davon, dir selber die Schuld am Geschehen zu geben und widme dich wieder deinen Lebensaufgaben. Tu dir etwas Gutes, was dein Selbstwert wieder steigern und dich besser über die Trennung hinwegbringen wird.

Gerade Selbstzweifel sind nicht auf die Trennung bezogen, sondern haben ihren Ursprung in der frühen Kindheit. Negative Glaubenssätze stecken oft dahinter, dass wir uns immer wieder mit Selbstvorwürfen und Zweifeln konfrontieren. Bricht dann eine Trennung über uns herein, ist das wie eine Bestätigung dieser negativen Glaubenssätze. Geh einmal in dich und überlege dir genau, ob diese Vorwürfe wirklich ihre Daseinsberechtigung haben.

Genieße das Leben und gehe Beschäftigungen nach, die du vielleicht in der Beziehungsphase vernachlässigt hast. Das kann ein gutes Buch sein oder ein Wellness-Tag. Vielleicht kleidest du dich neu ein, das gibt deiner Persönlichkeit einen enormen Aufschwung.

5. Übe dich in Geduld

Akzeptiere bitte, dass der Trennungsprozess mit Berg- und Talfahrten verbunden ist. Du wirst nicht jeden Tag die gleiche Stimmung haben. Vielleicht wirst du öfters von deiner Beziehung träumen und am Tag einen richtigen Durchhänger haben. Am nächsten Tag kann es schon ganz anders aussehen. Wichtig ist, dass du geduldig mit dir selbst bist und dich keinem Erwartungsdruck aussetzt. Du bist ein Mensch und keine Maschine – Gefühle kannst du nicht so einfach abschalten, das braucht Zeit. Und diese Zeit solltest du dir auch geben.

Trennungsschmerzen überwinden – das Fazit

Trennungen können die Psyche eines Menschen sehr stark belasten. Jeder Mensch wird mindestens einmal im Leben mit einer solchen Entwicklung konfrontiert und jeder Einzelne durchläuft dabei fünf verschieden Phasen. Diese Phasen müssen auch durchlebt werden, damit ein harmonisches und glückliches Leben in Zukunft möglich wird. Bedürfnisse und Emotionen dürfen nicht unterdrückt werden, da sie ansonsten irgendwann unkontrolliert ausbrechen und zu gravierenden Konsequenzen führen können. Allerdings kannst du bestimmte Maßnahmen ergreifen, um die einzelnen Phasen etwas angenehmer zu gestalten.

 

Foto: Viacheslav Lakobchuk / stock.adobe.com

Letzte Aktualisierung am 24.01.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API