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Kolumne: Von Abschieden, Schmetterlingen und den Gilmore Girls

Das Leben besteht aus Herausforderungen. Eigentlich, wenn wir mal ehrlich sind, geht es nur um Herausforderungen. Meine für heute? Eine Kolumne zu schreiben hoch oben über den Wolken. Meine Herausforderung vor sechs Wochen und zwei Tagen? Meinen Freund für genau diese Zeit zu verabschieden:
Ein Bilanz aus einem – so fühlt es sich an – Paralleluniversum.

Es ist schon wirklich seltsam. Ich sitze in einem riesigen Airbus und habe Internet. Dort, wo man keins bräuchte, aber mittlerweile trotzdem hat. Ich sitze in der letzten Reihe und habe zwei Plätze für mich alleine, weil das Flugzeug nur halb voll ist. Hinter mir das Klo, was ich unheimlich praktisch finde. Phänomenal finde ich außerdem, dass ich als Vegetarierin das Essen immer als Erste bekomme und somit vollgegessen und glücklich bin, während andere immer noch neidvoll zu mir herüberstarren. Da wir nun links und hinten geklärt hätten, fehlt noch rechts. Was ist dort? Ein Fenster. Das Fenster zum Atlantik, und weit und breit nichts anderes. Ich glaube, das nennt man Freiheit.

Sonnenspiele

Jetzt bin ich also hier und ich bin überglücklich. Mein ganzer Körper kribbelt und diese Schmetterlinge im Bauch habe ich seit Monaten nicht mehr so gefühlt und wahrgenommen. In ein paar Stunden gehe ich durch einen Ausgang und werde von dem Menschen empfangen, dem es genauso geht. Und bei diesem unfassbar schönen Gefühl, in Kombination mit der unübertrefflichen Vorfreude, kann ich auf einmal dankbar sein für das schreckliche Wochenende, welches sechs Wochen zurückliegt:

Verabschiedung um sieben Uhr morgens. Tränenüberströmte Gesichter. Ein Kuss, ein letzter Satz. Die Tür fällt ins Schloss. Ich gehe zum Fenster und schaue hinunter auf die dunkle Straße. Er schaut nach oben. Winkt. Ich winke zurück. Er steigt ins Auto ein. Ich komme nicht mit an den Flughafen, das hatte ich schon ein Mal mitgemacht, das schaffe ich nicht nochmal. Mittlerweile habe ich mich kennengelernt. Ich weiß, was mir guttut und was eben nicht. Und deshalb schaue ich daraufhin drei Tage lang Gilmore Girls. So gut wie ohne Unterbrechung. Freitag, Samstag, Sonntag. Montag stehe ich auf.

„Ich könnte das nie.“ Diesen Satz hatte ich in den letzten Wochen öfter gehört. Gebracht hat er mir viel, denn ich habe festgestellt, dass ich viel stärker bin als manch anderer und dass ich mir das auch zugestehen darf. Die Wahrheit ist nämlich – und ich teile sie gerne mit euch – dass du alles schaffen kannst. Nur hast du Angst vor sich verändernden Umständen. Und deshalb stemmst du dich dagegen und dann wird es so unglaublich schwer. Lässt du dich aber darauf ein, kannst du es für dich gewinnen. Das ist meine Bilanz und die kann ich mittlerweile auf mein ganzes Leben beziehen.

Denn ja, ich sitze zwischen dem Abschiedsschmerz, an den ich mich immer noch sehr gut erinnern kann, und der Vorfreude, die mich überflutet. Geht es nicht darum, dass wir so viel fühlen, wie es geht zu fühlen? Dass wir die Höhen (eines Flugzeuges) vollkommen genießen können, wenn wir die Tiefen (einer Trauer) überwunden haben? Ich finde schon. Und ich habe nun das Geschenk bekommen, das sich so viele Paare wünschen: Nach Jahren in einer Beziehung auf einmal wieder das Gefühl zu haben, diesem Menschen wie beim ersten Date gegenüberzustehen.

Wie riechst du, wie küsst du, wie fühlst du dich an? Ich habe es ein bisschen vergessen. Aber ich kann es nicht erwarten, mich wieder zu erinnern.

Fotos: Anika Landsteiner

Traumberuf Stylistin: Im Interview mit Sayuri Bloom

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Arbeiten in der Welt der Schönen und Reichen – Ein Traumberuf oder knallharter Stressjob? Wir haben jemanden gefragt, der es wissen muss: Sayuri Bloom arbeitet als Designerin und Stylistin für die ganz Großen und mit den Top-Namen aus der Modebranche zusammen. Ihr Arbeitsplatz sind die glamourösen Shootings für Magazine und Kampagnen. Dass es dabei um mehr geht als die Welt bereisen und schöne Klamotten zu tragen, erzählt sie uns im Interview.

Du bist Designerin und Stylistin und hast es auch schon in große Modeproduktionen und angesehene Magazine geschafft. Das ist ein Traum vieler junger Mädchen: Fuß fassen in der glamourösen Welt von Fashion und Beauty. Wie schwierig ist der Einstieg in solch einer hart umkämpften Branche? Wusstest du schon immer, dass das dein Berufsziel ist?
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Sehr schwer. Da möchte ich gar nichts schön reden. Aber davon lasse ich mich nicht abschrecken oder aufhalten und gehe weiter meinen Weg. Auch Karl Lagerfeld hat erst neulich in einem Interview gesagt;…“Der Zufall ist der wichtigste Partner. Am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt.“….. Karl Lagerfeld ist seit meinem 14. Lebensjahr der Grund für mein starkes Interesse an Design und Mode. Allerdings fanden meine Eltern, ich solle etwas „anständiges“ lernen und so bin ich erst in den Grafiker-Beruf eingestiegen bevor ich im Jahr 2009 meine alte Liebe zur Mode wieder aufgegriffen habe und ab nach Paris gezogen bin und dort als Styling-Assistentin für Peggy Schuller gearbeitet habe. Aber es gab eine Zeit, in der ich nicht an Mode denken wollte. Nun bin ich sehr froh dass ich nicht auf meine Eltern gehört habe (lach ;-))

Für viele ein Traumjob, für andere der sichere Ruin: Was sind die guten, was die schlechten Seiten des Designer-Berufs?

Die guten Seiten sind eindeutig sich kreativ austoben zu können. Neuen Herausforderungen entgegen zu treten und viele nette Menschen kennen zu lernen. Manchmal sogar Freundschaften dabei entstehen. Sich auszutauschen und gemeinsam kreativ tätig zu sein. Das funkeln in den Augen wenn ein Model oder eine Kundin in einem meiner Kleider steckt. Oder auch nur das funkeln wenn sie eine Kiste mit einem meiner Kleider öffnen. Das positive Feedback, dass die Designs auf Gefallen treffen und auf Begeisterung.
Aber dieser Beruf fordert auch seine Opfer. Man muss schon sehr ehrgeizig und diszipliniert sein um z.b. Neid und Kritik ausblenden zu können. Und finanziell hat man manchmal auch nichts im Kühlschrank und ist froh wenn ordentlich Stress entsteht weil man zu viel Arbeit hat. Viele sehen nicht, dass in einem meiner Kleider z.b. 20-60 Meter Stoff stecken können und dies viel Arbeit kostet. Dementsprechend nicht wirklich Verständnis für die Preise mitbringen oder es unachtsam behandelt wird.

Man sagt ja immer, Designer haben nie frei: Es wird immer gearbeitet, sei es auch nur, sich Gedanken um neue Styles und Designs zu machen. Stimmt das?
Man geht immer mit offenen Augen durch die Welt. Mein Skizzenbuch begleitet mich auch in jeder Tasche die ich mit mir führe. Manchmal kommen die Ideen bei Gesprächen mit Freunden oder auch Unterwegs wenn ich im Zug sitze und einfach nur aus dem Fenster schaue und etwas mein Interesse geweckt hat. Ich habe mir das innerliche Kind bewahrt. Als Kind ist man viel neugieriger und möchte Dinge einfach ausprobieren. Auch in den Phasen meines Design Findungsprozesses gehe ich eher mit Augen eines Kindes durch die Welt.

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Du kommst mit deiner Arbeit ganz schön viel rum, lernst die unterschiedlichsten Menschen kennen. An welche Projekte, welche Orte und welche Persönlichkeiten erinnerst du dich gerne zurück? Wie haben sie deine Arbeit, dein Denken und dein Leben beeinflusst?
Das reisen ist ja das schönste an diesem Beruf und unerlässlich um wieder frischen Wind in seinen Kopf zu bekommen. Die schönsten Orte waren bisher Tokyo und Kapstadt, mit dieser unglaublichen Wärme und Freundlichkeit die einem entgegengebracht wird. Zudem ist Tokyo der Wendepunkt in meinem Leben gewesen. Diese verrückte Modewelt und der Style haben mein Interesse an der Mode wieder entfacht. In Kapstadt war das Leben einfach so befreiend. Es war eine riesige Spielwiese mit freundlichen Bekanntschaften und Erlebnissen. Ich finde diese beiden Städte sollte jeder einmal erlebt haben. Sie könnten kaum unterschiedlicher sein und doch bleibt ein positiver Eindruck zurück. Paris ist sehr kreativ und durfte ich mein zuhause nennen. Ich vermisse den Marché aux Puces mit seinen stylischen kleinen Shops und Verkäufern. Man trifft dort auf sehr viele kreative Menschen, das ist sehr einladend. Dubai empfand ich als sehr imposant, Mailand hatte einen wonnigen Wohlfühlfaktor (was wohl an gutem Eis fest zu machen ist), New York war für mich leider nicht so spannend. Da waren meine Erwartungen einfach zu groß. Aber jede Stadt hat für mich ihre persönlichen Reize und ich reise gerne wieder an diese Orte.

Dein Stil ist sehr romantisch, sehr weiblich und weich. Ist es wichtiger, dem eigenen Stil treu zu bleiben oder aber sich selbst immer wieder neu zu erfinden?
Ja und Nein. Es ist wichtig sich selbst treu zu bleiben. Zudem kennt man mich eben genau unter diesem Stil. Es gibt nur wenige die mich auch mit eher futuristischen Designs oder Accessoires in Verbindung bringen. Aber generell interessiere ich mich für viele Richtungen. Sich weiter zu entwickeln ist auch ein wichtiger Prozess. Ich kehre immer wieder gerne in die romantische opulente Welt zurück. Bin aber klaren Linien mit viel Grafik nicht abgeneigt. Man muss für sich selbst entscheiden welches Ziel man anstreben möchte. Deshalb würde ich auch niemanden empfehlen sich aus Verkaufsgründen zu verbiegen. Man wird nicht glücklich wenn man sein „wahres Ich“ hinter Schloß und Riegel setzen muss. Geld allein macht niemanden glücklich. Es macht einen nur befreiter und nimmt ein paar Sorgen ab. Als Stylistin gehe ich da natürlich anders heran, bleibe meinem Stil jedoch immer treu. Ich kann ihn Kundenorientiert immer abstimmen. Zudem werde ich zum größten Teil eben wegen meinem eignen Stil auch gebucht.

Ist der Stil, den du als Stylistin an großen Produktionen bevorzugst, auch dein privater? Läufst du selbst im Alltag so durch die Gegend, wie du deine Models einkleidest?
Ich bin privat in schwarz, weiß und pastel-alt-rosa eingekleidet. Wobei ich ab und an auch Blumen im Haar trage. Aber ich habe noch kein Gefolge das mir mein Kleid trägt ;).
In meinen Arbeiten möchte ich aber auch keinen Trend vermitteln, sondern den Betrachter in ferne Welten entführen und zum träumen einladen. Den Alltag für einen Moment vergessen lassen.

Man sagt immer, dass die Mode in New York sehr kommerziell ist, in London sehr edgy und in Paris ganz klassisch. Stimmt das? Hat jede Stadt, jedes Land tatsächlich seinen eigenen Stil? Wie würdest du die Mode hier in Deutschland beschreiben?
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Jede Stadt hat seinen eignen Stil, jedoch gibt es immer wieder Bezirke in denen man sich wieder finden kann. Paris war von Elegant bis Streetstyle alles dabei. Es kam drauf an wo man sich befand. Aber ich habe es schon sehr genossen auf den Straßen top gestylten Frauen entgegen zu laufen. Das war aber nicht überall so.
Tokyo war nicht von dieser Welt…. sowas verrücktes und zugleich mutig und kreatives habe ich nie wieder gesehen. Ich kam mit meinem eigenen Tokyo-style wieder nach Deutschland und wunderte mich warum ich angesehen wurde als käme ich vom Mars. In Tokyo war man eine von Tausenden.
Mit Deutschland ist es wie mit jedem anderen Land/Stadt. Es kommt auf die Stadt an. Jedoch erscheinen mir die Deutschen eher als gemütliche Menschen und weniger mutig. Eben Businessorintiert doch eher. In Japan kann man sogar noch auf dem Dorf sich ausleben und verrückten Trends folgen. Ich lebte in Deutschland für 20Jahre auf dem Land und wundere mich doch sehr wie wenig offen wir sind. Eventuell einer der Gründe warum es mich nach Jahren nun doch in die Stadt bewegt hat.

Hand auf’s Herz: Wer sind die bestangezogenen Promis, wer deine Stilvorbilder?
Viktoria Beckham ist immer top angezogen und elegant was mich sehr anspricht und in Karl Lagerfeld finde ich eine sehr interessante Persönlichkeit wieder.Der ebenfalls immer top gekleidet ist.

Was sind deine Trendprognosen für kommende Saison?
Blau und florale, tropisch, botanische Muster.
Aber jeder trägt das in dem er/sie sich wohl fühlt. Ich halte nicht viel davon irgendwelchen Trends zu folgen. Ich finde es immer sehr schön anzuschauen wenn ich persönliche Looks auf der Straße antreffe.

Mehr zu Sayuri gibt’s hier.

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Fotos: Sayuri Bloom

Kolumne: Die Geschichte vom leidenden Mann

Anika Landsteiner Kolumne

Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Was für die Frau eine kleine Erkältung ist, heißt für den Mann den nahenden Tod. Und vorher: Ganz viel Leid, ganz viel Wimmern und Jammern. Kaum ein Mann geht zum Arzt, ist er aber krank, dann geht die Welt unter. Sind vielleicht doch wir Frauen letztendlich das starke Geschlecht? Eine Leibesvisitation:

Wenn ich bei meinen Eltern zu Hause anrufe und mein Vater krank ist, dann spielt es sich ungefähr immer wie folgt ab: Papa geht ans Telefon, mit leidender und fast schon brechender Stimme. „Allooo? Ich bin kraaank.“ Dann rede ich ihm gut zu, erkläre ihm, dass das der Lauf des Lebens ist, ab und an mal krank zu sein und schicke ihm ein Genesungsküsschen an die betreffend schmerzende Stelle. Danach geht Mama ans Telefon, seufzt und meint nur monoton: „Papa übertreibt. Der war heute Morgen schon unterwegs, so schlimm kann es nicht sein.“

Interessant. Bei Krankheiten übertreiben Männer ja wirklich ganz gerne. Auf einmal benötigen sie die Hilfe und durchgehende Aufmerksamkeit der Partnerin oder gar der Mutter. Aber um eine Person wird ein ganz großer Bogen gemacht und Panikschweiß bricht aus, wenn das Wort fällt: Der Arzt. Noch schlimmer: Die Ärztin.

Zu dem/der geht Papa und anscheinend der Rest aller Männer auf diesem Planeten nicht. Warum? Wenn man das mal psychologisch beleuchten möchte, dann ist es eben doch ein immens großer Schritt für die Herren der Schöpfung, öffentlich zuzugeben, sie würden sich elend und schwach fühlen. Das tut ein Mann nicht. Männer sind stark und essen Spinat aus der Dose.

Wusstet ihr aber, dass wenn es um wirklich ernsthafte Erkrankungen geht, diese Ablehnung, sich untersuchen zu lassen, weitreichende Folgen hat? Ich habe von einer Psychologin erfahren, dass bei lediglich fünf Prozent der Männer eine Depression festgestellt wird, während es bei den Frauen im Schnitt über das Doppelte der Fall ist. Bevor jetzt ein Aufschrei durch die testosteronbeladenen Reihen geht und wieder behauptet wird, dass das insofern Sinn macht, weil Männer eben doch das stärkere und somit robustere Geschlecht sind, schiebe ich hier eine erschreckende Statistik gleich hinterher: Die Selbstmordrate liegt zu zwei Dritteln (!) bei Männern. Zwei Drittel!

Für die meisten ist und bleibt es eine fast unüberwindbare Angelegenheit, sich schwerwiegenden Problemen zu stellen. Ich kenne ein paar Männer, die traumatische Erlebnisse hinter sich haben und denen ich im Stillen zu einer Therapie geraten habe. Das muss nicht 10 Jahre lang gehen, manchmal reichen auch fünf Sitzungen. Um überhaupt mal zu lernen, dass da eine weiche Seite in jedem von uns ist und auch – hallo – sein darf. Sonst hätten furchtbare Klischeemusiker wie James Blunt und Co. wohl überhaupt keine Daseinsberechtigung mehr.

Keiner von ihnen hat jemals einen Therapeuten aufgesucht. Während ich einige Frauen kenne, die sich regelmäßig auf die Couch legen – vom Überwinden der Fehlgeburt bis hin zur Bewältigung der Scheidung ihrer Eltern ist alles dabei. Und ich ziehe meinen Hut vor allen Menschen, die beschließen zu reden. Wie wir alle schließlich wissen sollten, ist ja genau das eine Stärke.

Aber: Ein Mann möchte immer noch und zumindest ab und an der Eigenbrötler und einsame Cowboy sein, der sich selbst seinen Zahn zieht und den Liebeskummer mit Tequila hinunterspült. Wo kommen wir denn da hin, wenn er sein Herz einem anderen ausschüttet, den er nicht mal kennt?

Und da schließt sich auch wieder der Kreis zu meinem eigenen Vater. Wenn er unter Leute geht, ist alles halb so schlimm. Prost. Liegt er zu Hause auf dem Sofa, sind Mama und ich seine persönlichen Krankenschwestern, Therapeuten und ein fabelhaft aufgestelltes Ärzteteam in einem.

Foto: Anika Landsteiner

Original Fish and Chips Rezept

Heute gibt es etwas typisch Englisches: Fish and Chips! Ich glaube englischer geht es gar nicht. Neben dem Five o’clock Tea, Orangenmarmelade und Scones denke ich bei Fish and Chips sofort an England und sehe mich in einem gemütlichen Pub sitzen und eine Ladung Malt Vinegar über meinen Backfisch träufeln. 

So einfach zauberst du das England-Feeling für die heimische Küche. Das Rezept ist zwar ein wenig aufwändiger, als eben an einem Strassenstand zu hüpfen und sich Fish ’n‘ Chips zu kaufen, aber der Aufwand lohnt sich. Gerade die Pommes Frites aus rohen Kartoffen schmecken hervorragend und stellen jede TK-Beutel-Fritten in den Schatten.

Chips

Zutaten:

400 g mehlig kochende Kartoffeln

Salz und Pfeffer

2014_Fish_and_Chips_HeikeNiemoeller_3Die Kartoffeln schälen und in Stifte schneiden, sie dürfen ruhig ungleichmäßig und grob aussehen. Perfektionismus überlasse ich gerne der Sternegastronomie, ich möchte ehrliches einfaches und super leckeres Essen. Wichtig bei der Zubereitung von frischen Pommes Frites ist, dass sie zwei mal frittiert werden. Das erste Mal bei 120 Grad für 6 bis 10 Minuten (je nach Dicke der Pommes) und das zweite Mal bei 180 Grad für ungefähr 5 Minuten. Beim ersten Frittieren werden die Kartoffen gegart und beim zweiten Mal werden sie außen schön knusprig. Nach jedem Frittiergang sollten sie auf etwas Küchenkrepp abtropfen.

Zum Schluss werden die Chips mit Salz und Pfeffer gewürzt und heiß serviert.

Fish

Zutaten:

400 g Kabeljau

100 g Mehl + 50 g Mehl

2 TL Backpulver

200 ml helles Bier

Salz und Pfeffer

Den Fisch von beiden Seiten salzen und pfeffern und in gefällige Stücke schneiden. Die Stücke sollten nicht allzu klein sein, damit der Fisch nach dem Frittieren noch schön saftig ist.

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Für den Bierteig 100 g Mehl mit dem Backpulver vermischen und anschließend mit dem Bier zu einem dickflüssigen Teig verrühren.

Das restliche Mehl in einen tiefen Teller geben und die Kabeljaustücke darin wenden. Anschließend werden die Fischstücke im Bierteig versenkt und dann in der Fritteuse bei 180 Grad goldbraun gebacken. Die Fischstücke sollten sich beim frittieren nicht berühren, weil sie sonst aneinander kleben. Also besser nur wenige Stücke auf einmal frittieren.

Die Fischstücke werden dann im Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze warm gehalten. Dabei sollten sie auf einem Backblech nebeneinander liegen und keinesfalls übereinander.

Mushy Peas (Erbsenpüree)

Zutaten:

200 g tiefgekühlte grüne Erbsen

1 Stück Butter

1 TL frischer Zitronensaft

2 EL Milch

Meersalz

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

2014_Fish_and_Chips_HeikeNiemoeller_1Die tiefgefrorenen Erbsen mit der Butter in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze für 10 Minuten dünsten. Anschließend werden die Erbsen mit dem Kartoffelstamper zu einen grobstückigen Brei gestampft und mit etwas Milch sämig gerührt. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer wird diese wunderbar grüne  Beilage abgeschmeckt.

Reihenfolge der Zubereitung

  1. Chips bei 120 Grad erstes Mal frittieren
  2. Mushy Peas im Topf garen
  3. Fish bei 180 Grad frittieren und bei 160 Grad im Backofen warmhalten
  4. Mushy Peas stampfen und abschmecken
  5. Chips bei 180 Grad das zweite Mal frittieren

Finish

Möchtest Du deine Fish and Chips typisch englisch essen beträufelst Du deinen Fisch jetzt mit Malzessig, für Banausen wie mich reicht aber auch eine Zitronenspalte und reichlich Chili Mayonnaise.

Fotos: Heike Niemoeller

Kolumne: Wieder Single

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Warum ist das Gras auf der anderen Seite immer grüner? Schon als Kinder wollen wir immer genau das Spielzeug haben, das wir nicht haben können, auch wenn es schon seit Wochen im Schrank lag, sobald ein anderer damit spielt, ist es auf einmal das Tollste auf der ganzen Welt.

Ich bin seit kurzem Single und muss sagen, es fühlt sich irgendwie komisch an, nach so einer langen Zeit wieder auf dem Markt zu sein. Meine Freundinnen, fast alle samt in einer Beziehung oder schon verheiratet, beneiden mich oft um meine Freiheit. Aber wieso? Sie haben doch genau das, was uns als Idealbild suggeriert wird. Warum wollen sie das nicht mehr haben? Oder wollen sie nur eine kurze Pause? Etwas anderes erleben? Jemand anderen erleben? Ich kann es nicht verstehen. Eine sehr gute Freundin hatte das Glück, ihre Jugendliebe geheiratet zu haben. Sie sind seit über 10 Jahren zusammen und sie glaubt, sie hätte vielleicht etwas verpasst in ihrem Leben. Weil sie nur diesen einen Mann hatte. Am liebsten würde ich sie anschreien: „Nein – Das hast du nicht!“.

Immer eine mögliche Trennung im Hinterkopf…

Jede Beziehung, die in die Brüche geht, hinterlässt Narben und verkorkst dich noch ein bisschen mehr. Macht es noch schwerer für die nächste Beziehung und tut dir in so vieler Hinsicht weh. Wie schön sie war, die erste große Liebe… Wie frei und naiv wir noch waren und ohne die ganzen Vorurteile, ohne den ganzen Ballast, den wir jetzt Tag für Tag mit uns rumschleppen. In meiner letzten Beziehung habe es nicht einmal geschafft, gemeinsam mit ihm die Möbel zu kaufen, habe lieber selbst bezahlt. Ständig war da diese Stimmen in meinem Kopf, die mir immer wieder die gleichen Fragen gestellt hat: „Was ist wenn wir uns trennen? Wer bekommt dann was?“. Wieso kann ich diese lästige Stimme selbst in der Phase der größten Verliebtheit, nicht aus dem Kopf bekommen? Immer eine mögliche Trennung im Hinterkopf.

Naja, jedenfalls hab ich den Tisch gekauft und er hat das Sofa und den Fernseher usw. bezahlt; damit es für den Fall der Fälle eben schon im Vorfeld sauber getrennt ist. Wie bescheuert und verkorkst ist das denn bitte? Ich beneide meine Freundin um ihre wenigen Erfahrungen. Und noch mehr beneide ich sie darum, dass sie viele meiner Erfahrungen nicht machen musste! Der zermürbende Liebeskummer nach einer Trennung, das Hin und Her – meldet er sich oder soll ich mich melden? Will er mich überhaupt? Passen wir zusammen? Warum überhaupt sollte er ausgerechnet mich wollen? All diese Fragen, Gedanken und quälende Sehnsüchte. Nur um zu guter Letzt dann doch immer und immer wieder auf ein und den selben Nenner zu kommen: Dass es leider auf die Dauer mal wieder nicht funktioniert hat! Meine Freundin hingegen hatte das unendliche Glück, gleich ihrem Traumprinzen zu begegnen und ihr ganz persönliches Märchen erleben zu dürfen. Sie sollte beneidet und gefeiert und nicht komisch angeschaut werden, wenn sie sagt, dass sie nur den einen hatte. Den Richtigen! Aber wo ist meiner? Bin ich mittlerweile so schwer vermittelbar, dass mich keiner mehr will? Oder gibt es IHN einfach gar nicht mehr, weil eine andere ihn mir weggeschnappt hat? Hab ich zulange gewartet?

Einen, der mich so liebt, wie ich wirklich bin

Ich fühle mich zurzeit so einsam und verloren. Ich will einen Menschen an meiner Seite, der mich versteht, mit mir über die blödesten Sachen lachen kann, mich in den Arm nimmt, wenn ich es brauche, mit mir meine Kämpfe ausfechtet. Ich wünsche mir, dass ich nicht immer alles alleine bestreiten muss. Ich will nicht mehr jeden Tag alleine ins Bett gehen und nicht einschlafen können, sondern jemanden neben mir, der mit mir einschläft und auch gemeinsam wieder aufwacht. Ich möchte doch auch nur endlich den Einen finden. Den Einen, der mich so liebt, wie ich wirklich bin, mit all meinen Macken und Fehlern. Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin kein Klammeräffchen, das jeden Tag das volle Hollywood-Programm braucht, aber ab und zu ein bisschen Hollywood wäre ganz schön. Für eine kurze Zeit alles andere vergessen…

Ich gehe gern mit Freundinnen weg, geh gern zum Sport und will auch ohne meinen Partner etwas erleben und Spaß haben. Beruflich bin ich gerade sehr eingespannt und möchte zur Zeit auch nicht viel kürzer treten, da meine jahrelange harte Arbeit gerade endlich anfängt sich auszuzahlen. Passt eine Beziehung momentan vielleicht einfach nicht in meinen Terminplan? Oder vielleicht erst in einem anderen Leben? Deshalb frage ich alle Frauen, die in einer Beziehung sind: „Warum beneidet ihr mich? Warum wollt ihr wieder Single, also wortwörtlich allein sein?“. Weil ich auf eine Party gehen kann und ein „All you can eat Buffet“ an Männern habe? Wegen dem kurz anhaltenden Kribbeln im Bauch, wenn wann jemanden Neues kennenlernt? Warum nur können wir einfach nie mit dem zufrieden sein, was wir haben, selbst wenn es genau das ist, was alle andern wollen? Auf meiner Seite des Zauns ist das Gras auch nicht grüner als anderswo, es hat auch braune Flecken und Unkraut und im Gegensatz zu all den glücklichen Paaren um mich herum, habe ich keine bunten Blumen zum Anschauen auf meiner Wiese. Mal sehen…vielleicht gehe ich ja sogar morgen schon los und kauf‘ mir ne‘ Topfpflanze für den Anfang!

Foto top: clipdealer.com

On Fire! Rotes Haar im Trendcheck

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Einst galten sie als Erkennungszeichen einer magisch begabten Frau. In der Literatur werden sie als wild und unzähmbar beschrieben. Die Rede ist von roten Haaren, die 2014 mit ihrer eleganten Strahlkraft Blond und Brauntöne auf magische Weise in ihre Schranken weisen. Nur etwa zwei Prozent der Deutschen sind mit einer natürlich roten Mähne gesegnet, zum Glück machen es moderne Färbetechniken immer einfacher zum kecken Rotschopf zu wechseln. Ajouré beleuchtet den Trend und verrät, warum Rot ein absolutes Must-have der Saison ist.
 

Welche Farbtöne sind im Trend?

Emma_Stone_Deauville_2011Zu Zeiten des römischen Imperiums waren rote Haare so begehrt wie nie. Reiche Frauen der Oberschicht ließen sich Perücken aus dem feurigen Haar der Germaninnen oder Keltinnen fertigen, oder färbten sich die eigene Haarpracht mit Zinnober. Auf solche Techniken muss Frau im 21. Jahrhundert nicht mehr zurückgreifen, hierfür steht ihr eine reichliche Palette an Colorationen oder Tönungen zur Auswahl. Für nahezu jeden Frauentyp existiert ein passendes Rot, es sollte nur auf die natürliche Hautfarbe geachtet werden, damit es am Ende nicht künstlich wirkt. Die Farbpalette reich vom leichten Erdbeerblond bis zum sinnlichen Kupfer. Bei einer dauerhaften Coloration sollte darauf geachtet werden, dass möglichst wenig Ammoniak im Produkt enthalten ist, denn das schädigt die Haare.
 

Mit welchem Cut kombinieren?

Was den Schnitt betrifft, macht Rot so gut wie alles mit. Der neckische Pixiecut verträgt sich gut mit dunkleren Nuancen, da das Gesicht so besser gerahmt wird. Erdbeerblond eignet sich super bei längeren Frisuren, die auch mal romantisch zur einer verspielten Flechtfrisur vereint werden können. Auch Locken, die bereits bei den Römerinnen Trend waren, können Rot verführerisch in Szene setzen.
 

Muss jetzt Make-up, Kleidung und Augenbrauenstyling geändert werden?

Kirsten_Dunst_CannesIn diesem Fall ja. Rote Haare erhaschen enorm viel Aufmerksamkeit, sodass eine falsche Kombination schneller passiert als bei anderen Haarfarben. Farbtöne wie Grün, Blau, Petrol oder Gelb harmonieren mit dem neuen Feuerschopf, Neontöne oder zu blasse Farben hingegen nicht. Orange, Pink oder weitere Rottöne sind nur etwas für die Mutigen. Augenbrauen sollten generell mitgefärbt werden, um einen lästigen Kontrast zu vermeiden. Das sollte im Idealfall beim Frisör gemacht werden, um Unfälle mit Farbe in den empfindlichen Augen zu vermeiden.
 

Wie pflegt man die neue Trendfarbe?

Zu guter Letzt geht nichts über eine reichhaltige Pflege, die Frau ruhig jeden Tag anwenden darf. Die Auswahl an Kuren für coloriertes Haar ist groß, sodass jeder das passende Produkt finden sollte. Empfehlenswert sind Sprühkuren, die man einfach im Haar belassen kann, ohne nochmals nachspülen zu müssen. Diese haben bequem ein paar Stunden Zeit die neue Mähne intensiv zu pflegen. Ein tolles Pflegeprodukt für gefärbtes oder getöntes Haar ist zum Beispiel Kérastase Resistance Masque Therapiste.

Mehr trendige Farbtöne für dieses Jahr findest du in unserem Haarfarben Trends Überblick.
 

Foto top: 12382079 – Clipdealer,
Artikelfotos:
Emma Stone Deauville 2011“ by Georges Biard. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.
Kirsten Dunst Cannes“ by Georges Biard. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Kolumne: „Die kleine Anika möchte bitte aus der Enttäuschung abgeholt werden“

„Eine Enttäuschung ist das Ende einer Täuschung“. Sagt der Wortursprung. Ich bin manchmal absolut fasziniert davon, was ein Wort eigentlich aussagen soll. Und wenn man ein bisschen länger darüber nachdenkt, dann merkt man meist, dass der Ursprung sehr nah ist am täglichen Gebrauch. Ich bin verdammt enttäuscht. Und merke, dass ich mich selbst getäuscht habe.

Vor zwei Tagen war das. Ich habe eine Nachricht übermittelt bekommen, die mich für den ersten Moment dramatischerweise in ein schwarzes Loch fallen lies. Der Aufprall war besonders hart. Immer wieder hatte ich zu meinen Mitmenschen gesagt, ich bin so enttäuscht. Und erinnerte mich daran, dass ich vor Jahren den Wortursprung mal gelesen hatte.

Ich hatte mich selbst getäuscht. Ladys and Gentleman, hier steht sie, die arme kleine Kolumnistin, die einfach davon ausgegangen ist, dass sich die Welt manchmal auch um sie drehen würde. Wer mag sie denn mal kurz in den Arm nehmen? Danke, das ist lieb.

Und jetzt? Keine Ahnung. Wenn ich etwas erfahre, worüber ich alles andere als amused bin, dann setzt bei mir als allererste Emotion eine Art Schockstarre ein, heißt, ich sitze mit offenem Mund und aufgerissenen Augen da und versuche zu begreifen, was da gerade passiert. An dieser Stelle sei kurz erwähnt: Wusstest ihr, dass sich die Lebewesen einteilen lassen in diejenigen, die in Gefahrensituationen die Flucht ergreifen und in die anderen, die einfach stehen bleiben und nichts tun? Ich gehöre zur Gruppe Zwei.

Darauf folgt meist die Wut. Von ich kann es nicht begreifen zu ich will es nicht begreifen. Der Klassiker, denn bringen tut es gar nichts, außer Bauchschmerzen und schlaflose Nächte. Und dann, irgendwann, setzen Trauer und eben Enttäuschung ein. Emotionen, die den Verarbeitungsprozess endgültig einläuten. Man fängt an, eine Sache zu akzeptieren, man stellt sich nicht mehr dagegen, aber es tut trotzdem weiterhin weh.

Und da stehe ich jetzt. Bin enttäuscht wie schon lange nicht mehr und habe auch keinen Plan A oder B, weil ich nicht damit gerechnet hatte. Wie auch, ich hatte mich ja im Vorfeld galant getäuscht. Oder: Ich würde getäuscht. Wie auch immer.

Mit das Schwierigste im Leben ist – finde ich – wenn Menschen, die man manchmal gar nicht kennt, eine Entscheidung treffen, die dein eigenes Leben beeinflussen. Und du kannst nichts dagegen machen, als eine neue Richtung einzuschlagen. Und dich absolut machtlos währenddessen zu fühlen. Weil du etwas tun musst, was überhaupt nicht deinem Weg, deiner Vorstellung entspricht. Und ja, manchmal entwickeln sich solche Horrorszenarien in etwas Schönes, man sitzt dann ein paar Monate später entspannt da und räumt ein, dass es gut so war, wie es gelaufen ist.

Doch im Moment der Enttäuschung hilft das alles nichts. Da muss man durch, das ist wie bei jeder anderen Emotion, in die man hineingeworfen wird und keine Lust dazu hat. Das Schöne ist, dass man genau dann manchmal merkt, wie viel Kraft so ein Gefühl hat und man daraus schöpfen kann, aus eigenen Stücken einen eigenen Weg zu gehen. Denn nichts fühlt sich besser an, als eine Entscheidung für sich selbst zu treffen. Und dann hineinzuspringen, in ein Loch, das nicht schwarz ist und der Boden aus Zuckerwatte besteht.

 

Mehr von Anika Landsteiner:

Kolumne: Der Liebe wegen.

 

Foto: Anika Landsteiner privat

Kolumne: Schwach, schwächer, Frau…?

Als ich klein war, wollte ich immer ein Junge sein. Keine Kleider, lieber Hosen. Als ich 12 war, hängte ich meine eventuelle Ballettkarriere an den Nagel, weil es von heute auf morgen uncool war, im Tutu über die Bühne zu flitzen. Und die Jungs? Wollten die jemals ihre weibliche Seite leben? Nö, die haben nur ab und an die Betitelung „Du bist so ein Mädchen!“ zu hören bekommen. Und das war kein Kompliment.

Dass wir Frauen als das schwächere Geschlecht bezeichnet werden, ist etwas, womit wir uns wohl längst abgefunden haben. „Schwach“ ist zwar ein grundsätzlich blödes Adjektiv, aber wir geben gerne zu, dass wir in den meisten Fällen körperlich schwächer sind als die meisten Männer. Da hört es aber schon auf, denn bezüglich allen anderen Attributen sind wir sehr wohl auf gleicher Augenhöhe. Wer hätte je etwas anderes behauptet?

Und trotzdem. Viele Mädchen wollten in jüngeren Jahren lieber dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden – und nein, das hatte nichts mit Transvestitismus zu tun. Wir armen Mädchen, die mit zu zwei Zöpfen geflochtenem Haar am Sonntag ein hübsches Kleid anziehen mussten und getadelt wurden, wenn wir in unseren blütenweißen Sandalen über den Spielplatz fegten. Wollten wir doch viel lieber Jungs sein, die sich im Dreck suhlen durften und coole Piratenpflaster auf ihren verschrammten Knien trugen. Hach, kein Wunder, dass so viele Mädchen schon in der Pubertät die Schnauze voll hatten von dem ganzen Weiberkram. Denn irgendwie haben wir die Aussage mitbekommen, dass Männer einfach mehr Spaß haben und sich an nichts halten müssen, denn wenn man als Mann gegen Regeln verstößt, dann ist das rebellisch und sagenhaft lässig. Ja, fast schon heldenhaft. Während die Frau in der Ecke steht und ihn anhimmeln darf. Das war’s dann aber auch. Ja, ich gebe es zu, wir sind in vielen Punkten verdammt neidisch auf euch, Jungs.

Nicht umsonst findet der beleidigende Ausruf „Du bist so ein Mädchen“ seinen Ursprung genau hier. Frauen ist immer kalt, sie müssen immer aufs Klo, haben meist dazu auch noch Hunger und müde sind sie sowieso.
Männer hingegen frieren nicht, wenn sie aufs Klo müssen, stellen sie sich einfach an einen Baum oder fahren rechts ran, wenn sie Hunger haben, erlegen sie ein Tier und müde ist ein Mann nie, es sei denn, er war wiedermal 36 Stunden am Stück wach. Dann macht er allerdings nur einen kleinen Powernap und isst ein paar Nüsse.

Doch darf ich an dieser Stelle mal kurz beleuchten, was wir Frauen erleben, ich möchte fast sagen, teilweise durchmachen müssen, um am Ende als starkes und unabhängiges Individuum dastehen zu können? Mit dem Einsetzen der Periode setzt bei den meisten auch erst mal große Verwirrung ein, gefolgt von einem jahrelangen Leidensweg, welcher sich in Bauchkrämpfen, Rückenschmerzen und Stimmungsschwankungen zeigen kann. Wir lernen, damit umzugehen, weil wir’s können. Wir sind außerdem diejenigen, die schwanger werden und dadurch zwar reich beschenkt werden von Mutter Natur, allerdings auch hier obiges Leiden in Höllenformen auszuhalten haben. Wir sind es auch, die immer noch zu hören bekommen, dass man für eine bestimmte Jobstelle nicht geeignet sei oder seltsam von der Seite angeschaut werden, sollten wir es doch in eine Führungsposition geschafft haben.

Ich finde, angesichts dessen, dass das schwächere Geschlecht die ganzen Jungs, die diese Bezeichnung verwenden, voller Liebe und Hingabe zur Welt bringt und somit ebendiese in Gang hält, doch äußert überfällig ist zu überdenken. Wir haben einiges geschafft und es liegt immer noch vieles vor uns.

Nicht verwechseln darf man die Angelegenheit damit, dass es weiterhin schön ist, mal die Tür aufgehalten zu bekommen oder eingeladen zu werden. Das hat nämlich nichts damit zu tun, dem schwächeren Geschlecht unter den Arm zu greifen, sondern schlicht und ergreifend mit guten Manieren und dem Dasein eines waschechten Gentlemans.

Foto: Anika Landsteiner

Blätterteig Caprese Rezept

Caprese ist glaube ich die typischste italienische Vorspeise die es gibt und frisch zubereitet ein absoluter Genuss. Zumindest wenn Du aromatische Tomaten bekommt und diesen vorzüglich weichen Büffelmozzarella. Schon allein bei dem Gedanken läuft mir das Wasser im Mund zusammen, denn ich liebe Büffelmozzarella. Was ich jedoch nicht so sehr mag ist Salat im Winter, egal wie lecker er auch sein mag. Deshalb habe ich überlegt wie ich mir diesen traumhaften Salat schmackhaft machen kann und bin auf die Idee gekommen ihn teilweise zu backen.

Warum teilweise? Ganz einfach die Tomaten werden gebacken und der Mozzarella kommt kalt oben drauf.

Blätterteig Caprese

Zutaten für zwei Personen

1 Rolle Blätterteig

6 bis 12 kleine Tomaten (hängt von der Größe ab)

2 Kugeln Büffelmozzarella

1 kleines Stück Parmesan (ca. 50 g)

1 Handvoll Basilikumblätter

Meersalz

schwarzer Pfeffer

Zubereitung von Blätterteig Caprese

Zuerst legst Du zwei Backbleche mit Backpapier aus und heizt den Backofen auf 180 Grad Umluft auf. Während der Backofen sich auf Temperatur bringt rollst Du den Blätter Teig noch ein wenig dünner aus. Perfekt wäre es wenn der Blätterteig doppelt so groß wird. Dann halbierst Du den Blätterteig und belegst die eine Hälfte mit einigen Basilikumblättern. Die andere Hälfte des Blätterteigs legst Du nun auf die erste und drückst alles fest zusammen, so hast Du einen mit Basilikum aromatisierten Blätterteig.

Nun schneidest Du aus dem Teig acht Vierecke und bestreust sie mit Parmesan. Dann wäscht Du die Tomaten und schneidest sie klein. Je nach Tomatengröße kannst Du sie halbieren oder dritteln. Verteile die Tomatenstücke gleichmäßig auf den Blätterteigstücken und würze alles mit wenig Salz und Pfeffer.

Blätterteig Caprese

Die belegten Blätterteigstücke werden dann 25 bis 30 Minuten gebacken bis sie schön aufgegangen und braun geworden sind. Sind die Blätterteig Caprese fertig gebacken belegst Du sie mit klein rupften Mozzarella (ich reiße ihn auseinander und schneide ihn nicht, denn so gefällt mir die Textur besser). Zum Schluss verteilst Du noch einige Blätter frischen Basilikum darüber.

Buen Apetito!

PS: Ein paar Tropfen Crema di Balsamico passt auch sehr gut dazu.

Fotos: Heike Niemoeller

Kolumne: Mr. Wrong loswerden

mr-right

Eines der schwierigsten Dinge im Liebesleben? Eine Trennung! Aber um Mr. Right zu finden muss man erst mal Mr. Wrong loswerden.

Wie in Zeitlupe schleiche ich die Treppe hoch, tausende Gedanken schießen mir durch den Kopf bevor ich den Schlüssel ins Schloss stecke, halte ich nochmals kurz inne, tue ich das jetzt wirklich? Mein Magen zieht sich zusammen und mir ist total schlecht, wäre jetzt gerne wo anders, egal wo. Ich hatte vor ein paar Wochen ein Zahnarzttermin, so was ganz Fieses, eine Wurzelbehandlung, die so richtig weh tat, sodass man die Finger fest in den Behandlungsstuhl rammt und nicht mehr los lässt. Aber das fände ich jetzt angenehmer als das, was mir gleich bevor steht. Immer wenn ich dort gezuckt habe, hat mir die Arzthelferin die Hand gehalten oder den Arm gestreichelt, so eine kleine Helferin könnte ich jetzt auch gebrauchen. Ich drehe den Schlüssel rum und werde sofort von dem treusten und tollsten aller Männer begrüßt, von meinem Hund. Er bekommt eine riesige Begrüßung ich schmuse und knuddle ihn und drück ihn weil ich einfach nicht richtig in die Wohnung reinlaufen möchte.

Auf meinem Kopf ist eine Lockenmähne, die oft aussieht wie ein explodierter Wischmop, welchen ich fast jeden zweiten Morgen verfluche, doch heute sind wir Freunde. Nicht nur, dass meine Haare einfach unglaublich gut liegen, weil man muss ja richtig gut aussehen, wenn Frau jemand verlässt, dass der andere das beste Ich ein letztes mal sehen darf. Nein, sie dienen mir eher als kleiner Vorhang, hinter dem ich mich verstecken kann, während ich versuche mich so intensiv wie möglich um meinen Hund zu kümmern. Natürlich hab ich schon längst bemerkt, dass mein gleich Noch-und-fast-Ex-Freund mit mir im Flur steht, aber ich schaue nicht hoch.

Er spricht mich an: “Mia, alles ok mit uns?“ Er nennt mich nie bei Vornamen, selbst dann nicht, wenn wir uns richtig gefetzt haben, Teller geflogen sind und wir uns am liebsten an die Gurgel gegangen wären, nur wenn ich ein riesen Arschloch war und ihn extrem verletzt habe, dann und nur dann kam mein Vorname irgendwie mit ins Spiel. Ich schaue nicht hoch, versuch mich verzweifelt hinter meinen Locken zu verstecken, doch nachdem ich ein drittes mal meinen Namen höre und selbst ich nicht so taub sein kann, schau ich hoch und richte mich langsam auf. Ich hatte doch gerade die Generalprobe mit Bravour gemeistert und jetzt? Jetzt weiß ich nichts mehr von dem, was ich geübt habe. Wenn ich nicht selbst der Regisseur dieses Stückes wäre, würde er spätesten jetzt CUT rufen! Statt die wirklich glorreichen Sätze, die ich mir überlegt und geprobt hatte, kommt aus meinem Mund der Klassiker unter den Schlußmachsätzen: „Wir müssen reden.“

Ich schaue in weit aufgerissene braune Augen und ein erstarrtes Gesicht. Gut, dass in diesem Moment sich mein Kopf wieder füllt und ich an meine Generalprobe erinnere, endlich habe ich es angesprochen, ganz viele kleine Cheerleader in meinem Kopf jubeln mir zu, sodass ich die letzten Meter auch noch gehen kann. Ich habe mit dieser Beziehung schon längst abgeschlossen, konnte mir keine Zukunft vorstellen, hab mich weg geträumt an andere Orte, zu anderen Männern, in andere Leben. Ich versuche besonders besonnen und ganz ruhig ihm zu erklären, dass er zu meinem besten Freund geworden ist und ich ihn liebe, aber wie einen Bruder, nicht wie einen Geliebten. Für ihn kommt das alles wohl aus dem Nichts, was ich nicht verstehen kann, ich war die letzten Wochen ein anderer Mensch. Vielleicht hab ich auch ein bisschen gehofft, dass er es merkt und mich verlässt…

Er sitzt da wie ein Häufchen Elend auf der Couch, er an einem, ich am anderen Ende und er will wissen was er falsch gemacht hat, wann es vorbei war mit uns und mir fallen so viele Dinge ein, die mich verletzt haben und die einfach nicht richtig waren, dass ich auf der Stelle ein Buch schreiben könnte. Keinen dicken Roman, aber ein kleines Taschenbuch würde es schon geben. Aber ich möchte ihm das nicht antun, alles aufzuzählen und mir möchte ich das auch nicht antun. Ich schau in seine Augen und sehe, dass er leidet, aber ich fühle mich großartig, nicht weil er leidet, sondern weil ich mein Leben jetzt wieder für mich habe.

Foto: clipdealer.com

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