Das Netz ist meine tägliche Lektüre. Zum Frühstücks-Kaffee stöber‘ ich durch Wirtschaftsmagazine, könnte ja sein, dass sich über Nacht die Welt nicht weiter gedreht hat. Mittags lese ich hochinteressiert die Facebook Timeline, und wenn mich nachts die Gedanken umtreiben greife ich zu meinem iPhone, das unter meinem Kissen schon darauf wartet. Ich durchforste Lieblingsblogs bis mir müde und zufrieden die Augen wieder zufallen.

Ich bin also immer auf der Suche nach diesem Stoff der meine Nerven wachkitzelt, der mein Herz beben lässt oder der einfach nur unterhält. Der amerikanische Journalist Tom Scocca hat dies zuletzt geschaft. Detailverliebt zählt er Dinge auf,  an denen sein Leser erkennen kann, ob er vielleicht die gleiche Person ist. Hä? Wie jetzt?

Scocca spielt mit Gedanken, Annahmen und Details. Der Spielplatz, auf dem er sich damit austobt, heißt „Twenty-Six Signs You Are Me“ . Was erst ein wenig verwirrend klingt, ist eine einfache Eigencharakterisierung in Listenform. „26 Zeichen, dass du ich bist“.

Neben seinem Äußeren gibt es nämlich diese zahlreichen Kleinigkeiten, die einen Menschen zu dem machen, was er tatsächlich ist. Es sind die Charakterzüge, die erst beim zweiten oder dritten Blick auffallen. Es sind die Marotten, die im Zusammenleben nach und nach aufgedeckt werden. Es sind die Anekdoten, die nur die besten Freunde oder eben Frau Mama erzählen können (und dürfen!). Und dann ist es jede Bekanntschaft, jede Lachfalte und jedes Paar Schuhe, die mich von einem anderen Menschen unterscheidet. Und auch wenn ich an jemandem die exakt gleichen Nike Air Max entdecke, sind sie doch anders. Weil sie bei mir andere Macken haben und die Farben an manchen Stellen ausgeblichen sind.

Eigentlich ist diese Detail-Liebe doch ein rechter Unsinn…aber sie macht so viel Spaß!

…und was schreibst du in deine Liste?

tee

Are you me? Maybe you are, and if you are me, you know there’s no experience quite like it. Share if this sounds familiar, and you recognize that you’re me! (via

Hier ein paar Zeichen, die ganz klar nach Mia klingen…und vielleicht auch nach dir?

  • Du hast unbedingt Lust auf einen Yogi-Tee, aber eigentlich nur darum, weil du die Zeilen auf deinem Beutel-Fähnchen lesen möchtest.
  • Wenn es um Nutella geht, dann ist das Glas halb leer und nicht halb voll, weil du ganz unbedingt die Folie des neuen Glases als erste durchstechen magst.
  • Ein Bein muss immer aus der Bettdecke hängen.
  • Du drehst dein Kopfkissen im Laufe einer Nacht mindestens drei mal „auf die kalte Seite“.
  • Ein kleiner Schluck Kaffee bleibt immer in der Tasse – unmöglich, diesen auszutrinken.
  • Unterschreitet der Smartphone Akke die gefährliche 20% Zone, fühlst du dich kontinuierlich bedroht. Nichts wie ab nach Hause.
  • „Zuhause ist, wo die Ladegeräte sind“ würdest du genau so unterschreiben.
  • …ich achte gerade ziemlich auf eine gesunde Ernährung. Aber warum ist die Haribo-Tüte mittags auf dem Schreibtisch denn plötzlich leer?
  • Dich graut es nicht vor Langstreckenflügen. Du freust dich einfach, mehrere Stunden lang nicht erreichbar zu sein.
  • Manchmal trägst du in der Bahn Headphones ohne Musik zu hören, nur um einem lästigen Smalltalk zu entgehen.
  • Zieht ein Gewitter auf, klebst du mit der Nase an der Fensterscheibe und kannst es kaum erwarten bis es so richtig doll wumst.
  • Der Geruch von warmem Marmorkuchen und frisch gemähtem Rasen erinnert dich an deine ziemlich glückliche Kindheit.
  • …und im nächsten Moment stehst du im Supermarkt vor den Rollmöpsen, musst diesen Einkauf auf Facebook kundtun und glaubst: so wirklich erwachsen wirst du doch nie. Albern!