Teilen ist das neue Besitzen: Die beliebtesten Sharing-Dienste im Überblick

In unserer Gesellschaft ist Besitz zu einem Statussymbol geworden und beherrscht unser gesamtes Leben. Konsumverhalten betrifft aber nicht nur den einzelnen Menschen, sondern die gesamte Welt. Mit jedem Kauf nehmen wir Einfluss auf unzählige Kreisläufe. Es gibt so vieles, das nur für kurze Zeiten in unserem Leben Platz hat, nur einmal gebraucht wird oder nach dem Konsumieren abgestellt und eingelagert wird, obwohl es noch vielen anderen Menschen dienen könnte. Immer mehr kommt daher das Bedürfnis auf, Teil einer bewussteren und nachhaltigeren Gesellschaft zu sein. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass Ressourcen besser genutzt werden und durch das Tauschen und Teilen von Besitz wieder mehr Gemeinschaftssinn entsteht. Und es gibt inzwischen auch eine Menge Onlinedienste, Plattformen und Internetforen, die dir dabei helfen können.

Mobilität

Dass nicht jeder Mensch ein eigenes Auto besitzen muss, ist keine Neuigkeit mehr. Aber wie lässt sich der Alltag funktional gestalten, wenn man nicht gerade mitten in der Großstadt wohnt? Die Verbindungen öffentlicher Verkehrsmittel sind nicht überall optimal und auch nicht für jede Strecke besonders erschwinglich. Verschiedene Onlinezentralen und Dienste haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Fortbewegung zu revolutionieren und langsam, aber sicher das eigene Auto für jedermann zu ersetzen. Wer jetzt nur an gewerbliche Autovermietung denkt, wird überrascht sein von den Möglichkeiten.

Car Sharing Dienste

– Mitfahrgelegenheit:

Einige Dienste machen es möglich, dass man als privater Autobesitzer und Fahrer seine spezifische Strecke veröffentlicht und damit anbietet, andere mitzunehmen. Dafür bekommt man die Beteiligung am Benzingeld, was je nach Strecke eine erhebliche finanzielle Erleichterung sein kann! Außerdem hat man Gesellschaft, lernt neue Leute kennen und trägt dazu bei, dass nicht jeder einzeln fährt und damit die keine mehrfache Umweltbelastung entsteht.
Bekannte Anbieter sind: drive2day.de, mifaz.de, blablacar.de und flinc.org. Und für ganz große Ausflüge kann man sich sogar mit anderen Gruppen, die ähnliche Ziele haben, einen Bus teilen, z.B. unter mieten.flixbus.de oder busmeister.de.

– Carsharing:

Diese gewerblichen Anbieter vermieten Autos für Fahrer, die nur gelegentlich oder für längere Strecken bzw. einzelne Tage ein Auto nutzen wollen. Man meldet sich an und kann über eine App ein Auto für eine bestimmte Uhrzeit an einem Abholort nach Wahl reservieren. Die Abrechnung erfolgt meistens über die genutzte Zeit oder die gefahrenen Kilometer. Die bekanntesten Anbieter sind share-now.com (ehemals drive-now.com und car2go.com) und we-share.io. Je nach Gebiet gibt es überall auch spezifische Anbieter, die z.B. nur im eigenen Landkreis existieren.

– Auto (ver-)leihen:

Wer dazu beitragen möchte, dass sich nicht jeder Mensch ein eigenes Auto anschaffen muss und gleichzeitig die eigenen Unterhaltungskosten finanzieren will, der kann sein Auto gelegentlich verleihen. Auf den entsprechenden Plattformen gibt man die Zeiten an, zu denen man das Auto nicht benötigt und zur Verfügung stellen kann. Der Tagessatz kann selbst bestimmt und die Mieter überprüft werden. Außerdem werden meist die Mitglieder zusätzlich vom Anbieter überprüft, es gibt eine spezielle Versicherung und einen Kundendienst. Die besten Onlinedienste in diesem Bereich sind snappcar.de, getaround.com, get-a-way.com.

– Fahrrad (ver-)leihen:

Nicht nur das Auto, auch ein Fahrrad kann man in vielen Gebieten einfach gelegentlich ausleihen, wenn man sich kein eigenes anschaffen möchte. Bewährte Anbieter sind listnride.de und callabike-interaktiv.de, besonders in den Großstädten wie Berlin ist die Auswahl an Anbietern enorm.

– Öffentlicher Verkehr:

Im öffentlichen Verkehr gibt es immer Gruppenkarten, die einen wesentlich günstigeren Preis pro Einzelperson ergeben. Wer als Einzelperson diese Möglichkeit nutzen will, kann über Onlinedienste Mitfahrer suchen, um sich ein Gruppenticket zu teilen. Gerade auf längeren Strecken ergibt sich dadurch ein großer Preisvorteil. Mitfahrer lassen sich finden auf ticketteilen.org oder ticket-mitfahrer.de.


Lebensmittel

Nahrung wird in der westlichen Welt in geradezu erschreckender Menge verschwendet und weggeworfen. Dabei geht es nicht nur um Supermärkte, sondern auch um Restaurants, Lieferdienste und natürlich auch den einzelnen Bürger. Mit etwas mehr Planung, Gemeinschaftssinn und Offenheit würde sich dieses Problem lösen lassen. Es gibt schon einige Dienste, mit deren Hilfe man zu einer sinnvolleren Nutzung von Lebensmitteln beitragen kann. Vor allem muss sich aber die Einstellung zu Lebensmitteln und Speisen ändern, um deren Wert wieder wahrzunehmen und sie nicht als Überfluss abzutun.

Food Sharing Dienste

– Lebensmittel übrig:

Man kennt das als Privatperson und weiß, dass es Betrieben genauso geht – Lebensmittel bleiben oft übrig oder werden nicht so genutzt, wie sie es verdient hätten. Um der Verschwendung entgegen zu wirken, kann man sich bei der Initiative foodsharing.de beteiligen. Dort können übrige Lebensmittel angeboten oder abgeholt werden, es gibt Verteilerorte, wo sie von anderen Menschen angenommen werden können und sogar Betriebe können ihre übrigen Lebensmittel zur Verfügung stellen.
Ebenfalls eine gute Idee ist mundraub.org, eine Plattform, wo Besitzer von Obstbäumen und -sträuchern ihre überschüssige Ernte freigeben. So verfaulen die großen Mengen Fallobst zum Beispiel nicht ungenutzt auf dem Boden, sondern dürfen geerntet werden.

– Mahlzeiten teilen:

Wer gerne kocht oder viele Reste zu verwenden hat, macht sich oft ungern die Mühe, nur für sich selbst am Herd zu stehen. Wie wäre es aber, wenn sich noch andere Menschen aus der Umgebung anmelden, die gegen eine kleine Kostenbeteiligung gerne mitessen oder eine Portion abholen würden? Das ist möglich durch Plattformen wie joinmymeal.de oder mealsharing.com. Man kann entscheiden, ob man nur Essen zum Abholen anbietet oder in Gesellschaft essen möchte.

– Essen aus Restaurants:

In Restaurants bleibt am Ende des Tages oft gutes Essen übrig, dass nur noch entsorgt werden kann. Um das zu vermeiden, können die Lokale ihre übrigen Speisen online zu einem geringen Preis zur Verfügung stellen. Über die App von toogoodtogo.de lassen sich ganz einfach Angebote aus der Umgebung finden und Portionen günstig abholen.


Medien

Bücher, CDs und Filme müssen zur heutigen Zeit eigentlich nicht mehr besessen werden. Sie können gut von vielen Menschen nacheinander genutzt und konsumiert werden und erfüllen ihren Zweck dadurch um ein Vielfaches besser. Wer in der städtischen Bücherei nicht fündig wird, muss auf die gewünschten Medien nicht verzichten, nur weil er sie nicht dauerhaft besitzen möchte. Sie lassen sich auf vielen Onlineplattformen ertauschen, (ver-)leihen oder verschenken. Wer gut mit seinen Medien umgeht, kann dazu beitragen, dass sie noch vielen anderen Menschen Freude bereiten. Und wer ein Buch nur einmal lesen oder eine CD nur einige Wochen lang hören will, muss diese nicht unbedingt nagelneu kaufen, sondern kann nach einem gebrauchten Exemplar suchen.

Bücher tauschen

– Öffentliche Bücherschränke:

Gelesene Bücher zur Verfügung stellen oder neuen Lesestoff finden, ohne zu kaufen. Das geht durch kostenlose Bücher in öffentlichen Bücherschränken. In vielen Städten oder Gemeinden gibt es diese Orte, wo man aussortierte Bücher abstellen und sich selbst Bücher herausholen und mitnehmen darf. Diese Bücherschränke zu finden ermöglicht die BuchschrankFinder App mit einer Karte, auf der immer mehr der Orte verzeichnet sind. Man kann auch selbst Schränke eintragen und dadurch wächst die Karte immer weiter.

– Online Medientausch:

Buch ausgelesen und keine Lust, es im Regal verstauben zu lassen? Gleichzeitig Lust auf neuen Lesestoff, aber keine Lust, viel Geld auszugeben? Dann ist das Portal tausch-buecher.de perfekt. Über ein Punktesystem kann man hier eigene Bücher einstellen und andere Mitglieder können diese aussuchen und gesendet bekommen. Dafür gibt es Punkte, die man selbst wiederum für Bücher anderer Mitglieder einsetzen kann.

– Bücher leihen:

Wer nicht sicher ist, ob ein Buch wirklich wert ist, gekauft zu werden, kann es auch erst einmal ausleihen unter verleihshop.de/buecher-verleih. Wenn man es gelesen hat, kann man entscheiden, ob man es behalten oder zurückschicken möchte. So lassen sich aktuelle Bücher kostengünstig lesen und beurteilen, was sie einem persönlich bedeuten.


Kleidung

Vor allem Kleidung ist in den letzten Jahren immer mehr zum Wegwerfprodukt verkommen. Fast Fashion führt dazu, dass Kleidungsstücke nur ein paar Mal getragen werden und dann im Altkleidersack oder sogar im Müll landen. Es wird wenig Geld ausgegeben, da die Stücke sowieso nicht lange halten müssen oder sollen. Trends sind extrem schnelllebig und daher wird öfter aussortiert und neu gekauft, als die Kleidung wirklich genutzt. Dem arbeiten verschiedene Plattformen entgegen, die sich für ein sinnvolleres Teilen und Nutzen von Kleidung einsetzen. Was nicht mehr getragen wird, kann dort gegen neue Lieblingsstücke getauscht werden. Oder bestimmte Stücke werden gar nicht erst gekauft, sondern lediglich für eine gewisse Zeit geliehen.

Kleidung tauschen

– Kleidung tauschen:

Wenn aussortierte Kleidung noch zu gut zum Wegwerfen ist, kann man auf den Internetseiten kleiderkreisel.de und maedchenflohmarkt.de einen eigenen kleinen Katalog erstellen. Dort werden die Stücke eingestellt und man kann sie entweder verkaufen oder zum Tausch freigeben. Möchte jemand dann ein Teil haben, schaut man sich im Katalog dieser Person um, gegen welches Teil man tauschen möchte. So landen wieder neue Stücke im eigenen Schrank und die ungeliebten, aussortierten Sachen werden von jemandem getragen, der sie zu schätzen weiß.

– Kleidung leihen:

Wer bestimmte Kleidungsstücke gar nicht erst kaufen möchte, sondern sie nur für eine gewisse Zeit oder einen Anlass braucht, der kann sie auch ausleihen. Die Internetdienste tchibo-share.de, kilenda.de oder stay-awhile.de machen es möglich, Kinderkleidung, Damenmode oder Schwangerschaftsmode zu nutzen, ohne sie zu kaufen. Dort werden die Teile für bestimmte Zeiträume verliehen und man schickt sie danach einfach wieder zurück. Das spart Geld und Ressourcen.


Wohnen und Leben

Während auf der einen Seite Wohnraum immer knapper sind, belegen auf der anderen Seite oft einzelne oder wenige Menschen unverhältnismäßig viel Platz. Auch hier wächst die Idee, Raum zu teilen und besser ausnutzen zu können. Egal ob es um Wohnungen, Ferienhäuser, Stauraum oder Parkplätze geht. Wer mehr hat, als er selbst ständig nutzen und bewohnen kann, der stellt es denen zur Verfügung, die auf der Suche sind. So sind günstige und sinnvolle Lösungen möglich. Verschiedene Anbieter und Internetservices wollen dieses Konzept für alle Beteiligten vereinfachen.

Wohnung teilen

– Co-Working-Space:

Selbstständige, Freiberufler und Arbeitskräfte auf Honorarbasis haben oft kein eigenes Büro. Wer nicht gut oder gern in den eigenen vier Wänden arbeiten kann, muss sich also etwas anmieten. Diese Kosten lassen sich sehr gering halten, wenn auf gemeinsame Arbeitsplätze zugegriffen wird. Durch Co-Working können Schreibtische, Telefon, Computer und Drucker mit vielen anderen Arbeitern geteilt werden und niemand muss sich komplett selbst ausstatten und einrichten. Es gibt beispielsweise in Hamburg und Berlin die Anbieter Mindspace, WeWork oder die Möglichkeit, online über betahaus.com nach Plätzen zu suchen.

– Wohnung vermieten:

Die eigene Wohnung wird nicht immer genutzt und kann anderen Menschen Unterkunft bieten. Wenn man etwa länger verreist ist oder eine Wohnung nur unter der Woche oder an Wochenenden bewohnt (Stichwort Pendler), dann lässt sich damit durch Vermietung nicht nur Geld verdienen, sondern den Wohnraum auch besser ausnutzen. Über AirBnB.de, bed-and-breakfast.de oder 9flats.de kann die eigene Wohnung als zeitweise Unterkunft an Reisende oder andere Pendler vermittelt werden.

– Mitbewohner:

Eine zu große Wohnung und zu hohe Unterhaltungskosten? Dann ist ein Mitbewohner vielleicht eine gute Idee. Nicht jeder benötigt unbedingt ein eigenes Bad und eine eigene Küche, sondern ist mit einem Zimmer als Privatbereich zufrieden. Alle anderen Wohnbereiche lassen sich gut miteinander teilen und die Kosten auf mehrere Köpfe umlegen. Wer Mitbewohner sucht, kann das auf wg-suche.de oder homecompany.de.

– Übernachtungen:

Keine Lust auf Mitbewohner, aber hin und wieder einen Gast? Wer gerne unterwegs ist, aber wenig Geld hat oder nicht in Hotels möchte, kann weltweit bei aufgeschlossenen Menschen Unterkünfte finden. Die Idee dahinter ist, eine Schlafgelegenheit zur Verfügung zu stellen und auch selbst zur Verfügung gestellt zu bekommen. So wird Reisen für jeden erschwinglicher und man lernt mehr Menschen und Kulturen hautnah kennen. Die besten Anbieter zur Vermittlung sind couchsurfing.org und gloveler.de.

– Garten:

Sogar der eigene Garten kann geteilt werden, wenn er zu groß ist, um ihn alleine zu bewirtschaften. Vielleicht braucht man Unterstützung beim Gemüseanbau oder beim Rasen mähen und Bäume beschneiden. Im Gegenzug gibt es Ernteanteile oder die Erlaubnis, den Garten für Feste oder zum Entspannen zu nutzen. Wer selbst keinen Garten hat, kann sich über gartenpaten.org eine Beteiligung an einem Garten suchen.

– Stauraum:

Ein ungenutzter Kellerraum, eine Garage oder ein leerer Dachboden ist verschenkte Fläche, wenn man sie selbst nicht benötigt. Solche Räume können über verstaumich.de an Menschen vermietet werden, die ihren Besitz vorübergehend oder langfristig unterbringen müssen und selbst nicht genügend Stauraum haben.

– Parkplatz:

Kein eigenes Auto, aber der Parkplatz gehört fest zur Wohnung? Autobesitzer aus der Nachbarschaft freuen sich über einen eigenen Parkplatz, vor allem in Wohngebieten mit viel Verkehr und wenig öffentlichen Parkplätzen. Und man selbst kann die Haushaltskasse um ein paar Euro aufbessern. So ist jedem geholfen über parkinglist.de oder ampido.com.


Finanzen

Geld ist ein empfindliches Thema, bei dem jeder gerne seine eigene Sache macht und höchstens noch einer großen Bank vertrauen möchte. Aber auch hier entsteht nach und nach ein Umdenken, dass Geldfragen nicht nur oder nicht immer bei einer unpersönlichen Institution am besten aufgehoben sind. Finanzen und Versicherungen werden zum Thema kleinerer Gemeinschaften und immer mehr Menschen versuchen, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam mit Geldthemen umzugehen.

Geld teilen

– Privatkredite:

Kredite sind nicht automatisch Banksache und wer nicht von einer Institution abhängig sein will, kann sich jetzt an Menschen wenden. Über auxmoney.com kann man Kreditanfragen stellen, die einzelne Menschen oder Gruppen finanzieren. Das Geld wird also von Menschen an Menschen verliehen, von privaten Anlegern und ohne die Bank als übermächtiger Mittelsmann. Innerhalb 24 Stunden können Kreditanfragen schon beantwortet sein.

– Geldgeschenke-Pool:

Gemeinsam mit anderen Menschen Geld für einen bestimmten Zweck zu sammeln, kann aufwendig und wenig erfolgreich sein. Über die Plattform leetchi.com wird Crowdfunding extrem einfach. Jeder kann sich hier finanziell an Projekten oder Sammlungen mit beliebigen Beträgen beteiligen. Egal ob es um Geburtstage, Urlaube, besondere Anlässe oder Projekte geht. Einfach ein Projekt eintragen, veröffentlichen und es möglichst umfassend im Bekanntenkreis verbreiten.

– Versicherungen:

Es klingt vielleicht erst einmal merkwürdig, sogar so weit zu gehen, dass man Versicherungen teilt. Genauer betrachtet kann sich das aber richtig lohnen. Durch ein spezielles Konzept werden auf friendsurance.de Gruppen gebildet, in denen alle Mitglieder den Anteil der Selbstbeteiligung in einen Pool einzahlen, aus dem dann Schadensfälle bezahlt werden. So steigt niemandes Versicherung in Prozenten an und bei Schadensfreiheit bekommen sogar alle Mitglieder wieder einen Bonus ausgezahlt.


Dies und Das

Es gibt so viele Möglichkeiten, um den eigenen Besitz zu teilen oder erst überhaupt keinen anzuhäufen. So viele Alltagsgegenstände, die lediglich einmal im Jahr oder ein paar Mal insgesamt benutzt werden, um den Rest ihrer Existenz in Abstellräumen oder Garagen zu verbringen. Dafür sind sie zu schade und zu teuer. Sogar eigene Fähigkeiten und Arbeitskraft wird oft viel zu wenig genutzt und kann mit Mitmenschen geteilt werden. Dafür reichen ein wenig Offenheit, der Wille etwas zu ändern und die richtige Plattform, um Gleichgesinnte oder Anbieter zu finden.

Geräte leihen

– Alles mögliche tauschen:

Etwas hergeben kann schwer sein und natürlich möchte man auch nicht alles verschenken, was mal viel Geld gekostet hat. Dann kann der richtige Weg eine Tauschbörse sein, wo man auf der einen Seite dankbare neue Besitzer findet und auf der anderen Seite selbst finden kann, was man sucht. Meistens gibt es eine Art Punktesystem, wodurch man beim Hergeben einer Sache Punkte verdient, die man beim Erhalten einer anderen Sache dann als „Währung“ wieder ausgeben kann. Bewährt haben sich die Plattformen bambali.de, tauschgnom.de und tauschticket.de, wo man ganz unterschiedliche Kategorien findet.

– Dinge teilen:

Viele Gegenstände benötigt man nur einmal oder sehr selten. Warum sollte diese Dinge also jeder Einzelne besitzen? Viele Online-Dienste (fairleihen.de, frents.com, wir.de) ermöglichen es den Nutzern, ihre selten gebrauchten Güter an andere zu verleihen und sich im Gegenzug Dinge auszuleihen, die sie selbst nicht teuer kaufen wollen. Ganz im Sinne einer gegenseitigen, nachhaltigen Gemeinschaft also.

– Nachbarschaft:

Wer weiß heutzutage schon wirklich, was in der direkten Nachbarschaft los ist? Da gibt es vielleicht eine private Kinderbetreuung oder einen selbstständigen Handwerker. Vielleicht hat jemand besondere Talente oder eine Idee, für die noch Mitmacher fehlen. Auf nebenan.de kann alles (mit)geteilt werden und so finden sich Menschen gegenseitig, die etwas zu geben haben oder etwas suchen. Genauso nützlich für die Nachbarschaft ist der Briefkastenaufkleber, der über pumpipumpe.ch zu haben ist. Darauf kann man den Nachbarn zeigen, was man hat und bei Bedarf verleihen würde (z.B. ein Fahrrad, Maschinen oder Gartengeräte).

– Verschenken:

Oft möchte man etwas einfach nur schnell aus dem Haus haben und wissen, dass es nicht auf dem Müll landet. Wer kein Geld für aussortierte Dinge will und einfach nur gerne verschenkt, weiß oft dennoch nicht, wo diese Geschenke am besten ankommen. Plattformen wie umsonstladen.de und alles-und-umsonst.de vermitteln zwischen Schenkenden und Beschenkten. Jeder kann dort einstellen, was er abgeben möchte und sich dann mit dem Empfänger über Abholung oder Versand einigen. Wer seine Dinge an eine Einrichtung oder Organisation spenden möchte, findet eine in der Nähe über wohindamit.org. Und über facebook.com/givebox organisieren Schenkwillige öffentliche Stände, wo man Dinge ablegen oder mitnehmen kann.

– Maschinen leihen:

Große und teure Geräte, die nur einmalig etwa zum Renovieren gebraucht werden, kann man zum Beispiel in Baumärkten mieten. Beinahe jeder größere Baumarkt in deiner Nähe bietet so eine Vermietung an.

– Unterhaltungselektronik:

Dein Laptop hat den Geist aufgegeben und du brauchst dringend ein neues? Oder du möchtest unbedingt mal das neue Spiel auf der Nintendo Switch ausprobieren, hast aber gar keine Konsole? Hier schafft der Service von Grover Abhilfe. Denn auf grover.com kannst du dir als mehr als 2.000 Tech-Produkte anmieten. Die Laufzeit kannst du dabei selbst bestimmen und auch flexibel erweitern. So zahlst du nur noch für Technik-Produkte, die du auch wirklich nutzt, denn alles andere schickst du einfach zurück.

– Arbeitskraft:

Im Sinne einer teilenden Gemeinschaft geht es nicht nur um Konsumgüter, sondern auch um Dienstleistungen, Fähigkeiten und Talente. Wer seine Arbeitskraft und Zeit dafür einsetzen möchte, anderen zu helfen, kann die eigenen Fähigkeiten auf wirgemeinsam.net einstellen oder auf Suchanzeigen antworten. Ebenso kann man selbst eine Suche einstellen, wenn man spezifische Hilfe und Unterstützung von Mensch zu Mensch sucht.

Fazit:

Die Angebote von Sharing-Diensten lassen wirklich keine Wünsche offen! Heutzutage kann alles geteilt werden, vom Auto bis zur Versicherung. Mit Hilfe dieser Angebote fällt es leichter, ein Umdenken zu starten und Schritt für Schritt zur Veränderung beizutragen. Vielleicht gleich heute einen Lebensbereich offener gestalten und eigenen Besitz der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. Oder beim nächsten Kauf gründlich überlegen, ob der Gegenstand nicht auch geliehen werden kann. Viel Freude beim Teilen und Tauschen!

 

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