So nutzt du die wohltuende Wirkung von Pflanzen auf den Menschen

Nach einem Spaziergang im Wald spüren wir häufig, wie gut uns der Aufenthalt in der der Natur getan hat. Bei einem Spaziergang im Grünen sinkt das Stresslevel und die Stimmung steigt. Es spricht also vieles dafür, sich auch zuhause im Alltag mit mehr Grün zu umgeben. Die positive Wirkung von Pflanzen auf die Umwelt und auf uns ist wissenschaftlich belegt und wir können auf vielfältige Weise davon profitieren. Nicht jeder hat die Natur direkt vor der Haustür, doch mit Zimmerpflanzen holst du dir ein Stück Natur ins Haus.

Pflanzen verschönern das Zuhause

Zimmerpflanzen sind dekorativ und verbreiten eine gemütliche Atmosphäre in Innenräumen. Dabei bieten sich viele Möglichkeiten für eine individuelle Gestaltung. Je nach Platz und persönlicher Vorliebe hast du die Wahl zwischen großen und keinen, blühenden oder immergrünen Pflanzen mit den unterschiedlichsten Blattstrukturen. Du kannst sie von Schränken und Regalen ranken lassen, als besonderen Blickfang einsetzen oder dein Badezimmer in eine grüne Oase verwandeln. Doch Pflanzen können weitaus mehr als nur Wohnräume zu verschönern.

Besseres Raumklima mit Pflanzen

Pflanzen können die Luftqualität in Räumen verbessern. Sie produzieren im Rahmen der Fotosynthese Sauerstoff und reduzieren den Kohlenstoffdioxidgehalt der Raumluft. Darüber hinaus besitzen einige Arten die Fähigkeit, Schadstoffe aus der Luft zu filtern, wie eine Studie der NASA belegt. Dabei handelt es sich um schädliche Substanzen wie Formaldehyd, Benzol oder Toluol, die als gesundheitsschädlich eingestuft sind. Sie stammen häufig aus Teppichen, Baustoffen oder Möbeln und können diverse Symptome wie Kopfschmerzen, Allergien oder Reizungen der Schleimhäute verursachen. Zu den natürlichen Schadstofffiltern zählen beispielsweise Grünlilie, Einblatt, Nestfarn, Bogenhanf und Drachenbaum.

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Nestfarn

Natürliche Luftbefeuchter

Besonders in der Heizperiode kannst du von der natürlichen Luftbefeuchtung durch Zimmerpflanzen profitieren. Das Gießwasser wird zu mehr als 90 Prozent wieder an die umgebende Fläche abgegeben und erhöht dadurch die Luftfeuchtigkeit im Wohnraum. Trockene Heizungsluft belastet die Atemwege, trocknet die Schleimhäute aus und macht damit anfälliger für Erkältungen. Bei großer Hitze hingegen, kühlt die Feuchtigkeit die Luft und sorgt für eine leichte Abkühlung. Der Effekt ist abhängig von der Anzahl der Zimmerpflanzen, der Größe der Blätter sowie dem jeweiligen Wasserbedarf. Ein guter Luftbefeuchter ist zum Beispiel das Zyperngras, das gerne feucht steht.

Pflanzen steigern Motivation und Konzentration

Wissenschaftliche Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Arbeitnehmer mit Grünpflanzen in Büros zufriedener und produktiver sind. Eine Begrünung reduziert psychischen Stress, verbessert die Aufmerksamkeitsspanne und steigert das allgemeine Wohlbefinden. Die Arbeitnehmer selber hatten den Eindruck einer verbesserten Konzentrationsfähigkeit, was durch um eine bis 15 Prozent erhöhte Produktivität im Rahmen der Langzeitstudie belegt werden konnte. Darüber hinaus eignen sich Pflanzen als natürliche Raumteiler in Großraumbüros, die als positiven Nebeneffekt auch noch den Lärmpegel reduzieren können. Nicht zu unterschätzen ist auch der Wohlfühlfaktor, wenn Angestellte ihr Arbeitsumfeld mit ausgewählten persönlichen Dingen wie einer eigenen Grünpflanze mitgestalten dürfen.

Pflanzen helfen zu entspannen

Das Grün von Zimmerpflanzen hat eine beruhigende Wirkung auf Menschen, so lautet das Ergebnis zahlreicher Studien. Demzufolge gelingt es besser, Spannungen abzubauen, wenn wir Pflanzen betrachten. Das fördert den Stressabbau und die Regeneration nach einem anstrengenden Arbeitstag. Du kannst mit grünen Wohlfühloasen in deinem Zuhause ein entspanntes Umfeld schaffen, um dir regelmäßig Auszeiten vom turbulenten Alltag zu gönnen. Pflanzenpflege kann darüber hinaus ein Ritual mit entspannender Wirkung sein und kurzfristig von den Sorgen des Alltags ablenken. Eine Erfahrung, die Hobbygärtner kennen und schätzen.

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Bogenhanf

Wie Pflanzen die Gesundheit stärken

Seit ewigen Zeiten verwendet der Mensch Pflanzen und Pflanzenextrakte als Heilmittel. Aufgrund der Wirksamkeit und überschaubaren Nebenwirkungen ist die Medizin aus der Natur bis heute geschätzt, um die Symptome zahlreicher Krankheiten zu lindern. Sie verfügen je nach Pflanze beispielsweise über antibakterielle, wundheilende oder schmerzlindernde Wirkungen. In vielfältigen Verabreichungsformen kommen sie zur Anwendung, lindern Symptome und unterstützen die Genesung.

Mittlerweile haben Forscher herausgefunden, dass schon Bäume vor dem Fenster Heilungsprozesse beschleunigen können. Patienten in Krankenhäusern, die nach einer Operation durch das Fenster auf Bäume blicken konnten, erholten sich schneller als bei einem Blick auf Hauswände. Bereits wenige Minuten Aufenthalt in der freien Natur oder ein kurzer Blick auf die Natur können ausreichen, um Schmerzen und Ängste zu reduzieren.

Pflanzen unterstützen das Immunsystem

Wer die Gelegenheit hat, Spaziergänge in der Natur zu unternehmen, sollte so oft wie möglich davon Gebrauch machen. Bewegung in der Natur ist ein idealer Stresskiller. Der Aufenthalt im Freien fördert und ermöglicht die Bildung von Vitamin D, einem Vitamin, das der Körper nicht in ausreichender Form über die Nahrung aufnehmen kann. Als zusätzlichen Effekt stärkst du dein Immunsystem, wenn du bei Wind und Wetter draußen unterwegs bist. Ein Trend aus Japan ist das sogenannte Waldbaden, das dazu beitragen soll, die Vitalität zu steigern und Studienergebnissen zufolge positive Auswirkungen auf Angstzustände, Depressionen oder Wut hat. Die Atmosphäre des Waldes stimuliert den Parasympathikus, der auch Ruhenerv genannt wird. Er beeinflusst den Stoffwechsel und die Stresshormone. Der Mensch kommt zur Ruhe und der Blutdruck sinkt.

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Pflanzen aus der Küche

Neben den Zimmerpflanzen gibt es die Möglichkeit, Kräuter und essbare Pflanzen auf der Fensterbank oder dem Balkon heranzuziehen. Viele Kräuter sind pflegeleicht und haben einen geringen Platzbedarf. Mit ihrem frischen Duft und gesunden Vitaminen bereichern sie jede Mahlzeit, sind ständig und in Bio-Qualität verfügbar. Bei der Auswahl kannst du dich ganz nach deinen persönlichen Vorlieben richten. Als besonders pflegeleicht gelten Kräuter wie Basilikum, Minze, Petersilie und Thymian.

Kräuter

Welche Pflanzen sind für mich geeignet?

Bei Pflanzen gibt es eine riesige Auswahl. Dadurch ist es möglich, für jeden Geschmack und die unterschiedlichsten Umstände passende Pflanzen zu finden. Zunächst ist bei Zimmerpflanzen wohl die Optik ein wichtiges Kriterium. Die Pflanzen sollen gefallen und zum persönlichen Einrichtungsstil passen. Zimmerpflanzen haben unterschiedliche Ansprüche an ihr Umfeld, die du beachten solltest. Einige Pflanzen haben einen hohen Lichtbedarf, andere kommen mit weniger Licht aus und manche gedeihen fast ohne Licht.

Einen grünen Daumen brauchst du nicht unbedingt. Wenn du keine Erfahrungen mit Zimmerpflanzen hast und auf Nummer sicher gehen möchtest, dann wähle Pflanzen wie den Bogenhanf, Grünlilie oder Glücksfeder, die robust sind und Pflegefehler verzeihen. Wenn kleine Kinder oder Haustiere zu deinem Haushalt gehören, dann solltest du darauf achten, ungiftige Pflanzen zu wählen oder einen Standort auszusuchen, der für Kinder und Tiere unzugänglich ist.

 

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