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Nebeneinkommen versteuern: Was du wirklich zahlen musst – und was du absetzen kannst

Frau prüft Belege und Nebeneinkommen am Laptop

Viele denken: Nebeneinkommen unter 500 Euro – das muss ich nicht versteuern. Das stimmt leider nicht. Wann du Steuern zahlst, wie viel das wirklich ist und was du clever absetzen kannst, erklären wir hier – ehrlich und ohne unnötige Panik.

Dieser Artikel richtet sich an alle, die neben einem Hauptjob Geld dazuverdienen: als Virtual Assistant, Freelancerin, mit digitalen Produkten, durch Reselling oder andere selbstständige Tätigkeiten.

AJOURE´-Einordnung

Steuern sind nicht der Grund, nicht zu starten – aber sie sind der Grund, sauber zu planen. Wenn du dein Nebeneinkommen als echten Business-Baustein aufbauen willst, findest du im Bereich Business für Frauen weitere Orientierung zu Preisen, Angeboten und selbstständigem Arbeiten.

Das Grundprinzip: Alle Einkünfte zählen zusammen

Das deutsche Steuerrecht kennt keine pauschale Freigrenze für Nebeneinkommen. Entscheidend ist dein Gesamteinkommen – also Gehalt aus dem Hauptjob plus alle weiteren Einkünfte. Erst wenn dieses Gesamteinkommen den Grundfreibetrag übersteigt, fällt Einkommensteuer an.

Für 2026 liegt der Grundfreibetrag bei 12.348 Euro. Da dieser Betrag durch ein Vollzeit- oder Teilzeit-Gehalt in der Regel längst überschritten ist, wird Nebeneinkommen fast immer steuerpflichtig – unabhängig davon, wie gering es ist.

Anders gesagt: Wer im Hauptjob 30.000 Euro brutto verdient und 3.000 Euro Nebeneinkommen erzielt, zahlt auf die 3.000 Euro Einkommensteuer – weil der Grundfreibetrag durch das Gehalt bereits aufgebraucht ist.

Wie hoch ist die Steuer auf Nebeneinkommen?

Nebeneinkommen wird nicht pauschal besteuert. Es wird zum Gesamteinkommen addiert und mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz versteuert. Das ist der Steuersatz, der auf den letzten Euro deines Einkommens anfällt.

Wer 30.000 Euro Jahresgehalt hat, liegt je nach Steuerklasse bei einem Grenzsteuersatz von etwa 30 bis 35 Prozent. Das bedeutet: 1.000 Euro Nebeneinkommen kosten dich ungefähr 300 bis 350 Euro Einkommensteuer – plus ggf. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Das klingt viel, aber: Es bleiben immer noch 650 bis 700 Euro netto. Und Betriebsausgaben kannst du vorher abziehen – mehr dazu weiter unten.

AJOURE´-Merkkasten

Plane nicht mit deinem Brutto-Gefühl.

Wenn du nebenbei Geld verdienst, wirkt der Betrag auf dem Konto schnell wie frei verfügbares Einkommen. Besser: Trenne gedanklich sofort zwischen Umsatz, Gewinn und Steuerrücklage.

Als einfache Startregel kannst du von jedem Gewinn 25 bis 35 Prozent auf ein separates Konto legen. Was du später nicht fürs Finanzamt brauchst, bleibt als Puffer für dein Business oder deinen Notgroschen.

Steuerpflicht ab dem ersten Euro – mit einer Ausnahme

Sobald du selbstständig tätig bist und Einnahmen erzielst, bist du verpflichtet, diese in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Eine Freigrenze wie beim Kapitalertrag (Sparerpauschbetrag) gibt es für selbstständige Nebeneinkünfte nicht.

Die einzige Ausnahme: Ein klassischer Minijob kann pauschal über den Arbeitgeber versteuert werden. Wer einen Minijob als Arbeitnehmerin ausübt, muss diesen nicht in der Steuererklärung angeben – die Pauschalsteuer ist abgegolten. Das gilt aber nicht für selbstständige Tätigkeit.

Was ist mit der Kleinunternehmerregelung?

Die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) befreit dich von der Umsatzsteuer – also davon, 19 Prozent auf deine Rechnungen aufzuschlagen und ans Finanzamt abzuführen. Du stellst Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus und hast weniger bürokratischen Aufwand.

Voraussetzung: Dein Jahresumsatz im Vorjahr lag unter 25.000 Euro und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 100.000 Euro.

Wichtig: Die Kleinunternehmerregelung befreit dich nur von der Umsatzsteuer, nicht von der Einkommensteuer. Du musst dein Nebeneinkommen trotzdem als Gewinn in der Steuererklärung angeben und versteuern.

Was kannst du als Betriebsausgaben absetzen?

Hier liegt oft viel ungenutztes Potenzial. Ausgaben, die du für deine selbstständige Tätigkeit hast, reduzieren deinen steuerpflichtigen Gewinn. Du zahlst Steuer nur auf den Gewinn (Einnahmen minus Betriebsausgaben), nicht auf den Umsatz.

Typische Betriebsausgaben bei Nebenjobs:

  • Arbeitsmittel: Laptop, Headset, Maus, Tastatur, Druckerpapier
  • Software & Tools: Canva, Adobe, Buchhaltungssoftware, Projektmanagement-Apps
  • Weiterbildung: Online-Kurse, Fachliteratur, Seminare
  • Heimarbeitsplatz: Anteiliger Raum, wenn du ein separates Arbeitszimmer nutzt – oder seit 2023 pauschal 6 Euro pro Homeoffice-Tag (max. 1.260 Euro/Jahr)
  • Telefon & Internet: Anteilig, wenn beruflich genutzt – pauschal 20 Prozent des Rechnungsbetrags möglich
  • Kontoführung: Gebühren für ein separates Geschäftskonto
  • Fahrten: Zur Kundschaft oder zu Veranstaltungen, 0,30 Euro pro Kilometer

Ein Beispiel: Du verdienst 4.000 Euro Nebeneinkommen im Jahr und hast 800 Euro Betriebsausgaben. Dein versteuerbarer Gewinn beträgt dann 3.200 Euro – nicht 4.000 Euro.

Wichtig für deine Planung

Dein Nebenverdienst ist erst dann realistisch, wenn Rücklagen mitgedacht sind.

Viele rechnen mit dem Betrag, der auf dem Konto landet. Für eine saubere Entscheidung brauchst du aber drei Zahlen: deinen Umsatz, deinen Gewinn nach Ausgaben und deine Rücklage für Steuer, Tools und ruhigere Monate.

Wenn du deine private Sicherheit parallel aufbauen willst, nutze den Notgroschen-Rechner. Wenn du wissen möchtest, welcher Nebenverdienst-Weg überhaupt zu dir passt, starte mit dem AJOURE´ Nebeneinkommen-Workbook.

Gewerbesteuer: Wann wird sie relevant?

Wer ein Gewerbe anmeldet (also keine freiberufliche Tätigkeit wie Texter, Berater oder Lehrerin ausübt), unterliegt grundsätzlich der Gewerbesteuer. Für Einzelpersonen gilt jedoch ein Freibetrag von 24.500 Euro (§ 11 GewStG). Erst auf den darüberliegenden Gewinn fällt Gewerbesteuer an.

Für die meisten Nebenjobbenden ist Gewerbesteuer also kein Thema – die 24.500 Euro Freibetrag werden selten überschritten.

Freiberuflerinnen (Journalistinnen, Grafikerinnen, Übersetzerinnen, Lehrerinnen und viele weitere Berufe nach § 18 EStG) sind von der Gewerbesteuer gänzlich befreit – sie zahlen nur Einkommensteuer.

Steuervorauszahlungen: Was das bedeutet

Wenn dein Finanzamt feststellt, dass du Nebeneinkommen erzielst und eine Nachzahlung von mehr als 400 Euro entsteht, fordert es vierteljährliche Vorauszahlungen auf die erwartete Steuerschuld (§ 37 EStG). Das passiert automatisch nach deiner ersten Steuererklärung mit Nebeneinkommen.

Das klingt unangenehm, ist aber logisch: Statt einmal im Jahr eine große Summe zu zahlen, zahlst du in kleineren Raten. Leg dir deshalb von Anfang an 25 bis 35 Prozent deines Nebenverdiensts auf ein separates Konto – dann bist du nie unangenehm überrascht.

Steuererklärung: Was du einreichen musst

Mit Nebeneinkommen aus selbstständiger Tätigkeit bist du verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung einzureichen. Dazu gehören:

  • Anlage S (für freiberufliche Tätigkeit nach § 18 EStG) oder
  • Anlage G (für gewerbliche Tätigkeit nach § 15 EStG)
  • Jeweils mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) – einer vereinfachten Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben

Die EÜR ist kein kompliziertes Dokument: Du listest, was du eingenommen hast, und ziehst davon die Betriebsausgaben ab. Der Rest ist dein Gewinn. Es gibt kostenlose Tools wie ELSTER, die das Formular digital abbilden.

Praktische Schritte von Anfang an

Belege sammeln: Jede Ausgabe für dein Nebeneinkommen gehört dokumentiert – Quittung, Rechnung oder Kontoauszug. Erstell dir einen einfachen Ordner (digital oder physisch) und leg alles dort ab.

Einnahmen aufzeichnen: Führ eine einfache Tabelle: Datum, Kundin, Betrag, Leistung. Das reicht für die EÜR völlig aus.

Rücklagen bilden: 25 bis 35 Prozent deines Gewinns auf ein separates Konto. Nicht anrühren bis zur Steuererklärung.

Steuernummer beantragen: Sobald du mit selbstständiger Tätigkeit beginnst, informiere dein Finanzamt – entweder per ELSTER (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung) oder schriftlich. Du bekommst dann eine Steuernummer für deine Selbstständigkeit.

AJOURE´-Tipp

Trenne dein Geld früh, auch wenn es am Anfang nur kleine Beträge sind. Ein separates Konto für Steuerrücklagen und Business-Ausgaben nimmt Druck aus der Steuererklärung. Wenn du aus deinem Nebeneinkommen Schritt für Schritt ein größeres Angebot machen möchtest, helfen dir klare Preise und Pakete – zum Beispiel mit dem AJOURE´ Preisrechner und dem AJOURE´ Angebotsbaukasten.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ich für Steuern zurücklegen?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil dein persönlicher Steuersatz von deinem gesamten Einkommen abhängt. Als einfache Startregel sind 25 bis 35 Prozent deines Gewinns sinnvoll. Wenn du sehr gut verdienst oder Kirchensteuer zahlst, kann auch mehr nötig sein. Entscheidend ist: Lege lieber zu viel zurück als zu wenig.

Muss ich Nebeneinkommen angeben, wenn ich es nicht angemeldet habe?

Ja. Die Steuerpflicht entsteht unabhängig davon, ob du ein Gewerbe angemeldet hast. Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit müssen in der Steuererklärung angegeben werden – auch wenn du erst im Nachhinein ein Gewerbe anmeldest.

Was passiert, wenn ich Nebeneinkommen nicht angebe?

Das gilt als Steuerhinterziehung und kann zu Nachzahlungen, Zinsen und in schweren Fällen zu Bußgeldern führen. Das Risiko ist real, weil Zahlungen über Plattformen wie PayPal, Stripe oder Etsy bei Bedarf von Behörden abgefragt werden können.

Kann ich die Steuererklärung selbst machen?

Bei überschaubarem Nebeneinkommen und einfacher EÜR: ja. ELSTER ist kostenlos und führt dich durch alle Felder. Wer mehrere Einkommensquellen, Betriebsausgaben-Optimierung oder Unsicherheiten hat, ist bei einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein gut aufgehoben.

Wann lohnt sich ein Steuerberater?

Wenn dein Nebeneinkommen über 10.000 Euro im Jahr liegt, du investierst (Mieteinnahmen, ETFs mit Verlusten), oder du mehrere selbstständige Tätigkeiten kombinierst. Die Kosten für die Steuerberatung sind selbst wieder absetzbar.

Quellen

Grundfreibetrag 2026: Bundesministerium der Finanzen, Einkommensteuergesetz § 32a EStG. Verfügbar unter: gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html

Kleinunternehmerregelung: Umsatzsteuergesetz § 19 UStG. Verfügbar unter: gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html

Gewerbesteuer-Freibetrag: Gewerbesteuergesetz § 11 GewStG. Verfügbar unter: gesetze-im-internet.de/gewstg/__11.html

Steuervorauszahlungen: Einkommensteuergesetz § 37 EStG. Verfügbar unter: gesetze-im-internet.de/estg/__37.html

Freiberufliche Tätigkeit: Einkommensteuergesetz § 18 EStG. Verfügbar unter: gesetze-im-internet.de/estg/__18.html

Homeoffice-Pauschale: Bundesministerium der Finanzen – Jahressteuergesetz 2022, Erhöhung auf 6 Euro/Tag ab VZ 2023. Verfügbar unter: bundesfinanzministerium.de

Foto: KI

Virtual Assistant werden: Was du wirklich verdienst und wie du startest

Frau arbeitet konzentriert mit Laptop im Homeoffice

Virtual Assistant – der Begriff klingt nach Laptop am Strand und vier Stunden Arbeit pro Woche. Die Realität sieht anders aus. Und das ist keine schlechte Nachricht: Wer weiß, was wirklich dahintersteckt, kann fundierter entscheiden – und besser starten.

Dieser Artikel erklärt ehrlich, was ein Virtual Assistant macht, was du realistisch verdienst, wie du die ersten Kunden findest und was du rechtlich wissen musst. Ohne Hype. Mit Zahlen, die sich überprüfen lassen.

AJOURE´-Einordnung

Virtual Assistance kann ein guter Einstieg in die Selbstständigkeit sein, aber sie ist kein „Laptop-Lifestyle“ auf Knopfdruck. Du verkaufst echte Dienstleistung, Verlässlichkeit und Struktur. Wenn du den VA-Weg als Business aufbauen möchtest, findest du im Bereich Business für Frauen weitere Grundlagen zu Angebot, Preisen und Sichtbarkeit.

Was macht ein Virtual Assistant?

Ein Virtual Assistant – kurz VA – arbeitet remote und unterstützt Selbstständige, Unternehmen oder Führungskräfte bei administrativen, organisatorischen oder inhaltlichen Aufgaben. Die Bandbreite ist groß:

Administrative Aufgaben: E-Mail-Management, Kalenderplanung, Recherche, Reisebuchungen, Datenpflege, Kundenkommunikation.

Content & Social Media: Beiträge erstellen oder einplanen, Texte redigieren, Newsletter versenden, Pinterest-Pins gestalten.

Technische Unterstützung: WordPress-Pflege, Shopify-Produkte einstellen, Canva-Designs, einfache Website-Updates.

Projektmanagement & Organisation: Trello oder Asana pflegen, Meeting-Protokolle, Onboarding neuer Kunden koordinieren.

Der Unterschied zum klassischen Bürojob: Du arbeitest von zuhause aus, meist auf Stundenbasis oder für ein monatliches Paket – und du arbeitest gleichzeitig für mehrere Auftraggeber.

Was verdient ein Virtual Assistant realistisch?

Hier werden online oft Zahlen genannt, die nicht repräsentativ sind. Eine realistische Einordnung:

Einsteiger ohne Spezialisierung: 15 bis 25 Euro pro Stunde. Wer gerade anfängt, wenig Referenzen hat und allgemeine Aufgaben übernimmt, liegt in diesem Bereich.

VA mit Erfahrung oder Nische: 30 bis 55 Euro pro Stunde. Wer sich auf einen Bereich spezialisiert – etwa Buchhaltungsvorbereitung, technisches WordPress, oder Social-Media-Management für eine bestimmte Branche – kann deutlich mehr verlangen.

Monatlicher Verdienst im Nebenjob: Bei 10 Stunden pro Woche und 20 Euro Stundensatz wären das rund 800 Euro brutto im Monat. Das ist ein realistischer Einstieg – kein passives Einkommen, aber ein echter finanzieller Unterschied.

Wichtig: Diese Zahlen gelten für Deutschland und setzen voraus, dass du aktiv Kunden findest und regelmäßig arbeitest. Die ersten Monate sind oft langsamer, weil Aufbau Zeit braucht.

Für wen passt der VA-Weg – und für wen nicht?

Passt gut, wenn du:

  • organisiert bist und anderen gern Struktur bringst
  • zuverlässig kommunizierst – auch schriftlich
  • selbstständig arbeitest, ohne ständige Anleitung
  • digitale Tools schnell lernst (E-Mail, Tabellen, Projektmanagement)
  • bereit bist, am Anfang aktiv Kunden zu suchen

Passt weniger, wenn du:

  • passive Einnahmen erwartest (VA ist aktive Dienstleistung)
  • Unsicherheit beim Preis-Setzen scheust
  • kein Interesse daran hast, für andere zu arbeiten und deren Prozesse zu verstehen
  • kurzfristig viel Geld erwartest – der Aufbau dauert

Wie du als Virtual Assistant startest – Schritt für Schritt

Schritt 1: Deine Stärken konkret benennen

Nicht „ich bin organisiert“ – sondern: Was hast du in den letzten Jahren beruflich oder privat gemacht, das anderen nützt? Hast du E-Mail-Postfächer gemanagt, Social-Media-Beiträge erstellt, Excel-Tabellen gepflegt, Kundengespräche koordiniert?

Schreib fünf konkrete Aufgaben auf, die du gut und gern machst. Darum baust du dein erstes Angebot.

Schritt 2: Ein konkretes Angebot definieren

Breite Angebote wie „Ich helfe bei allem“ sind schwer zu verkaufen. Ein klares Angebot ist leichter zu kommunizieren und leichter zu finden. Beispiel: „Ich übernehme E-Mail-Management und Kalenderorganisation für selbstständige Coaches – 10 Stunden pro Monat, Festpreis 350 Euro.“

Das klingt enger, aber es ist leichter, damit anzufangen. Du kannst später ausbauen.

Angebot statt Bauchladen

Je konkreter dein erstes Angebot, desto leichter wird die Kundengewinnung.

Viele starten als VA mit einer langen Liste möglicher Aufgaben. Besser ist ein kleines, verständliches Paket: für wen, welche Aufgabe, welches Ergebnis, welcher Umfang. So können potenzielle Kundinnen schneller entscheiden, ob du passt.

Wenn du daraus eine klare Angebotsseite machen möchtest, hilft dir der Guide zur Website für Selbstständige. Für die Preislogik lohnt sich außerdem der Artikel Preise kalkulieren für Selbstständige.

Schritt 3: Gewerbe anmelden

In Deutschland musst du eine gewerbliche Tätigkeit beim zuständigen Gewerbeamt anmelden, sobald du damit Einkommen erzielst – unabhängig von der Höhe. Die Kosten liegen je nach Stadt zwischen 15 und 60 Euro. Danach meldest du dich beim Finanzamt an und erhältst eine Steuernummer für selbstständige Tätigkeit.

Wer unter 25.000 Euro Jahresumsatz bleibt, kann die Kleinunternehmerregelung nutzen: Du stellst Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus und hast weniger bürokratischen Aufwand. Ein guter Einstieg für den Nebenjob.

Schritt 4: Preis festlegen – und bei ihm bleiben

Viele VAs starten zu günstig, weil sie sich noch nicht sicher fühlen. Das führt zu Unterbezahlung und Erschöpfung. Ein einfacher Einstieg: Berechne, wie viel du netto pro Stunde benötigst, addiere Steuern, Sozialversicherung und Pufferzeit für unbezahlte Aufgaben wie Akquise und Buchhaltung. Als Faustregel gilt: Dein Stundensatz sollte mindestens doppelt so hoch sein wie ein vergleichbarer Bruttostundenlohn in einem Angestelltenverhältnis. Wenn du das konkret durchrechnen möchtest, hilft dir der AJOURE´ Preisrechner für Selbstständige.

Schritt 5: Die ersten Kunden finden

Der häufigste Fehler: Auf Plattformen wie Fiverr warten. Das funktioniert, aber langsam und mit Preisdruck. Schneller geht es über:

Direktes Netzwerk: Sag in deinem Umfeld, was du anbietest. Viele erste Aufträge kommen über Bekannte oder deren Kontakte.

LinkedIn: Profil aktualisieren, klar beschreiben was du anbietest, aktiv mit potenziellen Auftraggebern in Kontakt treten – nicht spammen, sondern echten Mehrwert kommentieren und sichtbar werden.

Facebook-Gruppen: Es gibt aktive Gruppen für Selbstständige, Coaches und Online-Unternehmerinnen in Deutschland, die regelmäßig VAs suchen.

Kaltakquise per E-Mail: Gezielt Selbstständige oder kleine Unternehmen ansprechen, deren Bedarf du erkennst. Mit einem konkreten, personalisierten Angebot – kein Copy-Paste.

Was du steuerlich wissen musst

Nebeneinkommen ist nicht steuerfrei. Wenn dein Gesamteinkommen – also Hauptjob plus Nebentätigkeit – den Grundfreibetrag übersteigt (2025: 12.096 Euro), zahlst du auf den Mehrbetrag Einkommensteuer. Bei einem laufenden Anstellungsverhältnis wird Nebeneinkommen in der Regel separat in der Einkommensteuererklärung angegeben und mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert.

Was viele nicht wissen: Ausgaben für dein VA-Geschäft – Laptop, Software, Büromaterial, Weiterbildung – kannst du als Betriebsausgaben absetzen. Das reduziert deinen steuerpflichtigen Gewinn. Mehr dazu im Artikel Steuererklärung als Freelancerin.

Typische Fehler am Anfang – und wie du sie vermeidest

Zu breites Angebot: „Ich mache alles“ ist für potenzielle Kunden schwer greifbar. Starte mit einem klaren Schwerpunkt.

Zu niedrige Preise: Günstig starten klingt strategisch, zieht aber oft Kunden an, die schwer zu bedienen sind. Lieber einen fairen Preis und weniger Kunden.

Kein schriftlicher Vertrag: Halte Umfang, Stunden und Bezahlung immer schriftlich fest – auch bei kleinen Projekten. Das schützt beide Seiten.

Keine Puffer einplanen: Als VA arbeitest du für andere, aber du brauchst auch Zeit für Akquise, Buchhaltung und Kommunikation. Diese Stunden sind nicht direkt abrechenbar, aber notwendig. Plane sie ein.

Passt auch dazu

VA ist eine Form von Freelancing. Wenn du noch unsicher bist, ob du dich als VA, Freelancerin oder mit einem anderen Nebeneinkommen positionieren sollst, lies ergänzend den Artikel Freelancerin werden. Wenn du später aus deinen Prozessen eigene Vorlagen, Workbooks oder Mini-Guides entwickeln möchtest, ist auch der Einstieg in digitale Produkte spannend.

Deine nächsten Schritte

Diese Woche: Schreib fünf Aufgaben auf, die du gut kannst und gern für andere übernimmst. Definiere daraus ein erstes konkretes Angebot mit Umfang und Preis.

Nächste Woche: Informiere drei bis fünf Personen aus deinem Netzwerk über dein Angebot. Melde dich auf LinkedIn sichtbar.

Wenn du mehr Orientierung willst: Im AJOURE´ Nebeneinkommen-Workbook findest du neben dem VA-Weg auch 20 weitere Modelle im direkten Vergleich – mit ehrlicher Einschätzung, wann welcher Weg sinnvoll ist und wie du in sieben Tagen testest, ob er zu dir passt.

Häufige Fragen

Welche VA-Leistung eignet sich für den Einstieg?

Für den Anfang eignen sich Leistungen, die klar abgrenzbar sind und schnell sichtbare Entlastung bringen: E-Mail-Management, Kalenderorganisation, Recherche, einfache Content-Planung oder WordPress-Pflege. Je konkreter dein erstes Angebot ist, desto leichter kannst du es erklären, bepreisen und verkaufen.

Brauche ich eine Ausbildung, um Virtual Assistant zu werden?

Nein. Es gibt keine geschützte Berufsbezeichnung. Was zählt, sind nachweisbare Fähigkeiten, zuverlässige Kommunikation und der Wille, dich in neue Tools einzuarbeiten. Kurse können helfen, Lücken zu schließen, sind aber kein Pflichtprogramm.

Kann ich als VA von zuhause aus arbeiten?

Ja – das ist das Grundprinzip. Du brauchst einen stabilen Internetanschluss, einen Computer und Zugang zu den Tools deiner Kunden (meist E-Mail, Kalender, Projektmanagement-Software).

Wie viele Stunden pro Woche muss ich mindestens investieren?

Als Nebenjob sind 5 bis 15 Stunden pro Woche ein realistischer Rahmen. Darunter wird es schwierig, Kunden zu halten und den Aufbau voranzutreiben. Mehr ist möglich, aber nur wenn dein Hauptjob es zulässt.

Was ist der Unterschied zwischen VA und Freelancerin?

Technisch sind beide selbstständig tätig. „Virtual Assistant“ beschreibt eine bestimmte Art von Dienstleistung – organisatorische und administrative Unterstützung auf Distanz. Freelancerin ist der übergeordnete Begriff für alle, die auf Projektbasis für verschiedene Auftraggeber arbeiten. Mehr zur allgemeinen Einordnung findest du im Artikel Freelancerin werden.

Quellen

Stundensätze und Vergütung: Freelancer-Kompass 2024, GULP / Hays (jährliche Studie zu Freelancer-Stundensätzen in Deutschland). Verfügbar unter: gulp.de/gulp2/home/presse/freelancer-kompass.html

Gewerbanmeldung und Kleinunternehmerregelung: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz – Existenzgründungsportal. Verfügbar unter: existenzgruender.de

Grundfreibetrag 2025: Bundesministerium der Finanzen, Einkommensteuergesetz § 32a EStG. Verfügbar unter: gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html

Wachstum der Remote- und Freelance-Wirtschaft: Statista – Anteil der Freelancer an der Erwerbsbevölkerung in Deutschland 2023. Verfügbar unter: statista.com

Markt für virtuelle Assistenz: Allied Market Research – Virtual Assistant Market Report 2023. Verfügbar unter: alliedmarketresearch.com

Foto: Surface / Unsplash, Bearbeitung: AJOURE´

Gewinnspiel: Wir verlosen 3 Kinopakete zu „Couscous und Geheimnisse“

Couscous und Geheimnisse

Ein bisschen Paris, ein bisschen Familienchaos und ganz viel kulinarischer Charme: Zum Kinostart der französischen Komödie „Couscous und Geheimnisse“ verlosen wir gemeinsam mit Lighthouse 3 tolle Gewinnpakete.

Ab dem 25. Juni 2026 bringt „Couscous und Geheimnisse“ jede Menge Herz, Humor und kulinarische Würze auf die große Leinwand. Im Mittelpunkt steht Mehdi, ein junger algerischer Koch, der eigentlich kurz vor einem großen Schritt steht: Gemeinsam mit seiner Partnerin Léa möchte er das Bistro übernehmen, in dem er tagsüber mit Leidenschaft französische Küche zaubert.

Zwischen Familie, Liebe und kleinen Notlügen

So offen und ambitioniert Mehdi im Restaurant ist, so kompliziert wird es zu Hause. Vor seiner Mutter Fatima spielt er noch immer den perfekten Sohn, der ihren Erwartungen entspricht. Léa und seine große Liebe zur französischen Gastronomie passen in dieses Bild allerdings nicht so richtig hinein.

Als Léa schließlich darauf besteht, Fatima kennenzulernen, gerät Mehdi immer stärker unter Druck. Statt reinen Tisch zu machen, entscheidet er sich für eine kleine Notlüge. Doch wie das mit kleinen Notlügen so ist: Sie bleiben selten klein. Schon bald nimmt das Ganze eine Eigendynamik an, bei der Missverständnisse, Familienbilder und kulturelle Erwartungen schneller hochkochen als ein Topf Couscous.

Eine liebevolle Culture-Clash-Komödie

Regisseur Amine Adjina erzählt mit „Couscous und Geheimnisse“ eine warmherzige Komödie über das Leben zwischen zwei Kulturen, über unausgesprochene Erwartungen, familiäre Bindungen und den Mut, zu sich selbst zu stehen. Serviert wird das Ganze mit viel Wärme, feinem Humor und einem Ensemble, das den Film besonders lebendig macht.

In den Hauptrollen sind unter anderem Younès BoucifClara BretheauHiam Abbass und Malika Zerrouki zu sehen.

Das gibt es zu gewinnen

Passend zum Kinostart verlosen wir 3 Gewinnpakete. Jedes Paket besteht aus:

2 Kinokarten für „Couscous und Geheimnisse“
1 Buch „Paris zum Verlieben“ aus dem Frederking & Thaler Verlag

Paris zum VerliebenCouscous und Geheimnisse Freikarten

Über das Buch „Paris zum Verlieben“

Als besonderes Extra wartet auf die Gewinnerinnen und Gewinner das Buch „Paris zum Verlieben“ aus dem Frederking & Thaler Verlag. Der liebevoll gestaltete Band ist mehr als ein klassischer Stadtführer: Mit 40 handgezeichneten Karten führt er durch charmante Gassen, gemütliche Cafés, versteckte Parks und zu besonderen Orten, die Paris mit Herz, Stil und jeder Menge Atmosphäre zeigen.

Das Buch ist eine kleine Liebeserklärung an perfekte Croissants, Spaziergänge an der Seine und all die magischen Ecken, die man in der französischen Hauptstadt entdecken kann.

So nehmt ihr teil

Füllt einfach das untenstehende Teilnahmeformular aus und schon seid ihr im Lostopf.

„Couscous und Geheimnisse“ startet am 25. Juni 2026 im Kino.

 

Jetzt am Gewinnspiel teilnehmen –
Versuche dein Glück!

* erforderlich










Ich akzeptiere die Teilnahmebedingungen **

 

** Teilnahmebedingungen:

Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen Personen mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz außer Mitarbeitern der beteiligten Firmen und deren Angehörigen. Die Gewinner werden unter allen Einsendern der richtigen Lösung durch das Los ermittelt und anschließend per E-Mail benachrichtigt. Eine Barauszahlung des Gewinnwertes ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich möchte den ajoure.de Newsletter abonnieren und bin damit einverstanden, dass ich per E-Mail über Angebote der Ajouré GmbH & Co. KG informiert werde. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.

Teilnahmeschluss ist der 31.03.2026.

 

Fotos: © 2026 Lighthouse

Finanzielle Unabhängigkeit beginnt im Kopf

Frau arbeitet konzentriert am Laptop und plant ihre finanzielle Unabhängigkeit

Finanzielle Unabhängigkeit klingt oft nach einem großen, weit entfernten Ziel: genug Geld, um frei entscheiden zu können. Nicht von einem Partner abhängig sein. Rücklagen haben. Investieren. Vielleicht irgendwann weniger arbeiten, selbstständiger arbeiten oder ein eigenes Business aufbauen.

Aber bevor daraus ein Plan wird, passiert bei vielen Frauen etwas anderes: Sie bremsen sich innerlich aus.

Nicht, weil sie „schlecht mit Geld“ wären. Nicht, weil sie nicht ehrgeizig genug wären. Sondern weil Geld, Sicherheit und Selbstbestimmung selten nur mit Zahlen zu tun haben. Sie hängen auch daran, was du dir zutraust, was du über Geld gelernt hast und welche Rolle du dir selbst erlaubst einzunehmen.

Genau darum geht es in diesem Artikel: nicht um leere Manifestationssätze, sondern um ein Money-Mindset, das dich handlungsfähiger macht. Denn finanzielle Unabhängigkeit beginnt nicht nur auf dem Konto. Sie beginnt auch mit der Frage, ob du dir selbst erlaubst, klare Entscheidungen für dein Geld zu treffen.

Kurz gesagt: Mindset ersetzt keinen Finanzplan.

Aber ohne ein gesundes Money-Mindset setzt du viele gute Finanzpläne gar nicht erst um. Du verhandelst nicht. Du schaust nicht genau hin. Du verschiebst Entscheidungen. Oder du hältst dich kleiner, als du müsstest.

Was finanzielle Unabhängigkeit wirklich bedeutet

Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet nicht für jede Frau dasselbe. Für die eine heißt es: genug Rücklagen zu haben, um nicht bei jeder unerwarteten Rechnung nervös zu werden. Für die andere: nach einer Trennung nicht in existenzielle Panik zu geraten. Für wieder eine andere: selbstständig zu arbeiten, weniger abhängig von einem Arbeitgeber zu sein oder langfristig Vermögen aufzubauen.

Der wichtigste Punkt ist: Du brauchst deine eigene Definition. Nicht die von Instagram. Nicht die von Finanz-Influencern. Nicht die von Menschen, die dir erzählen, du müsstest in drei Monaten fünfstellig verdienen.

Eine realistische Definition kann zum Beispiel so aussehen:

  • Ich kenne meine monatlichen Fixkosten.
  • Ich habe einen Notgroschen, der mehrere Monate abdeckt.
  • Ich verdiene genug, um nicht nur zu leben, sondern auch vorzusorgen.
  • Ich investiere regelmäßig, auch wenn es am Anfang kleine Beträge sind.
  • Ich weiß, welche finanziellen Entscheidungen ich nicht länger aufschieben will.

Finanzielle Unabhängigkeit ist also weniger ein einzelner Kontostand als eine Kombination aus Klarheit, Einkommen, Rücklagen, Vorsorge und Entscheidungsspielraum.

AJOURE´ Tool

Wenn du zuerst Sicherheit aufbauen willst

Bevor du über große Ziele nachdenkst, lohnt sich ein nüchterner Blick auf deine Rücklagen. Unser Notgroschen-Rechner hilft dir einzuschätzen, wie viel finanzielle Sicherheit du für deine Lebenssituation brauchst.

Notgroschen-Rechner öffnen

Warum Mindset trotzdem eine Rolle spielt

Über Geld zu sprechen ist für viele Frauen immer noch unangenehm. Über Gehalt zu sprechen, noch mehr. Über Investieren, Altersvorsorge oder Vermögensaufbau zu sprechen, wirkt schnell „zu groß“, „zu trocken“ oder „nicht wie ich“.

Genau hier setzt Mindset an. Es geht nicht darum, dir einzureden, dass alles leicht ist. Es geht darum, innere Muster zu erkennen, die dich von guten Entscheidungen abhalten.

Typische Gedanken sind zum Beispiel:

  • „Ich bin einfach nicht gut mit Geld.“
  • „Über Geld spricht man nicht.“
  • „Verhandeln wirkt unsympathisch.“
  • „Investieren ist zu riskant für mich.“
  • „Andere können das, aber ich nicht.“

Solche Sätze fühlen sich oft wie Wahrheit an. Häufig sind sie aber nur alte Überzeugungen, die nie überprüft wurden. Und genau da wird es spannend: Wenn du einen Gedanken erkennst, kannst du entscheiden, ob du ihm weiter folgen willst.

Die 6 Schritte zu einem Money-Mindset, das dich weiterbringt

1. Erkenne deine Geldsätze

Schreib dir auf, welche Sätze dir spontan zu Geld einfallen. Nicht die schönen, vernünftigen Sätze, sondern die ehrlichen.

Reiche Frauen sind …
Wenn ich mehr Geld verdiene, dann …
Frauen, die verhandeln, wirken …
Investieren ist für Menschen, die …
Ich bin finanziell unabhängig, wenn …

Diese Übung ist simpel, aber sehr aufschlussreich. Sie zeigt dir, ob du Geld eher mit Freiheit, Sicherheit und Gestaltung verbindest oder mit Angst, Schuld und Überforderung.

2. Trenne Gefühl von Fakt

Ein Gedanke wie „Ich kann nicht mit Geld umgehen“ ist kein Fakt. Ein Fakt wäre: „Ich kenne meine monatlichen Ausgaben aktuell nicht genau.“ Das ist ein Unterschied.

Der erste Satz macht dich klein. Der zweite zeigt dir eine konkrete nächste Handlung.

Frag dich deshalb bei jedem belastenden Geldgedanken: Ist das eine Tatsache oder eine Geschichte, die ich mir erzähle?

Aus „Ich kann das nicht“ wird „Ich habe es noch nicht sortiert“.

Das klingt kleiner, ist aber ein riesiger Unterschied. Denn was noch nicht sortiert ist, kannst du sortieren. Was du angeblich grundsätzlich nicht kannst, fühlt sich dagegen wie eine feste Identität an.

3. Definiere dein erstes finanzielles Sicherheitsziel

Viele Frauen starten mit einem zu großen Ziel: finanzielle Freiheit, passives Einkommen, Vermögensaufbau, Selbstständigkeit. Das kann motivierend sein, aber auch lähmen.

Besser ist ein erstes Sicherheitsziel. Zum Beispiel:

  • 500 Euro Puffer aufbauen
  • einen Monatsbedarf als Notgroschen sparen
  • alle Fixkosten sauber erfassen
  • einen ETF-Sparplan verstehen und starten
  • deinen Marktwert und deine Gehaltsargumente sammeln

Dieses erste Ziel muss nicht beeindruckend klingen. Es muss umsetzbar sein. Finanzielle Unabhängigkeit entsteht nicht durch einen perfekten Plan, sondern durch wiederholte Entscheidungen, die dich stabiler machen.

4. Arbeite an deinem Einkommen, nicht nur an deinen Ausgaben

Sparen ist wichtig. Aber finanzielle Unabhängigkeit entsteht selten nur dadurch, dass du dir alles verkneifst. Besonders für Frauen ist der Blick auf Einkommen zentral: Gehalt, Verhandlung, berufliche Entwicklung, Selbstständigkeit, Nebeneinkommen oder ein eigenes Angebot.

Der Gender Pay Gap zeigt, dass Einkommensunterschiede nicht nur ein individuelles Thema sind. Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt weiterhin weniger als Männer. Ein Teil der Lücke hängt mit strukturellen Faktoren wie Teilzeit, Branchenwahl und Erwerbsunterbrechungen zusammen. Trotzdem bleibt auch bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation eine bereinigte Lücke.

Das ist kein Grund, sich schuldig zu fühlen. Es ist ein Grund, den eigenen Marktwert ernst zu nehmen.

Passend dazu

Wenn du dein Einkommen aktiver angehen willst

Der nächste konkrete Schritt kann eine Gehaltsverhandlung sein. In unserem Artikel findest du typische Fehler, bessere Formulierungen und konkrete Gesprächsansätze.

Gehaltsverhandlung vorbereiten

5. Such dir eine Strategie, die zu deinem Leben passt

Es gibt nicht den einen Weg zu finanzieller Unabhängigkeit. Für manche Frauen ist ein sicherer Job plus ETF-Sparplan der richtige Weg. Für andere ist ein Nebeneinkommen sinnvoll. Wieder andere wollen ein Business aufbauen oder sich langfristig selbstständig machen.

Wichtig ist nicht, welcher Weg am lautesten beworben wird. Wichtig ist, welchen Weg du realistisch umsetzen kannst.

Frag dich:

  • Wie viel Sicherheit brauche ich gerade?
  • Wie viel Zeit und Energie habe ich wirklich?
  • Will ich mehr verdienen, mehr behalten oder mein Geld besser arbeiten lassen?
  • Bin ich eher im Angestelltenkontext, in der Selbstständigkeit oder dazwischen?
  • Welcher nächste Schritt wäre klein genug, dass ich ihn diese Woche wirklich mache?

Eine gute Strategie fühlt sich nicht immer bequem an. Aber sie sollte zu deiner aktuellen Lebensrealität passen.

6. Baue Vertrauen durch Beweise auf

Selbstvertrauen entsteht nicht dadurch, dass du wartest, bis du dich bereit fühlst. Es entsteht, wenn du dir selbst beweist, dass du handeln kannst.

Das können kleine Beweise sein:

  • Du prüfst deine Fixkosten.
  • Du kündigst ein unnötiges Abo.
  • Du rechnest deinen Notgroschen aus.
  • Du liest dich in ETFs ein.
  • Du formulierst drei Gehaltsargumente.
  • Du sprichst mit einer Freundin offen über Geld.

Mach daraus eine kleine Liste. Jeden Abend ein Satz: „Heute habe ich für meine finanzielle Unabhängigkeit …“ Nach 30 Tagen siehst du schwarz auf weiß, dass du nicht nur nachdenkst, sondern dich bewegst.

Was du diese Woche konkret tun kannst

Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, starte hier:

  1. Schreib drei Geldsätze auf, die dich bremsen.
  2. Formuliere jeden Satz in eine konkrete Handlung um.
  3. Berechne deinen monatlichen Mindestbedarf.
  4. Lege ein erstes Sicherheitsziel fest.
  5. Entscheide dich für einen nächsten Schritt: mehr Klarheit, mehr Einkommen oder mehr Vorsorge.

Mehr braucht es für den Anfang nicht. Nicht perfekt. Nicht vollständig. Nur ehrlich genug, damit du ins Handeln kommst.

AJOURE´ Orientierung

Wenn du tiefer einsteigen willst

Je nachdem, wo du gerade stehst, passen diese nächsten Schritte besonders gut:

Ein letzter Gedanke

Finanzielle Unabhängigkeit ist kein Zustand, den du erst verdienst, wenn du alles perfekt machst. Sie beginnt viel früher: wenn du anfängst, deine finanzielle Realität ernst zu nehmen.

Du musst nicht sofort alles wissen. Du musst nicht sofort investieren, verhandeln, gründen und einen perfekten 10-Jahres-Plan haben. Aber du darfst anfangen, dich selbst als Frau zu sehen, die Geldthemen nicht länger wegschiebt.

Denn am Ende geht es nicht nur darum, mehr Geld zu haben. Es geht darum, mehr entscheiden zu können.

 

Foto: AI

Krankenversicherung als Selbstständige: GKV oder PKV?

Selbstständige Frau bespricht Unterlagen zur Krankenversicherung in einer Beratungssituation

Wenn du dich selbstständig machst, kommt irgendwann dieser Moment, in dem aus „Ich starte jetzt“ plötzlich sehr erwachsene Fragen werden. Eine davon lautet: Wie versichere ich mich eigentlich?

GKV oder PKV klingt erst einmal nach Bürokratie. In Wahrheit ist es eine der wichtigsten Finanzentscheidungen deiner Selbstständigkeit. Denn deine Krankenversicherung beeinflusst nicht nur deinen monatlichen Fixkostenblock, sondern auch deine Sicherheit bei Krankheit, deine Familienplanung, deine Rücklagen und später auch deine Spielräume im Alter.

Die gute Nachricht: Du musst diese Entscheidung nicht aus Angst treffen. Du musst auch nicht sofort alles perfekt verstehen. Du brauchst eine ruhige Struktur, aktuelle Eckwerte und die richtigen Fragen. Genau dafür ist dieser Guide da.

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Krankenversicherungs-Checkliste + Rechner

Wenn du deine Entscheidung nicht nur lesen, sondern wirklich durchdenken willst: Hol dir die AJOURE´ Checkliste und den Excel-Rechner per E-Mail und gehe deine Zahlen Schritt für Schritt durch.

Redaktionelle Orientierung, keine Versicherungs-, Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

Krankenversicherung als Selbstständige: Warum die Entscheidung so groß wirkt

Als Angestellte läuft vieles automatisch: Arbeitgeberanteil, Meldungen, Lohnabrechnung, Sozialversicherung. Als Selbstständige sitzt du plötzlich selbst am Steuer. Du zahlst deine Beiträge selbst, musst Ausfälle selbst abfedern und solltest wissen, welche Absicherung wirklich zu deinem Leben passt.

Gerade für Frauen ist diese Entscheidung oft emotional aufgeladen. Nicht, weil Frauen weniger rational entscheiden. Sondern weil bei vielen zusätzlich Themen wie schwankendes Einkommen, Care-Arbeit, Kinderwunsch, Teilzeitphasen, Rückkehr in eine Anstellung oder eine spätere finanzielle Neuorientierung mitschwingen.

Die zwei Grundwege: gesetzlich oder privat

Für Selbstständige gibt es im Kern zwei Wege: die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder eine private Krankenversicherung (PKV). Beide können richtig sein. Beide können falsch sein, wenn sie nicht zu deiner Situation passen.

Gesetzliche Krankenversicherung: planbarer, solidarischer, einkommensabhängig

In der GKV orientiert sich dein Beitrag grundsätzlich an deinen beitragspflichtigen Einnahmen. 2026 liegt der allgemeine Beitragssatz bei 14,6 Prozent, der ermäßigte Beitragssatz bei 14,0 Prozent. Dazu kommt der individuelle Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse. Als Orientierung wird für 2026 ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent genannt. Zusätzlich musst du die Pflegeversicherung einplanen.

Wichtig: Die GKV rechnet nicht unbegrenzt auf jedes Einkommen. Die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung liegt 2026 bei 5.812,50 Euro monatlich. Gleichzeitig gibt es für freiwillig Versicherte eine Mindestbemessungsgrundlage. Selbst wenn du weniger verdienst, kann also ein Mindestbeitrag anfallen.

GKV passt häufig gut, wenn dein Einkommen schwankt, du Familienversicherung brauchst, du Vorerkrankungen hast, du Kinder planst oder dir Planbarkeit wichtiger ist als ein möglicherweise niedrigerer Beitrag in jungen, gesunden Jahren.

Private Krankenversicherung: individueller, leistungsstark, langfristig anspruchsvoll

In der PKV hängt dein Beitrag nicht direkt von deinem Einkommen ab, sondern vor allem von Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Tarif, Leistungsumfang, Selbstbehalt und Beitragsentwicklung. Neue Tarife sind Unisex-Tarife; das Geschlecht darf bei neuen Verträgen nicht einfach als Preisfaktor genutzt werden.

Die PKV kann attraktiv wirken, wenn du gesund bist, gut verdienst, keine beitragsfreie Familienversicherung brauchst und Wert auf bestimmte Leistungen legst. Aber sie ist keine kurzfristige Sparlösung. Du brauchst langfristig Rücklagen für steigende Beiträge, musst Krankentagegeld sauber absichern und solltest die Rückkehr in die GKV nicht als Plan B einpreisen.

Der größte Fehler: nur den Monatsbeitrag vergleichen

Viele Vergleiche bleiben an der Oberfläche: GKV kostet X, PKV kostet Y. Das ist zu kurz gedacht. Entscheidend ist dein kompletter Absicherungsblock.

  • Krankenversicherung: Was kostet der eigentliche Schutz?
  • Pflegeversicherung: Was kommt zusätzlich dazu?
  • Krankengeld oder Krankentagegeld: Was passiert, wenn du sechs, acht oder zwölf Wochen ausfällst?
  • Selbstbehalt: Welche Kosten trägst du im Jahr selbst?
  • Familie: Müssen Partner oder Kinder mitversichert werden?
  • Alter: Kannst du Beiträge auch später noch tragen?

Genau deshalb enthält unser Rechner nicht nur eine einfache Monatszahl, sondern auch Pflegeversicherung, Selbstbehalt, Krankengeld-Frage und langfristige Orientierungswerte.

Was 2026 für die GKV wichtig ist

Für deine grobe Planung sind diese Werte besonders wichtig:

  • Allgemeiner Beitragssatz: 14,6 Prozent, relevant wenn Krankengeldanspruch berücksichtigt wird.
  • Ermäßigter Beitragssatz: 14,0 Prozent, wenn kein Krankengeldanspruch enthalten ist.
  • Zusatzbeitrag: kassenindividuell; der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt 2026 bei 2,9 Prozent.
  • Beitragsbemessungsgrenze: 5.812,50 Euro monatlich in der Krankenversicherung.
  • Pflegeversicherung: zusätzlich einplanen; der Satz hängt unter anderem davon ab, ob du Kinder hast.

Bitte prüfe vor einer echten Entscheidung immer die konkreten Werte deiner Krankenkasse. Der Artikel und der Rechner geben Orientierung, ersetzen aber keine individuelle Berechnung.

Krankengeld: der Punkt, den viele Selbstständige unterschätzen

Wenn du angestellt bist, ist Krankheit oft unangenehm, aber finanziell zumindest teilweise abgefedert. Als Selbstständige kann ein längerer Ausfall direkt deine Einnahmen treffen. Deshalb ist die Frage nach Krankengeld oder Krankentagegeld nicht nebensächlich, sondern zentral.

In der GKV musst du prüfen, ob und wie du Krankengeld absicherst. In der PKV brauchst du in der Regel ein passendes Krankentagegeld. Ohne diese Absicherung kann ein günstiger Monatsbeitrag trügerisch sein.

Familie, Kinderwunsch und Care-Arbeit: bitte ehrlich mitdenken

Wenn du Kinder planst, Angehörige versorgst oder perspektivisch weniger arbeiten möchtest, sollte die Entscheidung nicht nur auf dem aktuellen Einkommen basieren. Die GKV kann durch Familienversicherung und solidarische Struktur Vorteile haben. In der PKV braucht jede Person grundsätzlich einen eigenen Vertrag.

Das heißt nicht automatisch: Frauen sollten immer in der GKV bleiben. Es heißt nur: Eine gute Entscheidung rechnet mit deinem echten Leben, nicht nur mit einem idealen Business-Jahr.

Rückkehr in die GKV: kein Plan, auf den du dich blind verlassen solltest

Ein häufiger Denkfehler lautet: „Ich gehe jetzt privat, und wenn es später teuer wird, wechsle ich zurück.“ So einfach ist es oft nicht. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung kann je nach Alter, Erwerbsstatus und Vorversicherung schwierig sein. Besonders ab 55 Jahren gelten enge Regeln.

Wenn du die PKV prüfst, dann bitte als langfristige Entscheidung. Nicht als günstige Zwischenlösung.

Eine einfache Entscheidungshilfe

GKV spricht eher für dich, wenn:

  • dein Einkommen noch schwankt oder nicht dauerhaft hoch ist,
  • du Familie beitragsfrei mitversichern möchtest,
  • Vorerkrankungen oder laufende Behandlungen eine Rolle spielen,
  • du Kinder planst oder Care-Phasen realistisch sind,
  • du eine planbare, solidarische Lösung möchtest.

PKV solltest du sorgfältig prüfen, wenn:

  • du gesund bist und ein stabiles hohes Einkommen hast,
  • du keine Familienversicherung brauchst,
  • du bestimmte Leistungen oder schnellere Facharzttermine sehr hoch gewichtest,
  • du langfristige Beitragssteigerungen realistisch einkalkulierst,
  • du Krankentagegeld, Pflege und Altersbeiträge separat sauber planst.

So gehst du jetzt konkret vor

Erstens: Trage deine Zahlen in den AJOURE´ Krankenversicherungs-Rechner ein. Zweitens: Fülle die PDF-Checkliste aus und markiere alle Punkte, bei denen du unsicher bist. Drittens: Hole dir konkrete Werte von deiner Krankenkasse oder mehrere PKV-Angebote. Viertens: Stelle einer unabhängigen Beratung gezielte Fragen statt mit einem diffusen „Ich weiß nicht“ hineinzugehen.

Wenn du deine Selbstständigkeit insgesamt finanziell stabiler aufstellen willst, passen als nächster Schritt auch unser Notgroschen-Rechner, der Netto-Ziel-Rechner für Selbstständige und der Überblick Finanzen für Frauen.

FAQ: Krankenversicherung als Selbstständige

Was ist günstiger: GKV oder PKV?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei niedrigem oder schwankendem Einkommen ist die GKV oft planbarer. Bei hohem stabilem Einkommen kann die PKV günstiger wirken, muss aber mit langfristigen Beiträgen, Gesundheitsprüfung, Selbstbehalt und Krankentagegeld betrachtet werden.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist der maximale Einkommensbetrag, bis zu dem GKV-Beiträge berechnet werden. 2026 liegt sie in der Krankenversicherung bei 5.812,50 Euro monatlich.

Kann ich als Selbstständige in der GKV bleiben?

Ja, viele Selbstständige sind freiwillig gesetzlich versichert. Entscheidend sind deine Vorversicherung, deine Situation und die konkrete Anmeldung bei der Krankenkasse.

Ist die PKV für Frauen schlechter?

Nicht grundsätzlich. Neue PKV-Tarife sind Unisex-Tarife. Entscheidend sind nicht „Frau oder Mann“, sondern Alter, Gesundheitszustand, Tarif, Leistungen, Familienplanung und langfristige Finanzplanung.

Welche Absicherung brauche ich zusätzlich?

Prüfe besonders Krankengeld/Krankentagegeld, Berufsunfähigkeitsversicherung, Betriebshaftpflicht je nach Tätigkeit, Notgroschen und Altersvorsorge. Krankenversicherung ist nur ein Teil deiner finanziellen Sicherheit.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Sozialgesetzbuch V §§ 240, 241 und 243: beitragspflichtige Einnahmen und Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Bundesregierung/BMAS: Sozialversicherungs-Rechengrößen 2026, insbesondere Beitragsbemessungsgrenze und Jahresarbeitsentgeltgrenze.
  • Bundesgesundheitsministerium und GKV-Schätzerkreis: durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2026.
  • Verbraucherzentrale: Informationen zur privaten Krankenversicherung, Wechsel und Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung.
  • PKV-Verband: Informationen zu privater Krankenversicherung, Basistarif und Tarifwechselrechten.

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Verkürzter Zyklus – was steckt dahinter?

Menstruationstasse und Zyklus-App - verkürzter Zyklus

Plötzlich kommt deine Periode früher als gewohnt, und das nicht nur einmal? Ein verkürzter Zyklus kann beunruhigend sein. Daher lohnt es sich, genauer hinzuschauen. In diesem Artikel erklären wir dir, was hinter einem kurzen Zyklus stecken kann, welche Warnzeichen du ernst nehmen solltest und was du jetzt konkret tun kannst.

Was gilt überhaupt als normaler Zyklus?

Der weibliche Zyklus dauert im Durchschnitt 28 Tage – aber das ist nur ein Richtwert.[1] Ein Zyklus zwischen 25 und 35 Tagen ist als normal anzusehen. Alles darunter wird medizinisch als verkürzter Zyklus (Polymenorrhoe) bezeichnet. Wichtig ist dabei nicht nur ein einzelner kurzer Zyklus, sondern das Muster: Wenn deine Periode regelmäßig häufiger als alle 3 Wochen kommt, solltest du das ärztlich abklären lassen.

Mögliche Ursachen: Warum wird dein Zyklus kürzer?

Ein plötzlich verkürzter Zyklus kann viele Ursachen haben. Die häufigsten Ursachen sind:

Hormonelle Schwankungen

Hormone sind sensible Botenstoffe – und sie reagieren auf fast alles. Stress, Schlafmangel oder starke Gewichtsveränderungen können das hormonelle Gleichgewicht durcheinanderbringen und dazu führen, dass dein Zyklus kürzer wird. Östrogen und Progesteron bestimmen den Takt deines Zyklus: Geraten sie aus dem Gleichgewicht, verschiebt sich auch der Rhythmus deiner Periode.

Perimenopause

Wenn du Mitte 40 bist oder älter, kann ein Zyklus, der immer kürzer wird, auf den Beginn der Wechseljahre hindeuten. In der sogenannten Perimenopause – der Phase vor der eigentlichen Menopause – verändert sich die Hormonproduktion der Eierstöcke. Studien zeigen, dass sich der Zyklus in dieser Phase im Durchschnitt um 2 bis 7 Tage verkürzen kann, bevor er schließlich unregelmäßig wird.

Schilddrüsenprobleme

Eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse zählt zu den häufig übersehenen Ursachen für Zyklusveränderungen. Die Schilddrüse beeinflusst direkt den Hormonspiegel und damit auch deinen Menstruationszyklus. Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose) kann es zu einem kurzen Zyklus oder unregelmäßigen Blutungen kommen.

Polyp oder Myom

Gutartige Wucherungen in der Gebärmutter, wie Polypen oder Myome, können die Zykluslänge beeinflussen. Sie verändern die Gebärmutterschleimhaut und können dazu führen, dass die Blutung früher einsetzt oder stärker wird.

Stress und Lebensstil

Chronischer Stress beeinflusst über die sogenannte HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) direkt die Hormonausschüttung. Wer dauerhaft unter Druck steht, hat ein erhöhtes Risiko für einen plötzlich verkürzten Zyklus – denn der Körper reagiert auf Belastung, indem er Prioritäten setzt.

Warnzeichen: Wann solltest du zum Arzt?

Nicht jede Zyklusveränderung ist ein Notfall – aber einige Signale solltest du nicht auf die lange Bank schieben:

  • Periode alle 2 Wochen oder häufiger: Wenn deine Blutung schon nach 2 Wochen erneut einsetzt, ist das ein klares Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Sprich zeitnah mit deinem Gynäkologen.
  • Starke Schmerzen oder ungewöhnlich starke Blutung: Beides kann auf strukturelle Veränderungen in der Gebärmutter hinweisen.
  • Dein Zyklus wird immer kürzer über mehrere Monate: Wenn sich der Trend fortsetzt und der Abstand zwischen den Blutungen kontinuierlich abnimmt, ist eine gynäkologische Untersuchung dringend empfohlen.
  • Zwischenblutungen: Blutungen außerhalb der eigentlichen Periode sollten immer abgeklärt werden.
  • Unerfüllter Kinderwunsch: Ein kurzer Zyklus kann die Eireifung beeinflussen und die Fruchtbarkeit mindern. Wenn du schwanger werden möchtest, ist eine frühzeitige Abklärung wichtig.

Was du jetzt tun kannst

  • Zyklus tracken: Nutze eine App oder ein Notizbuch, um deine Zykluslänge, Blutungsstärke und Begleitbeschwerden zu dokumentieren. Das gibt dir – und deiner Ärztin – wertvolle Informationen.
  • Blutbild und Hormonstatus checken lassen: Ein einfacher Bluttest kann Schilddrüsenwerte, Östrogen, Progesteron und weitere wichtige Parameter zeigen.
  • Stress aktiv reduzieren: Yoga, Atemübungen oder regelmäßige Bewegung können helfen, das hormonelle Gleichgewicht zu unterstützen.
  • Schlaf priorisieren: Schlafmangel wirkt sich direkt auf die Hormonproduktion aus. Ausreichend Schlaf ist eine Grundvoraussetzung für einen stabilen Zyklus.
  • Gynäkologen aufsuchen: Besonders wenn dein Zyklus plötzlich kürzer wird, du Periode alle 2 Wochen hast oder dein Zyklus immer kürzer wird, ist ein ärztliches Gespräch der wichtigste Schritt.

Fazit

Ein verkürzter Zyklus ist nicht automatisch gefährlich – aber er ist ein Signal deines Körpers, das du ernst nehmen solltest. Ob Stress, Hormone oder eine behandelbare Erkrankung: Die Ursachen sind vielfältig, und die gute Nachricht ist, dass die meisten davon gut behandelbar sind. Hör auf deinen Körper, halte deinen Zyklus im Blick – und scheue dich nicht, Unterstützung zu holen, wenn sich etwas verändert.


[1] „Weiblicher Zyklus – Wann sind die fruchtbaren Tage?“ Frauenaerzte-im-netz.de, www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/natuerliche-familienplanung/weiblicher-zyklus-wann-sind-die-fruchtbaren-tage/. Zugegriffen 2. Juni 2026.

[2] „Hormonstörungen“. Frauenaerzte-im-netz.de, www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/hormonstoerungen/. Zugegriffen 2. Juni 2026.

[3] Delamater, Lara, und Nanette Santoro. „Management of the Perimenopause“. Clinical Obstetrics and Gynecology, Bd. 61, Nr. 3, 2018, S. 419–432, doi:10.1097/GRF.0000000000000389.

 

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Gehaltsverhandlung nach Elternzeit: So verhandelst du deine Rückkehr fair

Berufstätige Mutter bereitet Gehaltsverhandlung nach Elternzeit am Schreibtisch vor

Die Rückkehr aus der Elternzeit ist selten nur ein organisatorischer Termin. Sie ist oft ein innerer Übergang: Du kommst zurück in einen Job, aber nicht in exakt dieselbe Lebenssituation. Du hast vielleicht weniger planbare Zeit, mehr Verantwortung zu Hause und trotzdem den Wunsch, beruflich nicht kleiner zu werden.

Genau deshalb ist die Gehaltsverhandlung nach Elternzeit so sensibel. Viele Frauen denken: „Ich sollte erstmal wieder reinkommen.“ Oder: „Ich bin froh, wenn alles klappt.“ Das ist verständlich. Aber dein Gehalt, deine Stunden, deine Rolle und dein nächster Entwicklungsschritt sollten nicht einfach nebenbei passieren.

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Warum du nach der Elternzeit nicht automatisch bei null startest

Elternzeit bedeutet nicht, dass deine berufliche Erfahrung gelöscht wurde. Dein Arbeitsverhältnis besteht während der Elternzeit fort. Nach Ende der Elternzeit lebt es grundsätzlich nach den arbeitsvertraglichen Vereinbarungen wieder auf. Gleichzeitig können sich Markt, Team, Aufgaben und Gehaltsbänder verändert haben.

Darum geht es in deinem Gespräch nicht darum, dankbar um einen Platz zu bitten. Es geht darum, deine Rückkehr professionell zu sortieren: Welche Rolle übernimmst du? Welche Verantwortung trägst du? Wie wird deine Arbeitszeit bewertet? Und passt dein Gehalt noch zu Markt und Leistung?

Der finanzielle Teil: Warum die Lücke langfristig weh tun kann

Viele Mütter erleben nach Geburt, Elternzeit oder Teilzeitphase einen Knick in Einkommen, Sichtbarkeit oder Karrieregeschwindigkeit. Dieser Effekt wird oft als Motherhood Penalty beschrieben. Das muss nicht in jedem Einzelfall passieren, aber es ist ein reales Muster: Weniger bezahlte Stunden, längere Pausen und geringere Aufstiegschancen können sich über Jahre auf Rücklagen, Vorsorge und Rente auswirken.

Das Statistische Bundesamt zeigt, wie stark Arbeitszeit und Elternschaft zusammenhängen: 2024 arbeiteten bei Eltern mit Kindern unter sechs Jahren 74,4 Prozent der erwerbstätigen Mütter in Teilzeit, aber nur 8,7 Prozent der Väter. Genau deshalb ist der Blick auf Einkommen nicht oberflächlich. Er ist ein Teil deiner finanziellen Sicherheit.

Passt dazu

Wenn du die größere Lohnlücke verstehen möchtest, lies auch unseren Artikel Gender Pay Gap: Was dich die Lohnlücke wirklich kostet.

Vorbereitung: Die drei Zahlen, die du brauchst

Bevor du in ein Gespräch gehst, solltest du drei Zahlen kennen. Erstens: dein letztes Jahresbrutto vor der Elternzeit. Zweitens: dein aktuelles oder angebotenes Jahresbrutto. Drittens: ein realistischer Marktwert für deine Rolle heute.

Der Marktwert ist keine perfekte Wahrheit. Aber er verhindert, dass dein altes Gehalt zum einzigen Anker wird. Nutze Gehaltsportale, Gespräche mit Recruiterinnen, Branchenkontakte oder interne Gehaltsbänder, wenn es sie gibt.

Was du im Gespräch sagen kannst

Eine gute Gehaltsverhandlung nach Elternzeit klingt nicht aggressiv. Sie klingt vorbereitet. Zum Beispiel:

Formulierung:

„Ich freue mich auf die Rückkehr und möchte meine Rolle auch gehaltlich sauber einordnen. Mein letztes Gehalt lag bei [X]. Seitdem haben sich Markt, Rahmenbedingungen und Aufgaben verändert. Auf Basis meiner Recherche sehe ich für meine Rolle heute eine faire Spanne von [Y] bis [Z]. Ich möchte deshalb über eine Anpassung auf [Zielwert] sprechen.“

Wenn du noch unsicher bist, hilft dir zusätzlich unser allgemeiner Guide Gehaltsverhandlung für Frauen. Dieser Artikel hier ist die spezifische Ergänzung für Rückkehr, Elternzeit und Teilzeit.

Wenn dein Arbeitgeber abwarten möchte

Ein häufiges Gegenargument lautet: „Komm erstmal wieder an.“ Du kannst das ernst nehmen, ohne dich dauerhaft auf ein altes Gehalt festlegen zu lassen. Frage nach einem verbindlichen Review-Termin, klaren Kriterien und einer Zielspanne.

Beispiel: „Ich verstehe, dass wir meine Rückkehr im Alltag sehen möchten. Mir ist aber wichtig, dass wir nicht dauerhaft bei einem alten Gehaltsanker bleiben. Können wir einen Review in drei Monaten vereinbaren, mit klaren Kriterien und einer konkreten Zielspanne?“

Teilzeit: Monatsgehalt ist nicht der einzige Wert

Wenn du nach der Elternzeit in Teilzeit zurückkommst, wird oft nur über das reduzierte Monatsgehalt gesprochen. Wichtig ist aber auch dein Stundenwert. Weniger Stunden bedeuten nicht automatisch weniger Wert pro Stunde. Prüfe also: Welche Verantwortung trägst du? Welche Aufgaben bleiben? Und wird deine Rolle fair auf die neue Arbeitszeit angepasst?

Was du schriftlich festhalten solltest

Nach dem Gespräch solltest du die wichtigsten Punkte per E-Mail zusammenfassen: Gehalt, Startdatum, Arbeitszeit, Review-Termin, Kriterien für die nächste Anpassung und offene Punkte. Das ist kein Drama, sondern professionelle Dokumentation.

Downloads: So nutzt du das Rückkehr-Paket

Die Checkliste führt dich durch die Vorbereitung. Das Skripte-PDF gibt dir Formulierungen für verschiedene Gesprächssituationen. Der Excel-Rechner zeigt dir, welche Größenordnung eine Lücke zwischen aktuellem Angebot und Marktwert langfristig haben kann. Die Zahl ist kein Urteil, sondern ein Orientierungspunkt.

FAQ: Gehaltsverhandlung nach Elternzeit

Sollte ich direkt nach der Elternzeit über Gehalt sprechen?

Ja, wenn sich Rolle, Markt, Verantwortung oder Arbeitszeit geändert haben. Wichtig ist, das Gespräch sachlich vorzubereiten und nicht nur aus einem Gefühl heraus zu führen.

Habe ich nach Elternzeit Anspruch auf mein altes Gehalt?

Das Arbeitsverhältnis besteht während der Elternzeit fort. Nach Ende der Elternzeit lebt es grundsätzlich nach den arbeitsvertraglichen Vereinbarungen wieder auf. Bei individuellen Konflikten solltest du arbeitsrechtliche Beratung einholen.

Wie bereite ich eine Gehaltsverhandlung nach Elternzeit vor?

Sammle dein letztes Gehalt, realistische Vergleichswerte, deine bisherigen Ergebnisse und deine gewünschte Rolle. Lege Wunschwert, Zielwert und Untergrenze fest.

Was ist die Motherhood Penalty?

Der Begriff beschreibt finanzielle und berufliche Nachteile, die Mütter nach Geburt, Elternzeit, Teilzeit oder Care-Arbeit erleben können. Er ist kein individueller Fehler, sondern ein strukturelles Muster.

Was kann ich verhandeln, wenn das Gehalt nicht sofort steigt?

Möglich sind ein verbindlicher Review-Termin, Weiterbildungsbudget, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Regelungen, ein klarer Entwicklungsplan oder ein schriftlich definierter nächster Gehaltsschritt.

Quellen

Foto: AI

Gender Pay Gap: Was dich die Lohnlücke wirklich kostet

Frau prüft Gehaltsunterlagen und Zahlen am Schreibtisch

Der Gender Pay Gap ist eine dieser Zahlen, die schnell abstrakt klingt. 16 Prozent weniger Stundenverdienst. 6 Prozent bereinigt. 37 Prozent Gender Gap am Arbeitsmarkt. Man kann diese Werte lesen, kurz nicken und dann weiterscrollen.

Aber sobald du sie auf dein eigenes Gehalt überträgst, wird daraus etwas sehr Konkretes: weniger monatlicher Spielraum, weniger Sparrate, weniger Altersvorsorge, weniger Verhandlungsmacht. Und genau deshalb gehört dieses Thema nicht nur in politische Debatten, sondern auch in deine persönliche Finanz- und Karriereplanung.

Wenn du direkt weiterarbeiten möchtest, findest du hier die passenden Materialien zum Artikel.

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Was bedeutet Gender Pay Gap?

Der Gender Pay Gap beschreibt den Unterschied zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten von Frauen und Männern. Das Statistische Bundesamt unterscheidet dabei zwischen dem unbereinigten und dem bereinigten Gender Pay Gap.

Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht alle durchschnittlichen Bruttostundenverdienste von Frauen und Männern. Er zeigt also die große strukturelle Lücke: Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Berufen, seltener in Führungspositionen, öfter in Teilzeit und übernehmen weiterhin mehr unbezahlte Care-Arbeit.

Der bereinigte Gender Pay Gap versucht, vergleichbarere Situationen gegenüberzustellen: ähnliche Tätigkeit, ähnliche Qualifikation, ähnliche Erwerbsbiografie. Auch dann bleibt laut Destatis eine Lücke von 6 Prozent. Wichtig ist aber: Dieser Wert ist keine perfekte Diskriminierungszahl. Das Statistische Bundesamt bezeichnet ihn eher als Obergrenze, weil nicht alle lohnrelevanten Faktoren vollständig erfasst werden können.

Die aktuelle Zahl für Deutschland

Für Deutschland nennt das Statistische Bundesamt aktuell einen unbereinigten Gender Pay Gap von 16 Prozent und einen bereinigten Gender Pay Gap von 6 Prozent. Der erweiterte Gender Gap Arbeitsmarkt liegt bei 37 Prozent. Dieser breitere Wert betrachtet zusätzlich Unterschiede bei bezahlter Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung.

Das ist wichtig, weil Geld nicht nur pro Stunde entsteht. Geld entsteht auch durch die Frage: Wie viele Stunden kannst du bezahlt arbeiten? Wie lange bleibst du im Job? Wie schnell kommst du in besser bezahlte Rollen? Wie wirkt sich Teilzeit auf deine Rentenpunkte, deine Rücklagen und deine nächste Gehaltsverhandlung aus?

Warum die Lücke für dich persönlich relevant ist

Wenn du 45.000 Euro brutto verdienst und eine vergleichbare Rolle am Markt eher bei 52.000 Euro liegt, reden wir nicht nur über 7.000 Euro in einem Jahr. Wir reden über eine Zahl, die sich über viele Jahre fortschreiben kann. Selbst wenn du nie exakt wissen wirst, welcher Anteil davon Gender Pay Gap, Verhandlung, Branche, Arbeitgeberstruktur oder Zufall ist: Die Lücke ist ein Signal.

Sie sagt dir: Prüfe deine Marktposition. Prüfe deine Gehaltsentwicklung. Prüfe, ob du in Gesprächen zu niedrig einsteigst. Und prüfe, ob dein Arbeitgeber transparente Gehaltsbänder, echte Entwicklungsgespräche und faire Aufstiegschancen bietet.

Die häufigsten Ursachen

1. Branchen und Berufe: Viele Berufe, in denen überwiegend Frauen arbeiten, sind niedriger bewertet und schlechter bezahlt. Das ist kein individuelles Problem, sondern ein strukturelles.

2. Teilzeit und Care-Arbeit: Teilzeit wirkt sich nicht nur auf das laufende Einkommen aus. Sie beeinflusst oft auch Beförderungen, Rentenansprüche und den Mut, später höher zu verhandeln.

3. Führungschancen: Je höher die Ebene, desto größer werden häufig die Unterschiede. Wer seltener in Führungspositionen kommt, sammelt weniger Gehaltssprünge.

4. Gehaltsintransparenz: Wenn niemand über Geld spricht, starten viele Frauen mit zu niedrigen Ankern. Nicht, weil sie weniger können, sondern weil ihnen Vergleichswerte fehlen.

5. Bewertung und Bias: Frauen werden in Verhandlungen teils anders wahrgenommen als Männer. Was bei Männern als selbstbewusst gilt, wird bei Frauen schneller als schwierig gelesen. Das ist unfair, aber real genug, um es strategisch mitzudenken.

Was du jetzt konkret tun kannst

Du musst nicht heute dein ganzes Berufsleben neu sortieren. Starte kleiner. Erstens: Berechne deine persönliche Größenordnung mit dem Lifetime-Loss-Rechner. Zweitens: Recherchiere realistische Marktdaten für deine Rolle. Drittens: Bereite ein Gespräch vor, in dem du nicht um „mehr Geld“ bittest, sondern deinen Wert sachlich begründest.

Wenn du dein nächstes Gehaltsgespräch vorbereitest, hilft dir unser bestehender Guide Gehaltsverhandlung für Frauen. Dort findest du die größere Strategie. Die Skripte in diesem Artikel sind als direkter Gesprächs- und E-Mail-Baukasten gedacht.

So nutzt du den Lifetime-Loss-Rechner

Trage dein aktuelles Jahresbrutto, einen realistischen Vergleichswert, dein Alter und dein geplantes Rentenalter ein. Der Rechner zeigt dir, welche Größenordnung eine jährliche Lücke über die verbleibenden Arbeitsjahre haben kann. Die Zahl ist bewusst eine Orientierung, kein Urteil.

Der wichtigste Effekt ist nicht die perfekte Berechnung. Der wichtigste Effekt ist, dass du deine Situation in eine konkrete Zahl übersetzt. Und konkrete Zahlen helfen dir, klarer zu verhandeln.

Mini-Check vor deinem nächsten Gespräch

  • Welche Gehaltsspanne ist für meine Rolle realistisch?
  • Welche Ergebnisse kann ich konkret belegen?
  • Was ist mein Wunschwert, mein realistisches Ziel und meine Untergrenze?
  • Welche Alternativen wären wertvoll, falls das Grundgehalt begrenzt ist?
  • Wann fasse ich schriftlich nach?

FAQ zum Gender Pay Gap

Was bedeutet Gender Pay Gap?

Der Gender Pay Gap beschreibt den durchschnittlichen Unterschied im Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern. Unbereinigt werden alle Verdienste verglichen, bereinigt werden vergleichbare Tätigkeiten, Qualifikationen und Erwerbsbiografien betrachtet.

Wie hoch ist der Gender Pay Gap in Deutschland?

Das Statistische Bundesamt nennt aktuell 16 Prozent unbereinigten Gender Pay Gap und 6 Prozent bereinigten Gender Pay Gap. Der breitere Gender Gap Arbeitsmarkt liegt bei 37 Prozent.

Ist der bereinigte Gender Pay Gap reine Diskriminierung?

Nicht automatisch. Destatis weist darauf hin, dass der bereinigte Wert als Obergrenze für mögliche Verdienstdiskriminierung zu verstehen ist, weil nicht alle lohnrelevanten Faktoren vollständig erfasst werden können.

Wie finde ich heraus, ob ich unterbezahlt bin?

Vergleiche dein Gehalt mit realistischen Marktdaten für Rolle, Branche, Region und Erfahrung. Sprich, wenn möglich, mit Kolleginnen, Recruiterinnen oder deinem Netzwerk und dokumentiere deine Aufgaben und Ergebnisse.

Darf ich nach Gehaltsinformationen fragen?

Über Gehalt zu sprechen ist nicht grundsätzlich verboten. Zusätzlich gibt es unter bestimmten Voraussetzungen einen individuellen Auskunftsanspruch nach dem Entgelttransparenzgesetz.

Quellen

Foto: AI

Steuererklärung als Freelancer: Schritt-für-Schritt-Guide

Freelancerin sortiert Unterlagen für ihre Steuererklärung am Schreibtisch

Steuererklärung als Freelancerin oder Freelancer ist für viele Selbstständige ein Thema, das sofort Druck macht. Du hast Rechnungen geschrieben, Belege gesammelt, Tools bezahlt, vielleicht ein Homeoffice genutzt und irgendwann sitzt du vor ELSTER oder deiner Buchhaltungssoftware und fragst dich: Was gehört wohin?

Wenn du dabei nervös wirst, bist du nicht „schlecht mit Zahlen“. Steuerbürokratie ist einfach nicht dafür gebaut, sich warm und selbsterklärend anzufühlen. Die gute Nachricht: Du brauchst nicht alles auf einmal zu verstehen. Du brauchst eine klare Reihenfolge, saubere Belege und ein System, das du auch im Alltag durchhältst.

Dieser Guide führt dich Schritt für Schritt durch die wichtigsten Grundlagen: EÜR, Betriebsausgaben, Belegsammlung, ELSTER, typische Fehler und die Frage, wann du dir professionelle Hilfe holen solltest.

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Steuerregeln hängen stark von deiner persönlichen Situation, deiner Tätigkeit und deinem Umsatz ab. Nutze ihn als Orientierung und lass Sonderfälle im Zweifel von einer Steuerberaterin, einem Steuerberater oder deinem Finanzamt prüfen.

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EÜR-Vorlage + Absetzen-Checkliste

Damit du nicht bei null anfangen musst: Lade dir die AJOURE´ EÜR-Vorlage für Freelancerinnen als Excel-Datei herunter und nutze die PDF-Checkliste, um deine Belege und Betriebsausgaben sauber zu sortieren.

  • Excel-Vorlage mit Einnahmen, Ausgaben, Belegstatus und Auswertung
  • PDF-Checkliste mit typischen Betriebsausgaben und Prüffällen
  • Hinweis: Die Excel-Datei kannst du auch in Google Sheets öffnen, indem du sie in Google Drive hochlädst.

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Redaktionelle Vorlage, keine Steuerberatung. Bitte prüfe Sonderfälle individuell oder mit deiner Steuerberatung.

Was musst du als Freelancerin überhaupt abgeben?

Für viele Freelancerinnen ist der Kern relativ überschaubar: Du erklärst deine selbstständigen Einkünfte und zeigst dem Finanzamt, wie viel Gewinn du gemacht hast. Der Gewinn ergibt sich in vielen Fällen über die Einnahmenüberschussrechnung, kurz EÜR.

Welche Anlage du nutzt, hängt davon ab, wie deine Tätigkeit eingeordnet wird:

  • Anlage S: für Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, zum Beispiel viele freie Berufe.
  • Anlage G: für Einkünfte aus Gewerbebetrieb.
  • Anlage EÜR: für deine Einnahmenüberschussrechnung, wenn du deinen Gewinn per EÜR ermittelst.

Ob du Freiberuflerin oder Gewerbetreibende bist, entscheidet nicht dein Bauchgefühl, sondern die Art deiner Tätigkeit. Wenn du unsicher bist, kläre das frühzeitig mit dem Finanzamt oder steuerlicher Beratung. Das ist keine Niederlage, sondern ein sauberer Start.

Passt gut dazu:

Wenn du noch ganz am Anfang stehst, lies auch unseren Guide Selbstständig machen als Frau. Dort geht es um Start, Kundinnen, Geld und die ersten realistischen Schritte.

Steuererklärung und EÜR: Was ist der Unterschied?

Die Steuererklärung ist das große Paket, das du beim Finanzamt einreichst. Die EÜR ist ein wichtiger Teil davon, wenn du deinen Gewinn durch Einnahmen minus Ausgaben ermittelst.

Vereinfacht gesagt:

  • Einnahmen: Was du mit deiner selbstständigen Tätigkeit eingenommen hast.
  • Betriebsausgaben: Was du beruflich ausgegeben hast.
  • Gewinn: Einnahmen minus Betriebsausgaben.

Dieser Gewinn ist eine zentrale Grundlage dafür, wie deine Steuer berechnet wird. Deshalb lohnt es sich, bei der EÜR ordentlich zu arbeiten. Nicht perfekt. Ordentlich.

Schritt 1: Sammle deine Einnahmen

Starte mit allem, was reingekommen ist. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Rechnungen an Kundinnen und Kunden
  • Zahlungseingänge auf deinem Konto
  • Gutschriften
  • Provisionen, Honorare oder Plattform-Einnahmen
  • gegebenenfalls Zuschüsse oder sonstige betriebliche Einnahmen

Wichtig ist, dass deine Rechnungen und Zahlungseingänge zueinander passen. Wenn du mit mehreren Konten arbeitest oder private und geschäftliche Zahlungen mischst, wird es schneller unübersichtlich. Ein separates Geschäftskonto oder zumindest ein klar getrenntes Konto kann dir viel Stress sparen.

Schritt 2: Sammle deine Betriebsausgaben

Betriebsausgaben sind Ausgaben, die betrieblich veranlasst sind. Also Kosten, die mit deiner selbstständigen Tätigkeit zusammenhängen. Typische Beispiele:

  • Software, Apps und Lizenzen
  • Arbeitsmaterial, Bürobedarf und Fachliteratur
  • Weiterbildungen, Workshops und berufliche Kurse
  • Website, Hosting, Domain und Newsletter-Tools
  • Telefon und Internet, gegebenenfalls anteilig
  • Fahrtkosten zu Kundinnen, Events oder beruflichen Terminen
  • Steuerberatung und Buchhaltungssoftware
  • betriebliche Versicherungen

Die wichtigste Frage lautet nicht: „Kann ich das irgendwie absetzen?“ Sondern: „Kann ich nachvollziehbar erklären und belegen, warum diese Ausgabe betrieblich ist?“

Was gehört nicht einfach in die Betriebsausgaben?

Gerade am Anfang verschwimmen privat und beruflich schnell. Trotzdem solltest du sauber trennen. Private Lebenshaltungskosten sind grundsätzlich keine Betriebsausgaben. Dazu gehören zum Beispiel private Kleidung, private Lebensmittel, Urlaub oder private Wohnkosten.

Bei gemischten Ausgaben kann eine anteilige Zuordnung möglich sein, etwa bei Telefon, Internet oder Arbeitszimmer-Themen. Genau hier lohnt sich Vorsicht: lieber realistisch dokumentieren als zu großzügig schätzen.

Finanzieller Überblick hilft:

Wenn du Einnahmen, Rücklagen und private Kosten zusammen sortieren möchtest, findest du in unserem Überblick Finanzen für Frauen weitere Guides zu Budget, Vorsorge, Versicherungen und Einkommen.

Schritt 3: Sortiere deine Belege in Kategorien

Du musst deine Buchhaltung nicht schön finden. Aber du solltest sie wiederfinden. Ein einfaches System reicht oft:

  • ein Ordner pro Jahr
  • Unterordner für Einnahmen, Ausgaben, Kontoauszüge und Steuerunterlagen
  • klare Dateinamen mit Datum, Anbieter und Betrag
  • monatlicher Check-in statt Jahresend-Panik

Wenn du Buchhaltungssoftware nutzt, kannst du viele Belege direkt hochladen und kategorisieren. Wenn du mit Excel oder Google Sheets arbeitest, solltest du konsequent bleiben: Datum, Anbieter, Kategorie, Betrag, Zahlungsart und Beleglink reichen für den Anfang oft als Struktur.

Schritt 4: Erstelle deine EÜR

Die EÜR ist die Gegenüberstellung deiner Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben. In der Praxis passiert das über ELSTER, über deine Steuersoftware oder über den Export deiner Buchhaltungssoftware.

Ein einfaches Beispiel:

Position Betrag
Betriebseinnahmen 35.000 Euro
Betriebsausgaben 8.000 Euro
Gewinn 27.000 Euro

Natürlich kann es in echten Fällen komplexer werden, etwa bei Umsatzsteuer, Abschreibungen, gemischt genutzten Gegenständen oder Reisekosten. Aber das Grundprinzip bleibt: Einnahmen minus Ausgaben.

Kleinunternehmerregelung: Die Grenzen ab 2025

Viele Freelancerinnen starten mit der Kleinunternehmerregelung. Sie kann den Einstieg vereinfachen, weil du unter bestimmten Voraussetzungen keine Umsatzsteuer ausweist. Wichtig: Die Grenzen wurden ab 2025 angepasst.

Nach § 19 UStG gilt die Kleinunternehmerregelung grundsätzlich, wenn dein Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 25.000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 Euro nicht überschreitet. Sobald es bei dir in Richtung Grenze geht, solltest du das aktiv prüfen lassen, statt dich auf alte Artikel oder Bauchgefühl zu verlassen.

Wichtig ist auch: Kleinunternehmerregelung betrifft Umsatzsteuer, nicht automatisch Einkommensteuer. Auch als Kleinunternehmerin musst du deine Gewinne erklären.

Welche Frist gilt?

Für die Steuererklärung 2025 gilt bei Abgabe ohne Steuerberatung regulär der 31. Juli 2026. Wenn du steuerlich beraten wirst, gelten längere Fristen. Da Fristen sich verschieben können und Sonderregelungen möglich sind, prüfe im Zweifel die aktuellen Angaben des Finanzamts oder deiner Steuerberatung.

Mein praktischer Rat: Plane nicht auf den letzten Tag. Wenn du im Juni anfängst, fühlt sich die Steuererklärung an wie ein Projekt. Wenn du am 30. Juli anfängst, fühlt sie sich an wie ein Notfall.

ELSTER, Steuersoftware oder Steuerberatung?

Du hast grundsätzlich drei Wege:

1. ELSTER

ELSTER ist das offizielle Online-Portal der Finanzverwaltung. Es ist kostenlos, aber nicht unbedingt charmant. Wenn deine Situation einfach ist und du dich einarbeitest, kann es funktionieren.

2. Steuersoftware oder Buchhaltungssoftware

Software kann dir helfen, Belege zu sortieren, Kategorien vorzuschlagen und Auswertungen zu erstellen. Sie ersetzt nicht dein Denken, aber sie reduziert Chaos. Besonders hilfreich ist sie, wenn du monatlich dranbleibst.

3. Steuerberaterin oder Steuerberater

Das kostet Geld, kann dir aber Sicherheit geben. Sinnvoll ist Beratung besonders, wenn du Umsatzsteuer abführst, stark wächst, Angestellte hast, eine UG/GmbH gründest, international abrechnest oder einfach merkst: Das Thema blockiert dich zu sehr.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Fehler 1: Belege erst am Jahresende suchen

Das ist der Klassiker. Du denkst, du merkst dir alles. Tust du nicht. Richte dir einen monatlichen Termin ein, auch wenn es nur 30 Minuten sind.

Fehler 2: Privat und beruflich vermischen

Je mehr du mischst, desto mehr musst du später erklären. Trennung macht dein Leben leichter.

Fehler 3: Umsatzsteuer mit Einkommensteuer verwechseln

Umsatzsteuer ist nicht dein Geld, wenn du sie ausweist und abführen musst. Einkommensteuer zahlst du auf deinen Gewinn. Das sind unterschiedliche Themen.

Fehler 4: Keine Steuerrücklagen bilden

Wenn du selbstständig bist, kommt die Steuer oft zeitversetzt. Lege regelmäßig Geld zurück, damit eine Nachzahlung dich nicht aus der Bahn wirft.

Fehler 5: Aus Angst nichts tun

Das Finanzamt verschwindet nicht, wenn du Mails nicht öffnest. Aber fast alles wird leichter, wenn du früh reagierst, Fristen ernst nimmst und Rückfragen sachlich klärst.

Für deine Preiskalkulation:

Steuern, Rücklagen und private Kosten gehören in deine Preisstrategie. Wenn du wissen möchtest, welcher Umsatz zu deinem Wunsch-Netto passen könnte, nutze den Netto-Ziel-Rechner für Selbstständige.

Dein 7-Tage-Plan für mehr Steuerklarheit

Wenn du gerade nicht weißt, wo du anfangen sollst, nimm diese Reihenfolge:

  1. Tag 1: Alle Konten und Zahlungseingänge sammeln.
  2. Tag 2: Alle Ausgangsrechnungen prüfen.
  3. Tag 3: Betriebsausgaben aus Konto und Belegen zusammentragen.
  4. Tag 4: Belege digital sortieren und fehlende Rechnungen anfordern.
  5. Tag 5: Kategorien festlegen und Ausgaben zuordnen.
  6. Tag 6: EÜR vorbereiten oder Software-Export prüfen.
  7. Tag 7: offene Fragen notieren und gezielt klären.

Du musst nicht an einem Abend alles schaffen. Du brauchst nur genug Struktur, damit aus einem großen Angst-Thema ein bearbeitbares Projekt wird.

FAQ: Steuererklärung als Freelancer

Was brauche ich als Freelancerin für die Steuererklärung?

Meist brauchst du deine Einkommensteuererklärung, die passende Anlage für deine selbstständigen Einkünfte und die EÜR. Ob Anlage S oder Anlage G passt, hängt von deiner Tätigkeit ab.

Was ist eine EÜR?

Die Einnahmenüberschussrechnung stellt deine Betriebseinnahmen deinen Betriebsausgaben gegenüber. Das Ergebnis ist dein Gewinn.

Kann ich mein Homeoffice absetzen?

Das hängt von deiner Situation ab. Möglich sind je nach Fall ein häusliches Arbeitszimmer oder die Homeoffice-Pauschale. Bei Unsicherheit solltest du steuerliche Beratung einholen.

Welche Frist gilt für die Steuererklärung 2025?

Bei Abgabe ohne Steuerberatung gilt regulär der 31. Juli 2026. Mit Steuerberatung gelten längere Fristen.

Brauche ich eine Steuerberaterin?

Nicht immer. Bei einfachen Fällen kannst du viel selbst vorbereiten. Bei Umsatzsteuer, Wachstum, komplexen Ausgaben, UG/GmbH oder Unsicherheit ist Beratung aber sehr sinnvoll.

Fazit: Steuerklarheit ist ein Business-Skill

Steuererklärung ist kein Persönlichkeitstest. Sie sagt nicht, ob du gut genug, ordentlich genug oder „unternehmerisch genug“ bist. Sie ist ein System. Und Systeme kann man lernen.

Wenn du deine Einnahmen regelmäßig erfasst, Ausgaben sauber sortierst, Belege aufbewahrst und Rücklagen bildest, wird die Steuererklärung deutlich weniger bedrohlich. Nicht unbedingt sexy. Aber machbar. Und genau darum geht es.

Je klarer du deine Zahlen kennst, desto freier kannst du entscheiden: über Preise, Kundinnen, Investitionen und die Frage, wie dein Business dich wirklich tragen soll.

Quellen und weiterführende Informationen

Foto: AI

Versicherungen für Frauen: Welche Absicherung wirklich wichtig ist

Frau nutzt Smartphone auf der Couch - Versicherungen für Frauen

Versicherungen gehören zu den Themen, die man gern auf später verschiebt. Zu trocken, zu kompliziert, zu viele Tarife, zu viele Meinungen. Und gleichzeitig hängt genau an diesem Thema etwas sehr Wichtiges: deine finanzielle Sicherheit.

Denn finanzielle Unabhängigkeit bedeutet nicht nur, Geld zu verdienen, zu sparen oder zu investieren. Es bedeutet auch, dass ein Unfall, eine Krankheit, ein Schaden oder eine längere Pause nicht sofort dein ganzes Leben ins Wanken bringt.

Dieser Guide zeigt dir, welche Versicherungen für Frauen wirklich wichtig sein können, welche Absicherungen von deiner Lebenssituation abhängen und wie du deinen persönlichen Versicherungscheck machst, ohne dich von Angst oder Verkaufsdruck leiten zu lassen.

Wichtig vorweg:

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Versicherungs-, Rechts- oder Finanzberatung. Er gibt dir eine strukturierte Orientierung, damit du bessere Fragen stellen und deine Absicherung bewusster prüfen kannst.

Warum Versicherungen für Frauen ein Finanzthema sind

Viele Frauen haben im Laufe ihres Lebens finanzielle Brüche: Teilzeit, Elternzeit, Care-Arbeit, niedrigere Einkommen, Selbstständigkeit oder Phasen, in denen sie für andere mittragen. Dazu kommt, dass Frauen im Durchschnitt länger leben und ihre Altersvorsorge oft länger reichen muss.

Versicherungen lösen diese strukturellen Themen nicht allein. Aber sie können verhindern, dass ein einzelnes Ereignis deine finanzielle Planung zerstört.

Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht: „Welche Versicherung kann ich noch abschließen?“ Sondern: Welches Risiko würde mich finanziell wirklich hart treffen?

Die wichtigste Grundregel: Existenzbedrohende Risiken zuerst

Nicht jede Versicherung ist gleich wichtig. Manche schützen vor kleinen Ärgernissen. Andere schützen vor finanziellen Katastrophen. Genau diese Reihenfolge ist entscheidend.

Priorität haben Risiken, die du aus eigener Kraft kaum tragen könntest:

  • schwere Krankheit oder längerer Arbeitsausfall
  • Schäden, für die du privat haftest
  • fehlende Absicherung im Alter
  • finanzielle Folgen für Familie oder Kinder
  • berufliche Haftungsrisiken bei Selbstständigkeit

1. Krankenversicherung: Die Basis

In Deutschland besteht grundsätzlich Krankenversicherungspflicht. Für Angestellte läuft vieles automatisch über die gesetzliche Krankenversicherung oder unter bestimmten Voraussetzungen über eine private Krankenversicherung. Selbstständige müssen ihre Absicherung bewusster organisieren und einkalkulieren.

Wichtig ist weniger die Frage, ob du versichert bist, sondern ob deine Krankenversicherung zu deiner Lebenssituation passt: angestellt, selbstständig, familienversichert, privat versichert, in Teilzeit, mit Kind, in Elternzeit oder im Wechsel zwischen Job und Selbstständigkeit.

Worauf du achten solltest

  • Wie hoch sind deine monatlichen Beiträge?
  • Was passiert bei Elternzeit, Teilzeit oder Selbstständigkeit?
  • Welche Leistungen sind dir wichtig?
  • Wie sicher ist deine Planung langfristig, wenn du privat versichert bist?
  • Brauchst du ergänzend Krankentagegeld, wenn du selbstständig bist?

2. Private Haftpflicht: Klein im Beitrag, groß im Schutz

Die private Haftpflichtversicherung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber für sehr viele Menschen eine der wichtigsten privaten Versicherungen. Sie schützt dich, wenn du anderen versehentlich einen Schaden zufügst und dafür haften musst.

Das kann harmlos klingen, aber bei Personen-, Sach- oder Vermögensschäden können sehr hohe Forderungen entstehen.

Besonders prüfen solltest du

  • Deckungssumme
  • Forderungsausfalldeckung
  • Schlüsselverlust, falls relevant
  • Mitversicherung von Partner, Kindern oder deliktunfähigen Kindern
  • Auslandsschutz

Wenn du nur eine Sache sofort prüfen möchtest, dann diese: Hast du eine aktuelle private Haftpflichtversicherung, und passt sie noch zu deinem Leben?

3. Berufsunfähigkeitsversicherung: Schutz deiner Arbeitskraft

Deine Arbeitskraft ist oft dein größtes finanzielles Vermögen. Wenn du über Jahre oder Jahrzehnte Einkommen erzielen kannst, hängt daran Miete, Familie, Altersvorsorge, Rücklagen und deine Unabhängigkeit.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann einspringen, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich länger nicht mehr ausüben kannst. Sie ist nicht für jede Person einfach oder günstig zu bekommen, aber sie gehört zu den wichtigsten Versicherungen, die du zumindest prüfen solltest.

Warum sie für Frauen besonders relevant sein kann

  • Viele Frauen tragen finanzielle Verantwortung, unterschätzen aber den Wert ihrer eigenen Arbeitskraft.
  • Teilzeit und Care-Arbeit können Rücklagen und Rentenansprüche ohnehin belasten.
  • Psychische Erkrankungen, Rückenprobleme oder chronische Erkrankungen können auch junge Menschen treffen.
  • Selbstständige haben oft kein Arbeitgebernetz, das längere Ausfälle abfedert.

Worauf du bei einer BU achten solltest

  • Höhe der versicherten monatlichen Rente
  • Laufzeit, idealerweise bis zum Rentenalter
  • Gesundheitsfragen vollständig und korrekt beantworten
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung, wenn möglich
  • Nachversicherungsmöglichkeiten bei Lebensereignissen
  • unabhängige Beratung, wenn du unsicher bist

Für Selbstständige besonders wichtig:

Wenn dein Einkommen direkt an deiner Arbeitsfähigkeit hängt, solltest du Absicherung nicht erst prüfen, wenn dein Business läuft. Im Guide selbstständig machen als Frau findest du weitere Grundlagen für einen realistischen Start.

4. Altersvorsorge: Keine klassische Versicherung, aber Pflicht in deiner Planung

Altersvorsorge ist nicht immer eine Versicherung. Sie kann über gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge, private Rentenprodukte, ETF-Sparpläne oder Kombinationen laufen. Trotzdem gehört sie in diesen Artikel, weil sie eine der wichtigsten Absicherungen gegen spätere finanzielle Abhängigkeit ist.

Gerade Frauen sollten ihre Rentenlücke nicht verdrängen. Teilzeit, Elternzeit und niedrigere Einkommen wirken sich langfristig aus.

Starte am besten nicht mit einem Produkt, sondern mit einer Zahl: Wie groß könnte deine Lücke später ungefähr sein? Genau dafür haben wir den kostenlosen AJOURE´ Rentenlücken-Rechner.

Mögliche Bausteine

  • gesetzliche Rentenversicherung
  • betriebliche Altersvorsorge
  • private Rentenversicherung oder Rürup/Riester, falls passend
  • ETF-Sparplan als langfristiger Vermögensaufbau
  • Immobilie, wenn sie wirklich zu deiner Lebensplanung passt

Wenn du ETFs als Baustein verstehen möchtest, lies zusätzlich unseren Entwurf Investieren für Anfängerinnen.

5. Risikolebensversicherung: Wichtig, wenn andere von deinem Einkommen abhängen

Eine Risikolebensversicherung ist vor allem dann relevant, wenn andere Menschen finanziell von dir abhängig sind: Kinder, Partner, gemeinsame Kredite oder Immobilienfinanzierung.

Sie ist nicht dazu da, Vermögen aufzubauen. Sie soll im Todesfall eine finanzielle Lücke schließen.

Prüfen solltest du sie, wenn:

  • du Kinder hast
  • du Hauptverdienerin bist
  • ihr gemeinsam eine Immobilie finanziert
  • dein Einkommen für den Alltag deiner Familie wichtig ist

6. Berufs-, Betriebs- oder Vermögensschadenhaftpflicht

Wenn du selbstständig bist, reicht eine private Haftpflicht oft nicht aus. Berufliche Risiken müssen gesondert geprüft werden.

Welche Versicherung du brauchst, hängt stark von deiner Tätigkeit ab. Eine Coachin, Grafikdesignerin, Ärztin, Therapeutin, Steuerberaterin, Handwerkerin oder Betreiberin eines Online-Shops hat jeweils andere Risiken.

Mögliche Absicherungen

  • Berufshaftpflicht
  • Betriebshaftpflicht
  • Vermögensschadenhaftpflicht
  • Produkthaftpflicht, wenn du physische Produkte verkaufst
  • Cyberversicherung, wenn dein Geschäftsmodell stark digital ist

Wenn du gerade eine Rechtsform prüfst, passt dazu auch unser Artikel GmbH gründen als Frau.

Versicherungen nach Lebenssituation

Du bist angestellt und kinderlos

Prüfe vor allem Krankenversicherung, private Haftpflicht, Berufsunfähigkeitsversicherung und Altersvorsorge. Wenn du noch jung und gesund bist, kann es sinnvoll sein, den Schutz der Arbeitskraft früh zu prüfen, weil spätere Erkrankungen den Abschluss erschweren können.

Du bist Mutter oder planst Kinder

Dann ändern sich oft Einkommen, Arbeitszeit und Verantwortung. Prüfe zusätzlich Risikolebensversicherung, Familienabsicherung, Haftpflicht mit Kindern, Rentenlücke durch Elternzeit und Altersvorsorge.

Du bist selbstständig oder Freelancerin

Dann brauchst du mehr Eigenverantwortung in deiner Absicherung: Krankenversicherung, Krankentagegeld, Schutz der Arbeitskraft, Altersvorsorge, berufliche Haftpflichtrisiken und Rücklagen. Gerade hier ist eine jährliche Prüfung wichtig.

Du bist in Trennung, Scheidung oder finanzieller Neuordnung

Dann solltest du Versicherungen, Bezugsberechtigungen, Altersvorsorge, Konten, Haftpflicht, Krankenversicherung und gemeinsame Verträge sehr bewusst prüfen. Das ist kein angenehmes Thema, aber eines, das deine finanzielle Zukunft stark beeinflussen kann.

Welche Versicherungen oft überschätzt werden

Nicht jede Versicherung ist schlecht. Aber manche Verträge lösen kleine Risiken, während große Lücken offenbleiben. Prüfe besonders kritisch:

  • Handyversicherung
  • Brillenversicherung
  • Reisegepäckversicherung
  • Glasversicherung
  • Sterbegeldversicherung
  • kombinierte Spar- und Versicherungsprodukte, deren Kosten du nicht verstehst

Die Frage ist immer: Könntest du den Schaden selbst bezahlen? Wenn ja, ist eine Versicherung oft weniger dringend als bei existenzbedrohenden Risiken.

Dein Versicherungs-Audit in 5 Schritten

Schritt 1: Alles sammeln

Lege alle Verträge, Beiträge, Laufzeiten, Kündigungsfristen und Leistungen an einem Ort ab. Wenn du nicht weißt, was du hast, kannst du nicht entscheiden, was fehlt.

Schritt 2: Lebenssituation notieren

Angestellt oder selbstständig? Kinder? Partner? Kredite? Immobilie? Pflegeverantwortung? Einkommen? Rücklagen? Diese Antworten bestimmen, was wichtig ist.

Schritt 3: Risiken sortieren

Ordne jedes Risiko in eine von drei Kategorien:

  • Existenzbedrohend: unbedingt prüfen
  • Schmerzhaft, aber tragbar: abwägen
  • klein und selbst bezahlbar: oft nicht prioritär

Schritt 4: Lücken erkennen

Typische Lücken sind fehlende private Haftpflicht, keine Absicherung der Arbeitskraft, keine Altersvorsorge, kein Krankentagegeld bei Selbstständigkeit oder unklare Absicherung bei Familie.

Schritt 5: Nicht alles auf einmal lösen

Wenn du mehrere Lücken findest, starte mit der größten. Du musst nicht an einem Wochenende dein komplettes Finanzleben reparieren. Aber du solltest anfangen.

Checkliste: Welche Versicherungen solltest du prüfen?

  • Krankenversicherung: passt sie zu Job, Selbstständigkeit, Familie und Zukunft?
  • Private Haftpflicht: vorhanden, aktuell, ausreichend?
  • Berufsunfähigkeit oder Alternative: ist deine Arbeitskraft abgesichert?
  • Altersvorsorge: kennst du deine Rentenlücke?
  • Risikoleben: relevant, wenn andere von deinem Einkommen abhängen?
  • Berufliche Haftpflicht: nötig bei Selbstständigkeit?
  • Krankentagegeld: wichtig, wenn du ohne Arbeit sofort Einnahmen verlierst?
  • Bestehende Altverträge: verstehst du Kosten, Leistung und Nutzen?
  • Bezugsberechtigungen: aktuell nach Heirat, Trennung, Kind?
  • Jährlicher Versicherungscheck im Kalender eingetragen?

AJOURE´-Fokus:

Versicherungen sind kein Selbstzweck. Sie sollen dir helfen, finanziell handlungsfähig zu bleiben. Kombiniere Absicherung deshalb immer mit Rücklagen, Altersvorsorge und einem klaren Überblick über deine Zahlen.

Fazit: Gute Absicherung fühlt sich nicht nach Angst an, sondern nach Ruhe

Versicherungen sind nicht dafür da, dein Leben komplizierter zu machen. Sie sollen verhindern, dass ein einziger Moment alles zerstört, was du dir aufgebaut hast.

Du brauchst nicht jeden Vertrag. Du brauchst die richtigen Prioritäten. Krankenversicherung, private Haftpflicht, Schutz deiner Arbeitskraft, Altersvorsorge und je nach Lebenssituation Familien- oder Business-Absicherung sind die Bereiche, die du bewusst prüfen solltest.

Der nächste Schritt ist klein: Sammle deine Verträge, notiere deine Lebenssituation und prüfe zuerst die größte Lücke. Finanzielle Unabhängigkeit beginnt oft genau dort, wo du aufhörst, Dinge aus Unsicherheit liegen zu lassen.

FAQ: Versicherungen für Frauen

Welche Versicherungen sind für Frauen besonders wichtig?

Besonders wichtig sind Absicherungen gegen existenzbedrohende Risiken: Krankenversicherung, private Haftpflicht, Schutz der Arbeitskraft und Altersvorsorge. Welche Verträge konkret passen, hängt von Job, Familie, Selbstständigkeit, Einkommen und Gesundheitszustand ab.

Braucht jede Frau eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann sehr wichtig sein, wenn dein Einkommen von deiner Arbeitskraft abhängt. Ob sie möglich und sinnvoll ist, hängt aber von Beruf, Gesundheit, Kosten, gewünschter Rente und Alternativen ab.

Ist eine private Haftpflichtversicherung Pflicht?

Eine private Haftpflichtversicherung ist in Deutschland nicht gesetzlich Pflicht, wird aber von Verbraucherzentralen als sehr wichtig eingestuft, weil private Schäden schnell sehr teuer werden können.

Welche Versicherungen brauche ich als Selbstständige?

Selbstständige sollten neben Krankenversicherung, Haftpflicht und Altersvorsorge besonders die Absicherung der Arbeitskraft, Krankentagegeld und je nach Tätigkeit Berufs-, Betriebs- oder Vermögensschadenhaftpflicht prüfen.

Wie oft sollte ich meine Versicherungen prüfen?

Mindestens einmal im Jahr und zusätzlich bei großen Lebensänderungen: neuer Job, Selbstständigkeit, Heirat, Trennung, Kind, Immobilienkauf, deutliche Einkommensänderung oder Umzug.

 

Foto: Nina/peopleimages.com / stock.adobe.com

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