Mentale Stärke trainieren - so wird das Leben angenehmer

Wir leben in einer schnelllebigen Gesellschaft. Im Arbeitsleben sind Fristen einzuhalten, die Ansprüche an die eigenen Leistungen werden immer höher und auch das Privatleben setzt uns zunehmend unter Druck. Solche Situationen sind der perfekte Nährboden für Stress und Ausnahmesituationen.

Während bei den einen schon eine kleine Stresssituation ausreicht, um sie aus der Bahn zu werfen, lassen andere wiederum solche Stresssituationen gar nicht an sich heran. Und genau hier kommt die mentale Stärke ins Spiel. Was darunter zu verstehen ist, warum diese so wichtig ist und wie sie trainiert werden kann, verraten wir dir in diesem Artikel.

Unsere Reaktion auf Stresssituationen

Mentale Stärke ist die Antwort darauf, wie wir mit Stresssituationen umgehen. Aus diesem Grund möchten wir uns zunächst mit Stress und seinen Grundfunktionen beschäftigen.

Stress ist grundsätzlich eine Schutzreaktion des Körpers und stammt aus der Evolution. Stressreaktionen sorgten dafür, dass der Körper des Menschen innerhalb kürzester Zeit auf Kampf und Flucht vorbereitet war.

Heute geht es zwar nicht mehr ums Überleben, die Reaktionen sind aber die Gleichen geblieben. Unsere Sinne werden geschärft, wir fokussieren uns auf eine bestimmte Reaktion und können glasklar und fundierte Entscheidungen innerhalb kürzester Zeit treffen. Auch die Leistungsfähigkeit des Körpers wird um ein Vielfaches erhöht.

Grundsätzlich ist eine Stressreaktion durchaus als positiv zu bewerten. Problematisch wird dieser Umstand nur, wenn eine einmalige Stresssituation zum Dauerzustand wird. In diesem Fall machen sich mit der Zeit psychische und physische Probleme bemerkbar. Hinzu kommt, dass nachweislich die Funktionen des Gehirns abnehmen und sogar dauerhaft geschädigt bleiben können.

Was ist mentale Stärke?

Wie kommt jetzt hier die mentale Stärke ins Spiel? Es gibt Menschen, die lassen sich von stressigen Situationen überhaupt nicht beirren. Egal wie es im Berufsleben läuft oder was im Privatleben gerade für Komplikationen auftauchen – durch nichts und niemanden lassen sie sich aus der Bahn werfen. Das führt dazu, dass sie diesen Stress gar nicht so weit an sich heranlassen.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, denen bereits eine persönliche Bemerkung ausreicht, um sie völlig aus der Ruhe zu bringen. In solchen Momenten funktioniert dann gar nichts mehr, die Leistungsfähigkeit fällt herab, die Stimmung ist getrübt und nervlich sind diese Menschen auch am Ende.

Oft wird der Grundstein für die mentale Stärke bereits in der Kindheit gelegt. Die Grundvoraussetzungen sind hier ein gutes Selbstbewusstsein und Optimismus. Verschiedene Traumata und andere Schicksalsschläge in der Vergangenheit können dazu geführt haben, dass das eigene Selbstwertgefühl angeschlagen ist. Das führt auf Dauer dazu, dass die Menschen immer weniger mit Stresssituationen umgehen können.

Menschen, die eine gut ausgebaute mentale Stärke haben, können sich auch in schwierigen Situationen auf das Ziel konzentrieren. Zudem lassen sie sich nicht aus der Bahn werfen, nach Rückschlägen stehen sie wieder auf und machen weiter. Im Gegenteil: Rückschläge gehören für sie zum Leben dazu, da sie daraus lernen.

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Mental starke Personen besitzen nicht nur eine hohe Frustrationstoleranz, sondern sie können außerdem auf eine äußerst ausgeprägte Willensstärke zurückgreifen. Das weiß auch der Mental Fitness Coach Detlef Soost, der auf seinen Veranstaltungen mit seiner Energie und Erfahrung die Teilnehmer immer wieder aufs Neue motiviert und antreibt.

Mentale Stärke – das sind die Grundvoraussetzungen

1. Ein gutes Selbstwertgefühl

Ein gesundes Selbstwertgefühl ist eine wesentliche Voraussetzung, um mit Stresssituationen besser umgehen zu können. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert, wenn sich Menschen so annehmen, wie sie sind und das unabhängig von der Figur, von den beruflichen Erfolgen oder einem erfüllten Familienleben. Menschen, die sich unabhängig dieser Faktoren so annehmen, wie sie sind, können nicht nur mit Stresssituationen besser umgehen, sondern sie führen automatisch ein glücklicheres und erfüllteres Leben.

Bist du einmal in der Situation, dass du dein Leben so akzeptierst wie es ist, kannst du auch mit Schwächen und Ängsten ganz anders umgehen. Hinzu kommt, dass du dich nicht durch äußere Einflüsse beirren und aus der Bahn werfen lässt.

Aber nicht nur das: Personen, die ein gesundes Selbstwertgefühl haben und Optimismus ausstrahlen, ziehen das Glück wesentlich leichter an als bei Personen, wo das nicht der Fall ist.

2. Fehler bringen uns im Leben weiter

Fehler und Rückschläge sind wichtige Aspekte in unserem Leben. Manchmal müssen wir Fehler machen, um unseren Weg weiterzugehen. Genau diese Fehler werden uns beim nächsten Mal davor bewahren, genau dieselben Fehler wieder zu begehen.

Wir lernen dadurch Verantwortung für uns und unser Leben zu übernehmen. Das sichert das Selbstvertrauen und fördert die Verantwortung.

3. Gelassen bleiben

Es gibt Menschen, die nehmen alles persönlich. Ein schiefer Blick vom Arbeitskollegen, eine falsche Bemerkung vom Vorgesetzten und schon zweifeln wir an uns und unserer Leistung. Aber nicht alles, was in unserem Umfeld passiert, hat zwangsläufig etwas mit uns und unserem Verhalten zu tun.

Wenn der Vorgesetzte schlechte Laune hat, gab es womöglich Ärger im privaten Bereich. Und auch der Arbeitskollege hat seine eigenen Sorgen. In solchen Fällen hilft es uns, die neutrale Perspektive eines Außenstehenden einzunehmen. Würden wir genauso denken und die gleichen Ratschläge geben, wenn wir unser eigener bester Freund wären?

4. Nein sagen lernen

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die es allen recht machen wollen. Leider wird so eine Haltung oft vom Umfeld ausgenutzt. Somit geraten die Betreffenden schnell in einen Strudel von Dauerstress, weil sie zig Baustellen gleichzeitig bewältigen müssen. Es hilft uns daran zu denken, dass jedes Mal, wenn wir wieder Ja zu unseren Kollegen oder Freunden sagen, wir automatisch Nein zu uns selbst und Nein zu unserer Familie sagen.

Indem wir Ja sagen, nehmen wir Überstunden in Kauf, kommen gestresst nach Hause und unsere Familie hat weniger von uns und unserer Freizeit. Genau das gleiche trifft zu, wenn unsere Freunde zum tausendsten Mal von uns und unserer Zeit Gebrauch nimmt und wir dafür unsere Familie im Stich lassen müssen.

5. Zu den eigenen Werten stehen

Werte prägen sich im Lauf des Lebens. Bestimmte Werte müssen vielleicht überdacht werden, wenn wir der Ansicht sind, dass diese sich für das eigene Leben nicht mehr bewähren. Dann gibt es aber noch Ideale, die uns von den eigenen Eltern mit auf den Weg gegeben worden sind, andere wiederum haben sich im eigenen Freundeskreis entwickelt.

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Zu den eigenen Werten stehen heißt, diese auch gegenüber anderen durchzusetzen, selbst dann, wenn diese anderer Meinung sind. Auf diese Weise präsentieren wir uns selbstsicher und authentisch.

6. Sich als Teil der Lösung sehen

Mental starke Personen gehen mit Rückschlägen und Schicksalsschlägen ganz anders um. Sie finden einen Weg aus der Krise und lassen sich nicht hängen. Sie glauben auch nicht, dass diese Rückschläge etwas mit ihnen selbst als Person zu tun hat. Egal wie aussichtslos die Situation auch aussieht, sie finden Mittel und Wege, mit dieser Situation umzugehen.

7. Sie nehmen teil an Erfolgen anderer

In unserem Umfeld gibt es immer Menschen, denen es augenblicklich besser geht, die gute Erfolge verbuchen können oder allesamt mehr Glück zu haben scheinen. Für mental schwache Personen ist das kein Grund, in Missgunst, Neid oder Eifersucht zu verfallen und anderen Menschen das Glück nicht zu gönnen. Im Gegenteil: Mental starke Personen freuen sich über das Glück von anderen Personen.

8. Dankbarkeit

Mental starke Menschen sind dankbar gegenüber der eigenen Umwelt. Legen Menschen eine dankbare Einstellung an den Tag, leben sie nicht nur ein gesünderes, sondern auch ein zufriedeneres Leben. Dadurch lernen sie sich in Selbstbeherrschung.

Mentale Stärke lernen

Mental starke Personen besitzen eine äußerst robuste Widerstandskraft. Egal welche stressigen Situationen auf diese Personen zukommen, das wirft sie nicht aus der Bahn. Die mentale Stärke hilft uns nicht nur in beruflichen, sondern auch in privaten Situationen, mit Schicksalsschlägen umzugehen. Während es einigen in die Wiege gelegt worden ist, gelassen mit den schwierigsten Situationen umzugehen, müssen andere diese mentalen Fähigkeiten erst lernen.

Wir geben dir ein paar Tipps mit an die Hand, wie sich die mentale Stärke ausbauen lässt:

1. Negative Glaubenssätze und Gedankenkreisen stoppen

Negative Glaubenssätze haben ihren Ursprung meist in der Kindheit. Schuld daran sind Sätze wie „Dafür bist du zu dick“, oder „In deinem Alter ist das eh zu spät.“ Diese Sätze prägen dann unser gesamtes Leben und sorgen dafür, dass wir unsere Qualitäten nicht ausbauen und unserem eigenen Glück im Weg stehen.

Wir müssen Abstand gewinnen von Gedanken, die uns negativ belasten und uns herunterziehen. Sind wir in einer Krise, neigen wir leider dazu, uns von solchen Gedanken herunterziehen zu lassen. Wir beginnen die Situation zu analysieren, überlegen fieberhaft, was wir tun können und interpretieren die Lage nach allen erdenklichen Gesichtspunkten. Dieser Strudel an Gedanken reißt in der Nacht nicht ab, sodass wir stundenlang wach liegen und aus dem Strudel der Gedanken gar nicht mehr herauskommen.

Auf lange Sicht führt das dazu, dass uns unsere Gedanken beherrschen und wir von ihnen abhängig werden. Es ist verständlich, dass wir auf diese Weise kein glückliches Leben führen und unseren Alltag nicht meistern können.

Negative Glaubenssätze und Emotionen dürfen wir in dieser Situation nicht zulassen. Wir müssen Abstand gewinnen und die gegenwärtige Situation loslassen. Nur auf diese Weise können wir unsere mentale Stärke ausbauen.

2. Eigene Entscheidungen treffen

Innere Freiheit und Unabhängigkeit kann nur dann erzielt werden, wenn wir eine eigene Entscheidung treffen. Das heißt nicht, dass wir nicht andere um Rat und Tat fragen dürfen. Im Gegenteil: Tauschen wir uns mit anderen Menschen aus, bekommen wir einen anderen Blickwinkel auf die gegenwärtige Situation und können selbst beurteilen, ob dies der richtige Weg ist oder ob ein Richtungswechsel angesagt ist. Letztendlich kann uns aber niemand die Entscheidung abnehmen und wir müssen selbst zu einer Entscheidung kommen, die sich gut anfühlt.

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3. Veränderungen akzeptieren

Viele Menschen scheuen sich vor Veränderungen, sie lieben die eigene Komfortzone und möchten sich lieber dort ausruhen, als den Schritt der Veränderung zu wagen. Keine Veränderung kann aber dazu führen, dass wir auf Dauer unglücklich und unzufrieden werden. Damit stehen wir uns unserer Weiterentwicklung und unserem Leben im Weg.

Können wir uns auf Veränderungen einstellen und uns damit arrangieren, wird die mentale Stärke automatisch aufgebaut. Das hilft uns dabei, uns nicht permanent darüber Gedanken zu machen, wie eine Veränderung sich in Zukunft entwickeln könnte. Im Gegenteil: Auf diese Weise schauen wir optimistisch und selbstsicher in die eigene Zukunft.

4. Selbstwertgefühl steigern

Damit mentale Stärke ausgebaut werden kann, ist ein gesundes Selbstwertgefühl wichtig. Nicht jeder Mensch besitzt ein solches von Natur aus. Verschiedene Schicksalsschläge in der Vergangenheit, die Erziehung und Traumata können dafür sorgen, dass wir an uns und unseren Fähigkeiten zweifeln. Vielleicht trauen wir uns bestimmte Tätigkeiten nicht zu, weil uns das von unserer Umwelt immer eingeredet worden ist.

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich immer wieder auf die eigenen Stärken und die positiven Qualitäten zu besinnen. Nur dadurch bauen wir die Selbstsicherheit aus und stärken das Selbstwertgefühl. Auch positive Affirmationen können dabei helfen. Je gesünder das Selbstwertgefühl, desto stärke auch unsere mentale Stärke.

5. Meditation hilft uns die mentale Stärke auszubauen

Meditation ist mittlerweile ein bewährtes Mittel, um dem Stress zu begegnen. Wer sich in Meditation übt, konzentriert sich auf das Hier und Jetzt, ohne die Situation einer Reflexion zu unterziehen. Es wird nur der gegenwärtige Augenblick gelebt. Diese achtsame Einstellung hilft uns dabei, den Abstand zu gewinnen, den wir brauchen.

Im Alltag werden wir mit unendlich vielen Reizen, Informationen und Eindrücken konfrontiert. Diese Masse zu verarbeiten ist Höchstleistung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass uns dieser Umstand auch nicht leicht in den Schlaf kommen lässt.

Durch regelmäßige Meditation gewinnen wir die mentale Stärke, die wir im Alltag brauchen, um mit den verschiedensten Situationen umgehen zu können. Wir lernen dabei uns ganz auf uns, unsere Bedürfnisse, unsere Stärken und Schwächen zu konzentrieren.

Nicht zuletzt hilft uns die Meditation dabei, ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen und zu erkennen, dass unser Glück nicht abhängig von beruflichen und privaten Fortschritten ist, sondern in uns selbst beginnt.

Nebenbei fördert die Meditation auch unsere psychische und physische Gesundheit. Die Gedächtnisleistung kann trainiert werden, wir stärken unser Immunsystem und profitieren von einem zufriedeneren, optimistischeren und selbstsicheren Leben.

Mentale Stärke aufbauen – unser Fazit

Mentale Stärke bezeichnet die Fähigkeit, mit Krisen und Schicksalsschlägen besser umzugehen. Egal wie hoch das Stresspotenzial auch sein mag, mental starke Personen lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und begegnen diesen Situationen mit viel Gelassenheit. Das führt nicht nur dauerhaft zu einem sorgenfreieren Leben, sondern auch das Wohlbefinden wird langfristig gesteigert.

Mentale Stärke lässt sich durch verschiedene Praktiken trainieren. Auch die Einstellung zum Leben sorgt dafür, Abstand zu stressigen Situationen zu gewinnen. Bewährte Mittel sind neben der Meditation die Steigerung des Selbstwertgefühls und das Abschalten von negativen Gedanken.

 

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