Langeweile am Arbeitsplatz? Das kannst du gegen Boreout tun!

Der Begriff Boreout steht für Langeweile und Unterforderung am Arbeitsplatz. Im Gegensatz zum häufig verwendeten Begriff „Burnout“ handelt es sich bei Boreout um eine körperliche und psychische Belastung, die aus beruflicher Unterforderung entsteht. Tatsächlich kommt ein Boreout in der Praxis viel häufiger vor als Erschöpfung durch Überlastung und Überarbeitung. Immer mehr Arbeitnehmer fühlen sich unwohl an ihrem Arbeitsplatz, da Langeweile und Nichtstun den Arbeitsalltag dominieren.

Damit dies jedoch keine negativen Auswirkungen auf deine Gesundheit nimmt, möchten wir dich in diesem Beitrag einmal etwas genauer über die Symptome und Folgen eines Boreouts aufklären. Zudem möchten wir dir einige hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben, die dir dabei helfen sollen, ein Boreout zu verhindern und wieder mehr Freude und Sinn in deiner beruflichen Tätigkeit zu finden.

Häufige Symptome eines Boreouts

Um frühzeitig erkennen zu können, ob du unter einem Boreout leidest, solltest du genau auf deinen Körper Acht geben. Einige häufig auftretende Symptome deuten auf ein Boreout hin. Hierzu zählen beispielsweise Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Motivationsprobleme oder gar lange anhaltende Stimmungstiefs und Depressionen. Auch Magen-Darm-Beschwerden werden häufig mit einem Boreout-Syndrom in Verbindung gebracht. Gleiches gilt für Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen sowie starke Verspannungen.

Mögliche Folgen einer Boreout-Erkrankung

Ein Boreout-Syndrom zu erkennen und als solches zu diagnostizieren, gestaltet sich häufig schwierig. Vielen Menschen fällt es schwer zu glauben, dass man durch Unterforderung und Langeweile tatsächlich krank werden kann. In der Realität ist dies jedoch durchaus möglich. Aktuell ist durchschnittlich jeder siebte Arbeitnehmer von einem Boreout betroffen – Tendenz steigend. Der Grund dafür ist einfach erklärt. Menschen benötigen eine sinnvolle Tätigkeit in ihrem Leben und die damit einhergehenden beruflichen Erfolge, Anerkennungen oder ähnliches.

Sieht ein Mensch keinerlei Sinn in seiner Tätigkeit, fühlt er sich häufig wertlos. Dies löst Frustrationen und Unzufriedenheit aus und kann sogar in gefährlichen Verhaltensstörungen oder psychischen Erkrankungen münden. Viele Betroffene beginnen sich zu isolieren und wenden sich von Freunden und Bekannten ab. Sie schämen sich für ihre beruflichen Leistungen und können diesen schlicht nichts Positives mehr abgewinnen. Derartige Verhaltensstörungen verstärken sich rasant, sodass sich neben Stimmungstiefs oder leichteren Motivationsschwierigkeiten schwerwiegende psychische Erkrankungen entwickeln können. Schnell entsteht ein regelrechter Teufelskreis, aus dem Betroffene meist ohne fremde Hilfe nicht mehr so einfach ausbrechen können.

Zudem leiden unter einem Boreout auch die Leistungsfähigkeit und die Belastbarkeit der Betroffenen enorm. Wer sich ständig langweilt und nie einer Herausforderung ausgesetzt wird, schraubt seine Leistungen und sein Können ganz unwissentlich immer weiter herunter. Unser Gehirn benötigt hin und wieder knifflige Herausforderungen und schwer zu lösende Aufgaben, um sich ständig weiterzuentwickeln und nicht einzurosten.

Wertvolle Tipps gegen Boreout

Um einem aufkommenden Boreout aktiv entgegenzuwirken und effektiv verhindern zu können, haben wir einige sehr hilfreiche Tipps für dich zusammengestellt.

Tipp 1: Selbsterkenntnis

Der erste Schritt im Kampf gegen das Boreout-Syndrom ist die Selbsterkenntnis. Es ist wichtig, dass du dir selbst eingestehen kannst, dass deine Arbeit dich völlig langweilt und unterfordert. Um diese Unterforderung präzisieren zu können, solltest du einmal zusammenfassend notieren, welche Aspekte an deiner Tätigkeit dich so sehr langweilen und für Frustration sorgen. Sinnvoll ist es in jedem Fall auch Dinge aufzuschreiben, die dir an deiner jetzigen Tätigkeit gefallen oder sogar Freude bereiten. Um dir einen klaren und für sich sprechenden Überblick zu verschaffen, kannst du hierfür beispielsweise eine Pro- und Contra-Liste anlegen. Versuche bei der Benennung der einzelnen Punkte so genau wie möglich vorzugehen, damit du dir selbst vor Augen führen kannst, was dir an deiner Tätigkeit alles nicht passt und was sich künftig verändern muss.

Tipp 2: Eigeninitiative zeigen

Die beste Möglichkeit, um deine berufliche Situation zu verändern und der andauernden Unterforderung und Langeweile ein Ende zu setzen ist es, das Gespräch mit deinem Vorgesetzten zu suchen. Erläutere deinem Chef deine Situation und versucht gemeinsam eine Lösung für die Zukunft zu finden. Eventuell kannst du einige andere Aufgabenfelder im Unternehmen übernehmen und mehr Verantwortung übertragen bekommen. Auf diese Weise kannst du nicht nur effektiv die belastende Langeweile bekämpfen, sondern bildest dich zeitgleich weiter.

Tipp 3: Die richtige Balance finden

Im Berufsleben spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, wenn es um die Zufriedenheit am Arbeitsplatz geht. Die wichtigsten Faktoren hierbei sind Zeit, Geld und Sinn einer Beschäftigung. Du solltest darauf Acht geben, dass diese drei Faktoren sich in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander befinden. Bekommst du beispielswiese ein etwas geringeres Gehalt, hast dafür aber kürzere Arbeitszeiten und somit mehr Freizeit, sorgt dies für Zufriedenheit. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Sinn deiner beruflichen Tätigkeit. Leidest du häufiger an Unterforderung und kannst keinen Sinn in deiner Beschäftigung erkennen, bekommst jedoch ein faires Gehalt und hast ausreichend freie Zeit, solltest du dich auf diese beiden positiven Aspekte konzentrieren.

Tipp 4: Berufliche Neuorientierung in Betracht ziehen

Solltest du auch nach einem klärenden Gespräch mit deinem Vorgesetzten oder der Übernahme neuer Aufgabenfelder weiterhin mit Unterforderung und Unzufriedenheit zu kämpfen haben, ist es Zeit für einen Jobwechsel. Ein beruflicher Neustart kann wahre Wunder wirken und deine Stimmung im Nu verändern. Hierzu kannst du entweder eine neue Stelle suchen, die deinen Fähigkeiten und deinem Können entspricht oder aber eine völlig neue Richtung einschlagen und dich beruflich umschulen bzw. weiterbilden lassen. Auch die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit ist eine Option. Dir stehen mit Sicherheit viele Möglichkeiten offen. Nutze diese!

Tipp 5: Intellektueller Freizeitausgleich

Zwar nimmt deine berufliche Tätigkeit einen großen Teil deines Tages ein, dennoch ist dein Job nicht alles. Du hast jederzeit die Option, dich außerhalb deiner Arbeitszeiten auf intellektuelle Art und Weise zu beschäftigen. Suche dir eine neue Herausforderung wie beispielsweise das Belegen eines Sprachkurses oder die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme oder lege dir ein intellektuelles Hobby wie Lesen oder Schreiben zu. Deiner Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt und du umgehst Langeweile und Unterforderung mit Hilfe sinnvoller Tätigkeiten, die deine Kompetenzen und Fähigkeiten enorm verbessern können.

 

Foto: Drobot Dean / stock.adobe.com