Vegan backen - so einfach geht’s!

Wenn du dich für einen veganen Lebensstil entschieden hast, bedeutet das nicht, dass du dich einschränken oder auf etwas verzichten musst. Du möchtest lediglich keine tierischen Lebensmittel mehr verwenden. Es gibt viele Gründe für ein veganes Leben. Egal ob aus gesundheitlichen Gründen, zum Abnehmen, weil du deinen ökologischen Fußabdruck vermindern möchtest, oder weil dir einfach das Wohl der Tiere am Herzen liegt, jeder hat seine anderen Beweggründe für ein Leben ohne tierische Produkte.

Kochen an sich ist überhaupt kein Problem. Etwas tricky kann es werden, wenn es zum Thema Backen kommt. Doch auch das ist nicht schwierig, wenn du einige Tipps und Tricks kennst. Denn sämtliche Kuchen, Torten, Kekse und andere süße Köstlichkeiten gelingen auch ohne Butter, Eier, Sahne und Co.

Ein Tipp am Rande: Verrate deinen Freunden und der Familie nicht, dass es sich bei der eben gebackenen, süßen Verführung um einen veganen Kuchen handelt. Garantiert werden sie keinen Unterschied bemerken. Ganz im Gegenteil, vegane Torten und Kuchen schmecken meist viel besser und aromatischer, da alle Geschmackskomponenten viel besser zur Geltung kommen. Wenn du es jedoch im Vorfeld verrätst, dann musst du leider auch heutzutage oft immer noch mit Vorurteilen rechnen. So kannst du diese ganz einfach aus der Welt schaffen und dein Geheimnis erst verraten, wenn alle begeistert ein zweites Mal zugegriffen haben.

Wie du unkompliziert Backzutaten durch vegane Lebensmittel ersetzen kannst

Butter ist wohl am einfachsten zu ersetzen. Du verwendest statt Butter simpel rein pflanzliche Margarine oder hochwertige Öle. Wir greifen bei den Ölen, je nach Rezept, gerne zu Kokosöl, Sesamöl oder dem neutralen Rapsöl.

Auch Milch lässt sich schnell veganisieren. Anstatt Kuhmilch greifst du hier zu Sojamilch, Mandelmilch, Kokosmilch oder einer x-beliebigen Nussmilch. Diese veganen Milchsorten sind beinahe überall erhältlich. Du kannst Nussmilch aber auch einfach zu Hause selbst herstellen.

Viele haben Angst davor, dass Kuchen ohne Eier nicht halten, bröselig werden oder auch nicht richtig saftig schmecken. Doch verabschiede dich ruhig von diesen Sorgen. Du benötigst dafür nicht einmal künstlich hergestellten Eier-Ersatz. Diesen erhältst du zwar in vielen Backshops oder Bio-Läden. Wir greifen jedoch auch hier lieber zu natürlichen und gesünderen Alternativen.

Ein Ei lässt sich durch 2 EL Apfelmus oder 2 TL Chiasamen, die du im Mörser zerkleinert hast, ersetzen. Eischnee ist ebenfalls einfach zu ersetzen. Dafür benötigst du nur Aquafabe. Diese lässt sich sogar genauso toll steif aufschlagen wie echter Eischnee. Du wirst dich jetzt fragen Aqua was? Aquafabe ist nichts anderes als das Wasser, welches du in einer Dose Kichererbsen findest. Wenn du also Kichererbsen zum Kochen, Backen oder für Aufstriche wie Hummus und Co verwendest, schütte das Wasser nicht mehr weg. Du kannst es mit dem Handmixer und einer Prise Salz oder etwas Staubzucker wie Eischnee aufschlagen.

Damit die Kuchen und Teige schön aufgehen, ist Natron ein tolles und natürliches Treibmittel. Noch dazu sorgst du mit Natron dafür, dass das Gebäck neutralisiert ist. So kannst du trotz Zucker Torten und Kuchen basisch halten.

Durch längeres Rühren für mehr Halt sorgen

Mehl enthält Klebereiweiß. Je länger du einen Teig rührst, umso besser kann sich dieses lösen und dein Teig wird schön bindend. Du kannst, wenn du zum Beispiel kein weißes Mehl verwenden möchtest, zusätzlich immer einige pürierte Datteln oder andere Trockenfrüchte in den Teig einarbeiten. Auch diese sorgen für eine zusätzliche gute Bindung. Du darfst nur nicht denken, dass du jedes Lebensmittel eins zu eins ersetzen musst. Trau dich ruhig und experimentiere ein wenig.

Beobachte deine Teige und Massen. Sind sie zu flüssig, gib einfach einen Löffel Flohsamenschalen oder Haferflocken hinzu. Auch Leinsamen sorgen für eine gute Konsistenz im Teig.

Frischkäse und Co kannst du durch weichen Tofu, sogenannten Seidentofu ersetzen. Dieser ist sehr geschmacksneutral und du zauberst damit Käsekuchen, bei welchen niemand denkt, dass diese ohne Quark und Ei gebacken wurden.

Gelatine lässt sich wunderbar durch Agar Agar ersetzen. Damit kannst du auch sehr tolle Marmeladen und Gelees zaubern. Wenn dir diese etwas zu fest geliert sind, geh einfach mit dem Stabmixer hinein. So kannst du die gewünschte Konsistenz erhalten.

Anstatt Honig nehmen wir meist Dattelsüße oder Ahornsirup. Zum Andicken eignet sich Johannisbrotkernmehl hervorragend. Aber auch Tapiokastärke ist eine wunderbare Backzutat.

Nun wollen wir dir aber auch einige unserer Lieblingsrezepte verraten. Wir wünschen dir jetzt schon viel Spaß beim Ausprobieren und Schlemmen.

Veganer Pflaumenkuchen mit Streusel

Veganer Pflaumenkuchen mit Streusel

Für den Boden benötigst du:

350 Gramm Mandelmehl | 1/2 TL Natron | 100 Gramm Haselnüsse gemahlen | 200 Gramm Rohrzucker oder Kokosblütenzucker | Mark einer Vanilleschote | 300 ml Sojamilch | 100 ml Sonnenblumenöl oder ein anderes Pflanzenöl

Für die Streusel benötigst du:

300 Gramm Dinkelmehl | 150 Gramm Zucker | 130 ml Pflanzenöl | 150 ml Sojamilch

Zudem 700 Gramm Pflaumen zum Belegen und eventuell etwas Öl zum Ausfetten der Backform.

Zubereitung:

Für den Boden gibst du alle Zutaten in eine Rührschüssel. Rühre den Teig mit dem Handmixer oder in der Küchenmaschine für mindestens 5 Minuten gut durch. Fette ein tiefes Backblech gut aus oder lege es mit Backpapier aus. Darauf wird der Teig verteilt. Er soll eine sehr dickflüssige Konsistenz haben. Ist er zu dünnflüssig, rühre noch etwas mehr Mandelmehl ein. Die halbierten und entsteinten Pflaumen werden mit der Schnittfläche nach unten darauf verteilt. Die Zutaten für die Streusel verknetest du schnell und streust diese über die Pflaumen. Der Backofen wird auf 180° Celsius vorgeheizt und der Kuchen bei Umluft für 45 Minuten gebacken.


Amerikaner vegan

Amerikaner vegan

Für dieses Rezept benötigst du:

250 Gramm Weizenmehl | 1 Packung Puddingpulver Vanille | 1/2 TL Natron | 100 Gramm Pflanzenmargarine | 2 Packungen Vanillezucker | 50 Gramm Apfelmus | 100 ml Mandelmilch

Für den Guss:

180 Gramm Puderzucker |
3 EL Mandelmilch
Alternativ: Zartbitter-Kuvertüre

Mische das Mehl mit dem Puddingpulver und dem Natron und füge den Vanillezucker hinzu. In einer zweiten Schüssel rührst du die Margarine mit dem Apfelmus und der Mandelmilch glatt. Danach werden beide Massen gut miteinander vermengt. Lege nun ein Backblech mit Backpapier aus und setze mit dem Löffel die Plätzchen auf. Die Amerikaner werden bei 170° Celsius, bei Ober- und Unterhitze für etwa 12 Minuten gebacken. Pass auf, dass sie nicht zu dunkel werden. Aus dem Ofen nehmen. Puderzucker und Mandelmilch verrühren und die erkalteten Amerikaner damit glasieren. Die Glasur trocknen lassen und schon sind die Köstlichkeiten fertig.

Du kannst die Amerikaner alternativ auch mit geschmolzener Zartbitter-Kuvertüre bestreichen oder sie Schwarz-Weiß glasieren.


Vegane Zimtschnecken

Vegane Zimtschnecken

Zutaten für die Schnecken:

150 ml Sojamilch | 2 EL Kokosblütenzucker | 1/2 Würfel Hefe frisch | 30 Gramm Margarine | 1 Prise Himalaya Salz | 250 Gramm Mandelmehl

Für die Fülle benötigst du:

2 EL Margarine | 2 EL brauner Zucker | 3 TL Zimt

Für die Glasur benötigst du:

150 Gramm Puderxylit | 1 EL Mandelmilch | 1 EL Seidentofu püriert

Zubereitung:

Erhitze die Sojamilch und löse den Zucker darin auf. Vom Herd nehmen und auf etwa 50° abkühlen. Die Hefe einrühren und für 30 Minuten gehen lassen. Die Margarine, Salz und Mehl einkneten und den Teig für eine weitere Stunde bei Zimmertemperatur gehen lassen. Der Teig soll sich nun auf einer bemehlten Fläche ausrollen lassen. Ist er etwas zu weich, arbeite etwas mehr Mehl ein. Rolle den Teig nun auf 0,5 cm aus. Alle Zutaten für die Füllung vermengen und auf dem Teig verteilen. Den Teig einrollen und in 3 cm dicke Stücke schneiden. Diese auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und sanft plattdrücken. Bei 180° Celsius für etwa 25 Minuten backen. In der Zwischenzeit die Zutaten für die Glasur gut verrühren und die gebackenen Schnecken damit bestreichen. Die Glasur etwas trocknen lassen und die leckeren Schnecken genießen.

 

Fotos: Arvind Balaraman; juefraphoto; Elisabeth Coelfen; JackF / stock.adobe.com