Work-Life-Balance: So bringst du Beruf und Privatleben in Einklang
Mehr Lebensqualität durch eine gute Work-Life-Balance

Sicher kennst du das Gefühl auch: Nach der Arbeit muss noch der tägliche Einkauf gemacht werden, die Wohnung hat auch schon länger keinen Staubwedel mehr gesehen und schließlich spricht auch nichts dagegen, sich auf der Couch über das Smartphone mit den Kollegen oder dem Vorgesetzten kurzzuschließen. Eigene sportliche Aktivitäten, das Pflegen sozialer Kontakte und die Aufrechterhaltung von der Beziehung bzw. dem Familienleben kommen deutlich zu kurz. Die Grenzen von Berufs- und Privatleben verschwimmen in unserer schnelllebigen Gesellschaft immer mehr. Was die Work-Life-Balance ist und wie du wieder für mehr Lebensqualität sorgst, verraten wir dir in diesem Artikel.

Die Work-Life-Balance – eine Definition

Wie der Name bereits vermuten lässt, setzt sich der Begriff aus „work“ (Arbeit), „life“ (Leben) und „balance“ (Gleichgewicht) zusammen. Damit soll zwischen den Elementen Arbeit und Leben ein Gleichgewicht herrschen. Keine der beiden Bereiche des Lebens sollten im Übermaß vorhanden sein, sondern im Einklang zueinanderstehen.

Mit diesem Begriff ist nicht etwa eine jeweils 50%ige Aufteilung gemeint. Wie diese Bereiche aufeinander abgestimmt werden, ist dir selbst überlassen. Wichtig ist nur, dass es ein gesundes Gleichgewicht sein sollte, welches dir mehr Lebensqualität verschafft.

Warum ist ein gesundes Gleichgewicht so wichtig?

Es ist völlig normal, wenn diese Balance hin und wieder aus den Fugen gerät. Jeder von uns hat einmal etwas stressigere Zeiten und Phasen, in denen es ruhiger zugeht. In stressigen Phasen müssen wir uns vermehrt auf die zentralen Aufgaben fokussieren und vernachlässigen dadurch den anderen Bereich ein wenig. Problematisch wird die ganze Geschichte dann, wenn es keinen Ausgleich mehr gibt und diese vorübergehende Phase bei dir zum Dauerzustand wird.

Kontinuierlicher Stress in einem Lebensbereich ist der typische Auslöser von Burn-out, der wiederum unbehandelt in einer schweren Depression münden kann. Dabei ist Stress per se nichts Negatives. Ganz im Gegenteil: In der Evolution war Stress ein Schutzmechanismus, welches das Überleben der Menschen sicherte. Innerhalb kürzester Zeit wurde der menschliche Organismus auf Kampf und Flucht vorbereitet. Auch heute noch sorgen Stressphasen dafür, dass dein Körper zu Höchstleistungen fähig ist, deine Sinne geschärft werden und Entscheidungen fundiert getroffen werden können. Die Stresshormone Adrenalin, Kortisol und Noradrenalin sind für diesen Zustand verantwortlich.

Hält dieser Zustand aber über einen längeren Zeitraum an, sind psychische Probleme und gesundheitliche Aspekte die Folge. Auf physischer Ebene machen sich Herzrhythmusstörungen, Kreislaufbeschwerden, Magenprobleme und Verspannungen bemerkbar, während auf der psychischen Ebene Konzentrationsschwierigkeiten, Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen und Gereiztheit dazukommen können.

Befinden sich beide Bereiche in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander, liegen die Vorteile auf der Hand: Du vermeidest Dauerstress und läufst nicht Gefahr, ein Burn-out zu entwickeln. Aber nicht nur das: Deine Lebensqualität wird sich verbessern und du führst ein glückliches und harmonisches Leben. Nicht zu vergessen ist die unmittelbare Auswirkung auf deine Umwelt. Gerade der Partner oder die Familie werden in stressigen Situationen enorm in Mitleidenschaft gezogen. Ist ein Bereich demnach aus den Fugen, wirkt sich das unmittelbar auf die anderen Bereiche aus. Somit profitieren auch Personen aus dem engsten Umfeld von deiner Lebensqualität.

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Methoden, wie du für ein ausgeglichenes Leben sorgen kannst

1. Analysiere dich und dein Leben

Analysiere dein Leben und achte auf deine Bedürfnisse, um sie in jedem Bereich optimal umsetzen zu können. Jeder Mensch ist unterschiedlich und Stresssituationen haben die unterschiedlichsten Auswirkungen. Während die einen mit viel Stress gut klarkommen und sich sogar noch angefeuert fühlen, wirft andere schon weniger Stress total aus der Bahn. Achte auf deinen Körper und die Signale und ziehe rechtzeitig die Grenze.

Setze dich in regelmäßigen Abständen mit dir, deinen Stärken und Schwächen sowie deinen Bedürfnissen auseinander. Diese Erkenntnis hilft dir dabei auch in Zukunft leistungsfähig zu bleiben. Du siehst, welche Maßnahmen du ergreifen musst, um ein zufriedenes und erfülltes Leben zu führen.

Methoden, die dir bei der Selbstanalyse behilflich sein können, wären noch ein Achtsamkeitstraining und die bewusste Körperwahrnehmung. Beide Strategien richten deine Aufmerksamkeit nach innen. Beim Achtsamkeitstraining geht es darum, deine Konzentration voll auf den gegenwärtigen Moment zu richten. Leider ist das genau das Problem unserer heutigen Gesellschaft. Selbst wenn wir daheim sind und die Aufmerksamkeit unserem Privatleben widmen sollten, sind wir mit dem Kopf nicht dabei, sondern hängen der Arbeit hinterher. Und das ist nicht unter Work-Life-Balance zu verstehen. Wenn du Zeit mit deinem Partner oder mit deinen Kindern verbringen möchtest, sollst du dich 100 % darauf einlassen und nicht nur körperlich anwesend sein. Regelmäßiges Achtsamkeitstraining kann dich dabei unterstützen.

Die bewusste Körperwahrnehmung lenkt deine gesamte Aufmerksamkeit auf die körpereigenen Prozesse. Das hilft dir dabei, die Signale deines Körpers rechtzeitig erkennen und dagegen steuern zu können. Stehen wir nämlich unter Daueranspannung, macht sich auch unser Körper bemerkbar. Die Signale werden durch die zahlreichen Reize, die von außen auf einen einströmen, nur einfach nicht wahrgenommen. Genau hier setzt die bewusste Körperwahrnehmung an und hilft dir, dich und deinen Körper wieder wahrzunehmen.

2. Sorge für ein optimales Zeitmanagement

Neigst du dazu, deine Arbeit mit nach Hause zu nehmen? Beschäftigst du dich viel zu viel mit beruflichen Dingen, weil der Tag nur 24 Stunden hat und du nach einem anstrengenden Tag das Gefühl hast, nichts geschafft zu haben? Hier können dir bewährte Methoden aus dem Zeitmanagement helfen, wodurch du nicht nur lernst, Aufgaben zu priorisieren, sondern diese auch gegebenenfalls zu delegieren. Zeitfresser können dadurch wesentlich leichter identifiziert und vernichtet werden.

2.1 Setze dir eine Deadline

Du kennst es sicherlich: Dein Vorgesetzter verlangt eine Aufgabe von dir innerhalb einer kurzen Zeitspanne. Hochkonzentriert bist du in der Lage, diese Herausforderung zu bewältigen, du lässt dich durch nichts und niemanden davon ablenken. Ganz anders schaut es aber aus, wenn dir mehr Zeit zur Verfügung steht. Wir Menschen neigen dazu, die Durchführung einer Aufgabe hinauszuzögern, wenn wir uns mehr Zeit lassen können. Setzt du dich hingegen künstlich unter Druck verbesserst du deine Produktivität um ein Vielfaches.

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2.2 Eat the frog first

Der Spruch hat amerikanische Wurzeln und meint damit einfach, dass du dir das größte Problem des Tages sofort vornehmen solltest. Schiebst du hingegen größere Aufgaben vor dir her, kannst du den Tag nicht richtig genießen, du wirst nervös und gerätst unter enormen Zeitdruck. Hast du dich hingegen gleich in der Früh um das größte Problem gekümmert, kannst du ganz anders und wesentlich ausgeglichener in den Tag starten. Die anderen Aufgaben stellen dann kein allzu großes Problem mehr da.

3. Vernichte alle unnötigen Ablenkungen

Vermeide alle Ablenkungen, die dich von der eigentlichen Aufgabe abhalten können. Dazu zählen einerseits Unterbrechungen, die über das Smartphone hereinkommen, aber auch andere Ablenkungen solltest du vermeiden. Sorge am Arbeitsplatz möglichst für eine ordentliche und angenehme Atmosphäre. Ein unaufgeräumter Schreibtisch ist eher kontraproduktiv, denn dir fallen hier alle paar Minuten Dinge ein, die du auch noch erledigen musst. In der Folge fängst du Dutzend Aufgaben an, die du alle nicht zu Ende bringst. Das raubt nur unnötig Zeit.

Im Übrigen findet dieses Phänomen auch im Privatleben statt. Lässt du alles nur herumliegen, wirst du dadurch ständig abgelenkt. Nehmen wir einmal an, du fängst an zu staubsaugen. Während dieser Tätigkeit fällt dir auf, dass die Wäsche herumliegt und du diese erst einmal wegräumen musst. Also legst du den Staubsauger zur Seite und kümmerst dich um die Wäsche. Währenddessen siehst du vielleicht noch eine andere Baustelle, um die du dich kümmern musst. Damit fängst du tausend Tätigkeiten an, die du alle nicht zu Ende bringst und dir geht schlussendlich viel zu viel Zeit verloren.

Sorge ebenfalls dafür, dass du nicht ständig über dein Smartphone erreichbar bist. Gerade im Privatleben spielt das eine sehr wichtige Rolle. Es muss Zeiten geben, in denen du dich voll und ganz deinem Privatleben widmen kannst, ohne von Fragen der Kollegen oder des Vorgesetzten gestört zu werden. Für den Urlaub und den Krankenstand gilt das übrigens ganz genauso.

4. Sorge für ein gutes Verhältnis zu den Arbeitskollegen

Stress entsteht häufig, weil das Betriebsklima nicht stimmt. Also hier stehen nicht die Herausforderungen im Vordergrund, sondern die Konflikte mit den Kollegen. Aufgrund des Konkurrenzkampfes am Arbeitsplatz sind Mobbing und Anfeindungen leider keine Seltenheit mehr. Besonders schwerwiegend sind unausgesprochene Konflikte, die nicht gelöst werden. Die Stimmung verschlechtert sich, wodurch der Stresspegel deutlich ansteigt. Vielleicht hattest du selber schon eine Phase, in der du ungern zur Arbeit gegangen bist, weil das Klima nicht gestimmt hat?

Diesem Szenario kannst du nur entgehen, indem Konflikte ausgetragen werden. Viele Konflikte beruhen auf Missverständnissen, weil der andere etwas hineininterpretiert, was gar nicht stimmt oder, weil er sich in etwas hineingesteigert hat. Trotzdem werden bestimmte Emotionen wie Wut, Hass und Neid ausgelöst. Diesem Problem kann nur entgangen werden, wenn dieser Konflikt an die Oberfläche gerät und ausdiskutiert wird. Der Kopf ist danach wieder frei und der Arbeitsalltag lässt sich wie gewohnt fortsetzen.

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5. Private Termine haben die gleiche Daseinsberechtigung wie berufliche Termine

Neben beruflichen Terminen hast du bestimmt auch einige private Termine. Diese solltest du genauso ernst nehmen wie die beruflichen Verpflichtungen. Gerade wenn es sich um soziale Verpflichtungen, das Pflegen von sozialen Kontakten und dem unmittelbaren Umfeld handelt, sollten diese nicht auf der Strecke bleiben.

Soziale Kontakte sind überlebenswichtig für uns Menschen. Gerade in der momentanen Pandemie zeigen sich die Auswirkungen der Isolation auf drastische Art und Weise. Soziale Kontakte können nicht mehr in dem Maße gepflegt werden wie vorher. Immer mehr Menschen werden depressiv, Psychotherapeuten sind seit Monaten total überlaufen. Der Mensch als soziales Wesen ist auf diese Kontakte angewiesen.

Wenn du mit anderen Menschen zusammen bist, wird dein Selbstwertgefühl gesteigert und du erfährst Anerkennung. Du erweiterst aber auch deinen Horizont, denn andere Menschen konfrontieren dich mit anderen Sichtweisen. Du beginnst zu reflektieren und deine eigenen Handlungsmuster zu überdenken. In vielerlei Hinsicht profitierst du von deiner Umwelt. Nicht zuletzt verschaffst du dir natürlich einen Ausgleich zum Berufsleben, sodass du wieder produktiver und vitaler in den Alltag starten kannst.

6. Sorge für eine gesunde Lebensweise

Zur Work-Life-Balance gehört neben den oben genannten Aspekten natürlich auch ein gesunder Lebensstil, ein ausgeglichener Tag- und Nachtrhythmus und ausreichend Bewegung.

Sorge für eine gesunde Ernährung, damit dein Körper mit sämtlichen Vitaminen versorgt wird, die er benötigt, um Energie bereitzustellen. Durch diese Versorgung wirst du leistungsfähig bleiben und auch kurzzeitige Stressphasen werden dir nicht so leicht etwas anhaben können.

Auch der Tag- und Nachtrhythmus ist wichtig. Stehe möglichst jeden Tag um dieselbe Uhrzeit auf und gehe zur gleichen Zeit auch wieder ins Bett. Änderst du diese Zeiten, bringst du deinen gesamten Rhythmus durcheinander und deine Leistungsfähigkeit gelangt an ihre Grenzen.

Nicht zu vergessen ist Sport und Bewegung. Einerseits lässt dich Sport Stress vergessen und macht den Körper nachweislich glücklich, andererseits bekommst du den Kopf frei. Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft sind perfekt geeignet, um das Gehirn mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Diese Versorgung lässt dich im Anschluss klarer denken und du kannst deine Aufgaben besser bewältigen.

Eine gute Work-Life-Balance erreichen – unser Fazit

Eine gute Work-Life-Balance sorgt dafür, dass die Bereiche Arbeit und Leben in einem gesunden Verhältnis zueinanderstehen. Fordert dich ein Teil auf Dauer übermäßig, sind Stress und sogar ein Burn-out die Folge. Du kannst einfache Maßnahmen ergreifen, um mehr Lebensqualität zu gewinnen. Neben einem guten Zeitmanagement spielt auch die Selbstanalyse und eine gesunde Lebensweise eine wichtige Rolle.

 

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