Abnehmen durch Negativ-Kalorien? Das ist wirklich dran!

Abnehmen durch Negativ-Kalorien? Das ist wirklich dran!

Fakt oder Fiktion?

Abnehmen durch Negativ-Kalorien? Das ist wirklich dran!

Wir hätten es alle gerne, dass leckere Lebensmittel deutlich mehr Kalorien verbrennen, als sie selbst haben. Das ist die Theorie der „Negativ-Kalorien“. Doch was eine Werbestrategie von Diätpäpsten ist, enttäuscht im Praxistest.
 

Die Mär von den Negativkalorien

Uns wird suggeriert, dass wir Gewicht reduzieren, wenn wir nur bestimmte Lebensmittel zu uns nehmen. Diese sollen wenige Kalorien haben und beim Verdauen mehr Kalorien verbrennen, als sie haben. Im Endeffekt müssten wir sogar mehr Gewicht abnehmen, wenn wir größere Mengen davon futtern. Wäre das so, könnte die Diätmittel-Industrie den Laden dichtmachen. Wahr ist, dass auch niedrigkalorische Lebensmittel sättigen können. Tauschst du solche Lebensmittel gegen die klassischen Kalorienbomben aus, wirst du aller Wahrscheinlichkeit nach abnehmen. Wahr ist auch, dass dein Organismus für jede Tätigkeit und jeden innerkörperlichen Prozess Energie einsetzt. Diesen Energieeinsatz kannst du in Kalorien umrechnen.

Erzeugst du eine positive Kalorienbilanz, nimmst du mehr Kalorien auf, als der Organismus verbraucht. Die logische Folge sind Einlagerungen von Kalorienüberschüssen als Fettpolster. Bei einer ausgeglichenen Kalorienbilanz sind Kalorienverbrauch und Kalorienaufnahme deckungsgleich. Bei einer Negativbilanz nimmst du weniger Kalorien auf, als der Organismus benötigt. Niedrigkalorische Lebensmittel bringen den Organismus dazu, sich für die benötigte Energiemenge bei den körpereigenen Energiedepots – sprich: Fettpolstern – zu bedienen.
 

Negativkalorien

 

Sind Gewichtsverluste Fakt oder Fiktion?

Was in der Theorie schlüssig klingt, ist in der Praxis falsch gedacht. Negativ-Kalorien-Diäten würden eine einseitige Ernährung mit bestimmten Gemüsen und Obstsorten bedeuten. Wenn diese Theorie dich dazu verführt, eine Woche lang drei Kilo Salatgurken am Tag zu verzehren, fehlen deinem Organismus wichtige Nährstoffe, die sein Überleben sichern. Zudem hast du garantiert ab Tag Zwei Heißhunger auf Lebensmittel mit viel Kalorien. Klug wäre, öfter mal eine halbe Salatgurke statt eines Döners zu wählen. Der Gewichtsverlust dauert bei einer ausgewogenen Ernährungsweise länger, ist aber effektiver. Wenn du häufiger Lebensmittel mit wenigen Kalorien den Cola-, Döner- und Kuchenkalorien vorziehst, wird der Gewichtsverlust klappen.

Iss möglichst oft niedrigkalorische Gemüse wie Auberginen, Brokkoli, Fenchel, Steinpilze oder Champignons, Chinakohl, grüne Bohnen, Chicorée, Gurke, Kohlrabi, Kopfsalat, Karotten, Lauch, Mangold, Kresse, Paprika, Tomaten, Spargel, Radieschen, Sauerkraut oder Spinat. Als Obstsorten mit wenig Kalorien empfehlen sich Brombeeren, Himbeeren und Erdbeeren, Johannisbeeren, Rhabarber, Grapefruit, Melonen, Südfrüchte, Papaya, Pfirsiche und Nektarinen sowie Pflaumen. Wenn du versuchsweise Süßigkeiten streichst und stattdessen diese Obstsorten verzehrst, nimmst du wegen der enthaltenen Ballaststoffe und der wenigen Eigenkalorien langsam ab. Es ist aber ein Denkfehler, dass du schneller abnimmst, wenn du nichts Anderes mehr isst, als solche Lebensmittel.
 

Mythos Negativ-Kalorien

 
In der angegebenen Kalorienzahl eines Lebensmittels wird der Energieverbrauch bei seiner Verdauung bereits angerechnet.

Im Klartext: Eine Stange Staudensellerie hat ca. zehn Kalorien. Der Organismus verbrennt zwei Kalorien bei ihrer Verdauung. Daher stehen in der Kalorientabelle hinter der Staudensellerie acht Kalorien. Logischerweise nimmst du ab, wenn du dich mit wenigen Kalorien begnügst. Ob dein Organismus dadurch Mangelerscheinungen erleidet, wird bei der Propagierung der Negativ-Kalorien aber nicht thematisiert. Am Ende bleibt dir die Erkenntnis, dass du mit einer Stange Staudensellerie tatsächlich acht Kalorien aufnimmst. Der Organismus verbraucht bei seiner Verdauung nur die zwei Kalorien, die bereits vorab abgezogen wurden. Schade eigentlich.

 

Fotos: Carlos Daniel Gawronski; Shana Novak; Jack Andersen/ Getty Images

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