…wie sie mir gefällt? Frauen sind oftmals viel besser durchstrukturiert als Männer und haben klare Vorstellungen vom Kennenlernen und einer sich daraus entwickelnden Beziehung. Frauen erziehen ihre Männer auch mal gerne um. Das behaupten zumindest die Herren der Schöpfung. Aha…?

Auf mich trifft das zumindest teilweise zu. Es gibt nur wenige Dinge, bei denen ich mich treiben lassen kann und mal schaue was passiert. Im Großen und Ganzen verfolge ich immer Pläne und beobachte, in welche Richtung es sich am besten abzubiegen lohnt. Meist will ich vor dem ersten Date das Happy End schon versprochen wissen. Ich dachte allerdings eher, das sei eine Frage des Charakters und natürlich abhängig von den gemachten Erfahrungen.

Wenn ich in die Runde meiner Freundinnen schaue, finde ich allerdings viele von ihnen, die genauso wissen, was und vor allem wen sie wollen. Verfolgen Ziele. Machen Business-Pläne. Wissen im Januar, dass sie im November drei Wochen nach Asien fliegen. Oder strukturieren einen Junggesellinnen-Abschied schon Monate im Voraus. Bis in die Perfektion, versteht sich von selbst.

Jetzt lesen:  Diese Fragen solltest du deinem Partner stellen

Und wenn mittlerweile die ein oder andere davon spricht, dass sie sich immer öfter bei dem Gedanken an einen Kinderwunsch ertappt oder hofft, in den nächsten Jahren endlich die große Liebe zu finden und mit ihr still stehen zu können, dann gestehe ich mir ein, dass wir Frauen vielleicht wirklich ganz gerne planen – und uns freuen, wenn das Vorhaben dann auch gelingt. In der Zeit, in der wir uns das wünschen. Vielleicht, weil es so schwer ist, sich einfach mal treiben zu lassen? Und weil wir wissen, wie weh es tut, wenn man sich wirklich verliebt, das Happy End allerdings aus bleibt? Die sichere Seite, das ist die gegenüberliegende Seite des Schmerzes.

Ein Freund von mir hat mich Letzt darum gebeten, doch mal darüber zu schreiben, dass so viele Frauen in festen Vorstellungen stecken und somit oftmals kühl und fast schon verkrampft wirken, wenn man sie anspricht und leider nicht das Schema, das sie sich vorstellen, scheint zu passen. Teilweise muss ich ihm da leider Recht geben. Ich kenne einige Frauen, die ganz genaue Vorstellungen vom Traummann und ihrer eigenen Zukunft haben – da hat keiner eine Chance, der vom festgefahrenen Bild abweicht. Was ich traurig finde, denn eine Selektion auf so hohem Niveau macht es jedem unmöglich, der sich vielleicht nicht beim ersten Blick, aber spätestens nach dem zweiten Gespräch als absoluter Fang erweist.

Jetzt lesen:  Avocado Superstar - der gesunde Schlankmacher

Sind wir Frauen verkrampft, sobald wir uns öffnen soll(t)en für etwas, was in erster Linie keine Option war? Und wenn ja, verbauen wir uns nicht damit vielleicht die ganz großen Chancen?

Schon klar: Wenn man ein Haus kaufen und Kinder bekommen möchte, ist der Barkeeper, der Ende 30 ist und immer noch die Fliege macht, wenn er das Wort „Beziehung“ nur hört, kein geeigneter Kandidat. Aber manche Frauen sind sehr versteift in einem vorgefertigten Erscheinungstyp und lassen beispielsweise einem Mann nicht mal den Versuch, sich von ihm zu überzeugen, weil er zu klein, zu untrainiert, zu blond, zu behaart ist oder umgekehrt. Oder alles zusammen.

Jetzt lesen:  Jetzt gibt's was auf die Ohren: Die 5 besten Fitness-Podcasts

In puncto Männer haben Frauen oftmals ihre ganz eigenen Vorstellungen. Nicht wenige Kerle klagen beim Männerabend darüber, dass ihre Partnerin anfangs die absolute Traumfrau war, sie aber mittlerweile ihn versucht umzuerziehen – und zwar da hin, wo sie ihn grundsätzlich haben wollte. Das Problem des weiblichen Ehrgeizes und die Auswahl der Punkte, die es in unserer Auffassung zu optimieren gilt. Vielleicht erwarten wir das von Sekunde Eins auch von unserem Gegenüber?

 

Du hast die letzte Kolumne von Anika verpasst? Dann klicke jetzt hier:

Es ist der Mut, der uns trägt.

 

Foto: Anika Landsteiner privat