Suppenkoma

Du kennst sicher das Phänomen, dass du am frühen Nachmittag müde bist und sogar ein Nickerchen halten möchtest. Schon im Kindesalter wurde uns der Mittagsschlaf beigebracht, um diese Phase zu überstehen. Dieses Gefühl tritt vor allem nach dem Mittagessen ein und betrifft vor allem Berufstätige, die nach dem Essen direkt weiterarbeiten müssen. Oftmals fehlt einem aber einfach die Energie, um wieder einsteigen zu können. Dieses Phänomen wird auch „Suppenkoma“ genannt und lässt sich nachweislich nach schweren Mahlzeiten antreffen. Doch kannst du etwas dagegen tun und dieser Müdigkeit entgegenwirken? Wir verraten wir einige Tipps, wie das funktioniert.

Was ist ein Suppenkoma und woher kommt es?

Zuerst sollte das Thema des Suppenkomas noch einmal näher beleuchtet werden. Teilweise wird es auch Fresskoma oder Schnitzelkoma genannt, bezieht sich aber auf dasselbe Gefühl der Müdigkeit nach dem Essen. Diese Schlappheit wird verstärkt, je mehr und je voller du isst. Wenn du mit deinen Kollegen eine große Mittagsrunde machst, dann ist das Suppenkoma bereits vorprogrammiert. Am frühen Nachmittag wirst du dich wahrscheinlich müde und kaputt fühlen, als würdest du ein Nickerchen halten wollen.

Der Hauptgrund für das Suppenkoma ist die eigene Verdauung. Diese arbeitet nach dem Mittagessen auf Hochtouren und entzieht dir so die Energie, die du eigentlich für deine Arbeit brauchst. Dein Blutdruck sinkt und das Gehirn wird weniger stark versorgt, da der Fokus auf deinen Verdauungsorganen liegt.

Auch der Biorhythmus spielt eine Rolle, denn von Natur aus werden wir nach dem Mittag müder. Wer normale Arbeitszeiten hat, noch dazu normal ins Bett geht, der wird dieses Mittagstief immer wieder spüren. Es ist fast schon in uns einprogrammiert, dass wir am Nachmittag und nach dem Mittagessen schläfriger werden und neue Kraft tanken müssen.

Ein dritter Grund ist die Mahlzeit selbst. Vor allem fettige Nahrung und Kohlenhydrate liegen schwer im Magen und werden nur langsam verdaut. Daher schlägt auch die Müdigkeit stärker an. Hier zählen Gerichte mit Kartoffeln, Reis und Nudeln, aber auch Pizza und Burger. Zudem ist auch die Portion entscheidend, denn je mehr du isst, desto mehr muss auch verdaut werden.

Was kannst du gegen Suppenkoma unternehmen?

Es gibt viele Möglichkeiten, das Suppenkoma zu beseitigen oder ihm sogar zuvorzukommen. Nicht jeder Tipp lässt sich in jede Lebenssituation einbauen, aber du findest sicher etwas, was sich auch mit deinem Arbeitsalltag vereinbaren lässt.

1. Mäßige Bewegung

Bewegung ist eines der besten Mittel, um dem Suppenkoma zu entkommen. Schon ein kleiner Spaziergang nach dem Mittagessen kann helfen, die Verdauung anzuregen und der Müdigkeit entgegenzuwirken. Hier reichen 10 bis 15 Minuten an der frischen Luft oder ein paar Treppenstufen aus, um dann wieder mit frischer Kraft arbeiten zu können. Wer sich nach dem Essen ein paar Minuten für ausreichend Bewegung nimmt, der wird weniger schnell müde und versinkt so nicht im Suppenkoma.

Auf richtigen Sport sollte jedoch verzichtet werden, vor allem nach einer großen Mahlzeit. Mit Essen im Magen lässt sich nur schwer trainieren, weshalb hier nur mäßig Bewegung empfohlen wird. Ein kleiner Spaziergang, eine weitere Runde durch das Büro, und schon bist du wieder bei der Sache.

2. Bewusst ruhiger angehen am frühen Nachmittag

Wer es sich leisten kann, der sollte ruhige Arbeitsphasen auf den Nachmittag verschieben. Das ist sicher nicht bei allen Berufstätigen möglich, aber hilft dabei, den Arbeitsalltag besser zu strukturieren und dem eigenen Empfinden anzupassen. Es bringt nichts, wenn die schwere Arbeit am frühen Nachmittag zu bewältigen ist, du aber nicht die nötige Energie hast, um diese mit vollem Bewusstsein anzugehen. So entstehen Fehler und die Arbeit wird womöglich schlechter erledigt, als wenn du sie am Morgen oder am späten Nachmittag erledigt hättest.

3. Weniger und leichter essen

Der Hauptgrund für das Suppenkoma ist die falsche Ernährung. Zum Mittag sollte zwar ausreichend gegessen werden, aber auch nicht zu voll und zu fettig. Das regt die Verdauung nur noch mehr an und erzeugt dann die Müdigkeit. Du solltest lieber auf leichte Kost zurückgreifen und deine volle Mahlzeit auf den Abend verlegen. So isst du einerseits schneller und hast andererseits nicht dieses Völlegefühl, was dich schläfrig macht. Es hilft auch, kleinere Portionen zu essen.

Gegen Müdigkeit hilft es auch, immer ausreichend hydriert zu sein. Damit ist auch nicht der Kaffee gemeint, der einen wach halten soll. Wasser sollte als Grundlage dienen und dich mit Flüssigkeit versorgen. Je mehr Kaffee oder Energydrinks du zu dir nimmst, desto niedriger wird deine Toleranz für Koffein. Dehydration führt außerdem zu Kopfschmerzen und Konzentrationsproblemen. Täglich 1,5 bis 2 Liter Wasser zu trinken ist für Erwachsene ein Muss.

4. Längere Pause machen

Den Mittag für eine längere Pause zu nutzen ist nicht für jeden möglich, hilft aber dabei, den Arbeitsalltag dem eigenen Wohlbefinden anzupassen. Wer flexible Arbeitszeiten hat, der sollte sich dessen bewusst sein und nachmittags ein Verdauungspäuschen einlegen. Am Abend sollte dann natürlich entsprechend länger gearbeitet werden, aber nach der Pause geht die Arbeit viel schneller von der Hand und fühlt sich nicht so langgezogen an. Diese Auszeit kannst du zum Beispiel mit einem Spaziergang kombinieren.

5. Mittagsschlaf halten – der Powernap

Wenn du ausreichend Zeit und Freiheiten hast, spricht auch nichts gegen einen wirklichen Mittagsschlaf. Manchmal musst du neue Kraft tanken und solltest dich auch nicht dafür verurteilen. Ein Schläfchen sollte aber nicht länger als eine halbe Stunde sein, denn sonst bist du noch müder als zuvor. Ideal sind 10 bis 20 Minuten, um danach frisch ans Werk zu gehen.

Die Kultur hinter den Powernaps kommt aus Asien. Wahrscheinlich kennst du das Bild der im Zug oder am Schreibtisch schlafenden Büroarbeiter sogar, denn das ist auch bei uns recht bekannt, aber wird oftmals verpönt. Jedoch sollte so ein Nickerchen nicht als versäumte Arbeitszeit angesehen werden, sondern lediglich als eine Möglichkeit, sich kurz auszuruhen und dann wieder mit vollem Tatendrang zu arbeiten.

6. Ausreichend Nachtschlaf

Wenn du nachts ausreichend Schlaf bekommst, beugst du so der Müdigkeit am Mittag ebenfalls vor. Ein geregelter Schlafrhythmus hilft dabei, den eigenen Körper an die Arbeits- und Ruhezeiten anzupassen. Ist dieser gestört, so möchte sich der Körper Schlaf holen, auch wenn er im Moment nicht angebracht ist. Achte darauf, dass du immer zur selben Zeit ins Bett gehst und aufstehst. Ein erwachsener Mensch braucht zwischen sechs und zehn Stunden Schlaf, diese Zeiten sind aber sehr individuell. Finde deinen eigenen Biorhythmus, um nicht mitten am Tag müde zu werden.

 

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Franziska König hat sich schon seit ihrer Jugend für Japan interessiert und ist mit Anime, Manga und Videospielen aufgewachsen. 2015 begann sie ihr Studium für Japanologie an der Universität Leipzig und hat ihren Master 2023 erfolgreich abgeschlossen. Seit 2022 arbeitet sie aktiv als selbstständige Texterin und fokussiert sich dabei auf Themen wie Popkultur und Reisen. Ihr macht es Spaß, sich journalistisch mit verschiedenen Themenbereichen zu befassen und bringt das Wissen aus ihrem akademischen Werdegang mit in die Recherche der Beiträge ein.