Ruth Moschner: „Zu lernen ist für mich wahrer Luxus.”

Ruth Moschner: „Zu lernen ist für mich wahrer Luxus.”

Im Interview

Ruth Moschner: „Zu lernen ist für mich wahrer Luxus.”

Im Gespräch mit dem charismatischen Multitalent Ruth Moschner haben wir so einiges über eine gesunde Ernährung, Tier- und Umweltschutz und über das Sommer-Special von Grill den Henssler erfahren.
 

Ajouré: Ruth, du schaust immer blendend aus. Was ist dein Beauty-Geheimnis?

Vielen Dank, sehr reizend. Du solltest mich mal morgens sehen, da fällt dir aber nix mehr ein. O.k., ganz so schlimm ist es jetzt nicht. Beim Fernsehen oder bei Fotoshootings hat man ja meist ein klasse Team dabei, welches die Stuckateurs-Arbeiten übernimmt. Privat schminke ich mich nicht – dann benutze ich nur Wimperntusche. Ich teile mir mein Leben nämlich eigentlich mit einem kleinen frechen Jungen, der beim Fernsehen eben kurz mal Prinzessin spielt.

Ich bin ja echt gerne Tussi, gar keine Frage, ich genieße das auch für Events in diese tollen Roben zu schlüpfen, die einem manchmal keine Luft zum Atmen lassen. Und ich besitze auch privat sehr, sehr viele Kleidchen. Aber es wohnt eben auch ein kleiner Frechdachs in mir, der sich immer wieder die Knie aufschlägt, weil er in seiner Schusseligkeit gegen eine Türe gerannt ist. Ach ja, ansonsten hilft es tatsächlich, mit dem Rauchen aufzuhören und eine positive Lebenseinstellung zu haben. Und Humor rettet so manchen Blick in den Spiegel. Ein faltiges fröhliches Gesicht ist hübscher als ein faltiges frustriertes Gesicht.

Ajouré: Du stehst ganz offen dazu, leidenschaftlich gerne zu essen. Fällt es da schwer, dass die Kurven an den richtigen Stellen bleiben?

Es fällt dem Körper im Laufe der Zeit prinzipiell schwer, der Erdanziehung zu widerstehen. Ich habe aber das Glück tolle Gene zu haben, ich kann essen, was ich will und treibe eigentlich keinen Sport. Hahaha … kleiner Scherz. Sorry. Ich liebe es nur immer, solche Sätze zu lesen und wollte das einfach auch einmal in meinem Leben sagen! Aber jetzt mal im Ernst. Ich ernähre mich hauptsächlich gesund, das bedeutet, ich achte darauf, möglichst wenig industriell veränderte Lebensmittel zu essen. Dazu kommt, dass ich keinen Alkohol vertrage, auch wenn ich immer wirke, als hätte ich schon morgens drei Promille im Blut.

Man muss sich einfach klarmachen, was man zum Überleben braucht und was zum Nasch-Luxus gehört. Letzteres sollte nicht überwiegen, MUSS aber eben auch mal sein. Und ich treibe Sport, jeden Tag, um genau zu sein. Nicht lange, immer so 20 Minuten, Hula Hoop, Pilates, Laufen gehe ich auch. Wenn ich Zeit habe, fahre ich viel Fahrrad, weil ich kein Auto habe, Treppen steigen ist eh Pflicht – irgendwie müssen die Hummeln im Hintern einfach immer in Bewegung bleiben.
Und ein- bis zweimal die Woche quält mich mein Trainer. Im Gegenzug darf ich ihn am Ende immer mit den Boxhandschuhen vermöbeln. Wir nehmen das beide nicht persönlich.

 

Ruth Moschner auf Instagram

 

Ajouré: Neben deinen bereits erschienenen Büchern rund um Süßes teilst du auch auf Instagram leckere Rezepte mit deinen Followern. Lässt du für den perfekten Schnappschuss dein Essen auch mal kalt werden?

Nein, dafür bin ich viel zu verfressen. Die Bilder dauern nie länger als zwei, drei Minuten, länger würde ich es nicht aushalten. Nichtsdestotrotz freue ich mich natürlich, dass die Rezepte so gut ankommen. Also, folgt mir weiter auf Instagram und Facebook. Es gibt immer viel zu sehen! Sorry, die Eigenwerbung musste jetzt sein, ich mache das ja noch nicht so lange wie andere Promis.

Ajouré: Ernährst du dich nach einem bestimmten Prinzip?

Ich esse vorwiegend basenüberschüssig, um meinen Körper mit guten Inhaltsstoffen zu versorgen. Außerdem habe ich nicht so eine immense Angst vor Kohlenhydraten. Ganz im Gegenteil. Hauptsache ist jedoch, dass es komplexe Kohlenhydrate sind, also Vollkorn, möglichst unverarbeitet, naturbelassen und gerne auch glutenfrei. Durch die ganzen hochgepimpten Züchtungen ist es nicht verkehrt, darauf zu achten, selbst wenn man keine Unverträglichkeit hat. Ansonsten koche ich viel vegan, aber auch hier nicht irgendwelche Ersatzprodukte, sondern neue kreative Gerichte. Süßes mache ich oft selbst und ohne Industriezucker.

Ab und zu kommt auch Fisch auf den Tisch. Geflügel eher selten, da gehe ich aber auch nach dem Lustprinzip – wenn mein Körper mir signalisiert, er hätte das jetzt gerne, dann gibt es das auch. Inzwischen funktioniert die Kommunikation auch wirklich ganz gut. Das war nicht immer so. Ich habe mit Anfang 20 zum ersten Mal meine Ernährung umgestellt, bis heute war das ein langer Weg. Und ich freue mich, meine Tipps via Internet weitergeben zu können, damit andere vielleicht nicht ganz so lange brauchen, um sich wohlzufühlen. Aber: Ich bin immer eine Genussfrau und ich erlaube mir auch mal ein herrlich großes Eis mit Sahne zu essen, Torte oder einen tollen Nachtisch. Sowas ist wichtig und gehört genauso dazu.

Ajouré: Was ist deine ultimative Nasch-Fitness-Balance?

Da ich das alles echt gerne mache und so in meinen Alltag integriert habe, kann ich gar nicht sagen, was es da für eine Formel gibt. Als ich noch voll auf Zuckerdroge war, war das schon schwieriger. Inzwischen bin ich da nicht mehr so ferngesteuert. Wenn ich Lust auf einen fettigen Nachtisch habe, gönne ich mir den auch. Mal zwei, drei Kilo mehr auf den Hüften sind jetzt auch kein Weltuntergang und polstert die Falten von innen auf.

Ajouré: Im vergangenen Jahr hast du ein Fernstudium zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin abgeschlossen. Wie kam es dazu, dass du dich für diesen Studiengang entschlossen hast? Werden wir dich zukünftig als Ernährungs- und Fitness-Coach sehen?

Das wäre schon toll und irgendetwas möchte ich durchaus daraus machen, weil das ein absolutes Herzensprojekt ist. Ich würde auch gerne Vorträge zum Thema halten. Ich habe mir mit dem Studium einen langen Traum erfüllt und werde das Ganze im Herbst auch noch mehr vertiefen, da freue ich mich schon drauf, auch wenn das wieder heißt, sich auf den Hosenboden zu setzen und zu büffeln. Dieses Studium und dieses Wissen ist etwas, worauf ich echt stolz bin. Zu Lernen ist für mich wahrer Luxus. Das kann mir niemand nehmen. Es ist doch sowieso ein Segen, dass Bildung in unserem Land für jeden erschwinglich ist. Klar, als Kind findet man das nicht immer so doll, aber unterm Strich geht es uns in Deutschland doch wirklich gut damit.

 

Ruth Moschner

 

Ajouré: Du engagierst dich für den Umwelt- und Tierschutz und bist darüberhinaus sogar Bio-Botschafterin für das Thema „Gesunde Ernährung“. Wie sehen dabei deine Aufgaben aus?

In erster Linie mache ich natürlich in der Öffentlichkeit auf verschiedene Themen aufmerksam. Dazu kommen Aktionen auf Messen oder an Schulen, Events oder man ist tatsächlich für ein bestimmtes Thema vor Ort, um darüber zu berichten. Wir planen eine Aktion über Fledermäuse zu machen, aber grundsätzlich halte ich das Gesamtbild, also das nachhaltige Leben, für erstrebenswert. Natürlich geht das nicht immer. Aber wir haben schon so viele Arten auf dem Gewissen und unser Ökosystem wird irgendwann nicht mehr funktionieren, weil einfach alles aufeinander aufbaut und ineinandergreift.

Bio zu kaufen heißt ja nicht nur, sich selbst etwas Gutes zu tun, sondern daran zu denken, dass mit Pestiziden verseuchte, monokulturell bepflanzte Felder Tieren keinen Lebensraum mehr bieten, sondern sie umbringen, die Böden auslaufen und somit keine Mikronährstoffe mehr von den Pflanzen aufgenommen werden können. Wenn wir beispielsweise darüber unsere Insekten ausrotten, wird nichts mehr befruchtet und es gibt kein Obst und Gemüse mehr.

Ich habe vor eineinhalb Jahren eine nachhaltige Kakaoplantage im Süden von Belize besucht, das war mit einer der schönsten Tage meines Lebens. Nicht nur, weil natürlich Kakao meine Leidenschaft ist. Es war mir eine Ehre, so ein stimmiges Ökosystem sehen zu dürfen. Jede Pflanze hatte seine Aufgabe und seinen Sinn und alles hat in sich funktioniert, ohne dass der Mensch groß eingreifen musste. Privat lebe ich das Thema auch aus, indem ich schon seit Jahren Ökostrom beziehe, möglichst viel das Fahrrad als Transportmittel benutze, Bio-Höfe unterstütze, Energiespartöpfe habe und, und, und… man kann ja schon mit kleinen Aktionen viel tun.

Ajouré: Mitte Juli erscheinen drei Folgen des „Grill den Henssler“-Sommerspecials. Was erwartet uns?

Die drei Events in Magdeburg werden etwas ganz Besonderes. Wir sind Open-Air und haben ein viel größeres Publikum auf der Seebühne, als in unserem Kölner Kuschelstudio. Es wird nicht gekocht, sondern ohne Elektro-Schnickschnack gegrillt, alles über offenem Feuer mit Holzkohle, Grillsteinen, Dutch-Ofen und allerlei anderem Grillequipment. Trotzdem bekommt der Zuschauer natürlich die Grundelemente der Show, die es immer gibt – Wettkampf, eine kritische, meckernde Jury, so, wie wir sie lieben, Spiele für Extrapunkte und einen bis aufs Zahnfleisch ehrgeizigen Steffen Henssler – zu sehen.

Ajouré: Was macht das Format „Grill den Henssler“ für dich persönlich so besonders und sehenswert?

Ich finde, es ist sowohl für mich als Moderatorin, als auch als Zuschauerin nach all den Jahren immer noch spannend, weil man einfach vorher nie weiß, was passieren kann. Die Show ist eine riesen Spielwiese und man kann sich prima austoben. Kindergeburtstag im Fernsehen. Besser geht es nicht. Und persönlich haben wir das beste Team der Welt hinter den Kulissen, das motiviert natürlich doppelt und dreifach.
Ajouré: Hast du privat schon das eine oder andere Rezept nachgekocht?

Da ich ja nicht so der Fleischfreund bin, halte ich mich da eher zurück. Aber ich nutze immer den Avocado-Reifetest, den ich bei Steffen gelernt habe. Oben am Knubbel vorsichtig drücken, NICHT an den Seiten. Lässt sich dieser Knubbel leicht versenken, ist die Avocado gut. Ansonsten noch etwas warten. Ach ja, und Avocado leicht angrillen oder braten, auch sehr lecker. Im Grunde kann man sagen, dass Steffen mein Verhältnis zu Avocados nachhaltig verändert hat.

 

Ruth Moschner auf der Fashion Week

 

Ajouré: Wie man unschwer erkennen kann, ist Mode eine weitere Leidenschaft von dir. Worin fühlst du dich am wohlsten?

Beruflich müssen es natürlich High Heels sein und gerne auch mal die großen Roben. Aber ich mag es auch sportlich. Allerdings bin ich kein Jogginghosentyp, dann lieber eine gute Jeans. Kleidchen liebe ich vor und hinter der Kamera, wobei ich privat auch Maxi-Kleider sehr gerne mag, die vor der Kamera aber wahrscheinlich zu viel wären. Und die hohen Schuhe bleiben in der Freizeit meist auch im Schrank, da trage ich lieber Dr. Martens oder Turnschuhe. Und ich liebe Sonnenbrillen. Da besitze ich unzählige Exemplare.

Ajouré: Welche fünf Kleidungsstücke sollte jede Frau deiner Meinung besitzen?

Ich glaube tatsächlich, dass ein gutsitzender BH mit das wichtigste Kleidungsstück für eine Frau ist. Da lohnt es sich wirklich, mal in ein Fachgeschäft zu gehen und sich die richtige Größe vermessen zu lassen. Dann eine gutsitzende Jeans – für die man sich wahrscheinlich einen halben Tag Zeit und ausreichend Motivation mitnehmen muss, um die zu finden. Und dann natürlich die Klassiker, einen schwarzen, schönen High Heel, in dem man gut laufen kann, ein tolles Cocktailkleid, wobei ich da ja eher das Rote dem Schwarzen vorziehe, ein tolles, einfach geschnittenes Jackett, auch nicht unbedingt in schwarz, sondern in Farbe und, Nummer 6 – was in jede Handtasche gehört, auch wenn das jetzt vielleicht kein Kleidungsstück ist – ein knallroter Lippenstift, falls man spontan Eindruck machen möchte.

Ajouré: Was sind deine modischen Must-haves für diesen Sommer?

Ich bin seit etwa zwei Jahren total in Jumpsuits verliebt. Für mich die coolere Variante des Cocktailkleids. Und man kann sie auch tragen, wenn man, wie ich, kurviger gebaut ist. Ich dachte nämlich lange Zeit, das ginge bei meiner Figur gar nicht, aber eigentlich streckt das ganz gut. Ansonsten gehe ich eher nicht so nach der Mode, sowas kann man meist eh nur machen, wenn man über 1,80 groß und superdünn geraten ist.

Ajouré: Vielen Dank, Ruth.

 

Fotos: @ruthmoschner / Instagram; VOX / Bernd Jaworek; Matthias Nareyek, Isa Foltin / Kontributor / Getty Images

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