Am 23. April startet die neue Fantasy-Serie Shadow and Bone: Legenden der Grisha auf Netflix. Bereits der Trailer lässt Vielversprechendes erahnen. Ben Barnes ist hier in der Hauptrolle als General Kirigan zu sehen. Grund genug, um mal einen genaueren Blick auf den charismatischen Schauspieler zu werfen.

Das Leben von Ben Barnes

Bekannt ist Ben Barnes vor allem als Filmstar, aber auch als Sänger und Theaterschauspieler. Geboren wurde der Brite am 20. August 1981 in London.

Sein Vater ist Psychiater, seine Mutter Paar-Therapeutin. Bens Vater hat einen englischen Hintergrund, während seine Mutter in Südafrika geboren wurde und jüdische Wurzeln aufweist. Außerdem hat Barnes einen jüngeren Bruder namens Jack, der sich aber nicht nach Hollywood wagte.

Seine Eltern bewegten ihn dazu, zuerst zur Universität zu gehen, bevor er sich ernsthaft als Schauspieler versuchte. An der Universität von Kingston studierte er Theaterwissenschaften und Literatur.

Die Schauspielerei und die Musik lagen Barnes schon immer im Blut. Bereits während seiner Schulzeit spielte er unglaublich gerne auf der Bühne und nahm Gesangsunterricht.

Echte Erfahrung konnte Barnes in der Kunstorganisation National Youth Music Theatre sammeln, bei der er von 1997 bis 2003 Mitglied war.

Sein Debüt hatte Barnes in der Fernsehserie „The Doctors“ im Jahre 2006. Und schon ein Jahr später konnte er eine wichtige Nebenrolle im Fantasy-Epos „Der Sternwanderer“ für sich verbuchen. Nach etlichen Vorsprechen war er einer der vier Finalisten für die Rolle des „Edward Cullen“ in Twilight – Biss zum Morgengrauen (2008). Die Rolle ging aber schließlich an seinen Kollegen Robert Pattinson.

Seinen großen Durchbruch feierte Ben Barnes dann mit einer Hauptrolle im zweiten Teil der Narnia-Reihe.

Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia

Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia

Ben Barnes spielte im erfolgreichen Franchise der Fantasy-Saga die titelgebende Rolle des Prinzen Kaspian. Plötzlich stand der Schauspieler nicht nur im Mittelpunkt eines großangelegten Films, sondern auch von Hollywood. Dabei war Barnes nicht ganz so scharf auf die Rolle, wie man vielleicht vermuten möchte.

„Ich habe mich sehr spät, nur ein paar Wochen bevor sie anfangen mussten zu drehen, für die Rolle des Caspian beworben. Ich denke, sie waren zu diesem Zeitpunkt verzweifelt. Wer auch immer als nächstes zur Tür hereinkommt, das ist derjenige, mussten die Produzenten sich gedacht haben. Und dieser Typ war nun mal ich.“

Ganz so überzeugt vom eigenen Talent schien der Schauspieler damals nicht gewesen zu sein. In einem Interview erzählte Barnes, dass er sich für seinen Akzent vom Charakter des Inigo Montoya aus „Die Braut des Prinzen“ inspirieren ließ.

Das wallende Haar im Film ist übrigens nicht sein eigenes. Barnes trug für die Rolle des Prinzen Kaspian Haarverlängerungen. Der Look scheint ihm zu stehen und so ließ er sich die Haare für seinen nächsten Film wachsen.

Das Bildnis des Dorian Gray

Das Bildnis des Dorian Gray

Während Barnes in beiden Narnia-Fortsetzungen den schönen und mutigen Helden spielte, verkörperte er in diesem Horror-Film einen echten Widerling. Leider kam der Streifen über einen Mann, der dank eins magischen Bildnisses seine jugendliche Schönheit behält, nicht ganz so gut beim Publikum an.

Barnes hatte nach Produktionsschluss versucht, das Bild von sich selbst zu kaufen, um es seiner Mutter zu schenken. Leider stand das Gemälde nicht zum Verkauf und befindet sich nun in einem Museum. Und ein waschechtes Porträt von sich im Museum zu haben, können wohl die wenigsten Schauspieler von sich behaupten.

Marvel’s The Punisher

Ben Barnes in Marvel's The Punisher

Um seinem Image als Schönling zu entkommen, tritt Barnes in dieser knallharten Serie als vernarbter Bösewicht auf. In insgesamt zwei Staffeln spielte er den Widersacher Jigsaw und zeigte den Zuschauern, dass er auch anders kann. Psychopathisch und sadistisch mimt er einen Kriegsveteranen, der noch eine Rechnung mit dem Punisher zu begleichen hat. Die Netflix-Show kam äußerst gut bei den Fans an, wurde aus vertraglichen Gründen aber nicht verlängert.

Shadow and Bone: Legenden der Grisha

Shadow and Bone: Legenden der Grisha

In der Netflix-Serie, die auf den Romanen von Leigh Bardugo basiert, betritt Barnes ein weiteres Mal eine magische Welt.

Eine dunkle und mystische Macht versetzt die Welt in Angst und Schrecken. Im Fokus steht die junge Frau Alina Starkov, gespielt von Jessie Mei Li, die versucht in einer düsteren Welt zu überleben. Als sie auf General Kirigan (Ben Barnes) trifft, ändert sich ihr Leben schlagartig. Durch ihn erfährt sie, dass sie in Wahrheit eine Grisha ist und die Fähigkeit besitzt Übernatürliches zu vollbringen.

Nach diversen Rollen über die Jahre, ist diese eine ganz neue Erfahrung für den 39-Jährigen: „Ich habe noch keinen Charakter gespielt, der an der Spitze der Hierarchie steht. Er ist jemand mit Status, jemand, der das Wort „leise“ vor sich hin flüstern kann, und jeder im Raum verstummt.“

Für die Rolle des General Kirigan wollten die Macher der Show niemand anderen als Barnes. Er sei perfekt für die mysteriöse Rolle und passe wunderbar in diese einzigartige Welt.

Die Serie startet am 23. April auf Netflix. Wir können es kaum erwarten.

 

 

Ben Barnes: Wusstest du schon…?

Wir haben dir auch einige kuriose Fakten über den Schauspieler zusammengestellt:

  • Er war tatsächlich Mitglied der kurzlebigen Boyband Hyrise. Die Band spielte 2004 den Song „Leading Me On“ beim Eurovision Song Contest, gewann das Event aber nicht. Genau deshalb kann er kann nicht nur singen, sondern auch Schlagzeug und Klavier spielen. Für den Schauspieler ist der Auftritt jedoch bis heute eine Jugendsünde.
  • Wenn du genau hinsiehst, kannst du Ben Barnes im Musikvideo „The Sofa Song“ der Band „The Kooks“ erkennen.
  • Barnes ist begeisterter Fußball-Fan und als sich England nicht für die Europameisterschaft 2008 qualifiziert hatte, unterstützte Ben die Niederländer. Bens Großmutter mütterlicherseits wurde nämlich in den Niederlanden geboren.
  • Sein Lieblingsfilm ist „This is Spinal Tap“, eine Musiparodie aus dem Jahre 1984.
  • Sein Spitzname ist übrigens Bin Bons. Wie genau es zum Nicknamen kam ist uns nicht bekannt. Es wird allerdings vermutet, dass die Aussprache seines Namens durch seinen heimischen Akzent eben wie Bin Bons klang.
  • Ihm zufolge hat er die schlechteste Actionfigur aller Zeiten, bezogen auf seine Prinzen-Figur als Kaspian. Der Schauspieler sagte: „Es sieht so aus, als hätte ein Fünfjähriger die Actionfigur gemacht.“
  • Vom weltweiten Web ist der Schauspieler gar nicht so begeistert:
    „Habe ich mich gegoogelt? Ja, vor einiger Zeit. Ich mag es nicht. Ich mag das Internet nicht. Es ist kein gesunder Ort, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Weil es zu viele Menschen gibt, die zu viele Meinungen über dich und dein Handeln haben. Und jeder möchte heutzutage Kritiker sein.“
    Deshalb konzentriert er sich lieber auf seine Projekte als Schauspieler.

 

 

Zukünftige Projekte

Sollte „Shadow and Bone“ ein voller Erfolg werden, wird Ben Barnes wahrscheinlich einige Jahre lang beschäftigt sein. Immerhin umspannt die Buchreihe zahlreiche Fortsetzungen und bietet genug Material für mehrere Staffeln der Netflix-Eigenproduktion. Ansonsten ist noch nichts bekannt über zukünftige Rollen des Schauspielers.

Nach etlichen Besuchen verschiedener Fantasy-Welten können wir aber fast davon ausgehen, Barnes noch einige Male in entsprechenden Filmen zu sehen. Denn diese Welten üben eine magische Anziehungskraft auf den Schauspieler aus: „Was ich an Fantasy liebe, ist die Allegorie. Die Art und Weise, wie das Licht gegen die Dunkelheit bestehen muss und die größere Bedeutung dahinter.“

 

Fotos: © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH, Concorde Filmverleih GmbH, Netflix