StartLifestyleFoodEntlarvt: Die 18 größten Diätlügen

Entlarvt: Die 18 größten Diätlügen

Wie die meisten von uns wissen, ist es wesentlich leichter, an Gewicht zuzunehmen, als sein Gewicht zu reduzieren. Wenn die Waage plötzlich mehr Pfunde zeigt, als du auf der Anzeige ablesen möchtest, dann solltest du etwas tun. Nach einer Diät das neue Gewicht zu halten, ist nicht immer einfach. Daher erweist sich Vorbeugung beim Essen eindeutig als die bessere Wahl. Auch ein bewegungsreicher Lifestyle ist von Vorteil, wenn du nicht wieder zunehmen möchtest. Denn das, was uns die Erfinder von Erfolgs-Diäten weismachen wollen, ist oft purer Nonsens. Hier achtzehn Beispiele für verbreitete Diätlügen.
 

1. Light bedeutet automatisch leichter zu bleiben

Irrtum. Fettreduzierte oder zuckerfreie Light-Produkte suggerieren, dass du wegen der reduzierten Kalorien schlank bleibst oder ganz ohne Genussverzicht abnehmen kannst. Doch der Sättigungseffekt fehlt solchen Produkten. Am Ende isst du unweigerlich von anderen Dingen mehr, um erneutem Hunger entgegenzutreten. Nur ein Karl Lagerfeld schafft es, sich mit literweise Cola light schlank zu halten. Für alle anderen gilt, dass Light-Produkte dem Organismus eine gesunde Kalorienzahl vortäuschen. Fettreduzierte Chips enthalten aber immer noch viel zu viel Fett. Zuckerfreie Cola unterfüttert deine Vorliebe für Süßes und hält sie aufrecht. Das rächt sich an anderer Stelle. Vor allem enthalten viele Light-Produkte nicht viel von dem, was dein Organismus braucht. Sie bieten überflüssige Kalorien ohne nennenswerten Nährwert.
 

2. Zuckerverzicht genügt, um schlank zu werden

Falsch. Zuckerfreie Diäten reduzieren dein Gewicht nicht im Nu. In allen stärkehaltigen Produkten ist bereits die Grundlage dafür enthalten, dass dein Organismus mit Zucker versorgt wird. Aus Stärke hergestellte Glucose benötigt vor allem dein Gehirn. Du solltest Glucose daher als einen lebenswichtigen Energielieferanten betrachten. Diesen benötigen auch deine Muskeln. Glucose-Speicher in Leber und Muskeln werden nicht umsonst als Notreserve angelegt. Zucker und Fette sind in Maßen vollkommen in Ordnung. Nur das Übermaß oder die kalorienreiche Kombination beider – zum Beispiel in einer Tafel Schokolade – machen dick. Übergewichtige neigen dazu, mehr Süßes zu konsumieren, als ihnen guttut. Möglicherweise hängt das damit zusammen, dass der Reiz nach Süßem bei Menschen mit Übergewicht nicht als stark wahrgenommen wird.
 

3. Fett macht dick

Radikaler Fettverzicht soll angeblich schlank machen. Irrtum. Doch da dein Organismus gesunde Fette benötigt, ist Fettverzicht nicht ratsam. Vielmehr fährst du gut, wenn du die ungesunden Fette reduzierst und stattdessen mehr gesunde Fette zuführst. Kompletter Verzicht auf Fette endet schlimmstenfalls auf dem Friedhof. Dein Organismus braucht Fettsäuren – vor allem die einfach und mehrfach ungesättigten. Als Grundregel sollte deine Nahrung mit etwa 20 Prozent Fett aus verschiedenen Quellen versehen sein. Dabei sollten die tierischen Fette eine kleinere Rolle spielen, die hochwertigen Speiseöle oder das gesunde Fett aus der Avocado eine größere.
 

4. Viele kleine Mahlzeiten drücken das Gewicht

Keineswegs. Die hohe Zahl der Mahlzeiten hat unter Umständen eher einen negativen Effekt für das Gewicht. Besser ist es erwiesenermaßen, drei Mahlzeiten zu dir zu nehmen und dem Körper zwischendurch Zeit zum Verdauen zu lassen. Der entscheidende Faktor bei der Gewichtsreduktion ist die insgesamt aufgenommene Kalorienmenge. Ob man diese auf drei oder fünf Mahlzeiten verteilt, ist eigentlich egal. Die Grundregel für das Abnehmen lautet: Nimm weniger Kalorien auf, als du verbrauchen kannst. Nur dann knabbert dein Organismus an den Fettreserven, um daraus Energie zu gewinnen. Längere Pausen zwischen den Hauptmahlzeiten scheinen günstig für einen Gewichtsverlust zu sein. Kalorienreiche Snacks zwischendurch schlagen sich sofort auf die Hüfte.
 

5. Abführtee ist eine Patentlösung

Niemals! Schon bei nur zwei Tassen Abführtee riskierst du Nährstoffverluste. Die Nahrung passiert den Darm schneller, als gut für dich ist. Der Darm hat nicht mehr ausreichend Zeit, die Nährstoffe aus dem Essen zu lösen und an die Stellen weiterzuleiten, wo sie gebraucht werden. Folglich werden nicht alle zugeführten Nährstoffe verwertet. Abführtee hilft zwar gegen Verstopfung, aber er eignet sich nicht als Abnehmhilfe. Auch die Darmflora reagiert nicht positiv auf solche Diätlösungen. Gewöhnt sich der Darm daran, dass du ständig mit solchen Hilfsmitteln abführst, reagiert er mit Gegenmaßnahmen. Es kommt zu Verstopfung, damit ein zu großer Flüssigkeitsverlust verhindert wird.
 

6. Mit Dinner Cancelling wird man schlank

Irrtum! Es ist entgegen ähnlich lautender „Geheimtipps“ aus Hollywood keine gute Lösung, Mahlzeiten einfach ausfallen zu lassen. Dieser Rat klingt simpel. Er scheint leicht umsetzbar zu sein. Doch wenn du das Abendbrot ausfallen lässt, packt dich spätesten beim Frühstück der Heißhunger auf Kohlenhydrate. Abgesehen davon träumst du vermutlich von Hühnerbeinen und Kartoffelsalat. „Dinner Cancelling“ ist nur etwas für disziplinierte Models und Bodybuilderinnen, die einem Wettbewerb ins Auge sehen. Normalbürger besitzen kaum die Disziplin, nach einer ausgefallenen Mahlzeit strikte Essensdisziplin einzuhalten. Denn nur in diesem Fall nimmst du ab. Verzehrst du aber in der Summe die gleiche Kalorienzahl wie sonst auch, nützt auch das „Dinner Cancelling“ nichts.
 

7. Heilfasten rückt dem Hüftspeck zu Leibe

Vorsicht! Als Abnehm-Methode ist das Heilfasten eher ungeeignet. Außerdem basiert es auf der Annahme, dass man Schlacke entsorgen müsse. Fälschlicherweise werden damit Stoffwechselprodukte bezeichnet, die bei der Nahrungsverwertung anfallen. Diese entsorgt der Organismus aber automatisch, um sich nicht zu überlasten. Beim Heilfasten kommt die Entsorgung der Stoffwechselprodukte ins Stocken. Deswegen fühlst du dich in den ersten Tagen nicht besonders. Die gestressten Organe melden Überlastungssymptome. Im Endeffekt nimmst du zwar ab, aber meistens genauso schnell wieder zu. Der Grund: Während du fastest, stellt der Organismus seinen Energieverbrauch auf Sparflamme. Nach der Fastenphase lagert er alle zugeführten Fette und Zuckermoleküle als Notpolster ein, damit er nicht nochmals darben muss.
 

8. Iss Low Carb – und alles wird gut

Falsch. Von radikalen Low-Carb-Diäten wie der South Beach-Diät und der Atkins-Diät ist zwar bekannt, dass du tatsächlich Gewicht verlieren kannst, die gesundheitlichen Nebeneffekte solcher einseitigen Diäten sind aber bedenklich bis lebensgefährlich. Der Fettüberschuss kann in einer lebensgefährlichen Stoffwechselentgleisung münden. Solche Risiken solltest du nicht eingehen. Eine Kontrolle der Kohlenhydratzufuhr genügt. Vor allem abends solltest du die Kohlenhydratmenge gering halten, um deine Organe zu entlasten. Zum Frühstück ist ein ordentlicher Schub Kohlenhydrate der beste Treibstoff für den stressigen Bürotag.
 

9. Ananas-Enzyme machen schlank

Mitnichten. Das Bromelain, ein Enzym aus der Ananas, wird immer wieder als effektiver Fatburner ins Spiel gebracht. Doch es ist ein Irrglaube, dass man nach dem Genuss von Ananas sorgenfrei schlemmen kann. Zwar enthält die Ananas tatsächlich solche Enzyme. Leider werden sie im Laufe der Verdauungsprozesse teilweise inaktiviert. Die Enzymreste sind somit nicht in der Lage, deine Fettpolster einzuschmelzen. Die Fettverwertung wird im Darm geleistet. Er schleust Energie aus Fett oder Zucker in die Muskeln oder lagert Fettdepots zur späteren Energiegewinnung ein. Frische Ananas ist lecker und gesund. Nur auf die Figur bezogene Wunderwirkungen solltest du dir nicht von ihr erwarten.
 

10. Trockenbürstenmassagen schmelzen Fettpolster ein

Schön wär’s! Zwar kommst du beim Bürsten vielleicht ins Schwitzen, doch die gerötete Haut, die du mit dem Massage-Handschuh oder der Bürste traktiert hast, sagt nichts über den Effekt auf die eingelagerten Fettzellen darunter aus. Wie die Wissenschaft längst nachgewiesen hat, kann man eingelagerte Fettpolster nicht durch Bürsten, Massieren oder Kneten der entsprechenden Körperregionen entfernen. Die Trockenbürstenmassage ist daher keine geeignete Maßnahme, um Übergewicht zu reduzieren. Trotzdem ist sie für ein straffes Bindegewebe oder gut durchblutete Haut nützlich. Mit Wechselduschen kannst du die Beine anschließend noch weiter beleben. Venenkranke sollten es aber vermeiden, ihre Beine mit Bürsten zu massieren.
 

11. Saunieren macht schlanker

Das ist nicht richtig. Du verlierst bestenfalls einen bis zwei Liter Wasser. Von deinen Fettpölsterchen verschwindet aber keines. Regelmäßig zu saunieren hält also keineswegs schlank. Unmittelbar nach dem Saunagang zeigt die Waage lediglich den aktuellen Wasserverlust an. Danach musst du viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust zu kompensieren. Sonst drohen dir Dehydrierung und Elektrolyt-Verluste. Saunagänge sind für den Organismus gut; sie trainieren dein Immunsystem und halten dich gesund – auf das Gewicht haben sie aber keinen nachhaltigen Einfluss.
 

12. Je niedriger der glykämische Index, desto schlanker wird man

Keineswegs. Der Glyx-Index dient lediglich als Anzeiger dafür, wie hoch dein Blutzuckerspiegel nach dem Genuss von bestimmten Lebensmitteln ansteigt. Bei starkem Anstieg ist die Insulinausschüttung ebenfalls hoch. Sie soll den erhöhten Blutzuckerspiegel absenken. Danach stellt sich umgehend wieder Hunger ein. Die Behauptung lautet: Der Verzicht auf Nahrungsmittel mit hohem Glyx macht automatisch schlank. Das ist Unsinn, wie die Wissenschaft festgestellt hat. Diabetiker müssen auf einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel achten. Auch wenn die wissenschaftlichen Studien zum Thema Abnehmen widersprüchlich ausfallen, gilt der Glyx-Index nicht als gute Grundlage, nachhaltig anzunehmen.
 

13. Appetitzügler lösen alle Probleme

Im Gegenteil. Sie schaffen oft sogar neue. Wer mehrfach im Jahr seinen Appetit mit entsprechenden – teilweise ziemlich obskuren oder in Deutschland nicht zugelassenen – Präparaten unterdrücken möchte, tut sich nichts Gutes. Viele Appetitzügler entwässern gleichzeitig. Manche Appetitzügler führen ab. Beides ist keine Lösung bei Übergewicht. Deine Nieren oder dein Darm können bei längerer Appetitzügler-Nutzung geschädigt werden. Die Appetitzügler, die tatsächlich etwas bringen, musst du in gefährlich hohen Dosen einnehmen. Die Nebenwirkungen rauben dir die Lebensfreude. Die Kosten für solche Präparate bereichern auf jeden Fall den Hersteller. Dich belasten sie aber, ohne dich an der gewünschten Stelle mit anhaltender Wirkung zu entlasten.
 

14. Kaltes Wasser ist ein Schlankmachergetränk

Fakt ist: Wasser macht satter. Insbesondere vor dem Essen könntest du daher einen halben Liter Mineralwasser trinken. Danach passt weniger Kalorienreiches in den Magen. Doch anschließend hast du umso eher wieder Hunger. Unwahr ist, dass ein großes Glas eisgekühltes Wasser vor dem Essen schlanker macht. Der Irrglaube, dass du dadurch viele Kalorien verbrauchst, wurde widerlegt. Es sind etwa 30 bis 35 Kilokalorien, die du durch einen Liter Eiswasser verbrauchen kannst. Damit ist nur die Auswirkung von einem Stückchen Würfelzucker abgebaut. Trotzdem ist ein Glas kühles Wasser erfrischend. Es bietet sogar eine kleine Hungerbremse. Von eiskaltem Wasser bekommst du allerdings Bauchschmerzen – vor allem, wenn du vorher viel Obst gegessen hast.
 

15. FDH ist besser als Kalorienzählerei

Keineswegs. Auch halbierte Mahlzeiten können noch ziemlich kalorienreich ausfallen. Von allen Lebensmitteln deutlich weniger zu essen, kann zu einer Schieflage bei der Nährstoffversorgung führen. Außerdem liegt nach einer gewissen Zeit eine Heißhungerattacke nahe. Deine Mahlzeiten sollten ausreichend sättigen und eine hohe Nährstoffdichte aufweisen. Sparst du aber die Hälfte aller leeren Kalorien aus Naschkram, Kuchen, Fast Food und gesüßten Getränken ein, kann sich das bereits positiv auf der Waage niederschlagen. Es kommt immer darauf an, von welchen Dingen man weniger isst. An den wichtigen Vitalstoffen darf jedenfalls nicht gespart werden.

 

16. Viele Proteine mindern das Gewicht

Ganz so einfach ist es nicht. Proteinreiche Lebensmittel sind wegen der Aminosäuren lebenswichtig. Sie unterscheiden sich aber durch ihre Bioverfügbarkeit – du kannst sie in tierische und pflanzliche Proteinquellen unterteilen. Tatsache ist: Proteinhaltige Nahrungsmittel haben einen hohen Sättigungsgrad. Er übersteigt sogar den von Kohlenhydraten. Eiweiß kann sogar den Appetit zügeln, weil es ein Anti-Hunger-Hormon aktiviert. Außerdem verlierst du bei einer proteinreichen Diät keine Muskelmasse. Aber: Eine stark proteinhaltige Diät überlastet die Ausscheidungsorgane Leber und Niere durch die Abbauprodukte, die sie im Organismus hinterlassen.
 

17. Sportliche Menschen dürfen ungeniert schlemmen

Falsch. Richtig ist: Sport hilft dabei, eingelagerte Fettpolster zu verbrennen. Ohne eine Ernährungsumstellung, die weniger kalorienreiche Mahlzeiten gewährleistet, ist sportliche Betätigung jedoch kein Abnehm-Garant. Diät plus Bewegung lautet das Erfolgskonzept, das nachhaltig und dauerhaft zum Gewichtsverlust verhilft. Kalorien sind schnell aufgenommen. Aber sie werden auch beim Sport nur langsam verbraucht. Mit einer halben Stunde Joggen hast du gerade mal die Kaloriendichte eines Schokoriegels abgebaut. Die dafür nötige Anstrengung und der kurzfristige Genuss stehen in keinem lohnenswerten Verhältnis. Am effektivsten kannst du überschüssige Kalorien mit Ausdauersport verbrennen. Nimmst du aber im Tagesverlauf mehr Energie auf, als du verbrauchst, nützt die Joggingrunde nichts. Außerdem: Sport macht hungrig.
 

18. Ein üppiges Frühstück macht schnell wieder hungrig

Nonsens. Ein opulentes Morgenmahl weitet entgegen anderslautender Behauptungen weder den Magen, noch macht es dich anschließend umso hungriger. Der Wegfall des Frühstücks ist kein Weg zu einer schlanken Figur. Er sollte als ungeeignete Diätmethode unter „Dinner Cancelling“ einsortiert werden. Nochmals: Die im Tagesverlauf aufgenommene Kalorienmenge entscheidet über deine Figurprobleme oder eben über ihre Lösung. Wer morgens hungert, isst meist mittags und abends umso mehr. Außerdem bist du ohne Kohlenhydrate am Morgen weniger leistungsfähig. Wer gut frühstückt und dafür abends weniger isst, kennt eher das Geheimrezept für eine schlanke Figur.

 

Fotos: Shaiith; FSerega; allgord; portishead1; Porechenskaya; KarinaUrmantseva; Dirk Richter; razyph; Maya23K; mediaphotos; a_namenko; pixedeli / iStock.com

AJOURE´ Redaktion
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