Habt ihr eigentlich mitbekommen, dass Primark…?

Habt ihr eigentlich mitbekommen, dass Primark…?

Habt ihr eigentlich mitbekommen, dass Primark…?

… die Waliserin Rebecca Gallagher gegenüber der englischen Presse behauptet, in ihrem 10-Pfund-teuren billigen Kleid der Marke Primark ein eingenähtes Schildchen gefunden hat? Die Aufschrift:
„Forced to work exhausting hours – gezwungen, erschöpfende Stundenzahlen zu arbeiten“.

Wo man lediglich das Etikett vermutet, auf dem die Herkunft des Textils zu lesen ist, fand die Waliserin kürzlich ein Schild, das mit der oben genannten Aufschrift für Furore weltweit sorgte. Die Kundin selbst sagte, dass sie das Kleid für 10 Pfund in einem Laden der Marke Primark gekauft hatte und dieses nun nie wieder anziehen möchte. Seit ihrem Gang zur Presse häufen sich die Anschuldigungen an das Unternehmen und auch andere Kunden geben an, ähnlich eingenähte Hilferufe in ihren Kleidungsstücken gefunden zu haben.

Was Primark dazu zu sagen hatte? Mittlerweile gibt es ein Statement seitens der Ramschmodekette, was besagt, dass man dem Ganzen investigativ nachgehen würde, allerdings die Authentizität der eingenähten Statements insofern anzweifelte, weil sie in der Machart ähnlich seien, die Kleider allerdings in verschiedenen Ländern hergestellt worden seien.

An dieser Stelle sei gesagt, dass es doch für uns als Endverbraucher letztendlich egal ist, wer oder was sich hinter den Botschaften versteckt, so lange sie den Effekt haben, uns wiedermal die Augen zu öffnen. Natürlich sollte schnellstmöglich aufgedeckt werden, ob es sich hier wirklich um Arbeiterinnen handelt, die sich nicht anders zu helfen wussten, als ihrer Verzweiflung diesen Ausdruck zu verschaffen. Trotzdem können wir uns in der Zwischenzeit mal wieder darauf besinnen, dass wir alle sehr sicher wissen: dass Primark und wie sie alle heißen, die sich in der elenden Kette von Billigware einreihen, nicht zu fairen Konditionen produzieren sowie es sich ebenfalls nicht um qualitätiv gute Textilien handelt. Wie auch kann ein Kleid 10 Pfund kosten, wenn es am gefühlt anderen Ende der Welt – ziemlich sicher in Bangladesh – hergestellt wurde? Das ist Irrsinn.

primark-shop

Wir, die den Kurs bestimmen, wir, die Endverbraucher, entscheiden, ob wir wiedermal einen Run auf die neueste Ladeneröffnung von Primark und Co. vornehmen wollen oder uns mal darauf besinnen, dass es sich innerlich wie äußerlich besser anfühlt, ein paar Wochen zu sparen und ein fair produziertes Teil auf der Haut zu tragen.

Für alle, denen es finanziell nicht möglich ist, einen stetigen Bogen um Billigware zu machen, sollte diese Angelegenheit zumindest helfen, nach einer Lösung zu suchen. Vielleicht macht es ja die Mischung, sprich, öfter mal etwas weglegen oder sich schenken lassen, anstatt jeden angesparten Cent in Massenware umzutauschen? Wenn wir mal ehrlich sind, tragen wir sowieso immer die gleichen Teile und viele von ihnen versauern – manchmal sogar inklusive Preisschild – irgendwo in den schwarzen Löchern unserer Kleiderschränke.

Ab und an dem Kaufrausch entsagen und sich darauf besinnen, was auf dieser Welt passiert, damit das geliebte Kleid den Weg zu mir in mein kleines Luxusleben findet. Und dann fragen: Will ich das wirklich?

Kein Wunder, dass Rebecca Gallagher ihr Kleid nicht mehr tragen möchte. Schade nur, dass es für diese Einsicht einen Hilfeschrei aus Tausenden von Kilometern Entfernung benötigt.

 

Mehr Kurioses? Hier entlang:

Kurios: Habt ihr mitbekommen, dass…?


 

Foto top: Primark = Deathmark von duncan via flickr.com, CC BY-NC 2.0
Artikelfoto: Primark, Oxford Street, London von Kaustav Bhattacharya via flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0

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