Himmelblau und dunkelgrün: In Pastelltönen und satten Farben in die Trachten-Saison

Himmelblau und dunkelgrün: In Pastelltönen und satten Farben in die Trachten-Saison

Himmelblau und dunkelgrün: In Pastelltönen und satten Farben in die Trachten-Saison

So klassisch und traditionell die Trachtenmode auch ist, so sehr gilt auch für sie das Gesetz der Mode. Jahr für Jahr ändern sich die Gewohnheiten und bringen mitunter seltsame Varianten hervor. Für die kommende Saison besonders gefragt: Pastelltöne und gesetzte Farben.

Gesucht, gefunden: Das Dirndl fürs Leben

Auch wer stets auf die wechselnden Moden achtet und keinen Trend unberücksichtigt lässt, der kommt um die Grundlage eines Standard-Dirndls nur schwer umhin. Zumal gerade Einsteigerinnen das Dirndl im klassischen Look zu empfehlen ist. Unabhängig vom gerade angesagten Farbton stellt das prinzipiell enganliegende Dirndl den Normalfall dar. Dementsprechend knapp fällt das Oberteil aus und endet kurz unterhalb der Brust, ähnlich dem speziellen BH mit seiner unverzichtbaren Funktion des „Anhebens“ und optischen Vergrößerns der Oberweite. Als Schuhwerk kommen ausschließlich Trachtenschuhe in Frage, als raffinierter Geldbörsenersatz dient bei Bedarf das Strumpfband. Da sich auf die relativ enge obere Hälfte eine betont weit fallende untere anschließt, wird das Dirndl im Grunde allen Körperformen gerecht. Die Mindestlänge beginnt beim Knie, längere Kleider sind eher die Regel. Wie bei allen anderen Kleidungsstücken auch hält der Markt die ganze Palette an unterschiedlichen Macharten bereit. Am häufigsten sind freilich Exemplare aus Baumwolle und Leinen, zugleich die traditionellsten Materialien. Sie sind robust und unproblematisch in der Pflege, weiten sich aber mit der Tragezeit, was den Kauf einer kleineren Nummer empfehlenswert macht.

Es muss nicht immer Dirndl sein –Lederhosen für die Damen

Nicht nur den Herren steht die Krachlederne gut, mittlerweile ist der Trend auch in der Frauenmode zu bewundern. Lässig und burschikos zeigt sich die Dame in ihrer Lederhose, mit der sich durchaus auch ihre feminine Seite zeigen lässt. Die Auswahl ist groß, egal ob lang oder kurz, farbig oder mit Stickvarianten. Kombiniert mit Mieder oder taillierter Karobluse sowie einer feschen Frisur, erntet Frau mit Sicherheit bewundernde Blicke.

Keine allzu gewagten Experimente

Wie immer gilt gerade bei der Trachtenmode das sichere Händchen. Willkürliche Mixturen sind verpönt, sorgen sie doch gerade im Dirndl-Outfit schnell für Irritationen. Schließlich lebt die Tracht nicht alleine vom Farbenspiel, in Ehren gehaltene Überlieferungen wie die bewusst gebundene Schleife stehen als Detail gleichberechtig neben der passenden Farbwahl. Das schließt eine abwechslungsreiche Garderobe keinesfalls aus, allerdings immer unter Berücksichtigung des disziplinierten Auseinanderhaltens. Nur wer beide Stilrichtungen zu trennen vermag, weiß sich gekonnt in Szene zu setzen. Vanille und moosgrün in einem Aufzug sollten daher besser vermieden werden. Gewagtere Farbkombinationen sind nicht verboten, entscheidend ist immer das Maßhalten. Galt die Bluse in ihrer reinweißen Variante lange Zeit als unantastbares Detail, sind heuer selbstverständlich Abweichungen erlaubt. Gerade der aktuelle Trend der Pastellfarben lässt sich hier exzellent umsetzen, ebenso bei der etwas weniger auffälligen Schürze. Vorsicht ist bei einer eventuellen Musterung geboten. Als Faustregel gilt: Je kräftiger der Farbton, desto zurückhaltender sollte sich die Motivstruktur ausnehmen. Trägerinnen mit einem Faible für Spitzen können zusätzlich für Aufmerksamkeit sorgen.

Luxus Dirndl
Luxus Dirndl

Allzeit gut gekleidet? Der Dirndl-Knigge ist unerlässlich

Trachtenmode ist längst für den universellen Einsatz tauglich. Ihren einstigen Charakter der Arbeitskleidung haben Lederhosen und Dirndl abgelegt. Die Besonderheit der regionalen Prägung ist jedoch in all den Jahrhunderten gleich geblieben. So herrschen in den unterschiedlichen Landesteilen entsprechende Gewohnheiten vor. Im niederbayrischen Passau etwa gilt zum Dirndl die Goldhaube als selbstverständliches Utensil, während im oberbayerischen Alpenvorland der schwarze Rock plus Kropfkette fest verankert ist. Immer eindeutig fällt hingegen die Art und Weise der gebundenen Schleife aus: die bereits vergebene Dame bindet auf der rechten, die noch zu vergebende auf der linken Seite. Auch wenn die berufliche Herkunft des Dirndls in den Hintergrund getreten ist, mangelt es den Bayern nicht an Trage-Anlässen. Nicht nur in München zur Wiesn-Zeit, auch bei privaten und öffentlichen Feiern gilt die Tracht als willkommene und standesgemäße Kleidung.

Von Bayern in die Welt: Der internationale Siegeszug des Dirndls

Die Popularität beschränkt sich dabei keineswegs auf den bayerischen Kulturraum. Auch und gerade in Nordamerika erfreut sich der urige Stil einer gewissen Berühmtheit. Für die Ausbreitung des Dirndls in den USA hat vor allem die amerikanische Vorliebe für Kitsch gesorgt. Die Aufführung des deutschen Singspiels „Im weißen Rössl“ aus dem Jahre 1930 traf mit seiner volkstümlichen Zuspitzung genau den Nerv des Broadway-Publikums und verursachte eine regelrechte Trachtenbegeisterung. In der Folge entstanden erstmals Kollektionen, die das Traditionelle zeitgemäß um neue Schnitte und Farben bereicherten. Ein Trend war geboren, der bis in unsere Zeit Bestand hat und viel zur Akzeptanz der Tracht im Allgemeinen beigetragen hat.

Aber nicht nur in Übersee, auch in den urbanen Gebieten Bayerns lenkte die Operette in mehreren Verfilmungen, unter anderem mit dem damaligen Bühnenstar Theo Lingen, den neugierigen Blick auf die etwas angestaubte Tradition des Dirndl-Tragens. Was in den ländlichen Gebieten immer schon Usus war, begann nun auch in den Städten eine stetig wachsende Zahl an begeisterten Damen für den althergebrachten Stil zu begeistern. Die letzten Vorbehalte gegenüber dem vermeintlich Altmodischen konnten durch eine weitere Internationalisierung erfolgreich abgebaut werden, das Dirndl fand Eingang in die Modewelt.
 

Foto: Luxus-Dirndl © Flickr – onnola / CC BY-SA 2.0

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