Was wurde eigentlich aus Alicia Silverstone?

Ihr Name ist untrennbar mit den 1990er Jahren verbunden: Alicia Silverstone. Die US-Schauspielerin genoss in der Dekade der Grunge-Musik und des Eurotrashs Superstarstatus. Sie war ein Teenie-Idol und eine Mode-Ikone und galt für viele sogar als Sex-Symbol. Doch allmählich verblasste ihr Stern. So plötzlich Silverstone zum Star wurde, so schnell verschwand sie in der Versenkung. Doch was wurde aus der einst bewunderten und umschwärmten Schauspielerin? Die Antwort ist schnell gefunden: Silverstone mag heute nicht mehr so sehr im Rampenlicht stehen wie noch vor 25 Jahren, doch sie ist kreativer als jemals zuvor.

Durchbruch mit Musikvideos

Ihren großen Durchbruch hatte Alicia Silverstone in einer Zeit, als Musikvideos noch die Macht hatten, aus Schauspielern Stars zu machen. Zwar war sie bereits Anfang der 1990er Jahre in der einen oder anderen Serien- und Spielfilmrolle zu sehen, darunter der Kinofilm „Das Biest“. Doch richtig durchgestartet ist sie erst nach den Musikvideos, die sie für die Rockband Aerosmith drehte. Rückblickend betrachtet ist das kein Wunder, die Clips zu „Cryin‘“, „Amazing“ und „Crazy“ waren nicht nur Aufsehen erregend inszeniert. Sie erzählten jeweils auch kurze Geschichten, in denen die Darsteller sich auch schauspielerisch profilieren konnten. Besonders große Aufmerksamkeit erregte das Video zu „Crazy“, das auch für Silverstones Partnerin Liv Tyler den Durchbruch bedeutete.

Die Auftritte in den Musikclips waren ausschlaggebend dafür, dass Silverstone in „Clueless – Was sonst!“ besetzt wurde. Die Regisseurin der Teenie-Komödie, Amy Heckerling, war so angetan von ihrer Leistung in den Videos, dass sie der Nachwuchsschauspielerin die Hauptrolle der Cher Horowitz anvertraut. Mit dem Part des ebenso modebewussten wie frechen Teenagers spielte sich Silverstone nicht nur in die Herzen von Millionen Fans. Sie spielte sich mit der Komödie auch in den Schauspiel-Olymp Hollywoods. Lange sollte sie hier allerdings nicht verbleiben, denn ihre nächsten Filme waren nicht von Erfolg gekrönt. Damit ging es auch mit der Karriere bergab.

Clueless - Was sonst!

Halt auf halber Strecke

Dabei leitete ausgerechnet der Film, der Silverstones Starstatus zementieren sollte, den Niedergang der Schauspielerin ein. Die Comicverfilmung „Batman & Robin“ war ein künstlerisches und finanzielles Desaster. Doch während der vielgeschmähte Film den Karrieren von George Clooney, Arnold Schwarzenegger und Uma Thurman nicht viel anhaben konnte, wurde die Nachwuchsschauspielerin mit dem Actionfilm beruflich aus der Bahn geworfen. Danach drehte Silverstone überwiegend künstlerisch Belangloses, darunter die gefloppte Action-Komödie „Ärger im Gepäck“, die gescheiterte romantische Komödie „Verlorene Liebesmüh‘“ und die Krimikomödie „Abgezockt“. Sie verlegte sich aufs Fernsehen, doch auch Serien wie die Sitcom „The Single Tables“ bescherten ihr nicht das erhoffte Comeback.

Batman & Robin

Keine Frage, Silverstones Karriere stagnierte seit Mitte der 1990er Jahren, als Schauspielerin gescheitert ist sie jedoch nicht. Im Gegenteil, in den letzten Jahren meldete sie sich immer wieder eindrucksvoll zurück. Dabei überzeugte sie auch im Charakterfach. Bemerkenswert war ihr Auftritt in Yorgos Lanthimos großartigem Psychothriller „The Killing of a Sacred Deer“, in dem sie die psychisch labile Mutter eines gestörten Jugendlichen spielt. Dass sie ihr komödiantisches Talent nicht verloren hat, demonstrierte sie in der Komödie „Book Club – Das Beste kommt noch“, in der sie neben Schauspiellegenden wie Diane Keaton und Jane Fonda überzeugte.

Auch beim Fernsehen stellte sich bald der Erfolg ein. In der Sitcom „American Woman“ ergatterte sich Silverstone eine der drei Hauptrollen. Sie spielt eine alleinerziehende Mutter, die sich in den 1970er Jahren auf dem Höhepunkt der feministischen Bewegung mit der Erziehung ihrer zwei Töchter herumplagt. Unterstützung bekommt die „amerikanische Frau“ von ihren beiden Freundinnen. Der Erfolg mit Serien hatte sich bereits einige Jahre zuvor angekündigt. In der Sitcom „Suburgatory“ hatte sie einen widerkehrenden Auftritt.