Marion Plocher

Marion Plocher findet Top-Leute für Top-Jobs. Mit viel Empathie und Feingefühl findet sie das perfekte Match für beide Parteien. Dabei ist sie in der männerdominerenden Autombilbranche und weiteren Industriezweigen zu Hause und unterstützt die Firmen bei den vielen Herausforderungen von morgen.

1. Sie sind schon viele Jahre in der Personalberatung tätig. Was hat Sie dazu bewegt, sich dieser Branche so fokussiert zu widmen?

Ich bin schon viele Jahre in der Personalberatung tätig. 2022 ist mein 12. Jahr.  In die Automobilbranche bin ich durch Zufall reingerutscht und ich habe mich dieser Branche dann gezielt gewidmet, da sie mich von Beginn an fasziniert hat. Die verschiedenen Facetten des Geschäftszweigs begeisterten mich und die schon seit Jahren absehbaren Veränderungen durch die Einführung der Elektromobilität, künstlichen Intelligenz und Digitalisierung empfand ich als spannend und vielversprechend. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen den Erwartungen von Kunden und Kandidaten, was mich in dieser sich transformierenden Branche äußerst glücklich stellt, da ich so am Wandel mitwirken kann.

2. Sie nutzen insbesondere Ihr Netzwerk bei der Suche nach passendem Personal für Ihre Kund:innen. Nach welchem Prinzip gehen Sie hier genau vor und warum?

Ich arbeite nach dem Prinzip der klassischen Direktansprache. Das bedeutet, dass wir keine Stellenanzeigen schalten. Gemeinsam mit unseren Kunden und durch unsere Markt- und Firmenkenntnisse erstellen wir eine Liste an Zielfirmen. Für die Kandidatensuche nutzen wir unser Netzwerk, welches wir über die letzten Jahre kontinuierlich erweitert haben und fortlaufend pflegen. Dieses Netzwerk ermöglicht uns im direkten Umfeld fündig zu werden und wir können den Aspekt der lokalen Suche beachten. Das ist vielen Firmen auch noch wichtig. Durch persönliche Kontakte garantieren wir unseren Kunden eine für sie ungewohnte Verbindlichkeit der Kandidaten und übernehmen den kompletten Bewerbungsprozess. Dies bedeutet eine Exklusivität, wovon beide Parteien – Kunden und Kandidaten – im qualitativen Sinne profitieren.

3. Lieber alles selbst in die Hand nehmen oder delegieren?

Intern werden natürlich Aufgaben an unser Team abgegeben und delegiert. Als Boutique-Personalberatung ist uns der persönliche Kontakt zu unseren Kunden und Kandidaten sehr wichtig. Als Gesicht der Firma mache ich viel selbst und genieße das auch. Ich besitze ein gutes Gespür für die Bedürfnisse der Klienten sowie der Bewerbenden. Ich bin so gesehen der Dreh- und Angelpunkt für Kunden und Kandidaten und empfinde die direkte Beziehung als Beraterin zu beiden Parteien als essentiell und packe deshalb sehr gerne mit an.

Plocher Executive Find

4. Persönlicher Kontakt zum Unternehmen – aber auch zu Bewerbenden – scheint Ihnen enorm wichtig zu sein. Deshalb investieren Sie viel Zeit, um Treffen in Persona zu ermöglichen. Aus welcher Motivation heraus ist diese Vorgehensweise entstanden und warum bleiben Sie im Zeitalter des Internets dabei?

Um erfolgreich Menschen an Unternehmen empfehlen zu können, ist das Wichtigste für mich, die Menschen zu erleben und wahrzunehmen – live mit Hirn, Herz und Bauch. Natürlich findet auch eine Vorselektion per Videoanruf statt. Doch letztendlich arbeiten wir mit dem “Produkt Mensch” und ich habe den Anspruch, eine wertschätzende Arbeit gegenüber Unternehmen und Kandidaten zu leisten und eine richtige, langfristige Empfehlung aussprechen. Denn unsere Kandidaten sind die Führungskräfte von heute und morgen. Um diese Entscheidung treffen zu können, muss man den Menschen erleben. Auch das hohe Empathievermögen, was für Personalberatungen DIE Voraussetzung sein sollte, entwickelt sich noch besser durch persönliches, direktes Wahrnehmen und Spüren des Gegenübers. Im Zeitalter von Social Media werden wir anhand von Netzwerken wie Xing oder LinkedIn bereits mit Daten, Informationen und grundlegenden Voraussetzungen beliefert. Die persönlichen Faktoren – die wahre Persönlichkeit, die Authentizität der Kandidaten – die kann man erst beim persönlichen Kennenlernen erfahren. Diese Investition an Zeit und Mühe macht sich für langfristig positionierte Firmen und Kandidaten immer bezahlt, weshalb ich diesen Weg gehe.

5. Wie können wir uns ein Vorstellungsgespräch mit Ihnen vorstellen?

Ein Vorstellungsgespräch ist tatsächlich sehr individuell, weil ich mit keinem Fragenkatalog arbeite und vorgefertigte Fragen oft nicht zum Kandidaten passen. Mein Ziel ist es, Menschen so authentisch wie möglich kennenzulernen, nicht nur rein fachlich. Deren Werdegang ist nur die Grundvoraussetzung für ein persönliches Gespräch mit mir. Mich interessieren im persönlichen Gespräch mehr die Fragen, “Wie tickt der Mensch?”, “Was begeistert ihn?”. Ich stelle nicht die typische Stärke/Schwäche-Frage. Das macht man auch nur, um Zeit zu sparen. Ich will spüren, welche Attribute der Mensch besitzt und wie er sie mir vermittelt. Ein Gespräch mit mir würde ich vielmehr als einen ehrlichen Dialog mit offenen Fragen definieren, bei dem ich mir für den Kandidaten sehr viel Zeit nehme (ungefähr 1,5 – 2 Stunden). Diesen Zeitrahmen verstehe ich als Wertschätzung gegenüber Kunden und Kandidaten: der Bewerber erhält wirklich alle Informationen und Eindrücke, die ich durch den guten Kontakt mit dem Unternehmen exklusiv bieten kann. Und ich habe dadurch die Möglichkeit, einen konkreten und detaillierten “Bericht” für den Kunden zu erstellen, da ich die Person wirklich kennenlerne.

In jedem Fall beginnt ein Vorstellungsgespräch immer mit meiner persönlichen Vorstellung, damit der Kandidat weiß, wer ich bin, wie ich zu meinem Unternehmen kam. Danach stellt sich der Kandidat vor und der Dialog beginnt. Abschließend sprechen wir über die Position, Stellenbeschreibung, das Unternehmen und es werden spezifische Fragen geklärt.

Was allgemein bekannt wirkt, ist einfach eine ganz klare Fokussierung auf Bedürfnisse beider Seiten. Durch meine jahrelange Erfahrung hat sich für mich ergeben, dass dieser Weg nicht nur besser zu mir und zu unserem Unternehmen passt. Wir sind damit auch erfolgreicher.

 

Fotos: Marion Plocher