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Lena Dunham Foto: Wiki

Was haben wir sie geliebt und verehrt: Die topgestylten Carries und Charlottes, Frauen wie die aus Sex and the City oder Desperate Housewives, die, egal ob sie zu einer Abendgala gingen oder auch nur zu Hause die Küche putzten (was die meisten aber sowieso nicht taten, wofür gibt es schließlich Angestellte?), immer eine perfekte Figur machten. Sündhaft teure Designerkleider gepaart mit Manolo Blahniks, der perfekten Frisur und makellosem Make-Up. Sarah Jessica Parker und Jennifer Aniston zum Beispiel avancierte dank ihrer erfolgreichen Serien zu absoluten Stilvorvbildern, ihr wurde Styling millionenfach rund um den Globus kopiert.

Es scheint jedoch, als wären diese Zeiten der perfekten Hollyfrauen vorbei. Eine andere Riege von It-Girls bahnt sich an. Eine, die ständig pleite ist, mit Durchschnittsgesicht und Kleidergröße 4o – wir stellen vor: Das Anti-It-Girl!

Das sind Frauen, wie man sie in der U-Bahn trifft, im H&M oder beim Burger King. Ganz normale Menschen eben, auch mal mit ein paar Pfunden zu viel oder einem Bad Hair Day. In der neuen Hit-Serie Girls portrairiert Shootingstar Lena Dunham mit einer geballten Ladung Witz und Selbstironie ihr Alter Ego Hannah, eine etwas moppelige Mitt-Zwanzigerin, die mit Geld- und Männerproblemen kämpft. Das gängige Schönheitsideal nimmt sie nicht zu ernst, und sich selbst auch nicht. Sowohl in der Serie, als auch im wahren Leben: Lena Dunham geht auf eine urkomische und sympathische Weise mit ihrem Äußeren um, greift im Kleiderschrank auch gerne mal herzlich daneben. Unvorteilhafte Schnitte werden da kombibiert mit noch unvorteilhafteren Farben. Kritikern begenet sie jedoch stets mit Humor. Und sie ist damit unglaublich erfolgreich. Girls, bei der sie als Produzentin, Autorin und Hauptdarstellerin fungiert, sprengt in den USA bereits alle Quoten. Golden Globe und Emmy gab es auch schon dafür.
Auch Zooey Deschanel zeigt in New Girl, dass man nicht perfekt sein muss, um erfolgreich zu sein. Herrlich merkwürdig läuft ihre Figur Jess durchs Leben und die Welt, neigt dabei zu spontanen Emotionsausbrüchen und nicht nachvollziehbaren Anfällen, mit Bunny-Iphone und Hornbrille auch nicht immer das größte Stylevorbild.

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Zooey Deschanel spielt New Girl JessFoto: Fox PR

Obwohl sie so gar nicht dem Sex-and-the-City-Ideal entsprechen, sind Lena und Zooey extrem erfolgreich. Frauen weltweit sehen in ihnen Identifikationsfiguren. Ihre unkomplizierte, mit Fehlern und Schusseligkeiten befleckte Art macht sie besonders realistisch und sympathisch. Ganz anders als die unerreichten Carries und Charlottes. Zwar spalten sie die Nation mit fragwürdigem Auftreten und verlegen auch mal die Grenze des guten Geschmacks nach unten. Dennoch läuten sie eine neue Ära der Hollywoodfrau ein. Eine, in der oberstes Gesetz eben nicht Kleidergröße 32 ist, sondern angebrachtes Selbstbewusstsein, gesundes Körpergefühl und eine große Portion Gelassenheit.
 
 
Foto top: Girls, HBO PR