Mit einer kohlenhydratarmen Diät ganz einfach Gewicht verlieren – geht das?

Das Thema Low Carb ist in aller Munde, es stellt sich jedoch die Frage, ob die Diät mit besonders wenigen oder sogar ohne Kohlenhydrate tatsächlich funktioniert und ob sie für jeden geeignet ist? Und wie geht es nach den entscheidenden Erfolgen dann weiter?

Eigentlich ist Low Carb, also eine Ernährung mit „wenigen Kohlenhydraten“ keine neue Erfindung, denn schon die berühmte Atkins-Diät, die der fettleibige Namensgeber 1972 selbst ausprobierte und für tauglich befand, funktioniert nach dem gleichen Prinzip: So wenig Kohlenhydrate wie möglich, so viel Fett wie es beliebt. Heute werden bei einer Low Carb Ernährung generell bis zu 55% Fett empfohlen, auch wenn es andere Versionen gibt, die auf „so viel wie möglich“, also „High Fat“ setzen – Atkins war einer der Verfechter der fettreichen Ernährung. Dabei bleiben jedoch nicht nur Zucker und Getreideprodukte auf der Strecke, selbst das Obst wird durch Steak, Eier und Speck ersetzt. Warum aber nimmt der Körper ab, wenn er wenig Carbs zugeführt bekommt?

Wie Low Carb die Pfunde schmelzen lässt

Kohlenhydrate liefern dem Körper schnell verfügbare Energie – werden zu viele gegessen, dann lagert er den Überschuss in Form von Körperfett ein. Wenn der Körper die schnell verfügbare Energie konsequent nicht bekommt, dann muss er das Körperfett verbrennen, das er für „schlechte Zeiten“ gespeichert hatte. Energie bekommt der Körper auch aus hochwertigem Eiweiß und guten Fetten, die im Gegensatz zur landläufigen Meinung nämlich nicht „fett“ machen. Proteine haben bei Low Carb eine große Bedeutung. Dadurch, dass der Körper Eiweiß schlechter verwerten kann, bleibt man deutlich länger satt. Das führt zu einer Besonderheit bei der Low Carb Ernährung, nämlich dass man keinen Hunger verspürt, wie es bei anderen Diäten der Fall ist. Das Eiweiß und die Fette sorgen dafür, dass man sich gut gesättigt fühlt.

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Die Herausforderung

Süßes Obst, Schokolade, Brötchen und Brot, Gebäck, Kuchen und Kekse, Softdrinks und süßer Cappuccino – all diese Lebens- und Genussmittel sind bei Low Carb tabu. Man muss also einen eisernen Willen haben und die Ernährung wirklich konsequent umstellen wollen, um erfolgreich zu sein. Damit der Körper alle notwendigen Nährstoffe bekommt, ist ein Low Carb Ernährungsplan unabdingbar. Er erspart die lästige Rechnerei, um jedes Lebensmittel und seine Zusammensetzung zu notieren und sorgt dafür, dass dem Körper Fett, Eiweiß und Carbs in der passenden Zusammensetzung zugeführt werden können.

Der Erfolg

Wer sich an seinen Ernährungsplan hält, wird schnell gute Erfolge erzielen, denn überflüssiges Körperfett wird erstaunlich schnell verbrannt, ohne dass man hungern muss. 1-2,5 kg pro Woche (auch wenn das nicht reines Fett ist!) sind drin – doch Achtung, vor einer deutlichen Gewichtsabnahme sollte der Arzt kontaktiert werden.

Ist die Low Carb Ernährung für Vegetarier geeignet?

Viele Anhänger des LCHF (Low Carb High Fat) decken ihren Bedarf an Eiweiß durch tierisches Protein, doch es ist durchaus möglich, auch als Vegetarier und sogar Veganer LCHF zu leben. Pflanzliche Lebensmittel enthalten ebenso viele, wenn auch teilweise schwerer verwertbare Proteine und versorgen den Körper optimal. Man kann sogar so weit gehen zu sagen, dass eine vegetarische Ernährung besser für den Einzelnen und auch für die Umwelt ist, denn die konventionelle Tierhaltung erzeugt eine Menge an Problemen, die sich nachhaltig schädlich auswirken.

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Schwangerschaft und Low Carb, geht das?

In der Schwangerschaft sollte man lieber nicht Low Carb essen, da die Gefahr besteht, dass der Körper zu wenig Folsäure bekommt. Besser ist eine spezielle Ernährungsweise, die den speziellen Bedürfnissen des Körpers in dieser Zeit Rechnung trägt, der dann natürlich einen besonderen Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen hat.

Low Carb, und dann?

Viele beginnen mit LCHF, da sie Gewicht verlieren wollen und es auf diese Weise besonders effektiv funktioniert. Eines ist jedoch klar, wenn man nach einer Diät wieder in seine alte Lebensweise einsteigt, wird man auch rasant wieder zunehmen. Wer sein Wunschgewicht erreicht hat, sollte also dennoch nicht wieder so viele Carbs wie zuvor zu sich nehmen, sondern Low Carb durchaus als eine Art der Ernährungsumstellung betrachten. Der Körper profitiert in jedem Fall davon, wenn er kein Weizenmehl, Zucker und Lebensmittel mit leeren Kalorien zugeführt bekommt. Low Carb ist also eine Lebenseinstellung, die zur nachhaltigen Gesundheit beitragen kann. Was man in der Zeit mit LCHF lernt, ist ein neuer Blick auf seine Ernährung und ein detailliertes Wissen über die Zusammensetzung von Nahrungsmitteln. Man konsumiert also viel bewusster und sollte dies auf jeden Fall beibehalten.

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Schnelle Tipps für LCHF Anfänger

  • Fleisch und Fisch gehen immer und sind in der mageren Ausführung am besten für die Energiebilanz
  • auf Brot und Brötchen sollte man gerade am Anfang verzichten
  • dafür kommen deutlich mehr Salate und Gemüse auf den Tisch
  • gekochte Eier sind perfekt, um Heißhunger abzufedern
  • Ketchup und Saucen enthalten viel Zucker und sollten durch würzige Kräuter ersetzt werden
  • wer viel Wasser trinkt und konsequent auf Softdrinks verzichtet, vermeidet unnötig leere Kalorien
  • wer gerne snackt, sollte eine Hand voll Nüsse oder Snackgemüse parat haben

Wichtig:

Egal bei welcher Diät, man sollte immer auf seinen Körper hören. LCHF ist kein Allheilmittel und ist nicht für jeden geeignet. Wer sich also während der Ernährungsumstellung schlapper fühlt als zuvor oder sonstige negative Auswirkungen spürt, sollte etwas vorsichtiger weitermachen, eventuell den Anteil der täglichen Carbs erhöhen und vielleicht auch seinen Arzt aufsuchen, um den Körper auf Mangelerscheinungen untersuchen zu lassen.

 

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