Deftig vegan kochen: So einfach geht Hausmannskost ohne Fleisch

Auch wenn es viele immer noch nicht glauben können: Die vegane Ernährung ist äußerst vielfältig, und zwar in jeder Hinsicht. Veganer erhalten all die lebensnotwendigen Nährstoffe, ohne auf irgendetwas verzichten zu müssen. Das Meiden von tierischen Produkten ist dabei gewollt und für echte Veganer keinesfalls als Verzicht zu sehen.

Dennoch kann natürlich auch ein Veganer Lust bekommen auf ein richtig deftiges Gericht. Ein Hauch von Omas Küche, Wirtshaus oder Skihütte – genau das soll es sein. Jetzt fragst du dich, wie du das machen sollst? Ganz einfach, wir zeigen es dir!

Was hat Oma denn gekocht?

Was genau macht die deftige Küche oder die Hausmannskost jetzt eigentlich aus? Fleisch, kräftige Gewürze und eine Beilage, die so richtig satt macht. Gulasch, Linsen mit Knödel, Kohlrouladen oder einfach ein herrlicher Kartoffelauflauf – mit den richtigen Zutaten und ein wenig Know-how ist all das auch vegan umzusetzen.

Die Grundlage für vegane Hausmannskost ist die Fleischaltennative. Du kannst klassischen Tofu ebenso verwenden wie den würzigen Seitan. Hülsenfrüchte, Pilze, Jackfrucht oder Soja eignen sich ebenfalls hervorragend. Manchmal hilft ganz einfach experimentieren. Scheue dich nicht davor, einfach etwas Neues zu versuchen.

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Deftig vegan kochen? Bring Würze in dein Leben!

All diese veganen Zutaten haben jedoch meist noch nicht viel Würze. Die musst du ihnen erst verleihen. Dazu verwendest du Öle und Gewürze. In der veganen Küche werden gerne orientalische Gewürze verwendet, weil diese sehr aromatisch und geschmacksintensiv sind. Doch du kannst auch mit unseren klassischen Gewürzen hervorragende Resultate erzielen.

Gewürze für eine deftige Hausmannskost sind etwa:

  • Paprika
  • Knoblauch
  • Zwiebel
  • Rosmarin
  • Thymian
  • Kümmel
  • Chili
  • Majoran

Tofu als deftige Zutat

Bei der Verwendung von Tofu stoßen so manche an ihre Grenzen. Genau deshalb wissen viele nicht, wie köstlich er eigentlich sein kann. Er muss nur richtig gewürzt sein. Genau hier liegt meist der Fehler. Tofu nimmt Geschmack sehr schlecht an. Er muss schon eine Weile in einer Würzbeize liegen, um nur irgendwie danach zu schmecken. Es gibt jedoch einen kleinen Trick – er wird tiefgekühlt.

Wird Tofu eingefroren, vergrößern sich die Poren. Nach dem Auftauen nimmt er daher Gewürze deutlich besser auf und wird geschmackvoller. Dazu sollte der Tofu komplett durchfrieren. Nach dem Einfrieren kann er dann in Stücke geschnitten und in die Marinade gelegt werden. Über Nacht liegen lassen und zubereiten.

Seitan für alle Lebenslagen

Seitan ist im Handel heute bereits fix und fertig erhältlich und das je nach Marke ziemlich gut gewürzt. Er kann sofort zubereitet werden. Dabei kannst du wählen zwischen Seitan, der Schwein, Rind oder Geflügel ersetzen soll. Machst du Seitan selbst, kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen und ihn bereits bei der Zubereitung entsprechend würzen.

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Gehacktes ganz ohne Fleisch

Ein wirklich praktischer Fleischersatz ist Soja. Dieses Trockenprodukt basiert auf Sojamehl und ist als Granulat, Schnetzel und Schnitzel erhältlich. Damit ist es sehr vielseitig zu verwenden. Alle diese Produkte müssen vor der Zubereitung vorbereitet werden. Dazu gibst du das Sojaprodukt nach Wunsch in kochendes Wasser und lässt es dann rund 10 Minuten ziehen. Diese Zubereitung variiert von Hersteller zu Hersteller.

Das Kochwasser, in dem das Soja zieht, kann ganz nach Wunsch gewürzt werden. Ideal ist kräftige Gemüsesuppe mit Kräutern nach Wunsch. So bekommt das „Sojafleisch“ schon die entsprechende Würze. Nach dem Einweichen durch ein Sieb gießen. Die Flüssigkeit kann für eine Soße zurückbehalten werden. Das Soja gut ausdrücken und weiterverarbeiten. Sojagranulat kann dabei wie Gehacktes zubereitet werden.

Rauchiges Aroma mit Räuchertofu

In der deftigen Küche wird gerne Speck zur Zubereitung von Speisen verwendet. Er verleiht Pasta Bolognese oder Chili con Carne ein herrlich rauchiges Aroma. Dieses Aroma kannst du auch ohne die fleischliche Zutat erzeugen. Verwende einfach Räuchertofu. Er wird klein geschnitten und mit Zwiebel sehr stark angebraten. Schon hast du einen herrlichen Räuchergeschmack. Ebenfalls praktisch ist Rauchpaprika, Rauchsalz oder flüssiges Raucharoma.

Leckere deftige Soßen

Für die Zubereitung von Soßen verwendest du idealerweise Zucker, Mehl und Tomatenmark. Diese Zutaten sorgen für Geschmack und die nötige Bindung. Den Zucker einfach mit Zwiebel karamellisieren lassen. Dann das Tomatenmark dazugeben und gut durchrühren. Zuletzt Mehl dazugeben und alles mit Gemüsesuppe aufgießen. Mit den richtigen Gewürzen kannst du auf diese Art hervorragende Soßen zaubern.

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Hast du schon veganes Rührei probiert? Noch nicht? Na, dann ran an den Herd!

Für veganes Rührei verwendest du weichen Tofu. Dieser wird sehr fein zerkrümelt und mit Kala Namak, auch Schwarzsalz genannt, gewürzt. Dieses Salz stammt ursprünglich aus Pakistan. Es ist bräunlich rosa bis dunkel transparent und hat einen schwefeligen Geruch. Dann kommt noch ein wenig Hafercreme dazu. Alles in der Pfanne gut durchschwenken und mit weiteren Zutaten wie Zwiebel, Paprika oder Tomaten verfeinern. Ein paar Hefeflocken sorgen für einen Touch Käse.

Deftig vegan – unser Buchtipp:

Vegan ist vielseitig und sogar deftige Hausmannskost kann mit den richtigen Zutaten ganz einfach realisiert werden. Wenn du tolle Tipps und köstliche Rezepte suchst, dann ist vielleicht das Buch Deftig Vegan von Anne-Katrin Weber genau das richtige für dich. Hier findest du eine Menge Anregungen, die das vegane Leben zum richtig deftigen Hochgenuss machen.

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