Leinsamen: So gesund ist das regionale Superfood wirklich

Gesunde Neuheiten tauchen immer wieder auf und bei diesem riesigen Angebot an verschiedenen Superfoods kannst du schnell den Überblick verlieren. Jedem Superfood werden außergewöhnliche Eigenschaften und Inhaltsstoffe zugeschrieben, die dein Leben sofort um einiges gesünder und erfüllter machen sollen.

Auch Leinsamen werden gerne als Superfood bezeichnet. Es gibt sie in vielen Supermärkten und Drogerien sowie jedem Bioladen zu kaufen. Die kleinen braunen Samen sollen wahre Wundermittel für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden sein. Doch was steckt wirklich in ihnen und was machen sie mit deinem Körper?

Was genau sind Leinsamen eigentlich?

Leinsamen sind die Samen des Flachses. Ihr Name kommt daher, dass die Pflanze auch oft unter dem Namen gemeiner Lein bekannt ist. Der gemeine Lein wird hauptsächlich in China, Russland und in der Ukraine angepflanzt, doch auch in Europa ist er zum Beispiel in Frankreich zu finden. Die Leinsamen kannst du in verschiedener Form erhalten. Es gibt sie als ganze Samen, geschrotet oder als Mehl zum Backen. Beim Kauf solltest du unbedingt darauf achten, dass die Samen Bio-Qualität haben. So ist eine umweltfreundliche Produktion garantiert. Es empfiehlt sich auch, auf Produkte aus der Region zurückzugreifen, da dadurch lange Transportwege vermieden werden.

Welche Inhaltsstoffe haben die Leinsamen und wie wirken sich diese auf deinen Körper aus?

Leinsamen enthalten viele Ballast- sowie Schleimstoffe. Diese sorgen für eine gute Verdauung und eine schützende Schleimschicht im Magen. Durch diese Schicht können weniger Krankheitserreger und Bakterien in die Magenschleimhaut eindringen und leichter durch den Darm abtransportiert werden.

Des Weiteren enthalten die kleinen Samen Omega-3-Fettsäuren, die für den Körper sehr wichtig sind und deshalb ein fester Bestandteil auf deinem Speiseplan sein sollten. Sie wirken unter anderem entzündungshemmend und stärken dein Immunsystem, was vor allem in der Erkältungszeit ein großer Vorteil sein kann.

Neben den bereits genannten Stoffen enthalten die Samen Eisen, Zink, Magnesium und Eiweiß sowie verschiedene Vitamine. So tragen sie zu einer nährstoffreichen und ausgewogenen Ernährung bei.

Worauf solltest du beim Verzehr der Leinsamen achten?

Natürlich sind Leinsamen ein gesundes Nahrungsmittel, doch wie bei allem gibt es auch bei ihnen ein paar Dinge zu beachten. Da sie viel Cadmium enthalten, solltest du deinen täglichen Konsum auf etwa zwanzig Gramm beschränken. Außerdem wird den Samen nachgesagt, sie würden die Aufnahme von Stoffen aus Medikamenten im Darm einschränken. Du solltest also etwa drei bis vier Stunden nach der Einnahme von Medikamenten keine Leinsamen zu dir nehmen.

Wenn du schwanger bist, wende dich an einen Arzt, bevor du die Samen konsumierst. Das gilt auch, wenn du starke Magenbeschwerden, Bauchschmerzen oder Krämpfe hast.

Es ist außerdem wichtig, dass du immer ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst, wenn Leinsamen auf deinem Speiseplan stehen.

Beispiele für die Anwendung von Leinsamen

Hauptsächlich sind die Samen bekannt für ihre positive Wirkung bei Magen-Darm-Beschwerden. Dafür werden sie schon seit Jahrhunderten verwendet und viele Menschen vertrauen auf den guten Einfluss des Superfoods.

Leidest du zum Beispiel an einem Reizdarm, wird geraten, dreimal am Tag einen Esslöffel Leinsamen zu dir zu nehmen. Diese können ganz oder geschrotet sein. Außerdem solltest du zusätzlich ein großes Glas Wasser trinken. Die Samen brauchen eine Zeit, bis sie ihre Wirkung entfalten können. Die Dauer ist bei jedem Menschen individuell, doch es kann ein bis drei Tage dauern.

Du kannst die Leinsamen auch als Umschlag anwenden, der bei Hauterkrankungen oder Muskelzerrungen hilft. Für einen solchen Umschlag benötigst du ein Baumwolltuch oder eine Baumwollsocke, worein du zwei bis drei Esslöffel der Samen streust. Anschließend übergießt du das Ganze mit etwas heißem Wasser und wartest circa eine Viertelstunde, bis die Samen etwas aufgequollen sind. Anschließend kannst du den Umschlag auf die betroffene Stelle legen und mit einem trockenen Tuch, einem Schal oder Ähnlichem fixieren. Nach einer Weile entfalten die Samen ihre schmerzlindernde und heilende Wirkung.

Wie kannst du die Leinsamen noch in deinen Speiseplan integrieren?

Die kleinen Samen sind vielseitig einsetzbar, wodurch es dir sehr leicht gemacht wird, etwas Positives für deine Ernährung zu tun. Gerne werden sie in Müslis und Porridge verwendet. Im Müsli sind die Leinsamen häufig schon mit integriert. Du kannst auch ganz einfach dein eigenes Müsli herstellen und dabei ein paar Samen hinzufügen. Auch beim Porridge ist das Ganze keine große Kunst. Entweder du kochst die Samen von Anfang an mit oder gibst sie zum Schluss als Topping über dein süßes Frühstück.

Auch beim Backen kommen Leinsamen gerne zum Einsatz. Hier ist ein großer Vorteil, dass die Samen in süßen, aber auch in herzhaften Speisen einsetzbar sind, da sie recht geschmacksneutral sind. Du kannst sie leicht in Brote eingebacken. Aber auch in Rezepten von Kuchen, Muffins oder anderem Gebäck sind Leinsamen immer öfter wiederzufinden.

Wenn du ein Fan von Smoothies bist, dann kannst du die Samen auch hier hervorragend verwenden. Gib vor dem Mixen einfach einige Samen zu deinem Obst oder Gemüse hinzu und schon tust du deinem Körper etwas Gutes. Und das ohne großen Aufwand!

Was ist besser: Chia- oder Leinsamen?

Neben Leinsamen bekommen auch Chiasamen viel Aufmerksamkeit als Superfood. Beide Nahrungsmittel haben ähnliche Eigenschaften, weshalb man sich sich schnell die Frage stellen kann, welches denn nun das bessere und gesündere ist.

Hier lässt sich sagen, dass beide Samen sehr ähnliche Inhaltsstoffe wie Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe enthalten. Sie quellen im Magen auf und fördern die Verdauung, weswegen sie auch oft als Schlankmacher bezeichnet werden.

Die Samen lassen sich des Weiteren in nahezu den gleichen Bereichen anwenden. Wie auch Leinsamen kannst du Chiasamen problemlos in Smoothies, Porridge oder Müsli geben sowie beim Backen einsetzen. Hier weisen Chia- und Leinsamen eine ganz besondere Fähigkeit auf. In Verbindung mit einer Flüssigkeit quellen sie auf, weswegen sie beim Backen besonders von Veganern als Eiersatz verwendet werden.

Was für die Leinsamen spricht, ist zum einen der günstigere Preis und zum anderen die kürzeren Transportwege, sofern du dich für ein regionales Produkt entscheidest.

 


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