Teamfähigkeit stärken: Wie teamfähig bist du?

Immer mehr Unternehmen verlangen in ihren Stellenausschreibungen Teamfähigkeit von ihren Bewerbern – doch was genau heißt es, teamfähig zu sein? Welche Eigenschaften benötigt man dafür? Und wenn man sie nicht oder nur wenig stark ausgeprägt besitzt – kann man sie trainieren?

Teamfähigkeit: Was ist wichtig für das Arbeiten im Team?

Bei der Arbeit in einer Gruppe kommen oft viele unterschiedliche Menschen zusammen, welche verschiedenste Charaktereigenschaften mitbringen. Diese unter einen Hut zu bekommen, ist das A und O für eine produktive Arbeit im Kollektiv.

Wichtig ist daher, dass man den Teampartnern gut zuhört, sie ausreden lässt und ihre Ideen nicht gleich abwinkt, um selbst gut dazustehen. Gute Einfälle als solche anzuerkennen, stärkt den Gruppenzusammenhalt, lässt die Mitarbeiter offen und mutig ihre Meinungen vertreten und auch berechtigte Kritik als solche annehmen.

Dennoch solltest du dich nicht scheuen, auch deine eigenen Ideen und Gedankengänge mit einzubringen. Offenes, freies Sprechen und die Fähigkeit, sich von Kritik nicht gleich ins Bockshorn jagen zu lassen, sind unabdingbar, wenn du tatsächlich konstruktiv mitarbeiten möchtest, Einfluss auf Entscheidungen haben willst und nicht nur als stummer Zuhörer in der Ecke sitzen. Das wird nämlich gar nicht gern gesehen. Immerhin bezahlt das Unternehmen fürs Mitdenken und -arbeiten und nicht fürs still in der Ecke sitzen!

Unterschiedliche Charaktere treffen aufeinander

Dass bei vielen Menschen, die zusammenarbeiten, häufig sehr verschiedene Charaktere aufeinandertreffen, empfinden manche Angestellte als Nachteil, da es dadurch zu Spannungen und Meinungsverschiedenheiten kommen kann. Doch eigentlich liegt genau hier auch ein riesiger Vorteil des gemeinsamen Arbeitens. Denn so kommen oftmals die besten Ideen zustande, und oft ergänzen sich die so unterschiedlichen Charakter optimal. Gruppen aus Menschen, die sehr verschieden sind, können oft viel schneller zu fantastischen Resultaten gelangen als Gruppierungen, in denen nur Mitarbeiter mit sehr ähnlichen Eigenschaften beschäftigt sind. Vorausgesetzt, alle akzeptieren sich so, wie sie sind, und machen das Beste aus der Zusammenarbeit. In diesem Fall können sich die unterschiedlichen Rollen perfekt ergänzen. Während der Ehrgeizige die Arbeit vorantreibt, lockert der Witzbold die Stimmung auf; die Empathische sorgt für eine gute Atmosphäre, während der Kreative mit seinen vielen Ideen für originelle Problemlösungen sorgt.

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Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sollte auch allen klar sein, dass alle Gruppenmitglieder gleichberechtigt sind. Keiner ist der Boss, der den anderen sagt, wo es lang geht. Auf der anderen Seite darf auch keiner zum Laufburschen oder Dienstmädchen degradiert werden, das Kaffee kocht und unangenehme Arbeiten erledigt, ansonsten aber den Mund zu halten hat. Das führt nicht nur dazu, dass kein konstruktives Arbeiten möglich ist, sondern vergiftet die Atmosphäre, nimmt allen Beteiligten die Freude an der Arbeit und erhöht das Risiko für Mobbing.

Wichtig ist natürlich auch, miteinander zu arbeiten statt gegeneinander. Das Team hat ein gemeinsames Ziel, das zu erreichen stets im Vordergrund stehen sollte. Am Ende sollten alle zusammen erfolgreich sein. Daher darf keiner darauf hinarbeiten, im Mittelpunkt zu stehen und die Lorbeeren zu ernten. Das demotiviert die anderen, die beim nächsten Projekt dann sicher weniger Energie und Herzblut investieren, um zum Erfolg zu kommen. Dies hebelt die Vorteile der Teamarbeit aus, so dass Ergebnisse künftig langsamer und weniger erfolgreich ausfallen werden.

No-Gos bei der Teamarbeit

Private Abneigungen und Streitigkeiten haben in Teambesprechungen nichts zu suchen. Das erschwert die Arbeit und lässt dich unprofessionell und zu emotional wirken. Akzeptiere deine Teamkollegen so, wie sie sind: Natürlich ist nichts gegen konstruktive Kritik einzuwenden, doch ob dir Aussehen, Stimme, Outfit oder Frisur des Gegenübers gefallen oder nicht, bringt die Arbeit nicht voran und sollte immer außen vorgelassen werden.

Auch Lästereien über unbeliebte Kollegen oder Tratsch übers Privatleben solltest du tunlichst vermeiden: Das lässt die Stimmung im Team enorm sinken, und in einer angespannten Atmosphäre können nur die wenigsten kreativ und produktiv sein.

Bist du nicht einer Meinung mit einem Kollegen oder magst du einen Vorschlag nicht, äußere das sachlich und begründe deine Meinung – auf keinen Fall darfst du dich über etwas lustig machen, das ein Teamkollege vorschlägt! Das kränkt und ist sehr unprofessionell, und selbst möchtest du so sicher auch nicht behandelt werden.

Bei von Kollegen geäußerter Kritik bitte nicht beleidigt reagieren! Hier kann der Gedanke helfen, dass nicht du als Person in Frage gestellt wirst, sondern lediglich Einwände gegen eine Idee vorgebracht werden. Und das wird wohl jedem Teammitglied schon des Öfteren passiert sein! Hast du den Verdacht, dass der Kritisierende ungerecht und unbegründet agiert, reagiere nicht emotional, sondern sprich es offen und sachlich an.

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Was du ebenfalls vermeiden solltest: Arrogantes Verhalten, Besserwisserei und Alphatier-Gehabe. Durch solches Verhalten entstehen schnell Spannungen, die sich sicher keiner am Arbeitsplatz wünscht. Da man meist viele Stunden am Tag gemeinsam am Arbeitsplatz verbringt, ist ein Miteinander wichtig, bei dem achtsam und respektvoll mit allen umgegangen wird.

Wie kann man die Atmosphäre im Team verbessern?

Ein Sprichwort sagt: „Wer feiern kann, kann auch arbeiten.“ Das gilt umgedreht natürlich genauso. Wieso nicht eine erfolgreich beendete Arbeit oder einen guten Abschluss mit dem kompletten Team feiern gehen?

Damit ist natürlich keine wilde Orgie mit Alkohol in Massen und haufenweise Eskapaden gemeint. Immerhin arbeitet man auch am nächsten Tag wieder zusammen. Deshalb sollte man sich so benehmen, dass es am nächsten Tag nicht zu peinlichem Schweigen, roten Köpfen und jeder Menge Klatsch im Büro kommt. Doch gegen ein leckeres Essen in geselliger Runde, einen Bowling-Abend oder ähnliches ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Solche Erlebnisse schweißen ein Team enger zusammen und machen eine vertraute, offene Zusammenarbeit, bei der alle mit Spaß bei der Sache sind, oft erst möglich.

Um das Gruppengefühl zu stärken, können auch regelmäßig stattfindende Events zusammen wahrgenommen werden. Hier bieten sich Kochkurse, Kegelabende, Ausfahrten und vieles mehr an. Auch das gemeinsame Trainieren für Firmenläufe und andere derartige Sportevents kann helfen, eine Brücke zwischen den Kollegen zu schlagen. So lernen sie sich noch einmal ganz neu kennen und entdecken vielleicht ganz neue Seiten aneinander!

Was sind eigentlich die oft erwähnten Soft Skills?

Soft Skills sind Eigenschaften, die von Bewerbern gewünscht werden, aber auf keiner Skala messbar sind und fernab von Qualifikationen und Abschlüssen liegen. Dennoch sind sie für eine erfolgreiche Zusammenarbeit oft genauso wichtig wie Fachwissen und Expertise. Zu diesen Fähigkeiten gehören unter anderem:

  • Empathie – sich in andere hineinversetzen können
  • Engagement – sich bewusst ins Team und in die Arbeit einbringen können (und wollen)
  • Kooperationsfähigkeit – keiner zieht stur sein eigenes Ding durch
  • Anpassungsfähigkeit – alle als gleichberechtigt ansehen, auf persönlicher Ebene mit verschiedenen Charakteren auskommen
  • Kommunikationsbereitschaft – die eigene Meinung sachlich ausdrücken können, aber auch andere ausreden lassen und auf Gesagtes eingehen
  • Stressmanagement – auch in heiklen Situationen einen kühlen Kopf bewahren und besonnen handeln
  • Kritikfähigkeit – Kritik sachlich und unemotional entgegennehmen, aber auch selbst konstruktive Kritik üben können
  • Selbstreflexion – eigenes Handeln hinterfragen, Fehler eingestehen können
  • Kreativität – „Thinking outside the Box“, Ideenreichtum, neue Lösungen und Wege finden
  • Konzentration – bei der Sache bleiben, zielorientiert arbeiten, sich nicht ablenken lassen
  • Selbstbewusstsein – offen und frei sprechen können, sich trauen, eigene Ideen einzubringen
  • Eigeninitiative – selbstverantwortlich arbeiten, agieren statt reagieren
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Wie überzeugst du den künftigen Arbeitgeber von deiner Teamfähigkeit?

Das kannst du schon im Bewerbungsschreiben vorbereiten: Hier kannst du zum Beispiel Hobbys angeben, die dich als Teamplayer auszeichnen – Mannschaftssportarten wie Volleyball, Fußball oder ähnliches sind besonders gut geeignet, um dem zukünftigen Chef zu zeigen, dass du es gewohnt bist, dich in einer Gruppe von Menschen einzubringen.

Aber auch Vereinsarbeit macht deutlich, dass du dich in größeren Gruppen einbringen kannst. So ist die regelmäßige Teilnahme an Chorproben oder in Musikkapellen, bei Karnevalsvereinen, aber auch in Wandergruppen und dergleichen mehr ein eindeutiges Zeichen dafür, dass du ausgeprägte Soft Skills hast und mit vielen verschiedenen Menschentypen zurechtkommst.

Falls du studiert hast oder noch studierst und währenddessen an Projekten in der Gruppe teilgenommen hast, solltest du das unbedingt in deiner Bewerbung ansprechen. Das zeigt, dass du schon reichlich Erfahrungen mit Gruppenarbeit sammeln konntest.

Auch bei Praktika, Ferienarbeiten, freiwilligen und/oder ehrenamtlichen Tätigkeiten kommt man häufig mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen. Eine perfekte Gelegenheit, um zu üben, mit verschiedenen Menschen gut auszukommen, die du daher unbedingt erwähnen solltest!

Ganz wichtig ist es natürlich, auch im Bewerbungsgespräch persönlich deine Soft Skills unter Beweis zu stellen. Lass dein Gegenüber aussprechen, sprich aber auch selbst in ganzen Sätzen und vermeide einsilbige Antworten. Offenheit und ein gesundes, nicht überzogenes Selbstbewusstsein können dir auf jeden Fall dabei helfen, von deiner Teamfähigkeit zu überzeugen und lassen den Traumjob in greifbare Nähe rücken.

 

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