Eigeninitiative

Eigeninitiative öffnet Türe und Toren, sowohl beruflich und privat. Beruflich gesehen zählt sie zu denjenigen Soft Skills, die von Arbeitgebern am meisten geschätzt werden – weil jemand, der Eigeninitiative zeigt, zeitliche und personelle Ressourcen spart. Da Aufgaben und Herausforderungen aktiv angegangen und selbstständig bewältigt werden, müssen sich nicht andere damit befassen oder extra dazu auffordern. Das mag banal klingen, lässt sich in der Wirtschaftswelt aber tatsächlich in effizienteres Arbeiten und weniger Bindung von Ressourcen übersetzen.

Nicht zuletzt deshalb wird diese Eigenschaft auch in Arbeitszeugnissen meistens gesondert erwähnt. Mitarbeiter, die selbst aktiv werden und ein hohes Maß an Eigeninitiative an den Tag legen, sind die beliebtesten und werden auch bei Einstellungsprozessen vorrangig gesucht.

Es ist also gut, wenn du Eigeninitiative besitzt, und beim Job regelmäßig unter Beweis stellen kannst. Sie wird dir auch im Privatleben weiterhelfen, beispielsweise immer dann, wenn es darum geht, knifflige Situationen zu lösen oder zu einer Entscheidungsfindung zu kommen.

Gerne verraten wir dir in den nachfolgenden Zeilen und anhand von konkreten Beispielen, wie du Eigeninitiative zeigen und damit dich und deine Mitmenschen tagtäglich begeistern kannst!

Was bedeutet eigentlich Eigeninitiative überhaupt?

Der Begriff bezeichnet alle Handlungen, die von dir ausgehen und die du selbst beschlossen hast. Der Eigeninitiative voran gehen meisten selbstständiges Denken, vorausschauendes Handeln und ein gezieltes Abwägen des Nutzens voraus, den du daraus ziehst, wenn du jetzt eingreifst. Es muss dir niemand sagen, was du zu tun hast, weil du es schon von selbst erkennst und dich vor Aufgaben nicht drückst, sondern bewusst auf sie zusteuerst und sie annimmst, damit du hinterher etwas davon hast.

Die Fähigkeit, etwas aus eigenem Antrieb heraus zu unternehmen und Handlungen anzustoßen, ist eine persönliche Kompetenz, welche es dir ermöglicht, Prozesse und Entscheidungsfindungen aktiv mitzugestalten. Menschen, die ein hohes Maß an Eigeninitiative besitzen, haben daher viel öfter das Gefühl, Schöpfer ihrer Welt und Schmied ihres Glückes zu sein, als solche, die sich nur treiben lassen oder dem folgen, was durch andere vorgegeben wird. Allein schon deshalb lohnt es sich, öfter selbst aktiv zu werden und sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen.

In der Arbeitswelt wird Eigeninitiative als Soft Skill gewertet und vorausgesetzt oder zumindest erwünscht, wenn es darum geht, neue Mitarbeiter einzustellen und diese einzuarbeiten. Manches ist eine Holschuld, keine Bringschuld, und da macht sich Eigeninitiative äußerst gut. Da es in der Praxis nun leider doch eher weniger Mitarbeiter gibt, die sich aus eigenem Ansporn in das Unternehmen und den Arbeitsalltag einbringen, verschafft es dir einen Wettbewerbsvorteil, wenn du diese Qualität schon während des Bewerbungsprozesses beweisen kannst.

Eigeninitiative schon im Bewerbungsprozess zeigen

Die Frage, die sich dir nun stellt, ist sicherlich: „Wie kann ich aktiv werden, bevor ich von einer Firma eingestellt werde?“

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, schon im Bewerbungsprozess als engagiert und eigeninitiativ wahrgenommen zu werden. Wichtig ist dabei jedoch, es nicht zu übertreiben, und nichts zu erfinden – geschulte Personalmitarbeiter merken es sofort, wenn du dich verstellst oder jemand Dinge schildert, die nicht der Wahrheit entsprechen. Deshalb ist es besser, wenn du dezent Eigeninitiative beweist, statt mit voller Wucht über das Ziel hinauszuschießen.

Wer ständig das Wort ergreift und sein Gegenüber im Gespräch oder schon am Telefon nicht ausreden lässt, wird das Ziel definitiv verfehlen und sich eher aus dem Rennen bringen, als in positivem Licht dazustehen. Auch macht es keinen Sinn zu betonen, dass man über Eigeninitiative verfügt oder diese Aussage im Anschreiben sogar schriftlich erwähnt. Viel schöner ist es, wenn du deine Taten für dich sprechen lässt und im Schriftbild eher durch die Hintertüre dafür wirbst, dass Arbeitgeber bei Einstellung mit einem hohen Maß an eigenem Engagement rechnen können.

Praxisbeispiele für Eigeninitiative vor Einstellung

So kannst du dich aus der Masse von Bewerbern hervorheben, wenn du deinen Wunsch-Arbeitgeber vor dem Zusenden der Bewerbungsunterlagen mit einem Telefonanruf überraschst, in dem du dich kurz vorstellst und die verantwortliche Person darüber informierst, dass sie gleich eine Bewerbung von dir erhalten wird.

Auch kannst du subtil und dezent besonderes Engagement andeuten, indem du im Bewerbungsgespräch nach internen Anreizsystemen, Auszeichnungen und Belohnungssystemen fragst. Sofern es der Arbeitsinhalt zulässt, kannst du die dir gegenüber sitzenden Personalmitarbeiter zudem dadurch begeistern, dass du ihnen eine Live-Kostprobe deiner Arbeitsleistung ermöglichst (beispielsweise spontaner Kundenanruf bei der Bewerbung auf eine Call-Center-Stelle).

Aktiv Fragen zu stellen, hilft ebenfalls, weil du damit echtes Interesse an der Position signalisierst und zeigst, dass du keine Scheu besitzt, dir wichtige Informationen zu holen, um in deinem eigenen Entscheidungsprozess voranzukommen. Lieber trittst du etwas zu forsch auf, als still und leise in der Masse der Bewerber unterzugehen.

Im Schriftbild deiner Bewerbung kannst du Eigeninitiative untermauern, indem du Aktivitäten aufführst, bei denen du aus eigenem Antrieb gehandelt hast oder bei denen du Verantwortung für eine Gruppe übernommen hast (z. B. Mitglied im Abi-Ball-Kommitee, Trainerin einer Jugendmannschaft, politisches Engagement in der Gemeinde etc.). Wichtig ist hierbei natürlich, dass du diese Aktivitäten auch wirklich ausgeführt hast und bei Bedarf und Rückfragen seitens des Personalteams Details darüber erzählen kannst.

Zu guter Letzt bleibt dir immer die Möglichkeit einer Initiativ-Bewerbung, wenn gerade keine offenen Stellen frei sind. Viele Unternehmen freuen sich darüber und können bei passenden Qualifikationen mitunter sogar doch eine Stelle anbieten.

Eigeninitiative im Job zeigen

Gehen wir davon aus, dass du nicht mehr auf Stellensuche bist, sondern bereits einen guten Job ausübst. Auch in diesem Fall hast du die Möglichkeit, dich als wertvolle Mitarbeiterin zu erweisen und deine Arbeitgeber zu begeistern, indem du Eigeninitiative zeigst. Die Möglichkeiten sind hierbei sogar noch ein bisschen größer!

Du kannst aktiv werden, indem du einen lebendigen Arbeitsalltag bewusst mitgestaltest und vorausschauend denkst. Sicherlich gehört nicht nur Weitsicht, sondern auch immer ein bisschen Mut mit dazu, wenn du deinem Chef oder deiner Chefin Dinge vorschlägst. Du wirst jedoch die Erfahrung machen, dass Mut meistens belohnt wird und du deinen Kollegen eine Nasenlänge voraus bist, wenn du selbstständig und aus eigenem Antrieb heraus agierst.

Dabei kann das auch Dinge betreffen, die sich nicht nur in deiner Abteilung abspielen, oder auf den Arbeitsinhalt beziehen. Gerne kannst du auch Themen angehen, die abteilungsübergreifend gelöst werden könnten oder mit banalen Dingen wie der Reinigung der Kaffeemaschine oder dem Auffüllen des Obstkorbes zu tun haben.

Praxisbeispiele für Eigeninitiative im Job

So kannst du beispielsweise Verbesserungsvorschläge machen, wenn dir Dinge auffallen, die man optimieren kann. Wenn du sie sachlich und höflich an der richtigen Stelle vorträgst, werden sie sicherlich auch Gehör finden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dich freiwillig zu melden, wenn es um zusätzliche Aufgaben innerhalb des Teams geht oder um Dinge, die schnell erledigt werden müssen. So kannst du anbieten, bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter zu helfen oder die Tagespost auf dem Weg nach Hause wegzubringen. Du solltest es allerdings nicht übertreiben, weil du dich ansonsten unbeliebt machen kannst und außerdem die Wertschätzung für deine Zeit verloren geht.

Eigeninitiative kannst du auch zeigen, indem du in einer Besprechung das Wort ergreifst oder in Meetings durch gut vorbereitete Beiträge echten Mehrwert bringst. Meetings sind ohnehin eine gute Gelegenheit, sich aktiv einzubringen, weil auch die Aufgaben des Protokoll Schreibens, des technischen Aufbaus und das Versenden der Einladungen an die E-Mail-Kalender übernommen werden muss.

Aktiv einbringen kannst du dich auch, wenn du bewusst Feedback gibst – auch hier gilt es jedoch, auf den Ton zu achten und zwar selbstbewusst, aber nicht überheblich aufzutreten. Ansonsten könnte es dir übelgenommen werden, dass du versuchst, einen Schritt weiterzudenken und lediglich aktiv mitzuwirken.

Eigeninitiative geht mit Durchhaltevermögen und Kritikfähigkeit einher – nur wenn du offen bist für Vorschläge anderer, kannst du die beste Version deiner selbst sein und andere voranbringen. Nicht jeder deiner Vorschläge und Impulse wird auf offene Ohren stoßen, so dass dir ein „Nein“ oder Ablehnung nichts ausmachen darf.

Kann man Eigeninitiative erlernen?

Wenn du selbst schon von dir weißt, dass es ein bisschen an Eigeninitiative in deinem Leben oder deiner Persönlichkeit mangelt, lautet die gute Nachricht: Man kann diese Eigenschaft tatsächlich erlernen und trainieren, wenn man sich die Mühe macht und sich einmal richtig mit der Thematik auseinandersetzt.

Um sich Freunden, Mitmenschen und Kollegen gegenüber zu behaupten, gehört Selbstdisziplin dazu, welche du im Alltag auf sehr einfache Art und Weise üben kannst. Setz dich ganz bewusst mit deinen Stärken und Schwächen auseinander, so dass du ein realistisches Bild von dir selbst bekommst und daraufhin erkennen kannst, wo du vielleicht noch ein bisschen Nachholbedarf hast. Um ein gutes Selbstwertgefühl aufzubauen, hilft es, regelmäßig Sport zu machen. Zum einen überwindest du damit immer wieder deinen inneren Schweinehund, zum anderen hilft Kraftsport und Ausdauer dabei, dich nicht nur körperlich, sondern auch mental stärker zu fühlen. Du bekommst eine andere Ausstrahlung und Aura im Alltag, die auch deinen Mitmenschen nicht entgeht.

Ebenfalls hilft es, Neues auszuprobieren und dadurch bewusst die eigene Komfortzone zu verlassen. Wenn du Situationen bewältigst, die dir normalerweise nicht geheuer sind oder von dir gemieden werden, wird dir das in jedem Fall neuen Mut verleihen und dein Selbstbewusstsein boostern. Auch kannst du dich bei einem kreativen Hobby ausprobieren und Grenzen sprengen, die dir bis jetzt noch nicht bewusst waren.

Weiterhin hat Eigeninitiative immer etwas mit Verantwortung zu tun, so dass du im kleinen Rahmen üben kannst, Verantwortung für dich und andere zu übernehmen. Du kannst beispielsweise Hilfe anbieten, wenn ein Freund oder eine Freundin mit einer täglichen Aufgabe überfordert ist, oder deine Geschwister von der Schule abholen – sicherlich wirst du etwas finden, wo du aktiv werden und andere unterstützen kannst.

Ein Fazit

Eigeninitiative zählt zu den wichtigsten Social Skills im Leben und ist nicht nur in der Arbeitswelt äußerst nützlich sowie gern gesehen. Sie basiert darauf, Dinge aus eigenem Antrieb heraus auf die Straße zu bringen oder anzustoßen. Gleichzeitig setzt sie voraus, dass du mit einem guten Selbstbewusstsein und einer selbstständigen Denkweise ausgestattet bist.

Bei Bewerbungsprozessen werden diejenigen Bewerber bevorzugt, die sich schon vor Einstellung durch eine aktive Art und den Willen, Prozesse mitzugestalten, hervortun. Wer Eigeninitiative hierbei gezielt an den Tag legt, verschafft sich ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Kandidaten. In diesem Zuge selbst aktiv zu werden, gelingt dir beispielsweise dann, wenn du dich beim Wunscharbeitgeber im Vorfeld mit einem netten und sympathischen Telefonat meldest, bevor du Bewerbungsunterlagen zur Verfügung stellst.

Auch in der Arbeitswelt gibt es diverse Möglichkeiten, sich selbst und ohne extra Aufforderung in den Alltag mit einzubringen. So kannst du freiwillig Aufgaben im Team übernehmen oder aus eigener Initiative einen Beitrag zum Meeting leisten, welcher von Vorgesetzten immer gerne gesehen ist. Insbesondere unter Kollegen und bei Themen wie Feedback oder dem Führen einer Gruppe gilt es jedoch darauf zu achten, auf Augenhöhe zu bleiben und nicht über das Ziel hinauszuschießen, weil die Bemühungen sonst leicht als Arroganz ausgelegt werden könnten.

Eigeninitiative zu zeigen kann man lernen, indem man sich gezielt mit persönlichen Herausforderungen auseinandersetzt und am eigenen Selbstbewusstsein arbeitet – sei es durch Sport oder andere Übungen. In jedem Fall erweist sich die Eigenschaft als treuer und wertvoller Begleiter im Leben, der nicht nur in vielen beruflichen Situationen einen Vorteil verspricht, sondern auch im Privatleben weiterhilft, wenn es darum geht, die Dinge in die Hand zu nehmen.

 

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