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Selbstreflexion: So findest du zu deinem wahren Ich

Es ist absolut normal, ab und zu einen schlechten Tag zu haben, der vor negativen Gefühlen geradezu überquellen zu scheint. Ein solches reinigendes Gewitter darfst du in begrenztem Maße zulassen, denn es gehört zu deiner Persönlichkeitsentwicklung dazu. Falls du aber den Eindruck hast, dass dies viel zu oft passiert, hast du die Möglichkeit, diese negative Energie zu deinem Vorteil umzudrehen.

Fakt ist, dass ständige Grübeleien und Gedanken, die sich um ein mental belastendes Thema im Kreise drehen, eben solche negativen Gefühle auslösen und dich in einen permanenten Zustand der Reizbarkeit oder Wut versetzen. Zuweilen ergibt sich sogar eine Art Teufelskreis, aus dem es auszubrechen immer schwerer wird. Bestimmt hast du schon eine Idee, wovon hier die Rede ist.

Um dich aus einer solchen mentalen Abwärtsspirale, die zunächst in ein Burn-out und schließlich in eine schwere Depression führen könnte, zu befreien, solltest du dich mit dem Thema Selbstreflexion näher auseinandersetzen. Befolge diesen guten Rat auch dann, wenn es dir im Moment gutgeht und du gerade gar keine Notwendigkeit zum Handeln siehst.

Erhöhte Reizbarkeit als Folge der eigenen Gedanken

Was geschehen ist, ist geschehen. Das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Offenbar will diese klare Tatsache nicht jeder einsehen, denn nicht selten kreisen die Gedanken in dieser Art immer wieder um ein und dasselbe Thema:

  • „Warum habe ich bloß nicht …“
  • „Was wäre denn passiert, wenn ich …“
  • „Warum habe ich es nicht verhindert, hätte ich doch nur …“
  • … und so weiter.

Es geht also um ungelöste Probleme aus der Vergangenheit, die unweigerlich in ständige, sich aufschaukelnde Selbstvorwürfe münden.

Durch ständiges Grübeln lässt sich jedenfalls keine verpasste Chance korrigieren. Gewiss bringt dich das Nachdenken auf durchaus gute Ideen, wie du in einer bestimmten Situation hättest antworten oder reagieren sollen, doch nun ist es zu spät und im Nachhinein hätte deine Antwort keine positive Wirkung mehr.

Selbstreflexion als probates Mittel des Durchbruchs

Es ist klar, dass du solche dich erschöpfenden Grübeleien durchbrechen und deine Aufmerksamkeit auf etwas ganz anderes lenken musst. Manchen hilft da schon ein Spaziergang an der frischen Luft, andere malen ein Bild oder machen Musik und wieder andere rufen eine Freundin an, wobei sie dann auf keinen Fall über ihre Grübeleien reden sollten. Doch die Erfahrung zeigt, dass dies stets nur eine kurzfristige Hilfe darstellt.

Nein, du kommst nicht umhin, dich mit deinen Emotionen ernsthaft auseinanderzusetzen. Dabei geht es um eine Selbstbeobachtung beziehungsweise bewusste Selbstwahrnehmung, die in der Psychologie kurz als Selbstreflexion bezeichnet wird. Dahinter verbirgt sich, dass du dein Denken, Fühlen und Handeln gezielt hinterfragst und analysierst. Nur dann, wenn du es schaffst, die Ursachen von Problemen zu erkennen, kannst du Veränderungen in deinem Leben einleiten, die effiziente, endgültige Lösungen ermöglichen.

Reden wir kurz über Gefühle

In Wut, aber auch in Trauer, sehen viele eher negative Emotionen. So etwas muss man natürlich vermeiden, das ist der allgemeine Tenor, der an dieser Stelle offenbar für Verdrängung plädiert. Aber ist das wirklich richtig? Oder wäre es nicht viel gesünder, solche negativ behafteten Gefühle zu akzeptieren und zu versuchen, sie zu verstehen?

In dem Wort Emotion steckt nicht umsonst Bewegung (motion), denn unsere Gefühle drängen uns tatsächlich in eine bestimmte Richtung, nämlich dorthin, dass wir uns aktiv und bewusst mit bestimmten Ereignissen auseinandersetzen sollen. Die Begriffe positiv und negativ sind in dieser ganzen Diskussion eher fehl am Platz, denn all unsere Emotionen haben einen tieferen Sinn.

Die Trauer zum Beispiel ist Ausdruck dessen, dass wir einen Menschen, den wir lieben, unwiederbringlich für den Rest unseres Lebens verloren haben. Selbstverständlich ist der Verlust eines nahestehenden Menschen negativ, doch unser Erlebnis der Trauer ist dies ganz und gar nicht. Ganz im Gegenteil, die Trauer ist immens wichtig dafür, dass wir den Verlust nach und nach annehmen können und eben nicht daran zerbrechen.

Reizbarkeit und Wut als persönliche Energiequellen

In der Psychologie gibt es den Begriff der emotionalen Produktivität. Diese ist dann gegeben, wenn wir die Botschaften unserer Emotionen erkennen und sie sogleich dazu verwenden, unser Erleben selbst zu steuern. Interessant in diesem Zusammenhang ist, welche Emotionen wir wagen offen auszuleben und welche wir unbedingt vor anderen verbergen wollen. Anders ausgedrückt geht es darum, zu verstehen, welche Emotionsqualitäten du vermeidest oder gar nicht nutzt, um deine Ressourcen überhaupt entdecken zu können.


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Wie funktioniert Selbstreflexion?

Um etwas über Selbstreflexion zu lernen und sie sogleich zu trainieren, gibt es konkrete Übungen und Maßnahmen:

  • Morgenseiten beziehungsweise Journaling
    Starte deinen Tag mit Schreiben. Alles aufzuschreiben, was dir gerade in den Sinn kommt, kann sehr kreativ sein. Ja, hier auf das Papier gehören deine negativen Gefühle wie eine erhöhte Reizbarkeit, unangenehme Erinnerungen, deine Sorgen und gern auch deine Abneigung gegen das lästige Staubwischen oder deine Zweifel, mit Richard in den Urlaub zu fliegen. Damit wirst du dir nicht nur über deine eigenen Gedanken klar, sondern du entlastest deine Seele, weil du das alles hast aus dir herausfließen lassen, um es auf Papier zu speichern.Dies ist übrigens auch ein sehr guter Trick für all diejenigen, die nachts wegen ständig kreisender Gedanken nicht schlafen können. Aufstehen und am Schreibtisch alles der Reihe nach geordnet aufschreiben, was dich bschäftigt, dann ist es raus aus dem Kopf und auf dem Papier eingesperrt. Probier das mal aus.Im Unterschied zum guten alten Tagebuch werden beim Journaling in erster Linie spontane Gedanken und Gefühle festgehalten, gewissermaßen die inneren Erfahrungen. Dafür eignet sich auch und gerade die Ruhe des späteren Abends kurz vor dem Schlafengehen. Es dauert nur ein paar Minuten, den Tag zu reflektieren, eigene Fragen zu notieren und die Ereignisse einzuordnen. Das steigert dein Bewusstsein, lässt deine Persönlichkeit reifen und führt dich viel fokussierter durch den Alltag.
  • Mit Meditation der Reizbarkeit den Spiegel vorhalten
    Das ist nun wirklich nichts Neues. Die Meditation ist eine sehr alte Methode zur Schaffung von Klarheit für den Geist, die die Achtsamkeit im Alltag zu steigern hilft. Ein ganz bedeutender Punkt der erhöhten Achtsamkeit besteht darin, dass du lernst, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es wird dir endlich gelingen, deine Emotionen nicht achtlos beiseitezuschieben, weil du sie nun bewusst beobachtest, ohne dabei eine Bewertung vorzunehmen. Indem du deine Emotionen frei fließen lässt, haben sie die Möglichkeit, sich in positivem Sinne zu verändern.
  • Selbstgespräche helfen in jeder Situation
    Früher galten Menschen, die Selbstgespräche führten, als etwas verrückt. Daher hatte man so etwas tunlichst vermieden. Durch die moderne Miniaturtechnik ist es heute gang und gäbe, dass man auf der Straße fast nur noch Menschen begegnet, die scheinbar mit irgendeinem Gespenst reden. Insofern darfst du dich das trauen, niemand wird dich deshalb schief ansehen.Fakt ist, dass du mit Selbstgesprächen negative Gedanken und Gefühle stark beeinflussen kannst. Stelle dir einfach selbst diese Fragen:
    • Gibt es an diesem Problem etwas Positives?
    • Was kann ich konkret machen, um die Situation zu verbessern?
    • Gibt es jemanden, der mir dabei helfen würde?
    • Was würde ich jetzt machen, wenn es dieses Problem gar nicht gäbe?
    • Kann ich für meine Zukunft etwas daraus lernen?

Wer bin ich?

Tatsächlich ist Reflexion eine zwingende Voraussetzung für den Erfolg und das Glück im Leben. Die obige Frage lässt sich nur durch Hinterfragen und Analysieren unseres Denkens, Fühlens und Handelns beantworten. Das Ergebnis einer erfolgreichen Selbstreflexion ist zum einen Selbsterkenntnis und zum anderen eben auch Persönlichkeitsentwicklung.

Indem wir uns selbst die folgenden Fragen stellen und beantworten, stellen wir unsere Gewohnheiten und Verhaltensmuster in einen hellen Lichtkegel:

  • Was ist mir wichtig und treibt mich an?
  • Gibt es Ziele, die ich im Leben erreichen möchte?
  • Habe ich davon bereits Ziele erreicht?
  • Was kann ich gut und wo fehlen mir Fähigkeiten?
  • Warum verhalte ich mich so, wie ich mich verhalte?
  • Mit welchen Stellschrauben könnte ich Verbesserungen erwirken?
  • Was kann ich jetzt machen, um meine Ziele zu erreichen?

Durch diese Form des Reflektierens können wir aus unseren Fehlern lernen und impulsive Reaktionen, die wir hinterher bedauern, vermeiden, das heißt, wir können auch unsere Emotionen bewusst steuern. Synonyme für die Selbstreflexion, die es schon sehr lange gibt, sind übrigens Einkehr, Exerzitien, Selbstbesinnung, Vertiefung.

Selbstreflexion versus Selbsterkenntnis

Während es sich bei Selbstreflexion um einen ständigen Prozess handelt, ist die Selbsterkenntnis in aller Regel (nur) eine Momentaufnahme. Tatsächlich ist unsere Persönlichkeit einem permanenten Wandel unterworfen und damit auch die Sicht auf uns selbst.

Der Milliardär Warren Buffett sagte sinngemäß einmal sehr treffend: Jeder sollte in erster Linie in sich selbst investieren, denn das ist die einzige nachhaltige Investition, die sich tausendfach auszahlt. Selbstreflexion erweitert in der Tat den geistigen Horizont und damit unser Bewusstsein im wahrsten Sinne des Wortes.

Im Reflexionsprozess bemühen wir uns darum, sowohl aus unseren Erfolgen als auch aus den Rückschlägen zu lernen. Dies schärft unser Verständnis der Gegenwart und liefert zugleich gute Handlungsoptionen für unsere Zukunft. Erfolgreich ist Selbstreflexion dann, wenn wir konstruktiv denken und eine überwiegend positive Sichtweise auf unser Leben lenken. Das bedeutet aber keine rosarote Brille, die unsere „Pleiten, Pech und Pannen“ beschönigt und uns vielleicht auch noch stolz darauf sein lässt.

Was dir deine Selbstreflexion alles bringt, lässt sich so zusammenfassen:

  • Du lernst dich selbst kennen und verstehen.
  • Dazu gehört auch die klare Unterscheidung deiner Stärken und Schwächen.
  • Du wirst dir über dein Wirken und deine Wirkung klar.
  • Du lernst viel besser aus Fehlern und kannst so deine Probleme besser bewältigen.
  • Du trainierst praktisch täglich strukturiertes und analytisches Denken.
  • Du kannst bisherige falsche Vorstellungen korrigieren.
  • In der Folge schöpfst du deine Potenziale besser aus.
  • Du schaffst dir die Basis für eine Neuorientierung.
  • Du kennst endlich deine Lebensziele.
  • Du erreichst mehr und bist insgesamt zufriedener und glücklicher.
  • Du lebst auf jeden Fall bewusster.

Abschließend noch ein ergreifendes Beispiel zum Thema Selbstreflexion

Bart Conner hat im Kunstturnen mehrere olympische Goldmedaillen gewonnen, vielleicht kennst du ja seinen Namen. Im Jahre 1983, neun Monate vor den olympischen Sommerspielen, zog er sich beim Training eine schwerwiegende Verletzung am linken Bizeps zu. Das war echt bitter. Connor musste sich operieren lassen und arbeitete hart an seiner folgenden Therapie mit. Schließlich konnte er sich doch noch für die Olympiade qualifizieren und nahm dann tatsächlich an allen acht Wettkämpfen teil. Seine US-Mannschaft gewann Gold und als Einzelathlet am Barren heimste er ebenfalls wieder eine Goldmedaille ein.

In einem TV-Interview wurde er später gefragt, wie er das alles gepackt habe. Zunächst bedankte er sich nur brav bei seinen Eltern. Als der Moderator nachhakte, verriet Connor eine Geschichte aus seiner Kindheit: Als er noch klein war, kamen seine Eltern jeden Abend an sein Bett und fragten ihn, was wohl an jenem Tag sein größter Erfolg gewesen sei. Auf diese Weise schlief er jeden Abend in dem Bewusstsein ein, dass er etwas erreicht habe. Morgens wachte er dann in der Gewissheit auf, dass er auch an diesem Tag wieder wenigstens ein Erfolgserlebnis haben würde. Das machte ihn stark.

Was da stattfand, war eine permanente Selbstreflexion, die ihm die mentale Kraft gegeben hat, es auch dieses Mal zu den olympischen Spielen zu schaffen und dort sogar zu gewinnen.

 

 

Foto: benschonewille / stock.adobe.com

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AJOURE´ Redaktion
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