Wie die Beziehung deiner Eltern unbewusst deine Partnersuche beeinflusst

Wie die Beziehung deiner Eltern unbewusst deine Partnersuche beeinflusst

Vorgelebtes Liebesleben

Wie die Beziehung deiner Eltern unbewusst deine Partnersuche beeinflusst

„Genau wie deine Mutter!“ sagt der Mann zur Frau, wenn es in einem Streit ganz besonders fies werden soll. Doch findet der Mann seine Auserwählte, egal ob in Konflikt- oder anderen Situationen, auch so wie seine eigene Mutter? Jein, lautet die Antwort. Denn während mehr als die Hälfte der in einer Beziehung lebenden Männer davon überzeugt sind, dass ihre Mutter und ihre Partnerin nicht viele Gemeinsamkeiten haben, besagen Experten und Studien, dass die Eltern sehr wohl Einfluss auf die Partnerwahl haben.
 

Auf der Suche nach Geborgenheit

Du kennst die Frage: Hat er oder hat er nicht – eine Ähnlichkeit mit meinem Vater? Sollte es so sein, ist dies zwar noch kein Garant für die richtige Partnerwahl, zeugt aber zumindest von einer gesunden Bindung zu deinem gegengeschlechtlichen Elternteil.

Denn alle Menschen sind, bewusst oder unterbewusst, auf der Suche nach einer Person, von der sie sich Unterstützung, Fürsorge und Verbindlichkeit erhoffen. Also all die Dinge, die wir im Idealfall das erste Mal im Leben von unserer Mutter und unserem Vater bekommen haben. Es ist demnach auch nur logisch, dass wir diese positive, kindliche Erfahrung auch bei der späteren Partnersuche wiederholen möchten. „Wir suchen nach positiven Verhaltensweisen und Charakterzügen“, erklärt auch Paarberater Eric Hegmann. „Wir suchen überwiegend vertraute Dinge in einem Partner, dann fühlen wir uns akzeptiert und wohl.“
 

Mach nicht die Schwiegermutter

Aber Achtung! Das heißt nicht, dass dein Partner eine Elternrolle übernehmen soll oder du eine solche für deinen Partner übernimmst. Diese Erwartungshaltung kann durchaus zu Schwierigkeiten in der Beziehung führen, denn weder wollen Männer von ihrer Partnerin bemuttert und verhätschelt werden, noch brauchen Frauen in einer Beziehung väterlichen Beistand wie Rat und Dominanz. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen von der Regel und Paare, für die die elterliche Fürsorge als Rollenvorbild der Schlüssel für eine glückliche Partnerschaft ist.
 

Vererbte Beziehungsmuster von Kindesbeinen an

Vererbt werden gewisse Liebesmuster aber schon im Kleinkind-Alter. Paul Geiger, Leiter der Psychologischen Familien- und Lebensberatungsstelle der Caritas in Friedrichshafen, hält dabei vor allem auch den Einfluss der elterlichen Ehe für bedeutend: „Kinder lernen vom Modell der Eltern. Für sie ist die Mutter die erste Frau und der Vater der erste Mann. Die Kinder beobachten ganz genau, wie die beiden miteinander umgehen. Beim Spielen, zum Beispiel in der Puppenecke zu Hause oder im Kindergarten, machen sie es genauso nach.“
 

Prägende Rollenspiele

Ausschlaggebend für spätere Beziehungsmuster ist auch die Rollenverteilung des Elternpaares. „War der Vater zum Beispiel vor allem für den Unterhalt der Familie zuständig, orientieren sich die Kinder oft an diesem Modell. Und auch wenn die Hausfrauen-Rolle der Mutter ganz bewusst abgelehnt wird, backt die Tochter den Sonntagskuchen meistens doch selber.“, erklärt uns die Paarberaterin Stefani Günther vom Diakonischen Werk Hochrhein.
 

Eine Frage der Kommunikation

Ein weiterer entscheidender Punkt, den Kinder sich bei ihren Eltern abschauen, ist die Kommunikation. „Man lernt im Elternhaus, wie Konflikte ausgetragen werden. Dieses Vorbild beeinflusst das eigene Verhalten.“, erklärt der Psychologie-Professor Guy Bodenmann von der Uni Zürich. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder später gegenüber ihrem Partner ein ähnliches Verhalten zeigen, ist groß.“

Heißt im Klartext: Wenn du am Frühstückstisch wegen fremder Butterreste in der Marmelade jedes Mal ausflippst, haben es deine Eltern mit großer Wahrscheinlichkeit genauso gemacht.
 

Emotionaler Jackpot

Den Jackpot hast du dagegen gezogen, wenn deine Eltern bis heute wie frisch Verliebte miteinander turteln. Paarberater schließen aus diesem Umstand, dass Kinder solcher Eltern auch als Erwachsene emotionale Nähe zulassen können und sich darauf verstehen, ihre eigenen und die Bedürfnisse ihres Partners in Einklang zu bringen. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass solche Personen manchmal zu harmoniesüchtig sind.
 

Ein Blick zurück

Der Blick auf die Eltern kann auf jeden Fall in Konfliktsituationen und bei Beziehungsproblemen sehr hilfreich sein. Denn manchmal war das elterliche Beziehungsmodell so prägend, dass ein neues Drehbuch geschrieben werden muss.

Das bedeutet: Schmiere dir beim nächsten Mal die fremden Butterreste in der Marmelade einfach mit aufs Brot, statt deinen Schatz zur Schnecke zu machen!
 

Die Formel zum Glück

Also was denn nun? Wie lautet das Geheimnis der perfekten Partnerwahl? Sollen wir eine Kopie unseres eigenen Vaters heiraten, um glücklich zu werden? Also uns wie ferngesteuert auf nette, liebevolle und beschützende Männer stürzen? Oder uns im Gegenteil nur auf Bad Boys konzentrieren, wenn der Vater abwesend, lieblos und kalt zu uns und unserer Mutter war?

Wir sagen: Das Patentrezept zu der idealen Partnerwahl hat mit den Eltern herzlich wenig zu tun. Fühlt man sich aufgehoben, ist es der Richtige. Fühlt man sich einsam, ist es der Falsche. Allerdings zeigen viele Erhebungen, dass ein Mensch, der im Elternhaus viel Liebe erfahren hat, später auch leichter Liebe geben kann.

Unser persönlicher Tipp lautet deshalb: Je besser du dein Gefühlserbe und das deines Partners verstehst, desto besser wird deine Beziehung laufen.

Viel Glück!

 

Foto: malerapaso / Getty Images


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