Aya Jaff: Die „Tech-Queen“ und Erfolgsfrau im Porträt

Das Wirtschaftsmagazin Forbes listete sie 2019 unter den Top „30 Under 30“ im Bereich „Leadership“. Damit zählt die 25-jährige Aya Jaff zu den einflussreichsten und bedeutendsten Jungunternehmerinnen dieser Welt. Man nennt sie „Miss Code30“, „Tech-Queen“ oder „Börsenguru“. Aya Jaff mag diese Bezeichnungen nicht so gerne. Sie möchte sich in keine Schublade stecken lassen und bleibt immer offen für Neues.

Aya Jaff im Kurzporträt

1998 kam Aya Jaff im Alter von knapp drei Jahren nach Deutschland. Ihre Familie war vor dem Bürgerkrieg und dem Terror der Islamisten aus dem kurdischen Teil des Irak geflohen.

Ihre Familie ist liberal und bescheiden. Der Vater ist Taxifahrer und die Mutter Kassiererin. Die Eltern ermutigten Aya und ihre Schwester immer dazu, das zu tun, was sie lieben und an sich selbst zu glauben – selbst, wenn es einmal nicht ganz so rund läuft.

Schon während der Schulzeit interessierte sich Aya für das Programmieren und die Börse. Später gründete sie einen Programmierclub und entwickelte ein Börsenspiel für Jugendliche. Mit nur 19 Jahren ging die technikbegeisterte junge Frau für ein Kurz-Stipendium ins Silicon Valley. Dort lernte sie die Schlüssel zum Erfolg.

Zurück in Deutschland setzte sie ihr neues Wissen um, wechselte das Studienfach und gründete ihr erstes eigenes Start-up. Im Frühjahr 2020 hat sie den Bestseller „Moneymakers – wie du die Börse für dich entdecken kannst” veröffentlicht. Neben ihren Tätigkeiten im Tech-Business ist Aya Jaff Keynote-Speakerin und Kolumnistin.

Auch Ayas Schwester Sham Jaff ist sehr erfolgreich. Sie studierte Politikwissenschaften und Philosophie und arbeitet heute in der Kommunikationsbranche.

 

 

Was treibt diese Frau an, so erfolgreich zu sein?

Bei Aya waren die Bestrebungen, Programmieren zu lernen, ganz praktischer Natur. Die Möglichkeiten, die Apps und digitale Anwendungen den Menschen bieten, faszinierten sie von klein auf.

In der Schule ärgerte sich Aya über viel verlorene Zeit, wenn Unterricht ausfiel und sie erst in der Schule davon erfuhr. Warum also nicht den Stundenplan digitalisieren?
Aya zögerte nicht lange und informierte sich sofort, was es kosten würde und wie aufwendig es wohl wäre, eine App dafür zu programmieren. Sie ging von Kosten von rund 400 Euro aus und schluckte schwer, als sie von mindestens 10.000 Euro Investition erfuhr.

Doch das hielt die Selfmadefrau Aya Jaff nicht davon ab, weiter an der Sache dranzubleiben. Wenn Programmierer so teuer waren, musste sie sich das Programmieren eben selbst beibringen!

In ihrer Schule kannten sich nur „Nerds, die wenige Freunde hatten“ mit dem Programmieren aus. Obwohl Aya sich selbst als sozial und tolerant bezeichnet, war das nicht der Menschenkreis, der ihr gefiel. Also beschloss sie, sich die Grundlagen Zuhause mit Online-Kursen und YouTube-Tutorials selbst beizubringen.

Ihr ältere Schwester brachte Aya mit der Start-up- und Gründerszene in Kontakt. Hier traf sie zum ersten Mal auf begabte Freelance-Programmierer und war fasziniert davon, wie schnell diese Menschen komplette Websites oder Apps programmieren können.

Kurze Zeit später gründete sie einen Programmierclub, um ihre Kenntnisse mit Gleichgesinnten auszutauschen und zu verbessern.

Das Informatikstudium hat sie abgebrochen

Die Grundlagen des Codings hatte Aya schnell gelernt. Mit nur 16 Jahren war sie an der Entwicklung eines Börsenspiels für Jugendlichen namens „Tradity“ beteiligt.

Es lag auf der Hand, dass diese begabte junge Frau nach dem Abitur ein Informatikstudium aufnahm. Doch da wurde Aya Jaff schnell bitter enttäuscht.

Sie stellte fest, dass Informatik und Programmieren einfach nicht dasselbe waren. Aya hatte das Programmieren aus der praktischen Sicht kennengelernt. Ihr Wissen setzte sie sofort in nutzbare Anwendungen um.
Der technische Zugang an der Universität war ihr zu trocken. Bald verlor sie das Interesse und langweilte sich. Sie traute sich aber auch nicht, das Studium fallen zu lassen. Lange Zeit verstand Aya Jaff nicht, warum ihr Informatik nicht lag, wenn sie doch eine begabte Coderin war.

Doch Durchhängen kam für Aya nicht lange in Frage. Sie zog es zu den ganz Großen ins Silicon Valley. Wochenlang suchte sie erfolglos nach geeigneten Stipendien. Dann plötzlich flatterte eine Werbe-E-Mail herein, die perfekt auf Aya Jaff zugeschnitten war: „Willst du für sieben Wochen nach Silicon Valley for free? Dann klicke hier!“

 

 

Im Silicon Valley verlor sie ihre Schüchternheit

Obwohl sie sich zu spät beworben hatte, klappe die Bewerbung prompt. Aya war die einzige Frau mit den passenden Kenntnissen und ergatterte einen letzten Platz, der ausdrücklich an eine weibliche Programmiererin gehen sollte.

Kurz darauf saß sie im Flieger, um für sieben Wochen an der Draper University die Grundlagen des großen amerikanischen Erfolges kennenzulernen.

Für Aya war der USA-Aufenthalt zunächst ein Kulturschock. Hier zählten keine Studiengänge oder Universitätstitel, sondern nur das, was ein Mensch wirklich kann und einzubringen hat.
Aya lernte die simplen, aber wirksamen Formeln für Erfolg kennen: „think big“, „just do it“ und „everything is possible“.

In einem Interview sagte sie über ihre Zeit im Silicon Valley: „Ich war total introvertiert und schüchtern. In Amerika wurde ich wirklich gezwungen jeden Tag vor mindestens 80 Leuten über eine eigene Idee zu sprechen.“ Das hatte ihr die Augen dafür geöffnet, wer sie wirklich ist und was sie wollte.

Zurück aus dem Silicon Valley brach sie ihr Informatikstudium ab und wechselte ins Fach der Ökonomie und Sinologie.

Die erste Firmengründung war ein „Experiment“

Zwei Jahre nach ihrer Rückkehr und vielen weiteren Erfahrungen als kommunikative Beraterin für Start-ups wagte sie selbst den Schritt.

Ihr eigenes Start-up, die Codesign Factory, sollte zunächst ein Beratungspool für Fragen rund um die Digitalisierung in Großunternehmen sein. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Firma zu einer Speaker-Agentur weiter.

Aya zog sich aus der Geschäftsleitung zurück und gehört heute zum Speaker-Pool der Agentur.

 

 

Ihr Herzenswunsch: Junge Frauen motivieren

Schon mit ihrem eigenen Programmierclub wollte sie Freundinnen motivieren, sich an dieses immer noch männerdominiertes Fach zu wagen. Mit Erfolg. Ihr ist es zu verdanken, dass viele junge Frauen ihre Vorbehalte gegen das Coden und das Nerd-Image aufgaben.

Programmieren ist eine Kunst. Sie erfordert Kreativität, Einfallsreichtum und natürlich auch das nötige technische Know-how, die Ideen digital umzusetzen. Seit Aya Jaff in den Medien präsent ist und zu den bekanntesten Unternehmerinnen Deutschlands gehört, wird Coden unter den Mädchen und Frauen so richtig populär.

Damit hat sie ganz ähnliche Ansätze wie eines ihrer großen Vorbilder: Melinda Gates, die Frau des Microsoft Gründers Bill Gates, setzt sich unermüdlich dafür ein, Frauen auf der ganzen Welt Zugang zu Bildung und neuen Möglichkeiten zu verschaffen.

Aus Wut kam sie zur Börse

Die andere Leidenschaft der Deutsch-Irakerin ist die Börse. Wieder waren eine Verkettung von Ereignissen und der innerste Antrieb der jungen Frau, die Grundlagen zum Erfolg.

Mit 17 sah sie den Hollywoodstreifen „The Wolf of Wallstreet“ – und verließ das Kino voller Zorn und Wut. Aya war schockiert von der Finanzwirtschaft und der Skrupellosigkeit, die dort offenbar vorherrschte.

Im Anschluss wollte sie wissen, ob es an der Börse wirklich so zuging, wie es im Film dargestellt wurde.
Wochenlang studierte sie Magazine, Internetartikel, kritische Recherchen zum Trader-Business und jede weitere Quelle, die ihr in die Finger kam.

Ganz nebenbei lernte Aya, wie die Börse funktioniert. Sie dachte sich, dass es doch auch anders gehen müsste. Statt sich skrupellos und gierig zum Erfolg zu betrügen, könnte man durch nachhaltiges und intelligentes Investment aus der Börse gute Gewinne ziehen.

Aya fokussierte sich auf die positiven Seiten der Börse und glaubte an das Gute in diesem System: Sie begann zu selbst zu traden und blieb sich auch dabei immer treu: Statt in riskante Geschäfte und Kohle oder Öl zu investierten, setzte sie auf langfristige Werte, Green-Business und die Filmbranche.

Der Beststeller „Moneymakers“

Im Frühjahr 2020 kam das erste Buch der Selfmade-Frau auf den Markt: „Moneymakers – wie du die Börse für dich entdecken kannst”.

Moneymaker sind für Aya alle Menschen, die käuflich erwerbbare Werte schaffen. Im Buch gibt sie einen Überblick, wie sie selbst zunächst ihre negative Einstellung zum Geld korrigieren musste, um zur erfolgreichen Moneymakerin zu werden.

Aya macht mit ihrem Buch Mut, die Börse selbst zu verstehen und sich gewinnbringend an der Weltwirtschaft zu beteiligen.

Sie bewundert Größen wie Warren Buffet oder Bill und Melinda Gates, vor allem ihrer Ruhe wegen. Gleichzeitig waren aber auch Hip-Hop-Musiker und junge Tech-Unternehmer:innen in China ihre Vorbilder.

Die Frau, die selbst inzwischen ein stolzes Vermögen haben dürfte, glaubt, dass die Welt keine Milliardäre braucht. Viel besser wäre es, wenn der Reichtum breiter verteilt wäre und mehr Investment in mittlere Sparten Aufstiege und fairere soziale Chancen ermöglichen würde. Sie plädiert für ein gesundes Vermögen ohne eine übertriebe oder gar gierige Anhäufung von Werten.

Was macht Aya Jaff in ihrer Freizeit?

Eigenen Angaben zufolge hat Aya keine besonderen Hobbys. Als Jugendliche hat sie Gitarre spielen gelernt und einige Jahre lang Ballett getanzt.

Sie umgibt sich mit Menschen verschiedenster Couleur und hat keine besonderen Cliquen oder Gruppen, an denen sie teilnimmt. Diese Frau bleibt immer offen und möchte sich mit allen Leuten gut verstehen.

Ihr Privatleben hält sie weitestgehend aus den Medien heraus. Einzig und allein ihren treuesten und engsten Begleiter, einen zuckersüßen kleinen weißen Hund zeigt sie gerne in der Öffentlichkeit und auf ihrem Instagram-Account @ayajaff.

 


 

Die Erfolgsrezepte von Aya Jaff

Schaut man sich das Leben von Aya Jaff so an, fragt man sich natürlich zwangsläufig, wie sie das macht. In Interviews strahlt die Frau eine unheimliche Gelassenheit und Sicherheit aus. Sie ist witzig, geduldig und gibt immer fundierte und sachliche Antworten. Gerne teilt sie ihr Wissen mit anderen und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Erfolg geht.

Wir teilen jetzt mit dir noch einige weitere Geheimnisse dieser Erfolgsfrau:

  • Aya Jaff arbeitet an nichts lange, was sie nicht erfüllt. Spaß und Arbeit gehören für sie zusammen.
  • Sie ist der Meinung, dass man nicht alles zu Ende bringen muss, was man begonnen hat. Man darf Fehler machen und seine Meinung ändern.
  • In Interviews gab sie mehrmals an, dass ihr Leben heute nach einer einzigen Erfolgsgeschichte klingt. Tatsächlich war ihr Weg aber gezeichnet von vielen Versuchen, die auch oft genug scheiterten.
  • Aya Jaff ist sich selbst dankbar, dass so viel ausprobiert hat und schließlich herausgefunden hat, was sie wirklich will.
  • Was die Zukunft angeht, bleibt die Powerfrau stets offen. Sie sagt: „Ich lebe in der Gegenwart, mache hier, was möglich ist und denke nicht viel über die Zukunft nach.“
  • Ein weiteres Geheimrezept für Ayas persönlichen und sozialen Erfolg als Geschäftsfrau ist ihre Ehrlichkeit. Gefühle und Wünsche von Mitarbeitern sind in ihren Unternehmen kein Tabuthema.
  • Kommt sie mal nicht weiter oder steht vor einer schwierigen Entscheidung, führt sie stundenlang lösungsorientierte Konversationen mit sich selbst.
  • Zuletzt sei noch die Vision genannt. Aya liest liebend gerne Magazine wie Forbes und Tech-Magazine. Aus den Inspirationen, die sie daraus zieht, bastelt sie sich Mindmaps.

 

 

Was wünscht sich Aya Jaff für die Zukunft?

Persönlich widmet sich die Tech-Queen ganz dem Dasein als Autorin und Kolumnistin. Auf t3n.de schreibt sie eine Kolumne zum Thema Technik und Zukunft. Dabei wird sie nicht müde zu betonen, dass Technik allein unsere Probleme nicht lösen werden.

Ob Aya Jaff weitere Firmen gründen möchte, lässt sie offen. Sie ist gerade einmal Mitte zwanzig und hat sicher noch viele Jahre des erfolgreichen Geschäftslebens vor sich.

Derzeit steht sie vor dem Bachelor-Abschluss ihres Studiums in Ökonomie und Sinologie (Wissenschaft von der chinesischen Sprache in Wort und Schrift). Sie kann sich gut vorstellen, demnächst Firmen in China zu gründen und zukünftig auch dort zu leben. Das Gründerbewusstsein und die technologischen Möglichkeiten sind im Land des Lächelns einfach noch einmal größer und faszinierender als bei uns in Mitteleuropa oder auch den USA.

Wir dürfen sicher gespannt sein, welche Überraschungen die sympathische Aya Jaff für Bewunderer und Nacheiferer noch parat hat.

 

Foto: YouTube / TEDxTalks

Letzte Aktualisierung am 23.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API