Recycling: Die häufigsten Fehler bei der Mülltrennung

Rohstoffe werden immer knapper und die anfallenden Müllmengen werden immer größer. Nicht zuletzt leiden die Umwelt und das Klima unter den steigenden Abfallmengen. Seit den 80er Jahren findet ein Umdenken statt. Recycling und Wiederverwertung sollen den Vorzug vor dem Raubbau an der Natur haben. Ein guter Schritt in die richtige Richtung. Nach und nach haben sich also diverse Tonnen in unsere Haushalte geschlichen. Und wir sortieren eifrig. Wir trennen Plastik, Papier, Grünzeug, Glas und Restmüll. Wir bringen Sondermüll zur entsprechenden Abgabestelle.

Mülltrennung ist wichtig, denn Müll kann nur dann recycelt werden, wenn eine Vorsortierung stattgefunden hat. Auch moderne Wiederverwertungsanlagen stoßen an ihre Grenzen, wenn Kartons und Spüli-Flaschen zusammen über ein Band laufen. Unsortierter Müll, also unser Restmüll, kommt in die Verbrennung. Hier entsteht als positiver Effekt Fernwärme, zurück bleibt jedoch ein hochgiftiger Verbrennungsrückstand, den wir kommenden Generationen übergeben. Zusätzlich geben Müllverwerter Kosten, die durch nachträgliches Sortieren entstehen, direkt an die Kunden weiter. Je mehr Fehler bei der Mülltrennung gemacht werden, desto teurer wird die Abfuhr für uns alle. Müllsortierung ist also wichtig und klingt einfach. Doch leider stoßen wir beim richtigen Sortieren manchmal an unsere Grenzen.

Welchen Müll trennen wir?

  • Wertstoffe kommen in die gelbe Tonne
  • Papier und Pappe wird über die blaue Tonne oder Altpapiercontainer entsorgt
  • Glas bringen wir farblich sortiert zum Glascontainer
  • Biomüll führen wir über der braunen oder grünen Tonne dem Kompost zu
  • Restmüll oder Hausmüll wird in grauen oder schwarzen Tonnen gesammelt

Die Wertstofftrennung und welche Fehler sich einschleichen

Über den gelben Sack oder die gelbe Tonne werden alle Verpackungen entsorgt. Hierzu gehören Verpackungen aus Metall, Kunststoff und Verbundmaterialien. Der passende Reinheitsgrad ist „Löffelrein“. Und hier schleicht sich der erste Fehler ein. Ein Joghurt-Becher ist recyclingfähig, wenn der Inhalt leergelöffelt ist. Joghurtreste müssen über den Restmüll oder die Biotonne entsorgt werden. Wenn du aus Platzgründen die Becher ineinander stapelst, machst du gleich den nächsten Fehler. Jede Verpackung muss einzeln in den Müll gegeben werden. Auch der Gedanke „Plastik ist Plastik“ führt zu falscher Entsorgung. Alle Produkte, die nicht der Verpackung dienen, dürfen nicht in die Wertstofftonne. Spielzeug aus Kunststoff oder die Pfanne aus Aluminium gehören in die Restmülltonne oder auf den Flohmarkt. Neu ist die Wiederverwertung von Alufolie, die beim Verpacken von warmen Gerichten anfallen. Die sogenannte Servicefolie darf in die gelbe Tonne, unsere Haushaltsfolie gehört in den Restmüll.

Papier ist nicht gleich Papier

Papier und Pappe gehören in die blaue Tonne oder in die örtlichen Sammelcontainer. Doch nicht alles was augenscheinlich in die Kategorie Papier gehört, darf dem Recycling zugeführt werden.

Papierprodukte, die verschmutzt sind gehören in den Restmüll. Hierzu gehören Küchenpapier und Taschentücher, genauso wie Pappteller. Käse und Wurstwaren werden häufig in Wachspapier eingewickelt. Das beschichtete Papier kann auch nicht wiederverwertet werden und muss in die Verbrennung. Gleiches gilt für beschichtetes Backpapier. Kassenzettel aus Thermopapier, Aufkleber und auch Post-its fallen rigoros aus der Verwertung und gehören in den Hausmüll. Positiv ist, dass Briefumschläge mit Sichtfenster dank moderner Sortiermaschinen ebenfalls in die blaue Tonne dürfen. Luftpolsterumschläge müssen nach diversen Umläufen in den Restmüll.

Das Farbenspiel am Glascontainer

Glas geben wir farblich getrennt zur Wiederverwertung. Üblich ist die Sortierung in Weiß, Braun und Grün. Hingegen hartnäckiger Gerüchte werden die Scherben tatsächlich in dieser Sortierung abgeholt und nicht in der Schütte des LKWs vermischt. Flaschen mit anderer Färbung dürfen mit in den grünen Behälter, die Farbe verträgt viel Beimischung anderer Farben. Etiketten dürfen dranbleiben. Verschlüsse gehören jedoch in die Wertstoffsammlung, Korken in den Restmüll.

In den Restmüll müssen auch Produkte aus Keramik und Porzellan, Fensterscheiben, Kugeln für den Weihnachtsbaum und Trinkgläser. Trinkgläser sind aufgrund ihrer Zusammensetzung nicht für das Recycling geeignet. Einen genauen Blick musst du auf Leuchtmittel werfen. Normale Glühlampen werden über Restmüll entsorgt und Energiesparlampen gehören in die Hände Fachpersonal und wird als Sondermüll entsorgt.

Biomüll – Zurück in den natürlichen Kreislauf

Biomüll ist mehr als nur der Grünschnitt aus dem Garten. Natürlich wissen wir alle, dass alles was wir von Obst und Gemüse nicht verwerten, auch den Weg zum Kompost antreten darf. Mit hinein dürfen auch Speisereste wie Wurst, Käse, Fisch, Brot und eben auch der Löffelrest aus dem Joghurtbecher. Mit in die Biotonne darf eine Papiertüte, in der du den Müll gesammelt hast. Alle anderen Papierprodukte gehören in den Papierkreislauf.

Verarbeitetes Holz hat die Eigenschaft des Verrottens verloren und muss je nach Größe in die Restmülltonne oder zum Sperrmüll. Aus einem Schrank wird kein Kompost mehr. Windeln, Tampons, Binden und Zigarettenkippen müssen in den Hausmüll, ebenso wie Tütchen mit Hundekot. Hier können sich Keime bilden, die wir alle nicht verantworten wollen.

Restmüll – Für alles was übrig ist?

Wenn du jetzt glaubst, hier ist die Tonne für alles, was überbleibt, stimmt das nur zum Teil. Hausmüll geht unsortiert in Verbrennungsanlagen. Bestandteile, die nicht verbrennen, bleiben als giftiger Klumpen zurück. Daher gehören Elektrogeräte, Metalle und große Kunststoffteile zur Verwertung auf den Wertstoffhof. Hier werden die Wertstoffe sortiert und getrennt der Wiederverwertung zugeführt.

Batterien finden ihren Weg zurück in die Sammeldosen der Verkaufsstellen. In den Sondermüll gehören auch Farbreste und Lösungsmittel, die im Haushalt anfallen können.

 

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