Richtig Kleider spenden – darauf solltest du achten

Meine Kleidung als Hilfsprojekt?

Wenn im Kleiderschrank mal wieder Platzmangel herrscht, ist es an der Zeit auszusortieren. Wir alle haben in der Regel mehr Kleidung als wir brauchen und neue Kollektionen locken mit aktuellen Trends. Das Durchsehen bringt es dann ans Licht. Viele Teile sind wenig getragen, passen nicht mehr oder waren schlichtweg eine unnötige Investition. Insgesamt Kleidung, die viel zu schade für den Müll ist und noch lange kein Fall für die Putzmitteltüte. Je nach Zustand und Qualität der Kleidungsstücke gibt es zwei Möglichkeiten mit dem Überschuss aus dem Kleiderschrank zu verfahren. Eine Möglichkeit ist der Weiterverkauf, um das Haushaltsbudget etwas aufzubessern. Eine Alternative ist das Spenden von Kleidung. Leider ist besonders dieser Bereich unübersichtlich und durchzogen von wenig sozialen Aspekten.

Einfach und schnell – der Weg zum Altkleidercontainer

In jeder Stadt und an jeder Ecke stehen Altkleidercontainer. Die Entsorgung ist einfach. Ungenutzte Kleidung kommt in einen Sack und du wirfst sie durch eine große Klappe. Aus den Augen aus dem Sinn. Doch der Weg, den die Kleidung nimmt, ist oft nicht im Sinne des Spenders. Die gesammelte Kleidung wird im Auftrag des Aufstellers sortiert und in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Klamotten, die gut erhalten und modisch noch in der Zeit liegen, werden in europäischen Second-Hand-Läden weiterverkauft.

Teile, die nicht mehr zeitgemäß sind, werden in großen Containern ins Ausland verkauft. Ziel dieser Container ist Afrika, Asien oder Südamerika. Zu einem Spottpreis wird die Kleidung auf regionalen Märkten weiterverkauft, was auf den ersten Blick nicht unbedingt schlecht ist. Doch der Verkauf von großen Mengen an gespendeter Kleidung verhindert die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Landes. Ländern, die ohnehin schon in der Abhängigkeit von Industriestaaten stehen, gelingt somit nicht der Schritt in die Autonomie. Ein Großteil der gesammelten Kleidung wird als unbrauchbar eingestuft und wird dann zu Putzlappen recycelt oder endet in der Müllverbrennung.

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Sind Altkleidercontainer tabu?

Wenn du wenig Zeit hast, ist der Gang zum Altkleidercontainer unabdingbar. Neben kommerziellen Aufstellern gibt es karitative Kleidersammler. Gemeinnützige Organisationen sammeln ebenfalls über den Weg der Altkleidercontainer gebrauchte Kleidung. Ein kleiner Teil der Spenden wird Bedürftigen ohne Umwege zur Verfügung gestellt. Entweder unentgeltlich oder durch die Zahlung eines kleinen Betrags an die Kleiderkammer. Ein Großteil der Spenden wird jedoch mit Gewinnabsicht veräußert. Der Gewinn fließt zurück in soziale Projekte und kommt daher dem Wunsch des Spenders entgegen.

In Deutschland haben sich gemeinnützige Organisationen unter dem Dachverband FairWertung zusammengefunden. Hier gibt es Informationen darüber, welche Organisationen mit dem Sammeln von Kleidern soziale Interessen unterstützen.

Spende deine Kleidung sinnvoll

Die Möglichkeit, mit Kleidung etwas Gutes zu tun, besteht trotzdem und das Zauberwort heißt: regional. Kirchenverbände, Bahnhofsmissionen und kleinere soziale Hilfsverbände sind häufig nur regional tätig und geben Kleidung an Menschen weiter, die diese benötigen. Der Ablauf ist in der Regel unkompliziert und unbürokratisch. Organisationen, die gemeinnützig handeln, verlangen zum Teil nur einen Bedürftigkeitsnachweis.

Der Weg zur Kleiderkammer

Kleiderkammern sind ein Relikt der Nachkriegszeit und einige Organisationen betreiben bis heute Kleiderkammern. Menschen in sozialer Notlage bekommen hier etwas zum Anziehen. Kleiderkammern haben in der Regel wenig Lagerraum und nehmen bevorzugt im Winter warme Kleidung und im Sommer etwas Leichtes. Einige Kleiderkammern basieren auf ehrenamtlichem Engagement. Damit deine Spende gut ankommt, ist es am besten, vorher telefonisch nachzufragen, welche Art von Kleidung benötigt wird.

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Ansprechpartner für die direkte Kleiderspende sind die DRK-Kleiderkammern, Kältehilfen für Obdachlose, die Caritas, Bahnhofs- und Stadtmissionen.

Kleinere Gemeinden haben für bedürftige Familien eine Kleiderkammer eingerichtet, die regelmäßig aufgefüllt wird. Die zuständige Stadtverwaltung gibt gern Auskunft über Annahmezeiten.

Tafeln, die sich eigentlich auf die Verteilung von Lebensmitteln konzentrieren, habe ihre Aufgaben auf die Verteilung von Kleiderspenden ausgeweitet. Ein Blick auf die jeweilige Internetpräsenz gibt Auskunft über Annahmezeiten. Auch hier ist die Regelung von Abgabezeiten keine Arroganz, sondern ein Zeichen von geringen Lagermöglichkeiten. Spendenannahme- und Abgabe sind in der Regel am gleichen Tag.

Kleidung im sozialen Kaufhaus abgeben

Soziale Kaufhäuser verkaufen Waren für kleines Geld, die gespendet werden. Unabhängig vom Einkommen kann hier jeder einkaufen. Soziale Kaufhäuser haben unterschiedliche Strukturen. Ist der Träger ein Wohlfahrtsverband oder eine Kirche, so fließt der Erlös in andere soziale Projekte. Soziale Kaufhäuser können jedoch auf unterschiedlichen Projekten basieren. Langzeitarbeitslose, die über diesen Weg eine Beschäftigung finden oder Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung organisieren den Ablauf.

Oxfam – die Marke mit Vertrauen

Oxfam steht für politische Entwicklungsarbeit und finanziert sich unter anderem über den Verkauf von Second-Hand-Kleidung in den Oxfam-eigenen Geschäften. Angenommen wird hier saubere und makellose Kleidung, die gut und schnell weiterverkauft werden kann. Der Verkauf ist ehrenamtlich organisiert und der Erlöse fließt daher zum Großteil in die Arbeit von Oxfam. Kleidung, die hier nicht verkauft wird, wird an soziale Kaufhäuser weitergegeben oder über den Dachverband von FairWertung verteilt.

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Oxfam

Kleidertauschpartys

Ganz im Sinne von Nachhaltigkeit sind Kleidertauschpartys. Das Prinzip ist denkbar einfach. Du bringst deine Klamotten mit zur Party und nimmst dir etwas anderes mit. Das ist allerdings kein Zwang. Organisiert werden Kleidertauschpartys von verschiedenen Organisationen des Umweltschutzes, aber auch viele Vereine bieten die Möglichkeit des unkomplizierten Tausches an.

Die Sparte Kostenlos bei Ebay

Hast du wirklich viel Kleidung und suchst nach einer unkomplizierten Möglichkeit, deine noch tragbaren Sachen abzugeben?

Dann ist eine Anzeige bei Ebay Kleinanzeigen vielleicht das Richtige. Für dich kostenlos und mit geringem Zeitaufwand kannst du deine Kleidung im Paket anbieten. Der Interessent kommt vorbei und holt die Kleidung ab. Möchtest du noch etwas dafür haben, kannst du die Kleidung natürlich gegen einen angemessenen Betrag anbieten.

Edle Teile abgeben

Der Gedanke an den Neupreis lässt dich zögern, die Kleidung abzugeben. Markenkleidung kann sehr unkompliziert über Ankaufplattformen verkauft werden. Der Versand ist oft kostenlos und ob du den Erlös in neue Kleidung investierst oder den Betrag spendest, liegt in deinem Ermessen.

 

Fotos: New Africa, Tobias Arhelger / stock.adobe.com