Warum nachhaltige Banken auf dem Vormarsch sind

Unser wirtschaftliches System ist kapitalistisch geprägt, denn Geld wird als Tauschmittel für Arbeitszeit, Dienstleistungen und Waren genutzt. Somit spielt Geld spielt eine ziemlich große Rolle in der Welt und ihrer weiteren Entwicklung. Du kannst dein Geld in die Hand nehmen und Einfluss darauf nehmen. Wir zeigen dir wie!

Deine Macht als Konsumentin

Du bist in einer kapitalistischen Welt kein Mensch, sondern eine Konsumentin. Du konsumierst die Produkte und Dienstleistungen der Unternehmen und bezahlst dafür. Dadurch hast du einen gewissen Einfluss auf die verschiedenen Anbieter. Wenn du beispielsweise keine Produkte aus Plastik kaufst und andere es dir gleichtun, haben die entsprechenden Unternehmen keine Chance mehr, weil die Produktion unwirtschaftlich wird. Unsere Handlungen werden immer nachhaltiger, mittlerweile steigt die Zahl der Bio- und Unverpackt-Läden an. Deine Einflussnahme als Konsument wird sich also lohnen.

Deine Macht als Investorin

Falls du dein Geld unter deinem Kopfkissen lagerst, bist du nur begrenzt als Investorin unterwegs. Falls du jedoch ein Girokonto bei einer Bank hast und dort dein Geld lagerst, kann die Bank dieses Geld für sich nutzen. Sie verleiht dein Geld gegen Zinsen und verdient so daran. Dein Geld wird beispielsweise von Unternehmen geliehen, die dann Maschinen davon kaufen oder Mitarbeiter einstellen – um so vielleicht Dinge aus Plastik oder Waffen herzustellen. Du hast also einen gewaltigen Einfluss auf die Unternehmen, kannst diesen bei einer herkömmlichen Bank aber nicht steuern. Möglicherweise wird dein Geld für erneuerbare Energien, Bildung oder andere nachhaltige Dinge genutzt. Vielleicht wird es jedoch für Waffen, Kinderarbeit, fossile Energieträger oder andere schädliche Dinge genutzt – du hast keine Kontrolle darüber.

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Du kannst dir die Kontrolle wiederholen, indem du beispielsweise Anleihen oder Aktien von nachhaltigen Unternehmen kaufst. Alternativ kannst du dein Geld in entsprechende Fonds stecken. Im Alltag wirst du ohne Girokonto nicht weit kommen, denn die Miete, Energiekosten, dein Lohn und vieles andere läuft über Banken und Konten. Somit könnte deine Bank dein Geld für jede erdenkliche Investition nutzen, auch wenn das mitunter fragwürdige Unternehmen sind. Denn Banken investieren vor allen Dingen für ihren größtmöglichen Profit und nicht nach ethischen Gesichtspunkten. Die Auswahl der Bank ist also mindestens genauso wichtig wie dein Konsumverhalten.

Das Zünglein an der Waage

Im Alltag ist es uns meistens gar nicht bewusst, aber im Endeffekt sind wir Menschen für alles verantwortlich. Wir fördern oder boykottieren Unternehmen mit jeder Kaufentscheidung, die wir treffen. Wir stellen den Banken und damit den Unternehmen das Geld zur Verfügung. Natürlich könntest du die Gewinne, die du bei einer herkömmlichen Bank durch Aktien und Zinsen machst, für gute Zwecke spenden. Dabei gibt es nur einen kleinen Haken: Das Geld wurde – zumindest teilweise – durch Atomkraft, Waffen oder Kinderarbeit verdient. Das kannst du auch mit der Investition in Biolebensmittel und nachhaltiger Kleidung nicht kompensieren.

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Die unterstützten Unternehmen, beispielsweise Nestle, zerstören die Umwelt und kümmern sich nicht um die Menschenrechte. Sie leihen sich dein Geld von deiner Bank und bauen damit neue, ausbeuterische Firmen auf. Du solche Firmen durch den Nichtkauf ihrer Produkte zwar als Konsumentin boykottieren, unterstützt sie aber als Investorin. Dieser Prozess wird erst stoppen, wenn diese Firmen kein Geld mehr bekommen. Das geht zum einen über deine Kaufentscheidung, zum anderen über deine Investitionen.

Eine Alternative muss her

Heutzutage ist niemand mehr gezwungen, sein Geld an solche Banken zu verleihen. Es gibt nachhaltige Banken, die keine Atomkraft, Kinderarbeit, Waffenexporte oder Verstöße gegen die Menschenrechte unterstützen. Die Gewinne durch Zinsen und andere Anlageformen sind zwar niedriger, dafür unterstützt du die Nachhaltigkeit.

Hier eine Auswahl nachhaltiger Banken, die wir empfehlen können:

GLS Bank

GLS Bank

Die GLS Bank ist eine Genossenschaft und bezeichnet sich selbst als „erste sozial-ökologische Universalbank der Welt“. Sie möchte den Kunden nachhaltige Dienstleistungen, soziale und ökologische Investitionen sowie eine konsequente Transparenz anbieten. Die Zentrale der Bank befindet sich in Bochum, es gibt jedoch auch Filialen in Stuttgart, München, Berlin, Frankfurt, Freiburg und Hamburg. Sie hat derzeit rund 200.000 Kunden und 50.000 Mitglieder.

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https://www.gls.de/

Triodos Bank

Triodos Bank

Die Triodos Bank bezeichnet sich als „Europas führende Nachhaltigkeitsbank“. Sie wurde 1980 von der niederländischen Triodos-Stiftung gegründet und betreut weltweit über 681.000 Kunden. Die Bank finanziert ausschließlich Projekte, Unternehmen und Institutionen, die einen Mehrwert für Mensch und Umwelt schaffen.

https://www.triodos.de/

EthikBank

EthikBank

Die EthikBank ist an die Volksbank Eisenberg eG angeschlossen und beschreibt sich selbst als „ethisch-ökologische Direktbank“. Sie hat derzeit etwa 20.000 Kunden und finanziert mit den Kapitaleinlagen ausschließlich soziale und ökologische Maßnahmen. Sie finanziert auf diesem Wege Passiv- und Energiesparhäuser, erneuerbare Energien, Elektroautos und kulturelle Projekte.

https://www.ethikbank.de/

Tomorrow Bank

Tomorrow Bank

Die Bank ist noch sehr jung, sie wurde nämlich erst 2018 ins Leben gerufen. Sie richtet sich an Nutzerinnen und Nutzer in deinem Alter und kann nur über eine App genutzt werden. Später soll es aber auch die Online-Banking-Funktionen über die Webseite geben.

https://www.tomorrow.one/

UmweltBank

UmweltBank

Diese Bank versteht sich als rein ökologische Bank und finanziert dementsprechend nur ökologisch sinnvolle Projekte. Die Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Wasser-, Wind und Solarenergie, Passiv- und Energiesparhäuser sowie umweltfreundliche Produktionen und Recycling.

https://www.umweltbank.de/

 

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