Kokosnuss-Kohle - die nachhaltige Alternative für den Grill

Wir leben in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit eines der wichtigsten Schlagworte ist. Umweltschutzthemen sind in den Nachrichten permanent präsent und kaum ein Unternehmen kommt ohne die Bereitschaft aus, umweltschonende Produkte herzustellen oder besonders nachhaltig zu handeln. Besonders aktuell ist der Nachhaltigkeitsaspekt beim Thema Fleisch. Ein Drittel aller landwirtschaftlichen Nutzflächen auf der Erde dient entweder als Weideland für die Viehhaltung oder aber als Anbaufläche für das Futter der Tiere. Zigtausende Quadratkilometer Wald werden täglich gerodet, um den Appetit der Menschen auf Fleisch zu stillen – Fleisch, welches unter anderem auf den Grills der Deutschen landet. Doch selbst wer nachhaltig hergestelltes Biofleisch aus der Region verzehrt, vergisst häufig, dass die benötigte Grillkohle fast immer aus bedenklicher Herstellung kommt.

Zweifelhafte Herkunft konventioneller Grillkohle

Aktuellen Zahlen zufolge werden in Deutschland jährlich 250.000 Tonnen Grillkohle verbraucht. Nur ein unwesentlicher Anteil davon stammt aus heimischen Wäldern. Der Löwenanteil wird entweder aus Osteuropa oder Südamerika importiert – also aus Teilen der Welt, in denen Umweltschutz immer noch sehr stiefmütterlich behandelt wird. Daher verwundert es kaum, dass ein gewaltiger Anteil der produzierten Kohle aus illegalen Rodungen stammt und so signifikant zur Abholzung des Waldbestandes beiträgt. Leider hat der Verbraucher aufgrund der in dem Punkt sehr großzügig ausgelegten EU-Vorschriften so gut wie keine Chance, die Herkunft der Kohle zu prüfen. Der Händler muss es schlicht und einfach nicht kennzeichnen. Zudem finden keinerlei Einfuhrkontrollen statt. Dies führt dazu, dass auch illegal gewonnene Holzkohle in Deutschland völlig legal vertrieben werden darf.

Kokosnuss-Kohle

Doch seit geraumer Zeit finden sich auf dem Markt absolut unbedenkliche Alternativen zur Holzkohle. Eine davon ist die Kohle aus Kokosnussschalen. Diese bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Zum einen ist es nicht notwendig, für die Herstellung der Kohle Bäume zu fällen und damit schädigend auf die Natur einzuwirken. Denn Kokosnuss-Schalen sind eigentlich ein Abfallprodukt. Dieses kann nun einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden und schont somit wertvolle Ressourcen.

Zudem enthalten die Schalen der Kokosnuss einen deutlich höheren Anteil an Kohlenstoff als herkömmliche Holzbriketts. Der Vorgang des Anheizens dauert zwar dadurch unwesentlich länger, jedoch brennt Kokosnuss-Kohle deutlich heißer und erheblich länger. Die mögliche Grillzeit verdreifacht sich im Vergleich zu gewöhnlicher Holzkohle. Darüber hinaus ist es möglich, die Kokosnuss-Kohle nach Bedarf zu löschen und bei der nächsten Grillparty einfach wieder zu verwenden.

Ein weiterer Vorteil ist die sehr geringe Rauchentwicklung. Holzkohlegriller haben es ja gerade in dicht besiedelten Gebieten häufig nicht leicht. Rauch- und Geruchsbelästigung auf den Balkonen kleiner Stadtwohnungen verursachen nicht selten Streit mit den Nachbarn oder dem Vermieter. Dies gehört mit hochwertiger Kohle aus Kokosnuss-Schalen der Vergangenheit an. Darüber hinaus hinterlässt Kokosnuss-Kohle kaum Restasche, da sie fast rückstandslos verbrennt. Auch das Anzünden dieser Kohle weist deutliche Vorteile auf, da weder hohe Flammen entstehen, noch wilder Funkenflug zu beklagen ist.

Preislich liegt die Kohle aus Kokosnuss-Schalen zwar höher als die herkömmliche Holzkohle. Jedoch relativiert sich der Mehrpreis durch die deutlich besseren Energiewerte. Man benötigt erstens weniger Kohle, und zweitens ist diese auch wiederverwendbar. Unabhängig davon ist es ohnehin unbezahlbar, einen Beitrag zum Erhalt der Wälder zu leisten und auf ein nachhaltig gewonnenes Naturprodukt zu setzen.

 

Foto: corepics / stock.adobe.com