Othello-Syndrom

Ein wenig Eifersucht in der Beziehung ist ganz normal. Wenn diese allerdings von Wahnvorstellungen begleitet wird, spricht man vom sogenannten Othello-Syndrom. Aber welche Symptome deuten darauf hin und wie wirkt sich das im Einzelnen aus?

Was ist das Othello-Syndrom?

Das Othello-Syndrom wird häufig auch als Eifersuchtswahn bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine Psychose, bei der die Betroffenen an Wahnvorstellungen leiden. Sie reden sich ein, dass ihr Partner fremdgegangen ist oder bald fremdgehen wird. Dabei gibt es in den meisten Fällen gar keine Hinweise dafür. Das Problem hierbei ist, dass eine solche Erkrankung durch dieses Verhalten immer weiter verfestigt wird. Bei einem sehr berühmten Fall des Othello-Syndroms verbot eine Frau ihrem Mann sich in Zeitschriften Bilder von anderen Frauen anzusehen und zwang ihn zudem auch jedes Mal, wenn er das Haus verließ, einen Lügendetektortest durchzuführen.

Wie kann das Othello-Syndrom geheilt werden?

Diese schwere Form von Eifersucht sollte unbedingt ernst genommen werden. Denn nicht selten tritt sie zusammen mit Depressionen oder verschiedenen Suchtkrankheiten auf. Wenn auch du unter Smptomen dafür leidest, solltest du dich mit deinem Hausarzt darüber unterhalten. Sehr wahrscheinlich wird dich dieser zu einem Psychiater oder Psychologen verweisen, der sich mit der Problematik auskennt. Viele Betroffene merken gar nicht, dass sie Wahrvorstellungen haben. Oft schaffen sie es am Anfang noch, diverse durch Eifersucht gesteuerte Handlungen zu vermeiden.

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Hierzu gehören unbegründete Vorwürfe an den Partner, die Sachen des Partners zu durchsuchen oder die Beziehung als Mittelpunkt des eigenen Lebens anzusehen. Solange sie diese Punkte noch selbst steuern können, können sie den Eifersuchtswahn theoretisch auch ohne ärztliche Hilfe bekämpfen. Bei schwereren Fällen sollte aber unbedingt ein Psychiater oder Psychologe aufgesucht werden. Häufig ist eine Therapie die letzte Chance, die Beziehung – und auch die eigene psychische Gesundheit – zu retten. Denn wenn die Wahnvorstellungen nicht behandelt werden, werden sie immer extremer. Und darunter leidet dann auf Dauer natürlich auch der Partner.

Welche Anzeichen deuten auf einen Eifersuchtswahn hin?

Wenn dir dein Partner immer wieder Vorwürfe macht, dass du angeblich untreu warst, kann dies auf das Othello-Syndrom hindeuten. Zudem können die folgenden Verhaltensweisen die Erkrankung bestätigen.

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Viele Betroffene sind fest davon überzeugt, dass ihr Partner fremdgeht und lassen sich von dieser Meinung auch nicht abbringen. Sie haben Angst davor, betrogen zu werden. Die Sorgen sind so groß, dass die Erkrankten sich sicher sind, dass sie real sind. Auch wenn es keine Beweise für die Vermutungen gibt, beharren sie darauf, dass ihr Partner sie betrogen hat. Gegenargumente machen sie oft noch skeptischer. Wenn du deinem Partner zum Beispiel erklären willst, warum du später nach Hause gekommen bist, schrillen bei ihm noch mehr die Alarmglocken. Lässt du die Vorwürfe dagegen unkommentiert, fühlt er sich sehr wahrscheinlich bestätigt. Somit wird also klar, dass du nichts tun kannst, damit er dir vertraut.

Es gibt sicherlich sehr viele Menschen, die schon einmal das Handy des Partners nach verdächtigen Hinweisen durchsucht haben. Wenn das allerdings zur Routine wird, kann auch das ein Anzeichen des Othello-Syndroms sein. Teilweise kontrollieren die Betroffenen aber nicht nur das Handy, sondern sagen ihrer Partnerin auch, was sie anziehen darf und was nicht. Wenn auch dein Mann dir fast schon verbietet, mit deinen Mädels etwas trinken zu gehen, sollte er sich unbedingt Hilfe holen.

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Du kannst ihn dabei auch unterstützen. Am besten sprichst du ihn in einer ruhigen Minute und besser nicht in einer kritischen Situation darauf an. Wenn er dich aber regelmäßig körperlich oder verbal bedroht, ist es eventuell schon zu spät. Dann kann nur noch eine Therapie helfen, die er unbedingt in Anspruch nehmen sollte.

Was tun beim Othello-Syndrom?

Solltest du bei dir oder deinem Partner einige dieser Anzeichen bemerken, solltet ihr euch professionelle Hilfe holen. Vor allem dann, wenn auch Beleidigungen an der Tagesordnung stehen, kann nur noch eine Therapie helfen. Natürlich kannst du dich auch mit Freunden oder deiner Familie austauschen. Eventuell hat irgendjemand in deinem näheren Umfeld so etwas schon einmal erlebt und kann dir einige hilfreiche Tipps geben. Zudem muss es sich nicht zwingend um eine Psychose handeln, nur weil einige Symptome auf deinen Partner zutreffen.

 

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