Cuckolding: Das Spiel mit der lustvollen Eifersucht

In der Liebe und im Sex gibt es die schönsten, aber manchmal auch außergewöhnliche Varianten. Solange es den Beiden gefällt, die sich lieben, lässt sich mit Sicherheit nichts dagegen einwenden. Beim Cuckolding sind es sogar drei, denn bei dieser Spielart kommt ein Liebhaber als der Dritte im Bunde hinzu. Das macht dieses Spiel besonders reizvoll. Aber jede wirkliche Eifersucht ist beim Cuckolding streng verboten.

Der Kuckuck gab seinen Namen

Was im Deutschen den altmodischen Namen des „gehörnten Ehemanns“ trägt, hat im Englischen einen coolen Klang. Der Wort „Cuckolding“ geht auf den „cuckoo“ zurück, auf den Kuckuck. Die Weibchen dieser Vögel schieben ihre Eier einfach anderen Vögeln unter und um etwas ähnliches geht es auch beim Cuckolding. Es bedeutet, dass die Frau mit anderen Männern Sex hat und dass sie ihrem Gatten die „Hörner“ aufsetzt. Im Deutschen ist ein Cuckold ein „betrogener Mann“. Aber als Cuckold ist er deshalb ganz und gar nicht eifersüchtig, sondern hat eher gegenteilige Gefühle.

Ein Cuckold hat eine devote Veranlagung

Um dahinter zu kommen, was einen Cuckold antreibt, muss man wissen, dass das Cuckolding zu den Spielarten der BDSM-Szene und zum „Femdom“ gehört. Also zu einer Szene, in der dominanten Frauen über ihre Männer herrschen. Ein devoter „Cucky“ liegt solchen Frauen aber nicht nur gerne zu Füßen. Ihn reizen auch die Spiele der Erniedrigung. Zu den lustvollen Demütigungen gehört es, seiner Partnerin oder Frau beim Sex mit einem anderen Mann zusehen zu müssen und von ihr dabei verspottet zu werden. Auch ihr Lachen über seine eventuellen körperlichen Defizite wie bei einem zu kleinen Penis zählt dazu.

Der Unterschied zum Partnertausch

Mit einem Partnertausch, mit einem Swinger-Club, mit einem „wife-sharing“ oder mit Gruppensex hat das Cuckolding also eigentlich gar nichts zu tun, auch wenn es mit ihnen zu Überschneidungen kommen kann. Cuckolding ist kein gleichberechtigter Sex zu Dritt. Stattdessen ist der Cuckold eher ein Beobachter und ein Knecht. Das kann sich bis zu seinem Wunsch steigern, den beiden als unterwürfiger Sklave beim Sex und danach in verschiedenster Weise zu dienen, auch im mündlichen Bereich.

Die verschiedenen Arten des Cuckoldings

Bei manchen wird das Cuckolding nur eine reizvolle Fantasie bleiben. Aber andere praktizieren es wirklich. Man unterscheidet dann zwischen den Stufen eines C1, C2 und C3 Cuckolds. Das sind drei Stufen, bei denen das Cuckolding immer intensiver wird. Dadurch werden auch die Einschränkungen für den „Cucky“ größer.

Der C1 Typ sieht im Cuckolding eher nur ein Art Rollenspiel, bei dem er sich seiner Partnerin unterwirft und sie mit einem anderen Mann teilt. Bei dem C2 Typ besteht bereits die sexuelle Kontrolle durch seine Frau. Bei dem C3 Typ ist die Unterwerfung des Cuckolds unter seine Partnerin dann so weit fortgeschritten, dass er sich auch von ihrem Liebhaber dominieren lässt.

Bei einer Reihe von Fällen wird dabei auch die Keuschhaltung des „Cuckys“ als Methode seiner „Erziehung“ verwendet. Hierfür wurden spezielle Keuschheitsgürtel für Männer mit einer Art Peniskäfig entwickelt, die ihn an jeder Erektion hindern.

Reizvolles oder gefährliches Spiel mit der Eifersucht?

Natürlich können derartige sexuelle Erlebnisse zu Dritt auch für die Partnerin reizvoll sein. Man sollte sich als Frau aber nur dann auf sie einlassen, wenn man sie auch wirklich selber will, nicht nur auf Wunsch des Cuckolds.

Außerdem hängt beim Cuckolding vieles davon ab, ob sich ein passender Dritter finden lässt, ein so genannter „Bull“. So wird der Liebhaber in der Sprache des Cuckoldings gerne genannt. Er sollte im Idealfall nicht nur körperlich überzeugen.
Auf der anderen Seite können sich aus den sexuellen Spielen im Laufe der Zeit sogar tiefere Gefühle entwickeln, die zu ihrem Beginn gar nicht beabsichtigt waren. Wenn sie dann zu einer Liebe oder sogar zur wirklichen Eifersucht führen, kann es mit der Harmonie in so einer Dreiecksbeziehung schnell vorbei sein.

Mit der Fantasie oder mit der Realität spielen?

Ein Ausweg kann es sein, wenn das Cuckolding im Bereich der Fantasie bleibt. Sie ist manchmal schöner als die Wirklichkeit. Passende Situationen, um den Partner mit den Möglichkeiten eines „Fremdgehens“ aufzuziehen und zu necken, lassen sich mit Sicherheit für jede Frau finden. Sie wecken seine Lust an der Eifersucht dann wie ein „Kopfkino“. Eine Möglichkeit für alle, die zwar den Kick lieben, aber problematische Situationen vermeiden wollen.
 

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