Metallischer Geschmack im Mund? Das sind die Ursachen

Ein metallischer Geschmack im Mund ist nicht nur äußerst unangenehm, sondern kann auch auf ernste gesundheitliche Probleme hindeuten. Natürlich muss das nicht zwingend der Fall sein, dennoch solltest du aufmerksam werden, wenn der metallische Geschmack ständig auftritt oder von weiteren Symptomen begleitet wird.

Bei einem metallischen Geschmack im Mund handelt es sich um eine Form der Geschmacksstörung, welche in der Fachsprache als Parageusie bezeichnet wird. Wir klären auf, welche Ursachen es dafür gibt, wie sich vorbeugen lässt und wann du einen Arzt aufsuchen solltest.

Metallischer Geschmack im Mund durch Blutungen und Infektionen

Sicher ist dir bekannt, dass Blut leicht metallisch riecht und schmeckt. Die harmloseste Ursache für einen Metallgeschmack im Mund sind kleine Verletzungen, z. B. wenn du dir versehentlich in die Wange oder Zunge gebissen hast. Das passiert häufiger, als du wahrscheinlich vermutest. Wenn du einen metallischen Geschmack bemerkst, dann betrachte zunächst deinen Mundraum so gut es geht mit einem Handspiegel. Sofern du eine kleine Verletzung entdeckst, hast du den Übeltäter gefunden.

Blutungen im Mundraum können aber auch ernste Ursachen haben. Stark entzündetes Zahnfleisch (Gingivitis) ist zum Beispiel eine davon. Hier blutet das Zahnfleisch vor allem beim Zähneputzen, im fortgeschrittenen Stadium auch bei mechanischer Reizung wie beim Essen. Dies bemerkst du an einem metallischen Geschmack und sichtbaren Blutungen. Unbehandelt kann eine Zahnfleischentzündung zum Zahnverlust führen.

Auch Infektionen der Nasennebenhöhlen und des Mittelohrs können einen metallischen Geschmack im Mund verursachen. Besteht ein entsprechender Verdacht, solltest du einen HNO-Arzt aufsuchen.

Leidest du unter starkem Husten (z. B. bei einer Bronchitis), kann es dadurch zu einer Verletzung der Schleimhäute kommen, welche dadurch leicht zu bluten beginnen. Beim Husten werden Partikel der verletzen Schleimhäute ausgehustet, was du als metallisch wahrnimmst.

Auch sogenannte Aphthen (Geschwüre im Mundraum) können für einen Metallgeschmack ursächlich sein. Diese sind zwar klein, verursachen aber häufig große Schmerzen. Aphthen bilden sich bevorzugt unter der Zunge, an den Wangeninnenseiten und am Gaumen. Die Geschwüre bluten, was zu dem typischen Metallgeschmack führt. Leider kehren Aphthen häufig wieder.

Auch Pilze, Bakterien und Viren können eine Infektion im Mundraum auslösen, infolgedessen es zu Blutungen und Metallgeschmack kommt. Meist handelt es sich dabei um Erkältungskrankheiten, welche fast immer die Schleimhäute angreifen. Die gereizten Schleimhäute beginnen zu bluten. Darüber hinaus können auch Herpesviren oder ein Befall mit Candidapilzen Blutungen auslösen.

Metallischer Geschmack im Mund durch das Tragen von Zahnprothesen

Brücken, Implantate und Zahnprothesen können Metallgeschmack begünstigen, sofern sie aus Metall bestehen. Heutzutage wird meist Edelstahl verwendet, welches kaum rostet. Problematisch wird es meist dann, wenn der Träger häufig säurehaltige Lebensmittel wie z. B. Obst zu sich nimmt. Durch die Säure kann der Edelstahl angegriffen werden. Oftmals wird der metallische Geschmack unmittelbar nach dem Genuss einer Frucht festgestellt.

Metallischer Geschmack im Mund durch hormonelle Ursachen

Hormonelle Umstellungen können die Geschmacksnerven beeinflussen. Manche Frauen nehmen zu Beginn der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren einen metallischen Geschmack im Mund wahr. Dabei handelt es sich jedoch in der Regel um eine harmlose Begleiterscheinung, die von selbst wieder abklingt. Um den unangenehmen Geschmack loszuwerden, können einfache Hausmittel wie das Lutschen eines Bonbons oder einer Zitronenscheibe helfen. Halten die Beschwerden länger an oder kommen weitere Symptome hinzu, solltest du einen Arzt kontaktieren.

Metallischer Geschmack im Mund durch Leistungssport

Leistungssportler haben häufiger mit einem metallischen Geschmack im Mund zu kämpfen als der Durchschnitt der Bevölkerung. Während du schweißtreibenden Sport treibst, wird die Lunge stärker durchblutet. Je stärker der Atem ausströmt, desto mehr Arbeit müssen die Ventile der Lunge leisten. Im Rahmen dessen kann es geschehen, dass die Schleimhäute der Atemwege austrocknen. Dadurch bilden sich kleine Risse und geringe Blutmengen gelangen mit der mit der Atmung in den Mundraum. Neben Leistungssport kann auch ein körperlich sehr fordernder Beruf dieses Symptom begünstigen (z. B. bei Bauarbeitern).

Metallischer Geschmack im Mund durch eine Störung der Elektrolyte und Mineralstoffe

Herrscht im Körper ein Überschuss der Mineralstoffe Eisen und Zink, kann sich dies durch einen metallischen Geschmack im Mund äußern. Aber auch ein Mangel dieser Mineralstoffe kann ursächlich sein. Oftmals liegen noch weitere Symptome vor, die den Verdacht eines Überschusses bzw. Mangels erhärten. Ein Bluttest beim Arzt gibt darüber Aufschluss.

Ein Metallgeschmack im Mund kann auch auf eine erhöhte Konzentration von Kalium im Blut hindeuten. Kalium ist für die Aufrechterhaltung eines gesunden Herzrhythmus unerlässlich. Ein Mangel beeinträchtigt die Funktion der Herzzellmembran dahingehend, dass sich die elektrische Stabilität der Zellen im Herzen verringert. Als Folge gerät der Herzrhythmus aus dem Takt.

Aber auch ein Überschuss an Kalium, eine sogenannte Hyperkaliämie, kann zu Herzrhythmusstörungen führen und lebensbedrohlich werden. Neben einem metallischen Geschmack im Mund äußert sich eine Hyperkaliämie durch Muskelschwäche und Lähmungen.

Ein Überschuss an Kalium kommt bei gesunden Menschen äußerst selten vor. Personen, die unter einer Vorerkrankung der Nieren leiden, sind häufiger betroffen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. zur Behandlung von Herzschwäche) kann eine Hyperkaliämie auslösen. Einem zu hohen Kaliumspiegel lässt sich durch den Verzicht auf kaliumreiche Nahrungsmitteln sowie dem Absetzen entsprechender Medikamente vorbeugen. Letzteres sollte selbstverständlich nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen. Sofern eine Hyperkaliämie nicht tödlich verläuft, kann es zu massiven Nierenschäden kommen, die eine Dialyse notwendig machen.

Metallischer Geschmack im Mund durch bestimmte Medikamente

Medikamente wie Antibiotika oder Antidepressiva können einen metallischen Geschmack im Mund auslösen. Wenn du derzeit derartige Medikamente einnimmst und gleichzeitig unter einen Metallgeschmack leidest, solltest du einen Blick auf den Beipackzettel werfen. Möglicherweise ist der metallische Geschmack als Nebenwirkung aufgeführt. Ist dies der Fall, klingt die Nebenwirkung nach dem Absetzen der Medikamente ab. Musst du Letztere über einen längeren Zeitraum oder gar dauerhaft einnehmen, solltest du mit deinem Arzt sprechen. Möglicherweise gibt es eine Alternative in Form eines anderen Präparates.

Metallischer Geschmack im Mund durch Vergiftungen mit Blei oder Quecksilber

Kommst du im Rahmen deiner beruflichen Tätigkeiten mit Lacken oder Quecksilber in Kontakt, kannst du dir unter Umständen eine Vergiftung zuziehen. Dies geschieht vor allem, wenn die Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend waren. Eine Quecksilbervergiftung geht mit weiteren Symptomen wie angeschwollenen Schleimhäuten und krampfartigem Husten einher. Eine Bleivergiftung führt zusätzlich zu Übelkeit, Erbrechen und Krämpfen. Besteht der geringste Verdacht einer Quecksilber- oder Bleivergiftung, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen.

 

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