Visualisierung: Das Mentaltraining für die Umsetzung deiner Ziele

Die eigenen Träume, Wünsche und Vorstellungen in ein konkretes Ziel umzuwandeln, ist leichter als du denkst. Das Stichwort heißt Visualisierung. Dabei geht es darum, sich die Dinge bildlich vorzustellen, um sie dann Schritt für Schritt zu verwirklichen. Das Erfolgsrezept der Visualisierung richtet sich sowohl auf das Privatleben als auch auf das Berufsleben. Im Grunde lässt sich alles visualisieren und erhält dadurch Form und Gestalt.

 

 

1. Bilder und Vorstellungen im Kopf – die Macht der Gedanken

Dein Kopf ist voll von Gedanken, Zweifeln, Wünschen und Überlegungen. Permanent rasen Gedanken und Bilder an deinem inneren Auge vorbei. Dabei hast du die Möglichkeit, diese genauer zu betrachten oder sie wie ein Film einfach ablaufen zu lassen. Diesen Strom kannst du nicht aufhalten oder ausbremsen. Die Gedanken ziehen wie Wolken durch deinen Kopf und richten sich auf vergangene, gegenwärtige und zukünftige Ereignisse.

Das Denken erfolgt dabei teilweise bewusst und größtenteils auch völlig unbewusst. Einfluss nehmen kannst du darauf, wenn du die Qualität deiner Gedanken änderst. Statt dich an jede unwichtige Kleinigkeit zu klammern oder dich von den Sorgen und alltäglichen Überlegungen überrennen zu lassen, ist die Steuerung durch Visualisierung möglich.

Besonders kritische Gedanken sorgen dafür, dass du dich schlecht fühlst oder an Selbstbewusstsein verlierst. Du überlegst, was andere Menschen von dir denken, was du falsch machst, warum dir bestimmte Dinge nicht gelingen oder wieso deine Gefühle bei einem geliebten Menschen nicht erwidert werden. Auch wenn all das nur deine subjektive Deutung ist, suchst du nach Erklärungen und Antworten.

Tatsächlich neigt der Mensch oft dazu, statt der positiven Emotionen die negativen für wichtiger zu halten. Im Grunde beschäftigen dich die meisten Gedanken auch nur kurzfristig und flüchtig, während davon einige erstaunlich viel Energie gewinnen und diese auch rauben, selbst wenn sie völlig unwichtig sind. Das ist die Macht der Gedanken. Sie sind in deinem Kopf und sie formen deine Welt. Daher bestimmst auch du alleine, wie du die Welt sehen möchtest und wie du dich selbst wahrnimmst.

2. Was genau bedeutet Visualisierung?

Visualisierung gestattet eine bewusste Kontrolle der Gedankenqualität. Es heißt nicht umsonst, dass der Mensch ist, was er denkt, und dass er mit seinen Gedanken fähig ist, die Welt zu formen. Das wird schon alleine dadurch nachvollziehbar, weil jeder Mensch die Welt anders sieht und empfindet, selbst wenn auf die gleichen Dinge geblickt wird. Und jedes Bild, das auf dich einwirkt, hat eine Auswirkung auf deine Gedanken und deine Gefühle.

Gedanken bestimmen daher zu einem Großteil dein Wohlempfinden mit. Fallen sie zu häufig negativ aus, verändert sich auch die Sicht auf die Welt. Du empfindest vieles als sinnlos oder schlecht, weil das Gefühl von innen nach außen transportiert und übertragen wird und dein Blick dadurch automatisch weniger für schöne Dinge offen ist. Schon schlechtes Wetter ist dir dann eine Bestätigung deiner Gefühlslage. Sich aus diesem Wirkungskreislauf zu befreien, ist nur möglich, wenn der Blick geschult wird und die Gedanken ins Positive verwandelt werden.

Visualisierung bedeutet, sich mit seinen Wünschen, Träumen und Zielen bewusst auseinanderzusetzen und sich diese in Bildern genau vorzustellen. Diese Fähigkeit besitzt fast jeder Mensch. Es funktioniert ähnlich wie beim Lesen eines Buches, bei dem sich aus Schriftzeichen Bilder im Kopf formen und sich das Geschriebene in Personen, Ereignisse, Landschaften und Erlebnisse verwandelt. Beim Visualisieren geht es genau darum, sich die geistigen Bilder konkret vor Augen zu führen und im Detail zu betrachten. Diese Technik kannst du lernen, um dir deine Ziele und den Weg für die Verwirklichung sichtbar zu machen. Das betrifft deine eigenen Wünsche für das Leben oder deine Hoffnungen und Ziele für Beruf und Erfolg.

Visualisierung ist ein mentales Training, das dir erlaubt, dich selbst bewusst in deinen Gedanken, Wünschen und Gefühlen wahrzunehmen. Sie hat die Aufgabe, durch ein klar visualisiertes Bild, Träume, Wünsche und Ziele in ihren wesentlichen Merkmalen zu erkennen und die Idee durch das Bild darzustellen und so eine mögliche Umsetzung sichtbar zu machen.

Beispiel:
Stellst du dir dein zukünftiges Traumhaus vor, beginnst du durch Visualisierung die Räume, die Einrichtung, den Ausblick aus dem Fenster und andere Dinge detaillierter zu gestalten. Dadurch wird der Traum zu einem konkreten Bild, und wenn du weißt, welches Haus du überhaupt willst, kannst du dich auf die Suche danach machen.

Auch andere Dinge lassen sich so verwirklichen. Gerade im Berufsleben ist Visualisierung als mentales Training ein wichtiges Erfolgsrezept. Denn nur wer weiß, was er will und worauf es ankommt, ist in der Lage, sein Handeln an die eigenen Ansprüche und Ziele anzupassen und so Erfolg zu haben. Dabei hilft Visualisierung gleichzeitig dabei, Stress und Ängste abzubauen. Der Geist wird bewusst auf positive und kraftvolle Bilder gelenkt. All das ist eine Sache der Übung.

3. Wie funktioniert die Visualisierung?

Dass Visualisierung durch die bewusste Lenkung der Gedanken und Bilder im Kopf auf positive Ereignisse und Wünsche tatsächlich funktioniert, kannst du selbst ausprobieren. Dafür gibt es verschiedene Methoden und Techniken. Visualisierung ist mit Hilfe von innerer Vorstellung, mit Meditation, mit dem Erstellen von Grafiken, mit dem schriftlichen Festhalten von Gedanken oder als Gruppenarbeit möglich. Du kannst das Gedankenchaos ordnen, indem du Gedanken in ein Heft oder auf viele Notizzettel schreibst. So fasst du sichtbar wichtige Informationen, Daten und Fakten zum Thema zusammen und kannst diese dann auch besser überschauen.

Ähnlich gut funktionieren Diagramme. Sie erlauben mehr Strukturierung und damit einen besseren Überblick. Eine gute Technik sind auch Grafiken, die eine geometrische Ordnung gestatten. Die bekannteste Form ist eine Mindmap. Dabei handelt es sich um eine kognitive Technik durch die visuelle Darstellung eines Plans. Auf einem Blatt Papier hältst du einen bestimmten Gedanken fest und versiehst diesen mit vielen dazugehörigen Schlüsselbegriffen, die durch Linien mit dem Hauptthema verbunden sind. So ergeben sich Stichpunkte wie ein Pro und Contra, verschiedene Alternativen und der Weg zur Umsetzung.

Beispiel einer Mindmap
Beispiel einer Mindmap

Es ist wichtig, dass du dir für die Visualisierung Zeit nimmst. Sehr gut ist ein Moment der Ruhe, wenn du die Möglichkeit hast, abzuschalten und in dich zu gehen. Durch Entspannung und Atmung ist eine Visualisierung noch einfacher. Nun gilt es, die Gedanken strömen zu lassen und sich bewusst auf ein schönes Erlebnis oder einen Wunsch zu konzentrieren und diesen in ein Bild umzuwandeln. Das gelingt auch mit beruflichen Zielen. Stehen diese klar vor Augen, kannst du die geistigen Linien als Fragen darum setzen:

  • Was willst du erreichen?
  • Was hast du bereits erreicht?
  • Was musst du tun, um das Ziel zu verwirklichen?
  • Welche Alternativen gibt es?
  • Wie und wann willst du das Ziel erreichen?

Beim Visualisieren geht es vor allen Dingen darum, dass du dir das Ziel als Bild nicht nur vorstellst, sondern dass du diese Bilder auch fühlst. Verbinde jeden Gedanken mit einem Gefühl. Konzentriere dich darauf, zu klären, ob er dich glücklich und zufrieden macht. Je tiefer du dabei in dich blickst, desto mehr wirst du entdecken, während die negativen Gefühle ausgeblendet werden oder auch gar keinen Sinn mehr ergeben. Die bewusste Gedankenkontrolle in ihrer Qualität führt dazu, dass flüchtige und unwichtige Gedanken weniger Raum einnehmen.

4. Tipps und Tricks zur Visualisierung von Wünschen und Träumen

Nicht jeder ist direkt vertraut mit der Visualisierung, daher gibt es Methoden und Übungen, um zu lernen, wie geistige Bilder im Kopf entstehen. Sehr gut ist es, wenn du zunächst mit einem Foto oder Gegenstand arbeitest. Beschreibe bis ins kleinste Detail, was du siehst. Betrachte die Abbildung oder den Gegenstand von allen Seiten und verfrachte ihn als Vorstellung in deinen Geist. Je häufiger du das machst, desto schneller gelingt die Visualisierung und desto einfacher lässt sich das Gedankenchaos ordnen. Gut eignen sich auch Erinnerungen, die angenehme Empfindungen hervorrufen.

Viele Menschen benötigen Hilfsmittel, um Bilder entstehen zu lassen. Möglich ist das durch Aufschreiben, Aufzeichnen oder die Erstellung eines Vision Boards. So lernst du, deine Gedanken in ein Symbol zu formen und über dieses als Bild auszudrücken. Diese Form der Visualisierung ist gerade im Beruf gängig, wenn es beispielsweise darum geht, einem anderen Mitarbeiter die eigenen Ausführungen besser zu erklären. In einfacher Bildsprache lässt sich selbst der komplizierteste Prozess und Gedanke vereinfachen und begreifen.

Beim Visualisieren geht es nicht darum, sich an seine Wünsche zu klammern und große Erwartungen zu hegen. Es ist vielmehr ein tägliches Spiel, um die eigenen Gefühle ins richtige Verhältnis zu den Wünschen und Zielen zu setzen. Das Vertrauen in sich selbst und in die Methode gestattet das Ordnen der Bilder. Daraus kristallisieren sich bei erfahrenen Anwendern schnell das Ziel und der Weg zum Erfolg.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

 

Charles Reade (1814 – 1884), englischer Schriftsteller / Chinesisches Sprichwort

5. Die Verwirklichung der Ziele als mentales Konzept

Entscheidend für die Visualisierung ist eine positive Ausrichtung der Gefühle und Gedanken. Dabei ist notwendig, überhaupt zu wissen, was du willst. Bevor ein Wunsch mit Hilfe mentaler Kraft in ein Ziel verwandelt werden kann, solltest du herausfinden, was du tatsächlich möchtest. Viele Wünsche kommen und gehen, sind aktuell kurzeitig wichtig und ergeben manchmal schon nach wenigen Stunden oder Tagen keinen Sinn mehr. Andere begleiten dich durch das Leben und sind gleichzeitig auch eine Art Weg und Führung.

Wünsche gehen in Erfüllung, wenn sie definiert werden, da nur so zum einen deutlich wird, was du willst, und zum anderen, was du tun musst, um sie zu realisieren. Daher bleibt es sinnvoll, sich damit auseinanderzusetzen, wie sich dein Leben überhaupt gestalten soll.

Stelle dir Fragen wie:

  • Wo sehe ich mich in den nächsten fünf Jahren?
  • Was macht mich wirklich glücklich?
  • Wann und wodurch war ich besonders zufrieden?
  • Wie kann ich meine Tage planen und frei gestalten?
  • Wann habe ich bereut, etwas nicht gemacht zu haben?

Diese Fragen klärst du zunächst als Vorstellung im Kopf und schreibst sie danach auf. Das erlaubt, dass du dir alles länger merken und auch mehr ins Detail gehen kannst. Das angestrebte Ziel setzt du dabei in allen Facetten klar ins Bild.

Was ermöglicht es dir, wenn du es erreichst? Wie wirst du dich fühlen? Wie verändert sich dein Leben, wenn das Ziel vor Augen liegt? Nach und nach finden sich Antworten auf diese Fragen. Gleichzeitig rückst du deinem Ziel näher, da du es bereits erahnst, als Bild im Kopf hast, fühlst und verinnerlicht. Du erkennst, warum du das Ziel hast und was es über dich aussagt. So verringert sich nach und nach die Distanz zwischen Wunsch und Ziel. Und eines Tages stellst du fest, dass du es erreicht hast, weil du in allen Details geklärt hast, wie du es erreichen kannst.

6. Weitere Mittel und Wege, wie Visualisierung gelingt

Ein klassisches Mittel ist die Mediation, um den rasenden Gedankenstrom zur Ruhe zu bringen. Du konzentrierst dich auf deine Atmung und versuchst, deinen Geist zu entleeren. Es geht nicht darum, Gedanken vollständig zu blockieren, sondern sich nicht mehr an einzelne Erlebnisse zu klammern. Stattdessen wird ein positiver Gedanke als Bild visualisiert, auf den du deine gesamte Energie lenkst. Meditation ermöglicht nicht nur Entspannung und Selbstreflexion, sondern klärt das Bewusstsein, um besser zu erkennen, was wirklich wichtig im Leben ist.

Die Visualisierung ist dabei ein wichtiges Werkzeug und erreicht auch das Unterbewusstsein. Es ist, als ob du deine Gedanken positiv auf dein gewünschtes Ziel programmierst. Dabei reicht die mentale Kraft weiter und verändert auch deine gesamte Blickweise. Visualisieren ist nicht nur im Sitzen oder Liegen möglich, sondern überall. Du kannst jederzeit in deine innere Welt abtauchen, ohne den Kontakt zur Außenwelt zu verlieren. Mit Übung verschwindet diese Trennung zwischen deinem Inneren und deiner Umwelt. Alles ist verbunden und zeigt dir die Wege, die du gehen kannst, um deinem Ziel näher zu kommen.

Sehr gut ist Visualisierung auch vor dem Schlafengehen. Gerade wenn der Geist zur Ruhe kommt und keine Ablenkungen mehr erfolgen, wie sie tagsüber der Fall sind, wird es im Kopf ganz schön laut. Du beginnst, den Tag zu rekapitulieren, denkst an den kommenden oder wirst von Erinnerungen überfallen. Gerade in dieser Situation hilft es, tief zu atmen und zu beobachten, wie sich der Körper allmählich lockert. Konzentriere dich dann auf ein schönes Bild, auf einen angenehmen Ort, an dem du sein willst und stelle ihn dir als detailliertes Erlebnis vor. Höre den Wind rauschen, rieche die frische Luft und Natur, stelle dir die Geräusche vor. Visualisierung ist die Nutzung aller Sinne. Du tauchst dabei in die Vorstellung ein, bis sie sich echt und wirklich anfühlt. Damit verschwinden Sorgen, Alltagsprobleme und Ängste, und du kannst entspannt einschlafen.

7. Was ermöglicht Visualisierung?

Visualisierung ist eine starke und effiziente Motivationstechnik, die du selbst anwenden kannst oder mit Hilfe einer Gruppe umsetzt. Die Umwandlung von Gedanken in Bilder ist als Lernprozess relativ schnell möglich. Sobald du dein Ziel vor Augen hast und davon ein mentales Bild erhältst, rückt es näher. Entscheidend bleiben für den Erfolg die positive Ausrichtung der Gedanken und das Loslassen der negativen. Dann ermöglicht dir die Visualisierung:

  • den Abbau von Stress und Ängsten
  • das Erreichen von Zielen
  • die Verwirklichung von Träumen und Wünschen
  • die Selbstreflektion und Selbsterkenntnis
  • die Stärkung des Selbstbewusstseins
  • die Eigendisziplin und Entwicklung innerer Ruhe
  • die tiefe Entspannung
  • den gesunden Schlaf

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