Milien entfernen

Milien, auch unter der Bezeichnung Grießkörner oder Hautgrieß bekannt, gehören zu den häufigsten Hautveränderungen – besonders bei Frauen. Was es mit den kleinen Knötchen konkret auf sich hat, wie sie entstehen und was du tun kannst, um sie loszuwerden, verraten wir dir in folgendem Artikel.

Milien – was ist das eigentlich?

Bei Milien handelt es sich um weiße oder gelbliche Knötchen, die häufig im Gesicht auftreten, vor allem im Bereich der Augen. Grundsätzlich kann Hautgrieß aber am gesamten Körper entstehen, beispielsweise auch im Intimbereich. Die kleinen Zysten bestehen aus Talg und Keratin und werden im Schnitt ein bis drei Millimeter groß – also nicht größer als ein Stecknadelkopf. In der Regel fühlen Milien sich fest an und können im Lauf der Zeit noch etwas härter werden.

Gut zu wissen: Hautgrieß ist vollkommen harmlos und somit ein rein kosmetisches Problem. Vor allem junge Mädchen und Frauen empfinden die Hautveränderungen jedoch häufig als optischen Makel und suchen nach Möglichkeiten, wieder ein glattes und ebenmäßiges Hautbild zu erzielen.

Wie kommt es zur Entstehung von Milien?

Studien zufolge haben einige Menschen eine genetische Veranlagung für Milien. Der Hautgrieß tritt hier also familiär gehäuft auf. Da vorrangig junge Frauen sowie Frauen in den Wechseljahren betroffen sind, scheinen auch die Hormone eine Rolle zu spielen. Dafür spricht auch, dass Milien ein häufiges Phänomen bei Babys sind: Etwa 50 Prozent aller Neugeborenen haben Hautgrieß, vermutlich aufgrund der Hormonumstellung nach der Geburt.

Je nach Ursache unterscheiden Ärzte zwischen primären und sekundären Milien:

Primäre Milien bilden sich ohne ersichtlichen Anlass, zumeist in der Augenpartie, wo die Haut sehr dünn ist und Keratinansammlungen unter der Haut deutlich sichtbar sind. Diese Form des Hautgrießes tritt häufig im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus oder während der Wechseljahre auf, und zwar vorrangig an Haarfollikeln oder Ausgängen der Schweißdrüsen.

Sekundäre Milien entstehen infolge von Hautverletzungen, beispielsweise:

  • nach einem Sonnenbrand
  • nach Abheilung von Schürfwunden oder kleinen Schnitten
  • im Zusammenhang mit entzündlichen Prozessen
  • nach einer Gürtelrose

Sowohl primäre als auch sekundäre Milien können innerhalb einiger Wochen oder Monate selbstständig wieder abheilen, manchmal sind sie jedoch von Dauer oder treten immer wieder auf. In diesem Fall solltest du die genaue Ursache von deinem Hausarzt oder Dermatologen abklären lassen, denn Grießkörner in der Haut können durch diverse Grunderkrankungen begünstigt werden, beispielsweise durch Epidermylosis bullosa, einer erblichen Erkrankung des Bindegewebes. Auch dann, wenn du eine Langzeittherapie mit Cremes durchführst, die Glukokortikoide enthalten, hast du ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Milien.

Wie können Milien behandelt werden?

Da Hautgrieß wie bereits erwähnt kein gesundheitliches Risiko darstellt, musst du ihn nicht zwingend behandeln lassen. Stört er dich sehr, empfehlen wir dir, mit deinem Hautarzt über mögliche Behandlungen zu sprechen. Beispielsweise kann der Arzt deine oberste Hautschicht mit einem sogenannten Erbium-Laser abtragen und die Grießkörner auf diese Weise entfernen. Dies nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, und die Haut verheilt in der Regel innerhalb nur weniger Tage. Wichtig: Wenn du dich für die Laserbehandlung entscheidest, achte danach auf einen guten Sonnenschutz, denn deine Haut ist nun besonders empfindlich.

Alternativ kann der Arzt die Milien auch anritzen (etwa mit einem Skalpell oder einer Injektionskanüle) und sie anschließend entleeren.

Wichtig: Keinesfalls solltest du selbst an den Milien herumdrücken, denn das kann wie bei Pickeln zu schmerzhaften Entzündungen oder Narben führen – und die lassen sich dann nicht so einfach entfernen wie Hautgrieß.

Vielleicht gibt es in deiner Nähe auch ein gutes Kosmetikstudio, das bereits Erfahrungen in der Behandlung von Hautgrieß gesammelt hat – hör dich einfach mal um!

Retinol- oder Cortisolsalben sind bei Milien ebenfalls eine Option, kommen aber eher selten zum Einsatz. Gleiches gilt für die Kryotherapie, die für die empfindliche Gesichtshaut nicht gut geeignet ist. Der Dermatologe behandelt die Haut hier mit flüssigem Stickstoff, die Grießkörner vereisen und fallen anschließend von selbst ab.

Für welche Behandlung du dich auch entscheidest: Da es sich um ein rein kosmetisches Problem handelt, musst du für die Kosten leider selbst aufkommen – die Krankenkassen zahlen also nicht.

Milien vorbeugen: So wichtig ist die Hautpflege!

Die Hautpflege spielt bei der Vorbeugung von Milien eine wichtige Rolle. Grundsätzlich gilt: Deine Hautpflegeroutine sollte optimal auf deinen individuellen Hauttyp abgestimmt sein. Je nachdem, ob du normale, fettige, sensible Haut oder Mischhaut hast, sollten Reinigungsprodukte und Cremes also möglichst gut zu den Bedürfnissen deiner Haut passen. Besonders wichtig ist die gründliche Hautreinigung, denn abgestorbene Hautzellen, die nicht entfernt werden, begünstigen die Entstehung von Hautgrieß.

Personen mit Milien weisen häufig fettige Haut auf. Trifft das auch auf dich zu, verwende für die tägliche Hautreinigung einen milden Reinigungsschaum, eine Reinigungsmilch oder ein nicht rückfettendes Gel. Außerdem solltest du großen Wert auf das abendliche Abschminken legen, denn: Make-up-Reste verstopfen die Poren und erhöhen nicht nur das Risiko für Hautunreinheiten wie Pickel und Mitesser, sondern auch für Hautgrieß!

Nach der Hautreinigung benötigt deine Haut in jedem Fall Feuchtigkeit. Für sehr fettige Haut empfiehlt sich ein fettfreies Serum, während du bei normaler Haut mit einer leichten Feuchtigkeitscreme die richtige Wahl triffst. Für die Extraportion Pflege kannst du ein- bis zweimal pro Woche eine Hautmaske anwenden – beispielsweise eine Heilerdemaske. Heilerde befreit deine Haut auf natürliche Weise von überschüssigem Talg und Schmutzpartikeln und trägt so zu einem ebenen Teint ganz ohne Hautgrieß bei.

Peelings, Dampfbäder und Co.

Eine weitere vorbeugende Maßnahme gegen Hautgrieß sind regelmäßige Peelings, beispielsweise:

Fruchtsäure- und Enzympeelings sind sehr schonend und eigenen sich auch für empfindliche Hauttypen, während du ein chemisches Peeling nur vom Hautarzt oder von einer Kosmetikerin durchführen lassen solltest. Ein Dermatologe kann dabei auf Produkte mit einer höheren Konzentration von über 30 Prozent zurückgreifen, was den Peelingeffekt verstärkt.

Möchtest du Milien vorbeugen, können auch folgende Tipps hilfreich sein:
  • Achte auf einen guten Sonnenschutz – auch im Winter. Um die Haut nicht zu überfetten, greifst du am besten zu einem fettfreien Sonnenschutzgel.
  • Gönne deiner Gesichtshaut regelmäßig ein Dampfbad oder lege warme Kompressen auf, um Keratinverhärtungen schonend zu lösen.
  • Verzichte hin und wieder auf Make-up, damit deine Haut durchatmen kann.

Milien entfernen: Im Zweifel zum Arzt!

Leidest du bereits unter Milien, können die genannten Maßnahmen den Hautgrieß etwas lindern, aber nur selten gänzlich beseitigen. Empfindest du die Milien als optischen Makel und möchtest sie dauerhaft loswerden, suche also am besten das Gespräch mit deinem Dermatologen, denn dieser weiß am besten, welche Behandlungsmethoden bei deiner Haut die beste Wirkung zeigen. Auch dann, wenn du unsicher bist, ob es sich tatsächlich um Hautgrieß handelt, empfehlen wir dir einen Arztbesuch.

 

Foto: uwimages / stock.adobe.com

Letzte Aktualisierung am 8.12.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API