Die besten Tipps für eine richtige Intimpflege

Eine richtige Intimpflege ist extrem wichtig, doch häufig wird sie entweder vernachlässigt oder übertrieben. Die Regale der Drogerien sind voll mit Produkten, die der Intimhygiene helfen. Doch manche davon sind nicht nur unnötig, sondern auch gesundheitsschädlich. Worauf du bei der richtigen Intimpflege achten solltest und was dafür wirklich notwendig ist, findest du hier in unseren wichtigsten Tipps.

Als Information vorab: Die Vagina beinhaltet eine raffinierte Flora, die ihr mikrobielles Gleichgewicht meistens sehr gut selber aufrecht halten kann. Sie schützt sich mit einem sauren pH-Wert zwischen ca. 4 und 4,4 gegen Krankheitserreger. Daneben produziert die Vagina ihre eigenen Fettstoffe, die für Geschmeidigkeit sorgen und ein hauseigenes Sekret schwemmt ungewollte Bakterien und Pilze hinaus. Dein Intimbereich ist also bereits Spezialistin darin, sich selbst zu reinigen. Mit zusätzlicher Intimpflege sollte man dem empfindlichen Gleichgewicht sanft unter die Arme greifen, statt es bei der Arbeit zu behindern. Weniger ist mehr, ist hier definitiv die Devise.

Die richtige Stoffwahl bei der Unterwäsche

Grundsätzlich mag es die Vagina, gut belüftet zu werden. Am besten eignen sich dafür Slips aus Baumwolle, die nicht zu eng sitzen. Baumwolle ist luftdurchlässig, wodurch der Intimbereich nicht überhitzt. Von synthetischen Stoffen solltest du dagegen bei der Unterwäschewahl die Finger lassen, denn die fördern unangenehmes Schwitzen, zu dem oft noch eine unangenehme Reibung kommt. Gleiches gilt übrigens auch für Strumpfhosen, Leggings und allem, was deinem Intimbereich sehr nahe kommt.
Die Unterhose solltest du außerdem täglich wechseln und am besten bei 60 Grad waschen, um sämtliche Bakterien vom Scheidenausfluss zu entfernen.

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Genauso wichtig: Die richtige Form der Unterwäsche

Sexy Dessous machen Spaß und müssen auch mal sein, allerdings sollten sie nicht den Hauptteil deiner Wäsche ausmachen. Denn so gut ein Tanga aussehen kann, reibt er auch oft an den Schamlippen und reizt die empfindliche Haut. Die heißen Teile also am besten für besondere Anlässe und kurze Phasen aufheben!

Intimhygiene während der Periode

Wie du sicher schon weißt, solltest du Binden und Tampons während der Menstruation regelmäßig wechseln. Im Idealfall wechselst du sie nach spätestens acht Stunden. Slipeinlagen solltest du außerdem nicht dauerhaft anwenden. Sie verhindern genau wie synthetische Stoffe die Luftdurchlässigkeit. Der Intimbereich wird dadurch zu warm und Flüssigkeit kann nicht abgeführt werden. So entstehen sowohl Reibungen als auch unangenehme Gerüche.

Sobald die Periode abklingt, steigst du besser auf eine kleinere Tampongröße um. Die verhindert nämlich, dass neben der Blutung auch die nötigen Scheidensekrete aufgesaugt werden. Letztere braucht die Vagina, um sich feucht und gesund zu halten.

Intimpflege beim Sex

Klar, Sex ist ein großes Thema bei der Intimpflege. Hier ist es als erste Regel ratsam, Kondome zu benutzen. Kein anderes Verhütungsmittel kann so sicher ungewollte Keime und Bakterien von deiner Vagina fernhalten. Neben dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten helfen Kondome außerdem dabei, den sensiblen pH-Wert deiner Vagina beim Sex aufrechtzuerhalten.

Gleitgel

Genauso offen wie über Kondome solltest du mit deinem Partner über Gleitgel sprechen. Die Scheide kann aus verschiedenen Gründen trocken sein – manchmal ist es die Pille, manchmal passiert es nach der Geburt. Das ist nicht weiter schlimm, solange sie beim Sex ein wenig Unterstützung durch das richtige Gleitgel bekommt. Am besten eines auf Wasserbasis wählen und Finger weg von Silikonen.

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Analsex

Beim Analsex ist es besonders wichtig, dass keine Bakterien auf deine Vagina übertragen werden. Das heißt, das gleiche Kondom sollte nach dem Analsex auf keinen Fall für vaginalen Sex verwendet werden, sondern gleich gewechselt werden. Ohne Kondom sollte dein Partner zwischen dem Wechsel auf jeden Fall kurz unter die Dusche springen. Denn die Übertragung der Darmbakterien auf deine Vagina kann zu jeder Menge Infektionen führen.

Post-Sex: Der Gang zur Toilette

Gleich nach dem Sex ist es ratsam, eine Toilettenpause einzulegen. Denn manchmal gelangen beim Sex Bakterien aus deiner Vagina in die Harnröhre, wo sie nun mal nicht hingehören. Die Folge sind schmerzhafte Entzündungen, die sich aber ganz einfach durch einen kleinen Toilettengang vermeiden lassen. Damit spülst du alle ungewollten Stoffe aus deiner Harnröhre.

Schutz beim Fahrradfahren

Der Fahrradsattel kann bei vielem und regelmäßigem Fahrradfahren einigen Schaden in deinem Intimbereich verursachen. Vielleicht kennst du das kribbelnde oder taube Gefühl nach einer langen Radtour oder dem Spinning-Kurs. Beides kann sich mit der Zeit zu echten Schmerzen steigern. Wer also öfter im Sattel sitzt, sollte sich ein Paar gepolsterte Shorts oder Unterhosen zulegen, die sich hier wirklich lohnen.

Vorsicht bei Antibiotika

Antibiotika lassen sich manchmal schwer vermeiden, allerdings solltest du während der Einnahme besonders auf deinen Intimbereich achten. Denn Antibiotika bekämpfen alle Bakterien im Körper, inklusive die der Scheidenflora. Die Folge: Sie verliert ihren natürlichen Schutz vor Keimen. Also wird sie anfälliger für Infektionen und muss besonders gut im Auge behalten werden, solange du die Medikamente einnimmst. Spezielle Zäpfchen mit Milchsäurebakterien können hier deine Scheidenflora schützen.

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No-go: Parfüm oder parfümierte Produkte

Parfümierte Produkte sind zu alkalisch für den sauren pH-Wert der Scheidenflora. Sie zerstören dadurch ihre Bakterien, also ihren natürlichen Schutzmantel. Damit stehen Bakterien und Pilzen die Tür offen. Das Resultat ist also kein angenehmer Duft untenrum, sondern gereizte Haut und Infektionen, die sich bis in den Gebärmutterhals übertragen können. Das gilt im Übrigen auch für Intim-Deos – obwohl sie extra für den Intimbereich entwickelt wurden, enthalten auch hier die meisten Parfüm.

Regelmäßige Besuche bei der Gynäkologin

Für viele junge Frauen wird der Gang zur Gynäkologin erst wichtig, wenn sie die Pille nehmen wollen. Doch die Ärztin kann mehr als nur Rezepte verschreiben oder Schwangerschaften feststellen. Jeder Besuch bei der Gynäkologin beinhaltet auch einen Test auf gefährliche Geschlechtskrankheiten und Infektionen. Somit bist du mit regelmäßigen Besuchen auf der absolut sicheren Seite.

Den Intimbereich trainieren

Selbst beim Sport kannst du etwas für deine Intimpflege tun. Trainierst du regelmäßig deinen Beckenboden, werden damit auch dein Darm und deine Blase gestärkt. Außerdem kann dir dein trainierter Beckenboden dabei helfen, Schmerzen während der Periode zu verringern und sogar Schwangerschaft und Geburt ein wenig einfacher zu machen. Und der vielleicht beste Bonus: Orgasmen können mit ein wenig Training noch intensiver werden.

 

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