Nikeata Thompson: „Mein Hauptplan 2017 ist: Nikeata around the World!“

Nikeata Thompson: „Mein Hauptplan 2017 ist: Nikeata around the World!“

#Interview

Nikeata Thompson: „Mein Hauptplan 2017 ist: Nikeata around the World!“

Wir trafen uns mit der Wahl-Berlinerin zum Cover Shooting und sprachen mit ihr im Interview u.a. über ihren Werdegang, ihre Rolle als Coach bei Germany’s Next Topmodel und über heutige Schönheitsideale.  

 

Ajouré: In der aktuellen Germany‘s Next Topmodel-Staffel bist du als Catwalk-Coach im Team von Michael Michalsky zu sehen. Wie war die Zusammenarbeit mit den Mädels bisher?

Nikeata: Bisher lief die Zusammenarbeit echt gut. Man muss aber auch sagen, dass es sehr anstrengend ist – man darf sich da nichts vormachen: Man hat eine Handvoll Mädchen und muss die erst einmal für sich gewinnen. Das Schöne aber daran ist, dass ich mich auch sehr jung fühle und genau weiß, wie die Zeit für mich damals war. Das ist so eine Zeit, in der man so langsam aus seiner Teenager-Phase herauskommt und erwachsen wird, aber niemand einen ernst nimmt. Das ist eine ganz schön schwierige Zeit, das kann ich gut nachvollziehen und glaube, dass sie mir daher auch vertrauen können – weil ich sie als Frau verstehe. Aber wenn es dann an die Arbeit geht, sage ich ihnen auch klipp und klar, dass das jetzt alles nicht zählt, denn entweder sind sie Profis oder eben nicht. Wenn sie etwas nicht machen oder nicht umsetzen können, würde ich ihnen sagen: „Ich denke, dass ist vielleicht nicht dein Business!“ Aber bis jetzt sind sie bei mir ziemlich gut, sodass ich noch nicht so streng sein musste!

Ajouré: Die Mädels können also gut mit der Kritik umgehen?

Nikeata: Ja, das können sie. Sie sind ja auch schon seit ein paar Monaten dabei und lernen das vor Ort. Man merkt richtig, wie sie wachsen und aus ihren Fehlern lernen. Denn in der Show wird es ihnen gesagt – im echten Modelleben sieht das anders aus, da bekommst du bei einem Casting nicht gesagt, was gut oder schlecht lief – sondern du bist im „worst case“ einfach nicht mit dabei. Und hier wachsen sie und lernen in drei Monaten so viel, wie sonst in drei Jahren. Das ist unbezahlbar!
 

Nikeata Thompson
Kleid: asos.de
 

Ajouré: Was ist dir von den Dreharbeiten bisher noch lebhaft in Erinnerung?

Nikeata: Mir ist das Schachbrett-Catwalk-Training in Erinnerung geblieben. Sowas habe ich selber vorher noch nie gemacht. Ich habe mich aber auch sehr gefreut, mal eine echte Herausforderung umsetzen zu können! Es war eine aufwendige Trainingseinheit die sich am Ende aber total ausgezahlt hat, da es einfach bombastisch ausgesehen hat!

Ajouré: Wie bist du als Coach zu Germany’s Next Topmodel gekommen?

Nikeata: Weil ich gut bin in dem was ich tue und meinen Beruf liebe. Viele haben es nicht mitbekommen, dass ich im letzten Jahr schon dabei war und für das Finale alle Walks choreografiert habe.

Ajouré: Abseits vom Show-Programm im Fernsehen hast du ja auch noch deine „Urban Dance School“. Wie läuft das da genau ab?

Nikeata: Die „Urban Dance School“ ist eine Online-Tanzschule – da kann man sich anmelden und dreimal die Woche mit mir trainieren und für sich selber natürlich jeden Tag. Es dauert immer ein bisschen bis man eine Choreographie gelernt hat, deshalb haben wir das wie folgt eingeteilt: Man lernt erst ein Stückchen von der Choreo, dann den Mittel-Teil und schließlich das Ende, ehe wir alles zusammen am Stück tanzen. Ich habe erst kürzlich ein ganz liebes Feedback von Yvonne Catterfeld bekommen, die mir geschrieben hat, dass sie das mit ihrer Stieftochter macht und sie sehr begeistert sind. Das macht mich natürlich sehr stolz und zeigt mir, dass es funktioniert. Ich möchte nicht nur ein Produkt promoten, sondern auch erreichen, dass sich die Leute trauen, aus sich heraus zu kommen und ein positives Lebensgefühl entwickeln. Es geht immer nur ums Abnehmen und das macht mich traurig. Als wären wir nichts wert, wenn wir nicht dünn sind. Das stimmt nicht! Es geht darum, fit zu sein und Spaß zu haben. Das sollte das Schönheitsideal heutzutage sein!

Ajouré: Das ist eine wichtige Message – vor allem für junge Mädchen.

Nikeata: Nicht nur für junge Mädchen, das muss ich wirklich sagen, denn ich merke es ja auch an mir, dass ich immer über Essen nachdenke und mir überlege, ob ich dieses oder jenes überhaupt essen darf. Und da liegt auch schon der Fehler! Dieses ständige darüber Nachdenken macht ungesund, weil Essen etwas ganz Natürliches ist – das ist unser Motor! Wir essen nur dann zuviel, weil wir nicht zufrieden sind. Ich persönlich esse nur dann viel, wenn ich Stress habe abzunehmen – aber genau dann passiert das Gegenteil. Würde ich mich locker machen, würde das nicht passieren. In jeder Frauenzeitschrift steht geschrieben, wir müssen Size Zero sein. Ich frage mich, was Size Zero überhaupt ist!? Das heißt, dass ich ja gar keinen Charakter mehr habe, wenn ich eine Null bin. Ich will keine Null sein! Das hatte ich auch nie vor. Wir können nur stark sein, wenn wir uns gut ernähren – daran sollten wir denken. Mal einen Tag lang essen, dann wieder hungern ist fatal – dadurch entsteht der Jo-Jo-Effekt! Der Körper ist schlauer als wir und kennt unsere Tricks schon. Deshalb ist es mir wichtig, Sport mit Spaß zu verbinden. Deshalb hatte ich auch die Idee mit dem Online-Tanzkurs, da überall nur Fitness angeboten wird. Mit Tanzen bekommt man eine tolle Figur – man macht sich lang oder man geht wie beim Urban Dance immer in eine Art Squat.

Außerdem ist man nie zu alt zum Tanzen und erst recht nicht für ein gutes Lebensgefühl. Man muss Spaß haben und andere Leute zum Lachen bringen – so verliert man auch das Schamgefühl. Ich bringe andere sehr gerne zum Lachen, das war schon immer so. Ich habe sehr viel Lebensfreude. Natürlich bin ich nicht jeden Tag rund um die Uhr nur gut gelaunt, aber dennoch ist mein Kern immer positiv.
 

Nikeata Thompson
 

Ajouré: Du hast ja auch noch eine eigene Agentur, wo du Tänzer und Choreografen vermittelst. Erzähl uns was darüber!

Nikeata: Genau, ich habe eine Tanzagentur gegründet, die nt agency, und kümmere mich darum, dass meine Tänzer gute Jobs bekommen und auch gut behandelt werden.

Da Tanzen ja nicht in unserer Kultur verankert ist, ist es für Tänzer manchmal schwer, ernst genommen und respektvoll behandelt zu werden. Dann bin ich zur Stelle, habe meinen Löwen-Blick und dann funktioniert das auch ganz gut.

Ajouré: Außerdem erstellst du auch Bühnen-Choreos, so wie für die aktuelle Tour von Yvonne Catterfeld. Wie viel Freiheiten hast du dabei?

Nikeata: Ich habe total viele Freiheiten. Ich merke ja, wenn jemand etwas nicht kann oder sich bei etwas nicht wohl fühlt. Ich achte dabei auf die Reaktionen im Gesicht und darauf, was die Person sagt und merke somit schnell, was ich lieber weglasse. Bei einer Bühnen-Show geht es ja nicht direkt um Choreos, so wie bei professionellen Tänzern, sondern darum, Struktur rein zu bekommen, sodass sich der Künstler wohl fühlt und die Abläufe auf der Bühne für ihn zur Routine werden. Somit weiß der Künstler, wann er in welche Richtung geht, wann zur Band, wann auf das Publikum zu und wann er sich hinsetzt. Das ist das Wichtigste, denn ohne Struktur steht man auf der Bühne, hat 16 Songs zu performen und weiß nicht wohin mit sich. Dadurch macht man sich die ganze Zeit einen Kopf, ob dieser oder jener Schritt gut ist, und ist so gar nicht richtig bei der Sache. Das sollte nicht sein! Man darf auf der Bühne nicht mehr nachdenken, sondern muss sich intuitiv bewegen, damit man sich voll und ganz auf das Singen konzentrieren kann.

Ajouré: Eigentlich hattest du ja bereits eine Leistungssportler-Karriere als Leichtathletin. Wann hast du festgestellt, dass das Tanzen deine eigentliche Leidenschaft ist?

Nikeata: Mit 16 Jahren habe ich das festgestellt, aber erst als ich 19 Jahre alt war, habe ich mich getraut, das auch zu machen. Ich war Leistungssportlerin bei Bayer Leverkusen und mehrmals Deutsche Meisterin. Ich selbst und andere hatten hohe Ansprüche an mich und meine Sportlerkarriere. Als ich anfing zu tanzen waren meine deutschen Eltern sehr enttäuscht, weil sie dachten, ich gehe in eine falsche Richtung, wolle nur Party machen und in Clubs tanzen. Für viele war das Tanzen kein richtiger Job – für mich aber schon.

Ich bin dann mit 16 Jahren auch schon ausgezogen, habe aber noch weiterhin Leistungssport gemacht. Mit 19 Jahren habe ich dann meinen Traum verwirklicht, habe als Sportlerin aufgehört und bin meinem Herzen gefolgt!
 

Nikeata Thompson
 

Ajouré: Generell: Herz, Bauch oder Kopf-Mensch?

Nikeata: Bauch! Bei wichtigen Entscheidungen immer Bauch! Aber ich lasse mich natürlich auch beraten und dann kommt mein Kopf mit ins Spiel. Wenn der aber zu viel Platz einnimmt, werde ich manchmal unausgeglichen und mache dann gar nichts!

Ajouré: Wie gelang dir eigentlich der Sprung zum Fernsehen?

Nikeata: Ich war schon lange Zeit im Fernsehen – nur eben als Backgroundtänzerin oder als Choreografin hinter der Bühne. In der Branche war ich schon sehr bekannt, da ich mit vielen Künstlern gearbeitet habe. Als ich meine Agentur gegründet habe, war es viel klarer, für was ich stehe. Ich denke, mein Portfolio bzw. meine Webseite (www.nikeatathompson.com) war wie eine Bewerbung und vielleicht kam dadurch sogar „Got to Dance“ zustande.

Ajouré: 2017 ist ja noch recht jung. Was sind noch so deine Pläne für dieses Jahr?

Nikeata: Ich muss endlich wieder raus, das habe ich schon lange nicht mehr gemacht, da ich so viel arbeite. Ich werde mehr reisen, das bleibt aktuell leider etwas auf der Strecke. Natürlich reise ich beruflich viel und das sieht nach außen hin auch immer alles sehr schön aus, nur sehe ich in Wahrheit nichts von der Stadt. Man steht z.B. um fünf Uhr morgens auf, wird dann geschminkt, geht ans Set, arbeitet 12–15 Stunden und schon ist der Tag auch wieder um.

Also, mein Hauptplan 2017 ist: Nikeata around the World!

 

CREDITS:

Fotos: Bernd Jaworek // www.bernd-jaworek.com

Make-up & Hair: Silke Zeitz // www.silkezeitz.de

Retouch: Heidi Rondak // www.heidirondak.com

Shooting Location: JOHN REED // Berlin-Gesundbrunnen, Brunnenstraße 105 – 109, 13355 Berlin | +49 9552 / 93 19 0

info@johnreed.fitness | täglich 6:00 – 24:00 Uhr


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