Luise Heyer: „Ich glaube auf jeden Fall an Selbstbestimmung.“

Luise Heyer: „Ich glaube auf jeden Fall an Selbstbestimmung.“

#Interview

Luise Heyer: „Ich glaube auf jeden Fall an Selbstbestimmung.“

Bekannt wurde die Berlinerin mit Filmen wie „Westwind“ oder „Fado“. Aber auch Hollywood-Luft hat sie schon geschnuppert: An der Seite von Alexander Fehling spielte Luise Heyer in der US-Kultserie „Homeland“ dessen Ex-Frau. Im Interview mit der im Prenzlauer Berg aufgewachsenen Schauspielerin bekamen wir nun ein paar spannende Einblicke in ihre aktuellen Filmprojekte.
 

Ajouré: Vor kurzem ist der Kinofilm „Die Reste meines Lebens“ mit dir in der Rolle der Milena erschienen – ein sehr tiefgründiger Film mit einem ernsten Thema und doch komödiantischen Elementen. Wie gelingt einem dieser Spagat?

Indem man seine Figur und die Situation immer ernst nimmt. Die Komik kommt dann schon von ganz allein.

Ajouré: Bist du persönlich auch jemand, der sich dafür entscheiden würde, gegen Schicksalsschläge anzukämpfen und sie nicht nur hinzunehmen?

Ich kann nur mutmaßen, wie ich mich in einer solchen Situation verhalten würde. Durch das von mir Erlebte habe ich gelernt, dass Verdrängung kein gutes Mittel für das eigene Seelenheil ist. Und dass es um Loslassen und nicht um Festhalten geht. Am Ende kämpfe ich immer darum, dass es wieder leichter wird ums Herz.
 

Luise Heyer
 

Ajouré: Glaubst du eher an Zufall oder Schicksal?

Mhhh … das weiß ich nicht. Ich glaube auf jeden Fall an Selbstbestimmung.

Ajouré: Und wie sieht es mit der Liebe auf dem ersten Blick aus?

Habe ich auf jeden Fall schon mal gehabt. Sie war explosionsartig, intensiv, symbiotisch. Liebe auf den ersten Blick wird sehr romantisiert und das ist sie auch, aber ich frage mich auch, ob sie besser oder mehr ist als die Liebe, die erst vorsichtig in einem heranwächst und dadurch mehr Zeit hat. Beides ist auf jeden Fall schön, weil es Lieben bedeutet.

Ajouré: Bei dir stehen aktuell ganz schön viele Projekte in den Startlöchern. Was kannst du uns dazu bereits erzählen?

Am 20. Juli kommt EINMAL BITTE ALLES von Helena Hufnagel in die Kinos. Ein leichter Film über die Sorgen und Wünsche von jungen Menschen heutzutage. Dem Überangebot an Möglichkeiten und dadurch die Überforderung und die Sehnsucht nach Sicherheit. Unbedingt angucken! Außerdem habe ich gerade DAS SCHÖNSTE PAAR von Sven Taddicken abgedreht und bereite mich auf den Dreh zu DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT von Caroline Link vor.

Ajouré: Wie du schon angesprochen hast, geht es in deinem neuen Film ums Erwachsenwerden. Wann hattest du den Moment, in dem du dich erwachsen gefühlt hast?

Als Geld das erste Mal in mein Bewusstsein trat. Kurz nach dem Mauerfall. Als ich davon träumte, dass Westpfennige auf mich regneten und ich sie wie der Sterntaler aufzufangen versuchte …

 

EINMAL BITTE ALLES
Luise Heyer in EINMAL BITTE ALLES

 

Fotos: Michael Küpker; FILMSCHAFT MAAS & FÜLLMICH GMBH | COCOFILMS GMBH


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