saralisa volm ajoure

Du hast bereits in vielen TV-Produktionen mitgewirkt. An welche erinnerst du dich besonders gut und gerne?

Besonders gerne erinnere ich mich an meinen zweiten Film „Dancing with Devils“, der ein richtiger Genre-Film ist und im Hamburger Drogenmilieu spielt. Ich hatte hier sehr viel Einfluss auf die Geschichte und meine Figur und es war eine sehr spannende und aufregende Zeit, diesen Film entstehen zu sehen. Im Allgemeinen habe ich aber immer dann gute Erinnerungen an Filme, wo sowohl die Geschichte, als auch das Team besonders und liebenswert sind. Einen Film zu machen, ist jedes Mal eine Überraschung. Man weiß nie genau, worauf man sich einlässt.

War „Schauspielerin“ immer dein Traumberuf gewesen?

Fast immer. Ich wollte zunächst Tanzen und Schreiben. Mit 12 wusste ich dann aber schon, dass ich spielen will. Das ist wohl in mir drin und das Schreiben ist mir auch geblieben, weswegen ich mich sehr über die Möglichkeit gefreut habe, ein Buch zu veröffentlichen. Ich finde auch, dass sich das Schauspielen und das Schreiben sehr gut ergänzen, weil der eine Beruf so viel ruhiger ist, als der andere. Beim Schreiben kann man sich zurückziehen, muss morgens nicht aufstehen, sondern kann direkt im Bett anfangen zu arbeiten. Das ist sehr entspannt.

saralisa volm katja hentschel

Hast du schon mal zu hören bekommen, du solltest lieber „etwas Anständiges“ machen?

In jedem Fall habe ich schon oft zu hören bekommen, dass ich etwas machen sollte, bei dem man regelmäßiger und mehr Geld verdient. Aber ich fand das nie so attraktiv wie die Aussicht Filme zu machen.

Als Schauspielerin hast du auch schon Erotik-Szenen abgedreht. Wie darf man sich eine verruchte Sex-Szene, begleitet von so vielen Kameras, vorstellen? Ist das schwierig, sich zu überwinden oder gehört das eben einfach dazu?

Schauspielen heißt für mich in vielerlei Hinsicht mich zu überwinden, immer wieder auf‘s Neue. Meine Erfahrungen, mein Körper, meine Gefühle werden für mich beim Dreh zu Material um meine Figur auszufüllen. Da wirft man alles in die Waagschale und gibt extrem viel Preis, vor allem psychologisch.

Was ist die größte Schattenseite am Schauspielberuf? Und welches sind die schönsten Vorzüge?

Ich denke, die größte Schattenseite ist, dass man besetzt werden muss. Du kannst Dir die guten Rollen nicht einfach aussuchen, sondern musst sie Dir verdienen und erarbeiten. Das ist natürlich nicht immer leicht und bringt einen in eine gewisse Abhängigkeitssituation. Dafür hat man einen sehr abwechslungsreichen Beruf, der einem erlaubt in vielen unterschiedlichen Leben zu Gast zu sein. Man arbeitet projekteweise, intensiv und gerät oft an seine eigenen Grenzen. Ich kann mir nichts Besseres vorstellen.

Mal was ganz anderes: Du bist ja auch Mutter von zwei kleinen Kindern. Wie kriegt man das unter einem Hut? Einen doch ziemlich stressigen Job und die Familie.

Das frage ich mich auch jeden Tag. Und es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich dann immer eine Antwort parat habe. Ich bin selbst oft ratlos, wie wir die Bedürfnisse und Verabredungen von vier unterschiedlichen Personen koordinieren sollen. Aber irgendwie bekommt man es dann meistens hin. Das heißt einfach viel telefonieren, absprechen und organisieren. Ab und an muss dann einer in den sauren Apfel beißen und akzeptieren, dass nicht immer alles möglich ist. Für mich bedeutet Familie auch, dass man manchmal zu Gunsten der Anderen entscheidet und das gerne tut.

Welche Vorsätze hast du für’s neue Jahr?

Ich werde nächstes Jahr 30 und denke deshalb gerade besonders intensiv über Vorsätze nach. Ich denke, ich werde mir vornehmen, meine Ziele noch klarer zu definieren und mich noch mehr auf das zu fokussieren, was ich machen möchte. Manchmal ist es wichtig den Schrott aus seinem Leben zu werfen, um Platz für die Dinge zu schaffen, von denen man wirklich überzeugt ist. Es gibt da diesen schönen Satz von Jim Carry: “You can fail at doing what you don’t want so you might as well take a chance at doing what you love.”

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Fotos: Katja Hentschel