Emily Cox: „So viel zu arbeiten geht wirklich nur, wenn man das, was man tut, liebt.“

Emily Cox: „So viel zu arbeiten geht wirklich nur, wenn man das, was man tut, liebt.“

#Interview

Emily Cox: „So viel zu arbeiten geht wirklich nur, wenn man das, was man tut, liebt.“

AJOURE´: Du hast in kürzester Zeit eine beeindruckende Schauspielkarriere hingelegt, wie man sie wohl nur sehr selten zu Gesicht bekommt. Seit 2007 hast du kaum ein Genre ausgelassen und bei unzähligen namenhaften Kino- und TV-Filmen sowie diversen Serien mitgespielt. War dir denn schon als Kind klar, dass du mal dort hin möchtest, wo du heute bist? Wie kam es dazu?

Emily: Meine Eltern sind beide Pianisten, und ich bin total „frei“ aufgewachsen – das heißt, anders als manche meiner Kollegen hatte ich das Glück, nie irgendwen überzeugen zu müssen, dass ein künstlerischer Beruf ein Beruf ist, von dem man auch leben kann. Im Gegenteil, die Beiden sind und waren immer ein Vorbild für mich, da ich mit dem Wissen aufgewachsen bin, dass man seine Passion zum Beruf machen kann und Spaß haben in der Arbeit. Das war tatsächlich etwas, das mein Vater mir oft gesagt hat: Dass es ihm egal ist, was ich mache, aber dass ich etwas finden soll, was mich erfüllt, weil man so viele Stunden am Tag mit seiner Arbeit verbringt und das sonst vergeudete Zeit ist.

Das, was mir am meisten Freude bereitet hat, war Schauspielen, das habe ich schon als 7-Jährige bei einer Schulaufführung gemerkt – also habe ich beschlossen, drei Monate nach dem Abitur einfach mal die Aufnahmeprüfung am Max Reinhardt Seminar zu machen – und war unglaublich glücklich, dass das gleich beim ersten Mal geklappt hat. Während des Studiums im dritten Jahr spielte ich erst in einem Kurzfilm von Tobias Dörr, zusammen mit Ulrich Mühe und Susanne Lothar, und dann in dem Film „Dutschke“ von Stefan Krohmer, Gretchen Dutschke, auf deren Biografie der Film basiert. Hier merkte ich, dass ich wahnsinnig gerne als Filmschauspielerin arbeite, weil man Menschen ganz nah an sich heranlassen kann – durch den Filter einer Figur. Also bin ich weiter meiner Freude gefolgt, habe alles gegeben – und bin so da gelandet, wo ich heute bin… und ich freue mich sehr auf alles, was noch kommt!

AJOURE´: Heute ist Netflix bereits das Fernsehen von morgen und besonders Jugendliche sind von der Streaming-Plattform nicht wegzukriegen. Hier läuft auch die internationale Erfolgsserie „The Last Kingdom“, in der du als „Brida“ eine der Hauptrollen spielst. Würdest du sagen, dass eine Rolle bei einer Erfolgsserie auf Netflix und Co das heutige Erfolgsrezept für langfristigen Erfolg ist? Hat sich bei dir danach etwas positiv verändert, was deine Aufträge und Rollen betrifft?

Emily: Was das Rezept für langfristigen Erfolg ist, kann ich hoffentlich in 40 Jahren sagen! (lacht) Generell hat sich bestimmt etwas verändert, früher hatte ich zwischen den einzelnen Projekten auch mal kurz Pause um durchzuschnaufen – das war jetzt schon länger nicht mehr der Fall. Ich denke, so viel zu arbeiten und unterwegs zu sein, geht wirklich nur, wenn man das, was man tut, liebt – insofern kann ich sagen, mein Vater hatte damals recht! Durch diese Liebe steckt man dann auch 15, 16-Stunden-Arbeitstage weg und ist am Abend glücklich.

mit Emily Cox im Gespräch

AJOURE´: Die ersten beiden Staffeln von „The Last Kingdom“ kann man aktuell streamen. Die dritte Staffel ist angekündigt und du bist natürlich wieder mit dabei. Kannst du uns schon etwas über die neue Staffel erzählen? Worauf dürfen sich die Zuschauer freuen?

Emily: Ich darf leider über den Inhalt nichts verraten, aber die Staffel zu drehen war ein Riesen-Spaß! Die Zuschauer können sich auf große Überraschungen freuen, auf Spannung, Abenteuer, und auf Emotion! Ich denke, es wird die bisher beste Staffel sein.

AJOURE´: Wie froh warst du, dass Netflix eine dritte Staffel ermöglicht hat? Hast du einen besonderen Bezug zu dieser Serie?

Emily: Ich habe mich sehr gefreut, als klar war, dass wir in die dritte Staffel gehen – nach so langer Zeit zusammen sind da natürlich viele schöne Freundschaften entstanden zwischen uns Schauspielern und im Team. Das ist dann ein bisschen wie nach Hause kommen. Außerdem ist es toll, eine Figur so lange spielen und entdecken zu dürfen. Wenn man dann als Brida zum Beispiel Erinnerungen an früher hat, kann man plötzlich echte Erinnerungen hinzuziehen, da man schon so viel mit den anderen Schauspielern erlebt hat. Außerdem mag ich Brida einfach sehr gerne. Ich mag, dass sie so stark ist, und ich liebe ihren Humor. Besonders freut mich, dass Brida bei den Fans der Serie so gut ankommt, das ist das größte Kompliment.

AJOURE´: Wenn du es dir aussuchen könntest, würdest du dann lieber in einer Zeit wie dem 9. Jahrhundert leben, in der auch „The Last Kingdom“ spielt?

Emily: Ich glaube, keiner der bei Sinnen ist, würde ernsthaft erwägen, lieber in dieser Zeit zu leben, die so von Unsicherheit geprägt war. Ich würde mich aber sehr gerne für einen Tag zurückbeamen, nur um zu sehen, wie es war – um dann, wenn ich wieder zurück bin, eine warme Dusche zu nehmen und in meinem weichen Bett friedlich einzuschlafen, ohne der Sorge, ob uns heute Nacht jemand überfällt.

AJOURE´: Am 29. August sehen wir dich bei den Öffentlich-Rechtlichen auf „Das Erste“ um 20:15 in der Tragikomödie „Nichts zu verlieren“. Es geht um das Leben, den Tod und wie manche Ereignisse zu neuen Anfängen führen. Was ist das Besondere, auf das sich die Zuschauer freuen dürfen?

Emily: „Nichts zu verlieren“ schafft es, wie Wolfgang Murnberger-Filme so oft, die Tragik des Lebens so zu zeigen, dass man darüber lachen kann und ein bisschen glücklicher ist, nachdem man den Film gesehen hat. Und das, obwohl es in dem Film um Tod und Trauer geht. Der Film ist mit Österreichern und Deutschen besetzt, hat einen warmherzigen Humor und ist zugleich extrem spannend . Als ich den Film bei der Premiere am Münchner Filmfest gesehen habe, haben die Zuschauer viel gelacht und auch geweint…

AJOURE´: Nach Online-Serien und deutschen TV-Filmen dürfen natürlich Kinofilme nicht fehlen. Und auch hier bist du dieses Jahr noch zu sehen. Am 25. Oktober startet die Komödie „Wuff“, wo du als „Ella“ an der Seite von Kostja Ullmann, Marie Burchard und Frederic Lau spielst. Was erwartet die Zuschauer bei „Wuff“?

Emily: „Wuff“ ist eine romantische Komödie, für Hundeliebhaber – und vor allem für Leute, die glauben, Hunde zu hassen. Es ist ein Episodenfilm – inszeniert vom großartigen Detlev Buck, dessen ganz eigener tief-komischer Humor den Film extrem unterhaltsam macht. Abgesehen davon ist es eine Freude, meinen fantastischen Kollegen zuzusehen: Frederick Lau, Kostja Ullmann, Johanna Wokalek, Marie Burchardt und Katharina Thalbach, um nur ein paar zu nennen.

AJOURE´: Wenn du so viel am Drehen bist, wie schaltest du dann zwischendurch mal ab? Geht das aktuell überhaupt?

Emily: Klar, das muss gehen! (Lacht)
Generell finde ich, dass es oft gar nicht so sehr darum geht, was man macht, sondern mit welcher Einstellung man an die Dinge rangeht. Ich gehe also mit einer positiven, gutgelaunten Energie an die Drehs heran, und Abends tue ich Dinge, die mir gut tun, mich in meine Mitte bringen – ich gehe rechtzeitig schlafen, ernähre mich gesund und lecker, mache Sport, treffe Freunde oder telefoniere mit ihnen, wenn ich gerade in anderen Städten unterwegs bin. So bleibe ich ausgeglichen und kann am nächsten Tag wieder voller Energie loslegen.

AJOURE´: Worauf dürfen wir uns in naher Zukunft noch von dir freuen? Gibt es neue Projekte?

Emily: Nach „The Last Kingdom“, „Wuff“ und „Nichts zu verlieren“ kommt als nächstes „Der Rebell“ ins Kino, das wird ein sehr schöner Arthouse-Film von einer grandiosen Regisseurin namens Randa Chahoud mit den tollen Kollegen Mehdi Meskar und Jonas Nay. Dann kommt „Labaule und Erben“, eine super Mini-Serie in der ARD mit Uwe Ochsenknecht in der Hauptrolle, ein „Tatort“, Wien und „Danowski“ im ZDF mit Milan Peschel und mir als Kommissare und dann last but not least das amerikanische Remake von „Head full of Honey“ von Til Schweiger mit Nick Nolte und Matt Dillon mit mir in einer kleinen Rolle.

AJOURE´: Wir wissen von dir, dass du Markenbefürworterin von OPEL bist. Was ist bei diesem Automobilhersteller das Besondere in deinen Augen und wie happy bist du mit deinem?

Emily: Ich finde Opel super, weil es eine traditionsreiche, sympathische Marke ist, die tolle Autos haben. Ich fahre einen Opel Insignia Sports Tourer und bin extrem happy damit – ich muss ja bedingt durch meinen Beruf wahnsinnig viel reisen, und auf so weiten Strecken ist so ein gutes Fahrgefühl und so ein Komfort natürlich fantastisch.

Emily Cox mit Opel

AJOURE´:. Gibt es eine Herzensangelegenheit, für die du dich besonders einsetzt?

Emily: Ich unterstütze eine Hilfsorganisation und habe Patenkinder in Nepal und Indien – das liegt mir sehr am Herzen. Generell setze ich mich für die Gleichwertigkeit zwischen Frauen und Männern ein. Und jetzt aktuell versuche ich, wo ich kann, zu betonen, wie wichtig ich es finde, dass Menschen respekt- und liebevoll miteinander kommunizieren und sich gegenseitig zuhören, egal wer und woher sie sind und egal welche politische Meinung sie haben.

AJOURE´: Bitte beende diese drei Sätze möglichst kurz:

Am meisten freue ich mich bei der dritten Staffel von „The Last Kingdom“ darauf,…

…dass sie ausgestrahlt wird und hoffentlich viele in ihren Bann zieht.

Das Schönste an „Nichts zu verlieren“ ist…

…die Mischung aus Humor und Tiefe.

„Wuff“ ist ein Film für Leute, die…

…Hunde lieben und für die, die glauben, sie zu hassen.

 

Fotos: Opel Automobile GmbH/Jürgen Tap, BBC/Carnival Film & Television Limited 2017

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