Scheidenflüssigkeit: Alles, was du über vaginalen Ausfluss wissen solltest

Scheidenflüssigkeit: Alles, was du über vaginalen Ausfluss wissen solltest

Vaginalsekret zeigt Gesundheitszustand

Scheidenflüssigkeit: Alles, was du über vaginalen Ausfluss wissen solltest

Wie setzt sich Scheidensekret zusammen?

Die weibliche Scheidenflüssigkeit ist natürlich und wird vom Gebärmutterhals sowie den Drüsen der Vagina gebildet. Zusammengesetzt aus Kapillarflüssigkeit und Epithelzellen, hat das Scheidensekret einen pH-Wert von 3,8 bis 4,4. Weiterhin besteht die Flüssigkeit der Scheide aus Harnstoff, Wasser, Elektrolyten, organischen Säuren sowie Proteinen. Die individuelle Zusammensetzung ist jedoch nicht konstant, sondern abhängig vom Alter und dem Hormonhaushalt der Frau. So ist das Vaginalsekret um den Zeitpunkt des Eisprunges anders zusammengesetzt und in der Menge pro Tag anders als an den weiteren Tagen im Zyklus.

Welche Funktionen und Eigenschaften hat gesunder Ausfluss?

Gesunder Ausfluss ist in seiner Farbe, abhängig vom Zyklusstand, klar bis milchig-weiß und nicht riechend. Je nach Phase des Körpers kann er jedoch zähflüssiger oder cremiger sein.

Der in der Scheidenflüssigkeit enthaltene Lactobazillus acidophilus verwandelt die in der Scheidenschleimhaut enthaltenen Zuckerstoffe in Milchsäure um. Dieses natürlich saure Milieu dient dazu, Bakterien und andere Krankheitserreger fernzuhalten. Durch das Vaginalsekret hat unser Körper folglich eine selbstreinigende Funktion im weiblichen Intimbereich. Zusätzlich dienen die Milchsäurebakterien dazu, Menstruationsblut wie auch Sperma zu neutralisieren. Beide sind eher basisch statt sauer und würden ohne Scheidensekret einiges aus dem natürlichen Gleichgewicht bringen.

Farben der Scheidenflüssigkeit und ihre Bedeutung

Verändert sich der natürliche Ausfluss, ist deine Beobachtungsgabe gefragt. Die Konsistenz und jeweilige Farbe des Vaginalsekrets deutet auf mögliche Erkrankungen deiner Scheide hin, die gegebenenfalls vom Arzt untersucht und behandelt werden müssen.

Weißlich-cremiger Ausfluss

Ist dein Ausfluss nicht nur dauerhaft weißlich, sondern auch in seiner Konsistenz eher dicklich und klumpig, kann dies auf eine Erkrankung durch Candida Albicans hinweisen.

Dies sind Hefepilzkulturen, die zwar permanent in der Scheide vorhanden sind, aber im Normalfall keine Beschwerden verursachen. Hat Frau jedoch beispielsweise Antibiotika eingenommen, können dadurch die Schleimhäute angegriffen sein und sich die Pilzkulturen unerwünscht vermehrt haben. Dicker Ausfluss, Juckreiz, ein unangenehmes Brennen und teils fischartige Gerüche sind die Folge.

Gelber Ausfluss

Tritt gelbich-eitriger Ausfluss auf, sind Darmbakterien die Ursache. Die häufigsten Vorkommen dabei sind Trichomonaden, die sexuell übertragbar sind. Durch sie kann deine Scheidenflüssigkeit auch schaumig aussehen – ein Zeichen, das du nicht unbeachtet lassen solltest. Lästiger Juckreiz und brennende Schmerzen beim Wasserlassen sind ebenso Begleiter der Erkrankung.

Grünliches Sekret

Grüner Ausfluss entsteht meist infolge von einer Infektion, die nicht nur das Aussehen der Scheidenflüssigkeit verändert, sondern auch andere Beschwerden verursacht. Hierbei kann die Scheide stark gerötet sein, jucken und beim Wasserlassen treten brennende bis stechende Schmerzen aufgrund des entzündeten Genitalbereiches auf. Oftmals riecht der grünliche Ausfluss auch fischartig. Möglicherweise liegt eine bakterielle Vaginose, Gonorrhoe oder Trichomoniasis vor, was unbedingt ärztlich abgeklärt werden muss.

Grauer Ausfluss

Gardnerella-Bakterien sind eine Ursache für dicken, grauen Schleim, der zudem sehr übel riecht. Beobachtest du diese gräuliche Verfärbung in deinem Slip und hast begleitend den ungewöhnlich starken Geruch, solltest du so schnell wie möglich zum Arzt und dies behandeln lassen. Gardnerella-Bakterien stören die gesunde Scheidenflora immens – deine Beschwerden werden nicht ohne Medikamente verschwinden.

Mögliche Veränderungen des Sekrets

Aufgrund des schwankenden Hormonhaushaltes einer jeden Frau ist der Ausfluss vor und nach der Ovulation unterschiedlich. Während er vor dem Eisprung klar bis zähflüssig ist und in der Konsistenz Eiklar ähnelt, ändert er sich nach dem Eisprung in eine geringere Menge, die eher weißlich-cremig und ein wenig klebriger ist. Bewegt sich die Scheidenflüssigkeit im Rahmen dieser Zustände, bist du kerngesund. Eine feuchte Scheide ist wichtig für die Bakterienabwehr sowie unbedingt notwendig für den Geschlechtsverkehr.

Alle davon abweichenden Veränderungen solltest du genau beobachten und eventuell von einem Arzt abklären lassen. Die Scheide hat ein sehr sensibles Milieu, welches leicht verunreinigt ist. Deshalb ist es wichtig, auftretende Beschwerden zügig zu erkennen und Abhilfe zu verschaffen.

 

Foto: Светлана Фарафонова / stock.adobe.com

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