Man möge meinen, er hat alles geschafft. Dimitrios Panagiotopoulos kleidet die ganz Großen ein: Topmodels wie Eva Padberg, TV-Star Sylvie van der Vaart oder Moderatorin Nazan Eckes lieben seine femininen Kleider, die tagein tagaus auf den Cover und Modestrecken großer Magazine zu sehen sind. Doch auch einen Stardesigner plagen die einen oder anderen Sorgen.

Dimitri
Modedesigner Dimitri

Zum Interviewtermin in seinem Atelier in Meran kommt er leicht gehetzt und einen Tick zu spät. „Sorry, ich war den ganzen Tag schon unterwegs.“ Dimitrios Panagiotopoulos ist viel beschäftigt: Gerade erst im Juli sah man die Kollektion seines Labels Dimitri auf der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin, die nächste darf nicht allzu lang auf sich warten lassen. „Als Designer arbeitest du immer“, sagt er, „Man hat nie Feierabend.“ Trotzdem nimmt er sich alle Zeit der Welt für Ajouré, erzählt ausschweifend von seiner Arbeit und seinen Erfahrungen in der Fashionwelt.

Angefangen hat alles schon in der Jugend. Ganz anders als der Rest seiner Hoteliersfamilie entschied sich Dimitri für ein Design-Studium, zunächst in München, dann in Mailand. Seine Karriere führte ihn weiter zu großen Designern wie Hugo Boss, Jil Sander und Vivienne Westwood, bevor er 2007 sein eigenes Label gründete. „Es war sehr schwierig finanziell alles aufzubauen, aber meine Familie hat mich sehr unterstützt“, erzählt er, „Auch jetzt hat man’s nicht immer leicht. Die ganzen Kollektionen, die Shows, die Fashionweeks…alles kostet so viel Zeit, Mühe und Geld.“ Für einen Slot auf der Berliner Fashion Week zahlt man eine fünfstellige Summe, in den großen Metropolen wie New York oder Paris noch viel mehr – Vorbereitungen natürlich nicht miteingeschlossen. Ob es sich dennoch lohnt? „Finanziell für viele Designer bestimmt nicht. Der Markt ist überhäuft von guter Mode, es sind nur ganz wenige, große Namen, die in diesem Beruf noch das große Geld machen.“

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Dimitri Spring/Summer 2014 CampaignFoto: Andreas Ortner

 
Es sind vor allem andere Dinge, die die Mühe belohnen. Die Leidenschaft zum Beruf machen, seine Kreationen vor einem Publikum präsentieren zu können und die Anerkennung, die man dafür bekommt. Dimitri genießt Beliebtheit und Popularität, stets steigend. In Deutschland ist sein Name bereits eine feste Größe, Lena Gercke zum Beispiel sehen wir fast jede Woche in Dimitri beim Supertalent auf dem Jurysitz. Und das freut natürlich. „Lena finde ich super. Die sieht immer toll aus.“ Was hält er von den anderen Germany’s Next Topmodels? „Eher weniger. Den Mädchen wird was ganz Falsches eingebläut, diese Show hat nichts mit Realität zu tun. Da wird mehr nach TV-Sternchen gesucht, aber sicher nicht nach Topmodels.“ Dass selbst Heidi Klum mit Haute Couture nicht viel am Hut hat, sei mal dahingestellt. Sie sei mehr ein Werbegesicht, das es in den USA zu was ganz Großem gebracht hat. Und dahin will auch Dimitri.

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Backstage mit Sylvie van der Vaart
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„New York wäre toll. Dort gibt man neuen Designern eine ganz andere Chance.“ Auf die New York Fashion Week im nächsten Frühjahr freut er sich deswegen besonders. Nach Berlin will er nun im Big Apple Fuß fassen. „Das passt auch mehr zu mir. Meine Mode ist sehr tragbar, weniger edgy und nicht so durchgeknallt wie etwa Berlin oder London. Meine Kleider soll jeder Frau auch in den Alltag passen.“ Der ganz große Traum bleiben nach wie vor die Couture-Schauen in Mailand: „Das ist immer noch der größte Wunsch. Irgendwann mal zu den bekanntesten Namen Italiens zu gehören.“ Und Dimitri ist auf einem guten Weg. Seine Kleider bestechen mit Eleganz und Weiblichkeit, Perfektion und der Liebe zum Detail. Nicht nur in Europa wird das geschätzt, auch Hollywoodstars wie Rachel Bilson und internationale Supermodels wie Karolina Kurkova schmücken sich gerne in Dimitri. Neben der Klamottenlinie ist der Designer auch für seine Taschenkollektion bekannt. Gerade erst hat Eletronikhersteller Sony an seiner Tür geklopft, für das Ultrabook VAIO Pro 11 Red Edition entwarf er eine passende Damentasche. Und was dürfen wir noch von Dimitri erwarten? „Eine Herrenkollektion steht noch auf der Liste.“

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Foto top: Andreas Ortner, Artikelfotos: facebook.com/dimitrios.panagiotopoulos, facebook.com/byDimitri