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Letzte Woche habe ich beschlossen, dass diesen Sommer kein überflüssiger Winterspeck zu sehen sein darf. Bisher habe ich mich jedes Jahr vor dem Beachbody-Trend gedrückt (bzw. er ist mir nie gelungen), aber diesmal werden die Pfunde gekillt. Hier kommt: Diät für Faule, Part II.

Mein größtes Manko beim Fitwerden ist folgende Sache: Ich nasche gern. Weil nix zu tun ist, zwischendurch um was im Magen zu haben, weil das neue McDonalds-Eis in der Werbung so gut aussieht… da gibt’s ne Menge Gründe. Sich das abzugewöhnen stellt sich als eines der größten Hindernisse heraus. Jetzt gerade zum Beispiel liegt eine Packung Schokorosinen neben mir auf dem Schreibtisch und es ist so gut wie unmöglich, nicht darein zu greifen.

Das, was ich am meisten jedoch verinnerlichen muss: Langsam essen

Zu Hause hab ich das folgendermaßen geklärt: Das ganze Naschzeug wurde aus den Schränken entfernt und auch mein Kühlschrankinhalt hat ein Rundum-Make-Over bekommen, da ich zu der Sorte Mensch gehöre, die aus Langeweile gerne mal einen Blick in darein werfen. Wenn ich ihn jetzt aufmache, werde ich nicht mehr unter einer herausfallenden Ladung Nahrungsmittel begraben, hat auch was Gutes. Ich koche und esse also seit neustem relativ gesund: Viel Grünzeug, wenig Fett, wenig Zucker (-.-‚)… Ich versuche mich nicht allzusehr an strenge Kalorientabellen zu halten, das Leben soll schließlich noch Spaß machen. Ich achte dennoch drauf, nicht mehr unnötig Süßkram in mich zu stopfen. Das, was ich am meisten jedoch verinnerlichen muss: Langsam essen.

Ich habe nie darauf geachtet, mal in Ruhe zu essen. Für die Mahlzeiten nehme ich mir in der Regel nur wenig Zeit, Problem ist aber: Das Sättigungsgefühl tritt erst nach ca. 20 Minuten ein. Wer also nach dem Motto „Fressen oder gefressen werden“ im Schnelldurchlauf alles herunterschlingt, merkt nicht rechtzeitig, dass er eigentlich schon genug gegessen hat, da jegliches „Jetzt reicht’s“-Gefühl erst nach einer gewissen Zeitspanne kommt, und fühlt sich nach dem Essen nicht nur satt sondern voll. Ich packe mir ab jetzt also nur noch halb so viel auf den Teller, nehme mir Zeit für’s Essen und achte darauf, wann genau ich satt werde. Das Naschen beim Fernsehen oder Arbeiten würde mir trotzdem fehlen, daher habe ich auf gesunde Snacks umgesattelt: Karotten, Paprika, Sellerie… Ist nicht das Gleiche, aber Hände und Gaumen sind beschäftigt.

Außerdem geht’s ab jetzt regelmäßig zum Sport. Alleine ins Fitness-Studio ist absolut nicht mein Fall. Bei schönem Wetter draußen laufen ist eine gute Alternative, die nichts kostet und für jeden machbar sein dürfte. Dabei muss ich gestehen, dass ich nach 6km Joggen schon leicht aus der Puste war. Außerdem ist es etwas eintönig und allein neige ich dazu, einfach zwischendurch ein bisschen Pause zu machen. Zu Zweit ist die Motivation deutlich höher.

Old habits die hard!

Nach ein paar Tagen Ernährung- und Bewegungsumstellung also folgendes Frühfazit: „Old habits die hard!“ Und sich neue anzugewöhnen ist fast noch schwerer. Vor allem am Anfang tut es gut, für sich eine äußere Motivation zu finden (in meinem Fall meine Sportbegeisterte Freundin), die den inneren Schweinehund besiegt und beim Ernährungsplan nach dem Motto „Was nicht da ist, kann auch nicht gegessen werden“ vorzugehen. Heute Abend geht’s zum nächsten Sportkurs: Bauch, Beine, Po werden trainiert, außerdem werde ich demnächst Yoga ausprobieren. Freu mich jetzt schon auf den Muskelkater.

Was bisher zu sehen ist: Eigentlich nichts…Doch Ergebnisse brauchen ja immer Zeit, vor allem, wenn man wie ich die Diät-Methode für Gemütliche wählt. Was ich bereits nach einer Woche allerdings schon bemerke: Ich esse weniger. Nicht, weil ich mich ständig dazu zwinge; der Magen gewöhnt sich von Natur aus schnell an neue Portionsmengen, wenn diese nicht radikal verändert werden. Step by Step Ernährungsumstellung ist für Menschen, die wie ich gerne und viel unnötig essen, also eine sehr gute Lösung.
 
Foto: Running Girl von aarmono via flickr.com, CC BY-SA 2.0