Warum du besser zur Biomilch greifen solltest

Wer Biomilch kauft, hat dafür häufig mehrere Gründe. Im Mittelpunkt steht wohl immer der Wunsch, sich etwas Gutes zu tun. Ein bisschen möchte man auch die Welt verbessern, denn je mehr Bio konsumiert wird, desto weniger konventionelle Tierhaltung gibt es. Doch bietet Biomilch tatsächlich die Vorteile, die es verspricht?

Ist Bio wirklich besser?

Biomilch unterliegt EU-weit strengen Regeln. Im Ergebnis erhalten wir eine hochwertige Milch, die besser sein soll als herkömmliche Milch. Besser heißt vor allem: gesünder.

Das lässt sich vor allem am Inhalt festmachen. Hier unterscheidet sich Bio vor allem in einem wesentlichen Punkt von normaler Milch. Sie besitzt viel mehr der berühmten Omega-3-Fettsäuren, während konventionelle Milch mehr Omega-6-Fettsäuren enthält.

Nicht ganz so gut sieht es leider mit Pestiziden aus: Auch Biomilch kann Spuren davon aufweisen! Der Grund sind aber nicht betrügerische Aktivitäten, sondern die Vorfahren der Bio-Bauern. Weil sie noch Pestizide verwendeten, enthält der Boden deren Rückstände. Grasen die Kühe auf diesem Boden, lässt sich kaum verhindern, dass etwas davon in ihr Futter gerät. Doch keine Panik: Die Belastung bleibt stets weit unter den zulässigen Grenzwerten.

Billig-Bio versus Premiumqualität?

Mittlerweile tauchen Bioprodukte sogar schon im Discounter auf und sind damit für eine breite Masse erschwinglich geworden. Damit einher gehen aber auch Ängste, das sei lediglich Augenwischerei.

Zum Glück darf sich nicht alles in der EU einfach Bio nennen. Vielmehr schreibt die EU-Öko-Verordnung vor, was geht und was nicht. Zwar unterwerfen sich die alteingesessenen Bioverbände wie Demeter oder auch Naturland weit strengeren Regeln. Bio ist aber trotzdem alles. Denn immer geht es hier den Tieren besser als in konventioneller Landwirtschaft.

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Was die Supermarktmilch angeht, ist einer der wenigen deutschen Premium-Bioanbieter mittlerweile ebenfalls bei Lidl vertreten: Bioland gehört seit wenigen Monaten zur Stammausstattung des Discounters.

Bio kaufen – darauf musst du achten

Weitere Bezugsquellen für Biomilch sind die Höfe direkt, Wochenmärkte, Reformhäuser oder Naturkostläden. Achte hier auch auf die Milchart, denn es gibt Unterschiede. Besonders Schwangere und Kleinkinder sollten keine Rohmilch trinken. Sie ist unbehandelt und enthält eventuell Keime, die Menschen schaden, deren Immunsystem geschwächt oder noch nicht voll ausgebildet ist. Auch Vorzugsmilch ist dann tabu.

Besser bekömmlich ist erhitzte Milch. Hier gibt es Unterschiede, die du auch bei herkömmlicher Milch findest.

  • Frischmilch = pasteurisiert: wurde kurz auf über 70 Grad erhitzt. Haltbar bis zu zehn Tage.
  • Extended Shelf Life: ESL, kurz auf maximal 127 Grad erhitzt. Haltbar bis zu drei Wochen.
  • H-Milch, auf mindestens 135 Grad erhitzt. Ungeöffnet haltbar bis zu sechs Monate.

Welche Biosiegel gibt es?

Die zahllosen Biosiegel wirken manchmal etwas unübersichtlich. Im Prinzip ist es aber einfach: Es gibt das EU-Siegel, das ist Pflicht für alle Bioprodukte in der EU. Dann gibt es ein Ländersiegel. Das deutsche Bio-Siegel findet sich daher meist zusätzlich zum EU-Siegel. Hinzu kommen oft noch deutsche Bioverbände mit ihrem Logo, etwa das von Demeter oder Naturland.

Biomilch als Frage der Ethik

Wem besonders das Tierwohl am Herzen liegt, der kommt an Bio nicht vorbei. Denn hier geht es den Tieren nachweislich besser als in Massentierhaltung. Kurz gefasst ergeben sich einige wesentliche Vorteile, von denen ein Biorind profitiert:

  • mehr Platz
  • viel Auslauf / Zeit draußen
  • Hörner nicht gestutzt
  • Ernährung besser
  • Ausschluss von Zusatzstoffen
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Interessant für die Qualität der Milch sind vor allem die Punkte Ernährung und Auslauf. Eine Kuh, die auf die Weide kann, wird dort grasen. Was zugefüttert wird, besteht zu einem hohen Anteil aus Raufutter – und zu 100 % aus Bioanbau. Es enthält also keine Gentechnik, keine schädlichen Dünger und stammt zu 60 % aus der Region, belastet demnach nicht die Umwelt.

Bio ist also nicht nur für dich gesünder. Es ist dies vor allem für die Tiere, die dir ihre Milch geben. Das liegt auch an den Vorschriften zur Stallhaltung.

Bei konventioneller Kuhhaltung gibt es kaum Regeln, wie viel Platz die Kühe haben sollten. Bei Bio hingegen gibt es dazu Vorschriften. Im Stall ist es ein bisschen mehr – Minimum sechs Quadratmeter – als draußen, wo die Kuh mindestens viereinhalb Quadratmeter zur Verfügung hat. Außerdem sollten die Tiere Auslauf haben, sie dürfen also regelmäßig auf die Weide. Geht das nicht, sollten sie eine Freifläche für Auslauf haben.

Biomilch Kühe

Antibiotika

Antibiotika-Rückstände sind bei Bio und herkömmlicher Milch gleich, denn sie sollten überhaupt nicht vorhanden sein. Geht alles mit rechten Dingen zu, kaufen Molkereien die Milch nämlich nicht, wenn sie Reste von Antibiotika darin finden. Hier hat Bio darum keinen Vorteil gegenüber konventioneller Milch.

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Bio und die Umwelt – wie nachhaltig ist Bio?

Hier finden sich die meisten Skeptiker, denn diese Frage ist für einen Laien nicht leicht zu durchschauen. Da passt es gut, dass Stiftung Warentest in der Ausgabe 10 des Jahres 2017 auch Biomilch getestet hat, und zwar auch unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit.

Weniger nachhaltig waren bekannte konventionelle Marken, etwa Weihenstephan. Große Nachhaltigkeit bescheinigte die Stiftung hingegen vor allem Biomilch. Produkte wie die Gläserne Molkerei, Dennree oder auch Zulieferer für die Supermärkte Aldi, Rewe, Lidl und Penny bekamen eine gute Nachhaltigkeit bescheinigt.

Fazit

Biomilch ist in jeder Variante besser als solche aus konventioneller Produktion. Selbst die weniger strenge EU-Öko-Verordnung achtet auf gewisse Regeln, die sich auf den Inhalt der Biomilch auswirken. Weil Biorinder anders gefüttert werden, enthält deren Milch mehr wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Darüber hinaus ist die Tierhaltung in Bio-Betrieben eindeutig besser als in normalen Landwirtschaftsställen. Preislich ist Biomilch mittlerweile erschwinglich auch für Menschen mit schmalem Geldbeutel. Deshalb ist Biomilch erste Wahl, wenn du auf deine Ernährung achten möchtest.

Wenn du noch einen Schritt weiter gehen möchtest, kannst du auch auf pflanzliche Milch-Alternativen zurückgreifen. Egal ob Soja-, Hafer-, Reis- oder Mandelmilch – die Auswahl ist inzwischen so groß, dass für jeden Geschmack der passende Milchersatz dabei ist. Außerdem sind sie mittlerweile in fast jedem Supermarkt erhältlich – probiere es doch einfach mal aus!

 

Fotos: Aaron Amat; Countrypixel / stock.adobe.com